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freddyschlaubi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2025

Informativ, schön gestaltet – aber mit Luft nach oben

Organisch
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Organisch von Giulia Enders hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn es mich nicht restlos begeistert hat. Ich lese eher selten Sachbücher, aber mit diesem konnte ich mich überraschend schnell anfreunden. ...

Organisch von Giulia Enders hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn es mich nicht restlos begeistert hat. Ich lese eher selten Sachbücher, aber mit diesem konnte ich mich überraschend schnell anfreunden. Es ist leicht zugänglich, gut geschrieben und an vielen Stellen sogar unterhaltsam.

Ein echtes Highlight sind für mich die Illustrationen – sie sind wunderschön gestaltet und passen perfekt zum Ton des Buches. Ich hätte mir ehrlich gesagt sogar noch ein paar mehr davon gewünscht. Auch die kleinen persönlichen Geschichten am Anfang der Kapitel haben mir sehr gefallen. Sie geben dem Buch eine warme, fast erzählerische Note, die den Einstieg in die wissenschaftlichen Themen deutlich angenehmer macht.

Inhaltlich ist Organisch solide: gut recherchiert, klar strukturiert und verständlich erklärt. Man merkt, dass Giulia Enders ihr Fachgebiet beherrscht und es ihr gelingt, komplexe Themen einfach zu vermitteln. Trotzdem hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr Praxisbezug gewünscht, also Tipps oder Anregungen, die man direkt im Alltag umsetzen kann. Ein bisschen mehr „Ratgeber-Charakter“ hätte dem Buch meiner Meinung nach gutgetan.

Trotzdem: Ein schönes, lesenswertes Sachbuch, das Wissen mit Charme verbindet. Wer sich für den menschlichen Körper interessiert, ohne gleich in trockene Fachsprache abzutauchen, wird hier sicher Freude haben – und vielleicht sogar ein bisschen mehr über sich selbst lernen.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Mitreißend, mutig und wichtig – ein Buch, das hängen bleibt

Monstergott
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Monstergott von Caroline Schmitt hat mich von der ersten Seite an gepackt. Es ist eines dieser Bücher, die man aufschlägt und plötzlich ist man mittendrin. Die Figuren sind unglaublich gut gezeichnet: ...

Monstergott von Caroline Schmitt hat mich von der ersten Seite an gepackt. Es ist eines dieser Bücher, die man aufschlägt und plötzlich ist man mittendrin. Die Figuren sind unglaublich gut gezeichnet: komplex, widersprüchlich und dadurch sehr echt. Ich konnte mich beim Lesen gut in ihre Gedanken hineinversetzen, auch wenn ich nicht immer ihrer Meinung war. Genau das macht die Geschichte so spannend und intensiv.

Das Thema Religion und Freikirche ist dabei nicht nur der Hintergrund, sondern das Herzstück des Buches. Caroline Schmitt schafft es, ein sensibles und gleichzeitig hochaktuelles Thema aufzugreifen. In einer Zeit, in der sich viele Strömungen zunehmend radikalisieren, ist dieses Buch wichtiger denn je. Es zeigt, wie leicht sich Menschen in Überzeugungen verstricken können und wie schwer der Weg hinaus oft ist.

Trotz der Schwere des Themas liest sich das Buch unglaublich fesselnd. Der Schreibstil ist klar, emotional und manchmal fast poetisch, ohne übertrieben zu wirken. Es ist ein Buch, das lange nachhallt und viele Gedanken anstößt.

Ich kann Monstergott wirklich jedem empfehlen, der sich mit Religion, Macht und Identität auseinandersetzen möchte, vor allem jungen Menschen, die verstehen wollen, wie Glaube und Gruppendynamik ineinandergreifen können. Ein starkes, mutiges Buch, das definitiv etwas bewegt.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Ganz nah dran – persönlich, differenziert und berührend

Die Ausweichschule
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Die Ausweichschule von Kaleb Erdmann hat mich wirklich beeindruckt. Das Buch erzählt von den Geschehnissen des Amoklaufs in Erfurt und zwar aus der Sicht des Autors selbst. Gerade diese persönliche Perspektive ...

Die Ausweichschule von Kaleb Erdmann hat mich wirklich beeindruckt. Das Buch erzählt von den Geschehnissen des Amoklaufs in Erfurt und zwar aus der Sicht des Autors selbst. Gerade diese persönliche Perspektive macht es so spannend und nahbar. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, direkt neben dem Autor zu stehen und ihm bei seinen Gedanken und Beobachtungen über die Schulter zu schauen.

Besonders interessant fand ich auch die Metaebene: Man begleitet den Autor nicht nur beim Erzählen, sondern auch bei seiner eigenen Recherche für genau das Buch, das man gerade in der Hand hält. Dadurch weiß man beim Lesen, dass vieles ganz anders geworden ist, als er es sich ursprünglich vorgestellt hatte. Das gibt der ganzen Geschichte eine sehr persönliche Note und hebt sie von einer reinen Nacherzählung ab.

Auch die Schilderung der Ereignisse rund um den Amoklauf fand ich sehr gelungen. Sie sind eindringlich und bewegend, gleichzeitig aber differenziert und reflektiert. Das Buch bleibt immer respektvoll, ohne dabei an Intensität zu verlieren.

Für mich ist Die Ausweichschule eine klare Empfehlung. Es verbindet persönliche Eindrücke mit journalistischer Genauigkeit und schafft es, ein schwieriges Thema auf eine sehr besondere, fast intime Art zu beleuchten. Wer sich für wahre Geschichten interessiert und bereit ist, sich mit einem schweren Thema auseinanderzusetzen, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Absurdität trifft Herz: Ein außergewöhnliches Leseerlebnis

Shark Heart
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Shark Heart ist eins von diesen Büchern, bei denen man schon nach den ersten Seiten merkt: Das ist anders. Die Geschichte ist komplett verrückt – auf eine gute Art. Sie ist gleichzeitig absurd und faszinierend, ...

Shark Heart ist eins von diesen Büchern, bei denen man schon nach den ersten Seiten merkt: Das ist anders. Die Geschichte ist komplett verrückt – auf eine gute Art. Sie ist gleichzeitig absurd und faszinierend, und genau das macht sie so besonders. Ich war sofort drin, weil man einfach wissen will, wie es weitergeht und wie diese skurrile Idee sich entwickelt.

Was mir besonders gefallen hat, war die Art, wie Emily Habeck ihre Figuren beschreibt. Man bekommt einen unglaublich intensiven Einblick in deren Gefühlswelt. Es gibt viele Details, aber trotzdem wird es nie zäh oder langatmig. Im Gegenteil – gerade dadurch wirken die Figuren sehr echt und man fühlt schnell mit ihnen mit.

Ein richtig schönes Extra sind die Drama-Abschnitte im Buch. Sie sind wie kleine Rollenspiel-Szenen, die das Ganze auflockern und gleichzeitig noch mal einen anderen Blick auf die Handlung werfen. Das macht die Erzählweise abwechslungsreich und verleiht der Geschichte einen ganz eigenen Rhythmus.

Für mich ist Shark Heart ein absolutes Highlight gewesen – kreativ, mutig und total anders als das, was ich sonst so lese. Ich würde es wirklich allen empfehlen, die Lust auf etwas Neues haben und sich gerne auf eine verrückte, aber sehr emotionale Geschichte einlassen wollen. Wer mal etwas lesen möchte, das nicht nach Schema F abläuft, ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Leider nicht mein Geschmack

Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen
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Das Buch Sie haben ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen war für mich eine ganz unterhaltsame und kurzweilige Lektüre. Es passiert viel, es wird nie richtig langweilig, und der Humor ist auf jeden Fall ...

Das Buch Sie haben ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen war für mich eine ganz unterhaltsame und kurzweilige Lektüre. Es passiert viel, es wird nie richtig langweilig, und der Humor ist auf jeden Fall präsent – manchmal leicht schräg, aber das ist ja auch Geschmackssache.

Was mir allerdings beim Lesen immer wieder aufgefallen ist: Ich musste automatisch an die Bücher von Renate Bergmann denken. Und im direkten Vergleich bleibt Toupet ins Glücksrad leider ein bisschen hinter meinen Erwartungen zurück. Die Handlung ist oft ziemlich vorhersehbar, teilweise auch etwas übertrieben oder nicht so ganz glaubwürdig.

Was mich aber am meisten gestört hat, war die Darstellung der jungen Figuren. Sie wirken oft ziemlich klischeehaft, so als würden sie alle nur aus Vorurteilen bestehen – dabei hätte das Buch eigentlich eine super Gelegenheit geboten, jüngere Menschen differenzierter darzustellen. Vor allem, wenn es um Berufe in der Pflege geht, wäre das mal eine schöne Chance gewesen, ein bisschen Interesse zu wecken. Die wird hier leider verpasst.

Alles in allem: Kein schlechtes Buch, aber eben auch keines, das groß nachwirkt. Ich würde es vor allem älteren Leserinnen und Lesern empfehlen, die Lust auf etwas Humor und leichte Unterhaltung haben – ohne allzu viel Anspruch, dafür aber mit einem Augenzwinkern. Wer Renate Bergmann liebt, könnte vielleicht trotzdem mal reinschauen.

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