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Veröffentlicht am 11.10.2024

Neue Staffel, neues Glück

Flüsterwald - Die magische Akademie. Gefährliches Zauberchaos (Flüsterwald, Bd. III-1)
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Der Flüsterwald begleitet mich nun schon seit gefühlten Ewigkeiten, aber auf die gute Art, nicht auf die, bei der man denkt, jetzt sei langsam mal genug. Immer wenn Andreas Suchanek ein neues Abenteuer ...

Der Flüsterwald begleitet mich nun schon seit gefühlten Ewigkeiten, aber auf die gute Art, nicht auf die, bei der man denkt, jetzt sei langsam mal genug. Immer wenn Andreas Suchanek ein neues Abenteuer schreibt, ist die Freude groß, weil man mittlerweile einfach weiß, dass man verlässlich Spannung, Abenteuer und eine große Portion Freundschaft erhält. Die Truppe um Lukas und Ella wächst einem super schnell ans Herz und jede Geschichte ist so, als würde man ein Stück Familie wiedersehen.

Auch in diesem Buch schafft der Autor es wieder, ein fesselndes Kopfkino zu zaubern, die Lesenden, seien sie nun klein oder groß, in seinen Bann zu ziehen und sie ein paar Stunden die Realität um sich herum vergessen zu lassen. Wie immer geht es magisch zu, wir können rätseln, wer den Hauptfiguren das Leben schwer machen möchte, und stellen am Ende wie immer fest, dass es nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Wieder ein toller Auftakt zu einer neuen Staffel, der von hoffentlich packenden Folgebänden und einer weiteren Staffel ergänzt wird!

Veröffentlicht am 25.09.2024

Schwächer als Band 1

Das Reich der Verdammten
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Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mich der zweite Band nicht so sehr begeistert hat wie der erste. Ich habe Schwierigkeiten gehabt, am Ball zu bleiben, die schiere Endlosigkeit der Handlung hat ...

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mich der zweite Band nicht so sehr begeistert hat wie der erste. Ich habe Schwierigkeiten gehabt, am Ball zu bleiben, die schiere Endlosigkeit der Handlung hat mich müde gemacht und ich war so, so froh, als wir am Ende angekommen waren. Gabriels Schwester als zusätzliche Erzählperspektive empfand ich als mühsam, auch wenn das ein plausibler Grund war, Diors Geschichte weiterzuerzählen trotz der räumlichen Trennung von Gabriel. Nicht falsch verstehen, es gab auch Stellen, an denen ich echt gespannt an den Seiten hing und mich riesig gefreut habe, dass die Story endlich mit diesem zweiten Band weitergeht. Aber gleichzeitig konnte ich das Ende echt kaum erwarten. Ich hoffe, der dritte Band wird nicht noch länger.. dann muss ich mir was einfallen lassen.

Veröffentlicht am 25.09.2024

Nicht ganz, was ich erwartet hatte

Die Leoniden - Spektrum (#1)
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Ich hege eine nicht zu leugnende Faszination für nordische Fantasy. Meist eher High Fantasy, aber einer Urban Fantasy Mystery Reihe aus Dänemark kann ich auch nur schlecht widerstehen. Ich war von Anfang ...

Ich hege eine nicht zu leugnende Faszination für nordische Fantasy. Meist eher High Fantasy, aber einer Urban Fantasy Mystery Reihe aus Dänemark kann ich auch nur schlecht widerstehen. Ich war von Anfang an gespannt, wie der Aspekt der Zeitreisen hier eingeflochten wird, schließlich wurde dies schon angeteasert, allerdings kann ich direkt sagen, dass das Buch und ich ein bisschen aneinander vorbeigelebt haben.

Emilie ist eine dieser Figuren, denen nichts im Leben in den Schoß fällt. In der Schule unterdrückt, und in der Familie bestenfalls unsichtbar, möchte man sie einfach nur in den Arm nehmen. Immerhin hat sie tolle Freunde, denkt man sich dann, wenigstens etwas. Dass diese Gruppe sich im Laufe des Buches vergrößert, aber auch um ein Vielfaches verkompliziert, war eines meiner größten Probleme. Noah, der Junge aus ihrem Traum, entpuppt sich nämlich als waschechter Griesgram, extrem unhöflich, geradezu gemein manchmal. Er ist einfach dauergenervt und das wiederum hat mich beim Lesen genervt. Eigentlich schade, denn ich hatte zu Beginn große Hoffnungen in diese Freundschaftsgruppe.

Ständig befand ich mich in einem Zwiespalt aus „Die verhalten sich sehr jung und unreif“ und „Das war eine erstaunlich grausame Szene“. Ab und zu ist mir echt ein Schauer über den Rücken gelaufen, den ich zwar mit der düsteren Stimmung des Buches in Einklang bringen konnte, aber nicht direkt mit dem gefühlten Alter der Figuren. Ich war beim Lesen, wenn die Nerven nicht zu strapaziert waren durch Noah, oft bedrückt, dazu kommt, dass die Handlung sich sehr gezogen hat.

Dieser Band besteht bis auf das letzte Viertel fast nur aus dem Kennenlernen der Personen, ihrer Besonderheiten und der Entwicklung ihrer Beziehungen zueinander. Man hat ein bisschen das Gefühl, man tritt auf der Stelle, während man sich im Kreis dreht. Es passiert was, aber richtig voran geht es dabei nicht. Ich hätte mir mehr Spannung gewünscht, mehr Action, sodass mir das Ende zwar gefallen hat, aber es hätte gern früher aufregender werden können. Zwar wollte ich wissen, wie es weitergeht, aber habe auch Tage gehabt, an denen ich echt kein Bedürfnis hatte, das Buch wieder in die Hand zu nehmen, weil ich befürchtete, es würde wieder nicht vorwärts gehen oder ich müsste mich über Noah ärgern.

Insgesamt habe ich das Gefühl, die düstere Stimmung hat auf mich abgefärbt. Ich wurde zunehmend mieser drauf, wenn ich an das Buch gedacht habe, und versuche, das nicht auf die Bewertung Einfluss nehmen zu lassen. Denn den Zeitreiseaspekt sowie die Idee hinter der Gruppe und ihren Fähigkeiten, finde ich echt spannend. Ich erhoffe mir von der Fortsetzung, dass es inhaltlich mehr vorangeht, dass wir uns weniger auf die Figuren fokussieren und mehr auf das große Ganze. Denn auch wenn vieles hier ausführlich durchgekaut wurde, sind immernoch unzählige Fragen offen.
Von mir gibt es 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 22.09.2024

Liebe und Scheiße, eine unschlagbare Kombi

Shit Bag
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Sh!t Bag ist ein Buch, bei dem schon wenige Menschen, denen ich begeistert von meinem currently read erzählt habe, schon beim Nennen des Titels verwirrt die Nase gerümpft haben. Ein großer Teil jedoch ...

Sh!t Bag ist ein Buch, bei dem schon wenige Menschen, denen ich begeistert von meinem currently read erzählt habe, schon beim Nennen des Titels verwirrt die Nase gerümpft haben. Ein großer Teil jedoch war spätestens, nachdem ich ihnen vom Inhalt berichtete, an dem Punkt, an dem man mit verzogenem Gesicht fragt: Warum liest du denn sowas?
Und die Antwort ist einfach: Genau wegen solcher Reaktionen. Darmerkrankungen sind immer noch ein Tabu-Thema, dabei betreffen sie so viele da draußen. Wenn jemand erkältet ist, ist schnell gefragt: Und, wie geht es dir? Als Antwort kommt häufig eine Liste der Symptome, Husten, Halsschmerzen, verstopfte Nase. Aber ich wette, wenn jemand mit einer Darmerkrankung anfängt, die Details der Verdauung aufzuzählen, hört für viele Zuhörende die Hilfsbereitschaft auf.

Freyas Geschichte ist schonungslos. Beim Erzählen wird nicht das kleinste Blatt vor den Mund genommen, man wird mit Details konfrontiert, aber man kann es (leider im Gegensatz zu Freya mit ihrem Stoma) problemlos verdauen, wenn man offen ist und der Story Verständnis entgegenbringt. Wenn sich man mit einer Portion Neugier und einer Portion Toleranz, die alle da draußen meiner Meinung nach an den Tag legen sollten, auf Freya, ihre freche, direkte Schnauze und all die Emotionen dahinter einlässt, dann wird man hier auf verhältnismäßig wenig Seiten eine echt dicke Lektion in Sachen Akzeptanz bekommen. Und das meine ich auf die positivste Weise.

Die Ich-Perspektive von Freya bindet einen sofort an die Protagonistin und ihr Schicksal. Durch Rückblicke erfährt man, wie es zu ihrer Darmerkrankung gekommen ist und man geht mit ihr Hand in Hand den Weg vom Schock über das Nicht-wahrhaben-wollen und den anschließenden Trotz bis hin zum Kampf um das Vorher. Jedes Wort sprüht vor Authentizität, ich habe Freya für ihre rotzige Art geliebt, aber auch für jeden Moment, in dem sie tiefere Gefühle zugelassen hat.

Im Camp, in dem sie lernen soll, mit ihrem Stoma-Beutel umzugehen, stapeln sich die faszinierenden Nebenfiguren nur so. Chris, der auch im Klappentext schon erwähnt wird, hat ein paar besonders wertvolle Lektionen für Freya parat, auch wenn sie sich zunächst mit Händen und Füßen gegen all das wehrt. Das Camp, die Hilfe, die Mitmenschen, alles. Und umso mehr Spaß hat Freyas Entwicklung gemacht, von der Kratzbürste zum Teamplayer.

Alle Menschen kacken. Das ist nun mal so und lässt sich auch nicht leugnen, egal wie sehr man es versucht. Also lasst uns doch bitte mehr Verständnis für diejenigen haben, die mit einer Darmerkrankung leben, lasst uns die Information und das Gespräch darüber normalisieren, anstatt es zu einem No-Go-Thema zu machen, über das sich niemand traut zu reden.

Mein Fazit:
Nie habe ich Liebe und Scheiße schöner in einer Geschichte vereint gelesen. Nie authentischer, offener, toleranter und schonungsloser. Eigentlich generell noch nie, und ich bin so froh, dass Xena Knox das geändert hat. Seid offen und gebt Freya und ihren Worten eine Chance, ihr werdet es nicht bereuen. Ich habe das Buch geliebt und zolle dem Arctis Verlag meinen höchsten Respekt dafür, dass sie diesen Tabu-Breaker zu ihrem Projekt gemacht haben. DANKE!

Veröffentlicht am 12.09.2024

Guter Einstieg

Skyhunter – A Silent Fall
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Skyhunter und ich hatten ein durchwachsenes, aber durchaus positives Leseerlebnis. Die Protagonistin Talin gefiel mir sehr gut, ich konnte mich schnell mit ihr anfreunden und habe sie sehr gern auf ihrem ...

Skyhunter und ich hatten ein durchwachsenes, aber durchaus positives Leseerlebnis. Die Protagonistin Talin gefiel mir sehr gut, ich konnte mich schnell mit ihr anfreunden und habe sie sehr gern auf ihrem Abenteuer begleitet. Die Verbindung zu Red dagegen war mir ein bisschen too much, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Slow Burn Romance, die als Trope angedeutet wurde, quasi gefühlt nicht existent ist.

Die dystopische Welt, in der die Geschichte spielt, brauchte etwas, um bei mir anzukommen, aber ich konnte mich bald gut zurechtfinden und habe das Geschehen und das Umfeld genossen. Auf vergleichsweise wenig Seiten passiert schon in den ersten zwei Dritteln des Buches viel, sodass man gar nicht erst in Versuchung kommt, sich zu langweilen, sondern gespannt am Ball bleibt.

Der lebendige Schreibstil der Autorin lässt einen eintauchen und nicht mehr weg wollen, es entsteht ein Kopfkino wie man es sich nicht schöner wünschen kann.
Mich hat das Buch gut unterhalten und bis auf die genannten kleinen Macken habe ich auch nichts zu meckern. Ich freue mich auf Band 2!