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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2025

Leseempfehlung

Der Bright-Side-Running-Club
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Das Buch hat mich aus verschiedenen Gründen gerade zu diesem Zeitpunkt sehr berührt. Ich war die letzten drei Monate in einer ambulanten Therapie und habe dort am eigenen Leib erfahren, dass eine Gemeinschaft ...

Das Buch hat mich aus verschiedenen Gründen gerade zu diesem Zeitpunkt sehr berührt. Ich war die letzten drei Monate in einer ambulanten Therapie und habe dort am eigenen Leib erfahren, dass eine Gemeinschaft von Betroffenen zum Heilungsprozess und zur Stärkung der eigenen Kräfte einglaublich viel beitragen kann. Darum geht es auch in diesem Buch, in dem Frauen, die an einer Krebsdiagonose leiden, sich zu einem Laufclub zusammenfinden.

Das Buch ist weder kitschig noch reißerisch und die Dramatik der Erkrankung wird weder verharmlost noch überzogen. Die Hauptdarstellerin ist mutig, bodenständig und ganz normal, wie du und ich. Ihre Erlebnisse, ihre Ängste und Sorgen aber auch ihr Kampf werden eindringlich aber mit auch mit einer zarten Leichtigkeit erzählt. Das hat mich von der ersten Seite an bewegt und begeistert. Ein tolles Buch. Man muss keine Angst vor dem schwierigen Thema haben. Ein wichtiges Buch. Ich kann es wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 06.04.2025

charmant

Das ist Glück
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Ein Dorf im Regen, so könnte man Faha nennen. Ein irischer Sommer ist nass und kalt, dafür sind die Menschen warmherzig und aufmerksam. Der 17jährige Noel bricht sein Studium ab und sucht bei den Großeltern ...

Ein Dorf im Regen, so könnte man Faha nennen. Ein irischer Sommer ist nass und kalt, dafür sind die Menschen warmherzig und aufmerksam. Der 17jährige Noel bricht sein Studium ab und sucht bei den Großeltern nach einem Weg aus der Krise. Oder einfach nach sich selbst. Oder einfach nach ein bisschen Ruhe und Besinnung. Das findet er in dem kleinen Dorf. Und überraschend findet er auch einen besondern Freund. Nämlich Christiy, der die Elektrizität in die Gegend bringt.

Das Buch lebt von seinen warmherzigen aber auch eigenwilligen Charakteren und der grünen, feuchten Insel auf der die Geschichte spielt. Und von der Sprache, die der Autor schwelgerisch und mit zarten aber auch intensiven Beschreibungen einsetzt.

Der Ton ist von der ersten Seite an ruhig und klar und obwohl nicht wirklich viel passiert hat mich die Story doch für sich eingenommen. Ein charmantes Buch.

Veröffentlicht am 06.04.2025

Lesehighlight

Wie Risse in der Erde
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"Wie Risse in der Erde" von Claire Leslie Hall, hat alles was ein Jahreshighlight für mich braucht.
Das Cover ist wundervoll ruhig auf den ersten Blick und doch steckt in der jungen Frau, die durch das ...

"Wie Risse in der Erde" von Claire Leslie Hall, hat alles was ein Jahreshighlight für mich braucht.
Das Cover ist wundervoll ruhig auf den ersten Blick und doch steckt in der jungen Frau, die durch das Gras geht eine Dynamik, die man bei näherer Betrachtung ganz deutlich spüren kann. Der Titel klingt dramatisch und vielversprechend.

Die Hauptdarstellerin ist die erst siebzehnjährige Beth, die in den 1950 Jahren ländlich lebt und sich in Gabriel, der nicht zu ihrer Gesellschaftsschicht gehört und auch wenn sie einen glückilichen Sommen miteinander verbringen, so verlässt er Beth, um zu studieren und scheinbar blickt er auch nicht zurück.

13 Jahre später kommt er in den ORt zurück. Beth ist inzwischen glücklich verheiratet. Sie und ihr Mann haben einen großen Verlust erlitten und stehen dennoch zueinander. Alles könnte gut sein, aber da ist plötzlich Gabriel wieder und er hat seinen Sohn Leo dabei.

Ich will nicht zu viel verraten, denn das Buch hat mich auf eine Achterbahn der Gefühle geschickt und die möchte ich keinem vorwegnehmen. Mich hat auch der Erzählstil fasziniert, der die Tragik und Dramtik und die Liebe gut widerspiegelt, ohne das es je seicht oder weichgespült geworden wäre. Eine tolle Neuentdeckung, diese Autorin. Lesehightlight.

Veröffentlicht am 06.04.2025

interessant

Im Wind der Freiheit
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Von gagamaus
Tanja Kinkel hat sich ein politisch und gesellschaftspolitisch sehr wichtiges Jahr für ihrem Roman "Im Wind der Freiheit" herausgesucht. Nämlich 1948, die Zeit der Märzrevolution. Und wie ...

Von gagamaus
Tanja Kinkel hat sich ein politisch und gesellschaftspolitisch sehr wichtiges Jahr für ihrem Roman "Im Wind der Freiheit" herausgesucht. Nämlich 1948, die Zeit der Märzrevolution. Und wie der Titel schon sagt, geht es darum, dass für die Menschen aber vor allem die Frauen die Ersten Lüftchen der Freiheit von Konventionen und veralteten Wertvorstellungen durch das Land wehen. Und Susanne aus der Unterschicht und Louise aus dem gehobenen Mittelstand sind Zeuginnen ihrer Zeit und wir dürfen ihre Wünsch eund Träume, ihre Ziele und Rückschläge begleiten.

Die Autorin hat einen etwas spröden und zurückhaltenden Erzählstil gewählt und lässt in der Rahmenhandlung die realen geschichtlichen Hintergründe Revue passieren. Man kann also die Zusammenhänge verstehen, die die Figuren zu dem jeweiligen Handeln zwingen. Das hat sich sehr interessant gelesen. Ein bisserl mehr hätte ich mir vielleicht gewünscht, dass die Frauen für sich die Freiheit wirklich finden. Manchmal war es frustrierend, wie sie immer wieder von den Männern und dummen Frauen klein gehalten werden.

Veröffentlicht am 16.03.2025

starke Frauenfiguren

Stromlinien
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Also ganz ehrlich - ich musste das Buch einfach haben, da mich das Cover umgehauen hat. Ja, soll man nicht tun. Solche Käufe, nur wegen einem ansprechenden Einband aber der Plot war auch vielversprechend. ...

Also ganz ehrlich - ich musste das Buch einfach haben, da mich das Cover umgehauen hat. Ja, soll man nicht tun. Solche Käufe, nur wegen einem ansprechenden Einband aber der Plot war auch vielversprechend. Wasser und Mädchen in Booten - Ich musste an das Flusskrebse-Buch denken.

Die Geschichte ist ziemlich kniffelig, also konzentriert lesen und am Ball bleiben. Aus verschiedenen Perspektiven und in mehreren Zeitebenen werden immer wieder kleine Versatzstücke eines großen Ganzen gezeichnet. Im Mittelpunkt stehen die Frauen einer Familie. Zwillingsschwestern, die bis zu ihrem 17 Lebensjahr bei der Großmutter aufwachsen, weil die Mutter so lange im Gefängnis eingesessen hat. Die Mutter, die vor vielen Jahren verurteilt wurde und die Großmutter, die die Familiengeheimnisse wortkarg und verhärmt hütet.

Aber warum kehrt die Mutter dann nicht nach hause zurück, als sie entlassen wird? Und wohin verschwindet die eine der Schwestern plötzlich.

Eine Familiengeschichte die es in sich hat und die am Ende wahnsinnig spannend wird. Schöner Erstling.