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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2016

Einmal Mr. Right, bitte.

Dating Berlin
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Sonia Rossi ist auf der Suche nach "dem Mann fürs Leben", nachdem sie dem käuflichen Sex nun abgeschworen hat. Sie studiert Mathematik bzw. beginnt dann in einem Büro zu arbeiten, kümmert sich um ihren ...

Sonia Rossi ist auf der Suche nach "dem Mann fürs Leben", nachdem sie dem käuflichen Sex nun abgeschworen hat. Sie studiert Mathematik bzw. beginnt dann in einem Büro zu arbeiten, kümmert sich um ihren Sohn und würde gerne auf Mr. Right treffen, dafür probiert sie einiges aus. Von One-Night-Stands über Online-Partnerbörsen, Speeddating, Reisen, etc. Im Buch schildert sie ihre Erlebnisse.

Ja, die Thematik war wieder einmal absolut ansprechend und zutreffend für mich, von daher war ich gespannt, was dieses Buch zu bieten hat. Die Autorin war mir ja bereits bekannt und der Schreibstil gefällt mir ganz gut, von daher konnte ich nicht viel falsch machen.

Im Buch erhält mal einen interessanten Einblick in das Leben von Sonia Rossi und ihrem Sohn - und in ihre Männerbekanntschaften. Generell ist mir wieder aufgefallen, dass manches schon sehr locker klingt, wobei ich hier einfach mal davon ausgehe, dass es in einer Großstadt wie Berlin eben auch einfach lockerer zugeht (als im äußerst katholischen Würzburg...). Die Schilderungen im Buch halte ich für realistisch - und man merkt auch immer wieder, wie die Autorin manchmal niedergeschlagen bzw. enttäuscht ist, da kann man als Frau (vielleicht auch als Mann?) durchaus mitfühlen.

Manchmal hat man allerdings auch das Gefühl, sie geht die Männersuche zu übertrieben an, ist zu spontan. Man sagt ja immer, dass Frau nicht zu spontan sein sollte, ein gewisses Maß Wahrheit ist da meiner Ansicht nach durchaus dran... insofern... nun ja, vielleicht spielt da die Vergangenheit der Autorin einfach auch eine Rolle.

Alles in allem hat mich dieses Buch mittelprächtig unterhalten, es hat irgendwie ein wenig Spannung gefehlt, um mich mehr ans Buch zu fesseln. Insofern vergebe ich hier 3 von 5 Sternen und spreche eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 17.11.2016

Man sollte viel öfter verrückte Dinge tun.

Das unvollkommene Leben oder wie das Glück zu Samuel fand
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Der junge Literaturprofessor Samuel bekommt plötzlich eine Postkarte aus Japan, das Bild einer Glückskatze ist darauf abgebildet. Doch wer hat ihm diese Postkarte geschickt? Sein Leben steht sowieso gerade ...

Der junge Literaturprofessor Samuel bekommt plötzlich eine Postkarte aus Japan, das Bild einer Glückskatze ist darauf abgebildet. Doch wer hat ihm diese Postkarte geschickt? Sein Leben steht sowieso gerade ein bißchen Kopf, also ergreift er die Chance und begibt sich auf einen Weg in ein neues Leben und löst so ein Rätsel, das nur mit der Poesie eines Neuanfangs zu lösen ist.

Ich war wirklich gespannt auf dieses Buch, die Geschichte klang für mich spannend, nach einem interessanten poetischen Werk in gewisser Weise. Und das war das Buch dann auch, es ist vom Schreibstil her immer wieder recht poetisch, so dass da durchaus mal Sätze vorhanden sind, die man sich gerne mehrfach durch liest. Einfach weil sie so schön sind, aber auch, damit man sie vielleicht noch besser versteht.

Selbst ein Paar, das sich wundebar versteht, zerbricht irgendwann, weil der eine vor dem anderen stirbt. Es sei denn, beide machen gemeinsam etwas Verrücktes. (S. 43)

Solche Aussagen mag ich gerne, ich finde solche Vorstellungen einfach wunderbar. Es gibt jedoch auch andere Aussagen im Buch, das Buch ist von einer gewissen Traurigkeit geprägt, zumindest in einer gewissen Art und Weise. Und zeigt dennoch, wie schön etwas sein kann, wenn es eben unvollkommen ist.
(Er sagte, dass der Wald sehr traurig wäre, wenn nur die Vögel sängen, die es am besten können. Tagore - Seite 125)
Von der Sprache her ist es meiner Ansicht nach gut zu verstehen, es kommen keine großartigen Fachbegriffe oder Fremdwörter vor, Lieder aus dem Japanischen werden übersetzt. Manchmal kommen da durchaus abstruse Geschichten dabei raus, aber nun ja, das passt zum Buch, das durchaus auch schon kurios ist.

Alles in allem habe ich mir ein klein wenig mehr vom Buch erwartet. Die Geschichte an sich fand ich interessant, ich mag dem ganzen hier auch nichts weiter vorweg nehmen, wer das Buch lesen möchte, der soll sich selbst auf die Reise begeben, die ihn mit dem Buch erwartet. Es hat mir gut gefallen, mal wieder ein poetisches Werk zu lesen, hat mich durchaus ein wenig an den Stil von Marie-Sabine Roger erinnert, kann für mich damit aber nicht so mithalten. Dennoch war es eine interessante Geschichte und bringt vielleicht so manch einem auch eine gewisse Erkenntnis.

Von mir gibts 4 von 5 Sternen sowie eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 17.11.2016

Rosamund Pilcher in der Bretagne.

Das tiefe Blau des Meeres
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Beim Aufräumen des Dachbodens ihres Elternhauses entdeckt Katharina eine Mappe mit wunderbaren Aquarellen. Die wunderbaren Landschaftsbilder faszinieren sie so sehr, dass sie versucht herauszufinden, wo ...

Beim Aufräumen des Dachbodens ihres Elternhauses entdeckt Katharina eine Mappe mit wunderbaren Aquarellen. Die wunderbaren Landschaftsbilder faszinieren sie so sehr, dass sie versucht herauszufinden, wo dieser darauf abgebildete Ort ist und wie ihre Familie in den Besitz dieser Bilder kommt. So führt ihre Suche sie in die Bretagne zu einem verwitterten kleinen Schlösschen auf dem Land, das Ewan gehört, einem attraktiven, aber dennoch ruppigen Bretonen gehört. Mit der Zeit tauchen die beiden in die Vergangenheit ein und finden so manches unschöne Detail heraus ...

So ganz wusste ich nicht, was mich hier erwartet, entsprechend gespannt war ich darauf, wie sich die Geschichte entwickeln würde. Generell bin ich jetzt ja nicht so der "Rosamunde-Pilcher"-Leser (so kam mir das Cover und die grundsätzliche Geschichte vor), aber gut, ich bin ja offen für Neues. Der Schreibstil gefällt mir recht gut, im großen und ganzen ist alles soweit gut zu lesen, sehr verständlich und ohne großartige Fremdwörter sowie Schachtelsätze. Oftmals hatte ich aber das Gefühl, dass manches auf künstliche Art und Weise etwas in die Länge gezogen war, mit Füllworten versehen war, die man sich - meiner Ansicht nach - hätte sparen können... schade. Die kurzen Ansätze in französischer Sprache sind zwar größtenteils nachvollziehbar, wenn man aber dieser Sprache nicht mächtig ist, dann ist das leider sehr schade. Gut, es kommen wenige Sätze vor, aber diese werden auch im Anschluss nicht erläutert bzw. übersetzt.

Ansonsten sind die Beschreibungen im Buch sehr malerisch, sehr nachvollziehbar. Man sieht die beschriebene Landschaft etc. regelrecht vor Augen, man kann sich das blaue Meer durchaus gut vorstellen. All das hat mir wirklich gut gefallen, man war wirklich mittendrin im Buch.

Auch die Schilderungen in der jetzt-Zeit und in früheren Zeiten, was sich im Buch immer wieder abwechselt, finde ich gut gemacht. So spielt es in der heutigen Zeit, in der Katharina, tätig als Lehrerin, wohnhaft in Frankfurt, eben den Dachboden des Elternhauses ausräumt, dann aber wieder gute siebzig Jahre zurück, in der man von Margot Löwenstein einiges erfährt. Sie ist damals zur Zeit des zweiten Weltkriegs auf der Flucht, weil sie Jüdin ist. Dass hier dies immer abwechselnd geschildert wird passt wirklich gut, man merkt aber auch wie die grauen Zellen hier schon etwas mehr gefordert werden. Generell war die Geschichte gelegentlich etwas verworren, was aber immer wieder gut aufgeklärt wurde - die gesamte Familienbande war dann also auch gut nachvollziehbar. Respekt, was man sich hier überlegt hat, die Geschichte ist wirklich sehr gut durchdacht und aufgebaut!!!

Beim Lesen wurde ich hier wirklich gut unterhalten, das Buch hat mir gut gefallen, lediglich hab ich mir teilweise etwas schwer getan voran zu kommen, manchmal habe ich das Buch als etwas langatmig bzw. in die Länge gezogen empfunden. Die Geschichte, in der auch die Gefühle nicht zu kurz kommen (aber nicht überhand nehmen!), ist wirklich spannend und interessant geschrieben, spielt gelegentlich ziemlich mit den Klischees (Lehrer; habe ich zumindest so empfunden), ist ein schöner Ausflug in die sicher tolle Landschaft der Bretagne.

Von mir gibt es für diese durchaus tolle Geschichte 4 von 5 Sternen sowie eine Empfehlung, ich ziehe einen Stern ab, da ich es durchaus mal als etwas langatmig/in die Länge gezogen und kurzzeitig verworren empfunden habe.

Veröffentlicht am 17.11.2016

Damit Mann sich gut kleidet...

Das kleine Buch der Herrenmode
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Das Buch befasst sich mit der Herrenmode zur Zeit des Jahres 1964, jedoch sind viele Informationen bzw. Beschreibungen noch heute gültig bzw. passend. Ein Inhaltsverzeichnis gibt es in diesem Buch generell ...

Das Buch befasst sich mit der Herrenmode zur Zeit des Jahres 1964, jedoch sind viele Informationen bzw. Beschreibungen noch heute gültig bzw. passend. Ein Inhaltsverzeichnis gibt es in diesem Buch generell nicht. Man findet aber die verschiedensten Begriffe alphabetisch aufgeführt und erläutert - angefangen bei der Ärmellänge (Der Ärmelabschluss sollte bei gebeugtem Arm knapp den Knochen des Handgelenks erreichen und die Hemdmanschette etwa einen Zentimeter herausschauen lassen.) über die Krawattennadel (waren oftmals echte Kunstwerke) zur Melone ("einzig wahrhaft elegante Kopfbedeckung für den Mann, die nur in London ober bei einem Tag an der Rennbahn getragen werden."). Schlußlicht im Buch ist der "Zylinder" - der den Verweis auf "Grauer Zylinder" enthält. Grundsätzlich sind aber nicht nur Kleidungsstücke bzw. Accessoires vorgestellt und beschrieben, sondern auch Hinweise zur Kleider- sowie Körperpflege enthalten, ebenso kann man aber auch etwas dazu lernen und hört vom "Kettfaden" oder aber auch von "besetzten Kanten".

Ja, ich lese gerne ja auch mal andere Bücher als Romane, etc. So war es mal ein interessanter Einblick in die Herrenmode, der aber grundsätzlich generell die Mode betrifft, also nicht nur auf Herren bezogen. (Kleider- und Körperpflege geht ja auch alle etwas an, oder? Ebenso grundsätzliche Informationen bzw. Ausführungen, nicht jedes Kleidungsstück wird nur von einem Mann getragen.)

Das kleine Büchlein im blauen Leineneinband kommt schon durchaus optisch schick daher, wie ich finde. Es wirkt wirklich gehoben auf mich. Auch die Seiten wirken durchaus sehr hochwertig, man hat hier dickeres Papier verwendet, eine schöne Schriftart außerdem, wie ich finde, und gelegentlich kleine Abbildungen mit abgedruckt.

Die einzelnen Beschreibungen sind in einer durchaus gehobenen Sprache verfasst, kein typisches, tägliches Sprachbild wie man es hier und heute auf der Straße hört, sondern schon "besser" ausformuliert. Verständlich ist es für mich dennoch, ebenso gut nachvollziehbar.

Die aufgeführten Begriffe sind auch im größten Teil heutzutage noch relevant, gut, mit der Melone trifft man durchaus selten einen Mann in der Stadt (außer vielleicht Fasching oder im Supermarkt ;) ), auch werden Krawattennadeln nicht mehr so oft getragen wie noch vor einigen Jahren, aber das sind eben spezielle Ausnahmen. Und klar, es hat sich auch einiges in der Mode geändert, Sir Hardy Amies würde sich für manches wohl auch im Grab umdrehen... Hipster laufen in (gefühlt!) Hochwasserhosen durch die Gegend, manche Bärte wachsen wie Stroh, Hemden werden nicht hochgeschlossen getragen, es sind mindestens drei Knöpfe geöffnet... nun ja... Man geht eben mit der Zeit und der Mode.

Wer generell an Mode etc. interessiert ist, für den ist dieses Büchlein sicherlich relevant. Für mich war es ein durchaus interessanter Einblick, ich habe einiges dazu gelernt, habe meinen Horizont etwas erweitert und mich gut "unterhalten" gefühlt. Durchaus ein echter Klassiker dieses Buch, eine kleine Stilbibel, in die Mann durchaus heutzutage mal hinein schauen sollte... ;)
Ich ziehe lediglich einen Stern dafür ab, dass manche Ansätze eben inzwischen einfach nicht mehr so wirklich relevant sind, vergebe aber dennoch 4 von 5 Sternen und spreche eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 17.11.2016

Kusskunst: Als würde eine Drohne in meinem Mund das Fliegen üben.

Sex, der dein Leben verändert
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Kusskunst: Als würde eine Drohne in meinem Mund das Fliegen üben. (S. 313) Im Buch schildern 25 verschiedene Frauen den Sex, der ihr Leben veränderte – wahre Geschichten, mitten aus dem Leben, unterschiedlicher ...

Kusskunst: Als würde eine Drohne in meinem Mund das Fliegen üben. (S. 313) Im Buch schildern 25 verschiedene Frauen den Sex, der ihr Leben veränderte – wahre Geschichten, mitten aus dem Leben, unterschiedlicher wie sie nicht sein könnten. One-Night-Stands, verhängnisvolle Affären, glückliche Zufälle und große Gefühle – alles ist dabei.

Auf dieses Buch war ich durchaus sehr neugierig, ich wollte mal wieder etwas gänzlich anderes als einen Krimi etc. lesen, entsprechend habe ich mich sehr gefreut, als ich das Buch mit der Post erhalten habe. Allein auch die optische Gestaltung gefällt mir ziemlich gut, das pink-schwarze Cover finde ich ziemlich ansprechend, auch das Bild darauf – im Vordergrund Odette Dressler, Autorin einer Geschichte sowie die Dame, der die 24 anderen Geschichten erzählt wurden, im Hintergrund sieht man neben ihr (links und rechts) zwei Männer mit nackten Oberkörpern, die auf dem Bett sitzen – in einer nachdenklichen Pose.

Das Buch enthält fünfundzwanzig Geschichten, die wirklich nicht unterschiedlicher sein könnten. Je nach Schreibstil der jeweiligen Erzählerin sind die Geschichten mal mehr, mal weniger gut zu lesen, generell hat mir das Buch gefallen, bei ein, zwei Geschichten fand ich die Schilderungen vom Stil her nicht so gut, da hat mir der Schreibstil einfach nicht gefallen. (Ich beziehe mich nur auf den Schreibstil, nicht aufs inhaltliche!) Die Geschichten stammen allesamt von jungen Frauen im Alter von Anfang Zwanzig bis ca. Mitte Vierzig, der Großteil trägt jedoch die 2 noch vorne dran… teilweise kam ich mir da manchmal schon ein wenig alt vor… ;) die meisten Stories stammen wohl auch eher aus Großstädten, man merkt eben einfach auch einen Unterschied vom Land zur Stadt – was sich meiner Ansicht nach im Umgang miteinander auch durchaus zeigt. In einer Stadt wie Berlin ist man definitiv wohl um einiges lockerer drauf als in einer bayrischen Stadt… ;) Zumindest ist das so mein Eindruck.

Die Geschichten sind wirklich sehr unterschiedlich, ich möchte hier auch gar nicht zuviel verraten, mal geht es um einen wunderbaren One-Night-Stand, mal eher um große Gefühle, mal um eine Affäre – durchaus aber auch mal um die eher unschönen Themen, so zum Beispiel Gewalt. (Und nein, ich meine damit keine von beiden Seiten gewollten SM-Spiele.) Entsprechend hat mich dieses Buch auch durchaus berührt und auf eine gewisse Art und Weise auch mal fassungslos gemacht. Im Großen und Ganzen sind die Geschichten jedoch eher anregender, wenn nicht sogar erregender Natur, es wird ja im Buch auch der sexuelle Akt an sich geschildert. Manchmal geht es da sanft zur Sache, auch von der Wortwahl her durchaus sanft, mal geht es eben härter zur Sache, was man auch dann an der Sprache merkt. (Ich fand es auch interessant, dass die Schilderungen von den unterschiedlichsten Personen sind, was ggf. eben die Einstellung, manche Ansichten und den Beruf etc. angeht. Man hatte hier auch durchaus Abwechslung.)

Da man das Buch nicht am Stück lesen muss, kann man es immer mal wieder lesen, meiner Ansicht nach auch mehrmals, denn die Geschichten können immer wieder ansprechend sein und manch einen vielleicht auch durchaus (etwas) inspirieren.

Mir hat dieses Buch ganz gut gefallen, die geschilderten Geschichten sind wahrer Natur, was ich hier auch wirklich abkaufe, es klingt soweit realistisch und ist nicht irgendwie schön geschrieben, sondern natürlich – klar, manchmal auch leicht übertrieben. Ich vergebe hier 5 von 5 Sternen und spreche eine Empfehlung aus.