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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.05.2020

Geheime Drahtzieher

Achtzehn
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Dieser schwedische Thriller hat den immer noch mysteriösen Mord an Olof Palme zum Thema.

Natürlich ist es nur Fiktion, dass der Journalist Axel Sköld eine Verbindung zu anderen Auftragsmorden herstellt. ...

Dieser schwedische Thriller hat den immer noch mysteriösen Mord an Olof Palme zum Thema.

Natürlich ist es nur Fiktion, dass der Journalist Axel Sköld eine Verbindung zu anderen Auftragsmorden herstellt. Bei der Verfolgung dieser Spur stößt er auf eine sehr alte Geheimverbindung von vornehmlich Adligen, die hinter den Kulissen politisch und wirtschaftlich die Geschicke des Landes nach ihren Vorstellungen beeinflussen. Sie sind mächtig und einflussreich und sie haben die besten Auftragsmörder zur Hand, sodass Sköld eigentlich mit dem Rücken zur Wand kämpft, auch wenn er auf sehr clevere Verbündete zurückgreifen kann.

Die Geschichte läuft leider sehr trocken und schleppend an. Erst im Mittelteil steigert sich die Spannung und steuert auf ein sehr aufregendes Ende zu. Das kommt dann leider gerade im Vergleich zum ausführlichen Anfang zu schnell und oberflächlich daher.
Die Grundidee hat enormes Potenzial, das der Autor leider nicht ausgeschöpft hat. Deswegen vergebe ich vier gut gemeinte Lesesterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 23.05.2020

Herbstglühen

Nachts, wenn der Garten blüht
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Maggie stammt aus einfachen Verhältnissen, hatte aber die besten Voraussetzungen für eine eigene Karriere. Sie entschied sich allerdings für ein Leben als Ehefrau eines reichen Mannes. Dieser Ehemann und ...

Maggie stammt aus einfachen Verhältnissen, hatte aber die besten Voraussetzungen für eine eigene Karriere. Sie entschied sich allerdings für ein Leben als Ehefrau eines reichen Mannes. Dieser Ehemann und ihre eigenen beiden Kinder erwiesen sich dann leider als Flop, weil alle drei starke Trinker sind und waren. Nun ist Maggie Witwe, aber anstatt endlich frei von ehelichen Zwängen das Leben genießen zu können, kämpft sie mit den Folgen eines Schlaganfalls. Die Liebe zu ihrem ehemals prächtigen Garten gibt ihr Kraft und spornt sie an, die Kontrolle über ihren Körper wiederzuerlangen. Auf dem Nachbargrundstück entsteht unter der Planung eines renommierten Landschaftsgärtners eine herrliche Gartenanlage. Die gemeinsamen Interessen verbinden die beiden Menschen zu einer romantischen und zugleich leidenschaftlichen Liebe, die alle körperlichen Gebrechen unwichtig werden lässt.

Es ist eine schöne Geschichte, die von der Autorin erzählt wird.

Sie macht Mut, niemals aufzugeben, auch wenn die Umstände schwierig werden.

Sie macht ebenso Mut, für sein eigenes Leben, solange es irgendwie geht, die Verantwortung nicht aus der Hand zu geben.

Und sie gibt die Zuversicht, dass die wahre Liebe nicht nur der Jugend vorbehalten bleibt.

Dies ist ein Roman für Romantiker. Für Menschen, die mit dem Herzen lesen.

Für mich persönlich liegt der Schwerpunkt etwas zu sehr auf einzelnen Blumensorten, aber gerade das wird Gartenfreunden sicherlich extrem gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.05.2020

Es lohnt sich

Die Herren der Zeit
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Nachdem mir die beiden Vorgängerbände rund um Inspector Unai López de Ayala alias „Kraken“ und seiner Frau, der Subcomisaria Alba de Salvatierra schon so gut gefallen haben, musste ich diesen dritten abschließenden ...

Nachdem mir die beiden Vorgängerbände rund um Inspector Unai López de Ayala alias „Kraken“ und seiner Frau, der Subcomisaria Alba de Salvatierra schon so gut gefallen haben, musste ich diesen dritten abschließenden Band natürlich auch unbedingt lesen.

Diesmal übertrifft sich die Autorin Eva García Sáenz selbst, weil die Handlung noch kunstvoller gestrickt ist.

In der malerischen baskischen Stadt Vitoria sucht Kraken nach einem Mehrfach-Mörder, der seine Taten eng an einen gerade erschienenen Bestseller-Roman lehnt, der im 12.Jahrhundert angesiedelt ist und auf tatsächlichen Chroniken einer ansässigen Adelsfamilie basiert. Deren letzter Spross ist psychisch labil und gerät immer wieder ins Fadenkreuz der Ermittlungen. Zeitgleich ist Ayalas Familienglück bedroht, doch diese Geschichte zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Trilogie und findet hier endlich zu einem Abschluss.

Neben den aktuellen Ermittlungen gibt es einen zweiten Handlungsstrang in der Zeitebene des historischen Bestsellers, so dass auch der Leser an den Parallelen teilnehmen kann.

Dieser Roman ist voll gespickt mit historischen Personen und Fakten, einer sehr dichten psychologischen Motivsuche mit interessantem Hintergrundwissen und einer wirklich überraschenden Aufklärung.

Es ist kein Thriller, den man eben schnell liest, sondern man muss sein Lesetempo erheblich reduzieren, wenn man nicht den Faden verlieren will. Dennoch versteht es die Autorin, straff und spannend zu erzählen. Der Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen wird immer sehr geschickt gehandhabt.

In meinen Augen ist "Die Herren der Zeit" ein krönender Abschluss der Trilogie. Es bleiben (leider!) keine offene Fragen, die auf eine weitere Fortsetzung hoffen lassen, aber vielleicht gibt es ja in Zukunft ähnlich fesselnde Bücher aus der Feder von Eva García Sáenz.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2020

Eheglück

Wer, wenn nicht wir
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Florian und Viola, ihre Liebe begann schon zu Schulzeiten, eine stürmische Liebe, eine leidenschaftliche Liebe, die zwangsläufig in einer Ehe mündete. Doch nach 25 Ehejahren ist nicht nur der Schwung raus, ...

Florian und Viola, ihre Liebe begann schon zu Schulzeiten, eine stürmische Liebe, eine leidenschaftliche Liebe, die zwangsläufig in einer Ehe mündete. Doch nach 25 Ehejahren ist nicht nur der Schwung raus, sondern auch das Interesse aneinander. Beide funktionieren in ihren Rollen, er als Oberarzt, sie als Musikdozentin, doch bewegen sie sich in unterschiedlichen Welten. Wie man so schön sagt: Die Liebe ist ihnen im Alltag abhandengekommen. Eine einvernehmliche Scheidung wird von beiden angestrebt, die räumliche Trennung ist schon vollzogen, aber ein sehr teurer Griechenlandurlaub muss noch gemeinsam durchgestanden werden, denn er lässt sich einfach nicht mehr stornieren.

Die Story ist so banal, wie man es erwarten kann. Natürlich ändert dieser Urlaub alles und der Leser kommt emotional voll auf seine Kosten. Aber ganz so vorschnell möchte ich mein Urteil nicht fällen, denn ein wenig von Viola und Florian steckt in jedem von uns.

Gut ist, wenn man selbst immer noch neugierig auf seinen Partner geblieben ist und die Freude am Leben samt seinen Unabwägbarkeiten nicht verloren hat. Ansonsten zeigt die Autorin Barbara Leciejewski, wie es einem ergehen kann. Sie schreibt humorvoll, und die schrägen Urlauber, die der Wiedervereinigung Steine in den Weg legen, kann man sich lebhaft vorstellen. Es gibt witzige Szenen, aber auch sehr anrührende. Sehr schön, dass sich auch das Cover auf eine der Schlüsselszenen bezieht.

Mir hat das Buch gut gefallen: eine Liebesgeschichte mit Umwegen, aber der Option aufs grosse Glück. Was will man mehr!

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Veröffentlicht am 10.05.2020

Starke Frauen

Margos Töchter
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Erst in der Danksagung am Ende von "Margos Töchter" habe ich gelesen, dass es einen ersten Band gibt, nämlich "Ab heute heiße ich Margo". Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass mir Vorkenntnisse ...

Erst in der Danksagung am Ende von "Margos Töchter" habe ich gelesen, dass es einen ersten Band gibt, nämlich "Ab heute heiße ich Margo". Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass mir Vorkenntnisse gefehlt haben. Ganz im Gegenteil, das Buch ist eine in sich ruhende Geschichte. Allerdings habe ich mich fast bis zum Schluss gefragt, was der Titel mit dem Inhalt zu tun hat, denn über weite Strecken ist Margos Enkelin Jana die Hauptperson. Durch ihre Augen erfährt der Leser vom Schicksal ihrer beiden Mütter, die eine aus dem Westen und die leibliche Mutter aus der DDR. Allen in dem Buch vorkommenden Frauen ist gemeinsam, dass sie sehr rebellisch sind und für ihre Ziele eintreten. Alle setzen sich auf ihre Art mit dem Kommunismus, mit dem Sozialismus und der Situation des geteilten Deutschlands auseinander. Die Handlung ist ein Spiegel des Zeitgeschehens und des Zeitgeistes der deutschen Republiken von den 60er Jahren bis fast in die Gegenwart. Es ist ein sehr politischer Roman, aber weil es auch eine Familiengeschichte ist, die nebenbei bemerkt sehr spannend erzählt wird, lässt er sich flüssig lesen. Und ganz zum Schluss weiß man dann auch, dass der Titel perfekt gewählt ist.

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