Platzhalter für Profilbild

gedankenbuecherei

Lesejury Star
offline

gedankenbuecherei ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit gedankenbuecherei über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.05.2022

Super unterhaltsam

Die Ladys von Somerset – Die Liebe, der widerspenstige Ambrose und ich
0

MEINE MEINUNG: London, 1807: Emma liebt das Theater und wünscht sich nichts sehnlicher, als ihr eigenes Stück auf der Bühne aufgeführt zu sehen. Allerdings scheint es zunächst, als würde das ein Traum ...

MEINE MEINUNG: London, 1807: Emma liebt das Theater und wünscht sich nichts sehnlicher, als ihr eigenes Stück auf der Bühne aufgeführt zu sehen. Allerdings scheint es zunächst, als würde das ein Traum bleiben, denn Frauen schreiben im 19. Jahrhundert einfach keine Theaterstücke. Emma will für ihr Ziel kämpfen, doch dann gerät sie in eine finanzielle Notlage und muss sich Arbeit suchen. Dabei wird sie von Lady Darlington angestellt – offiziell als Gesellschafterin, inoffiziell als Verkupplerin ihrer Tochter Anthea mit dem reichen Nachbarn Mr. Livingston. Für Emma keine leichte Aufgabe, da sich die beiden scheinbar nicht füreinander interessieren. Und dann kommt auch noch der Dandy Ambrose Beauchamp dazu, der allem Anschein nach auch ein Auge auf Anthea geworfen hat und das kann Emma nun wirklich nicht gebrauchen …

Die Handlung ist abwechslungsreich und total unterhaltsam. Ich konnte absolut abtauchen und ins Jahr 1807 nach London reisen, um dort Emma auf ihrem Weg zu begleiten. Beim Lesen hatte ich viel Freude, es war überhaupt nicht kitschig und hatte dagegen einen tollen Humor zu bieten. Die Geschichte war extrem klischeebeladen, allerdings im positiven Sinne, mit einer Portion Ironie und einer Menge Augenzwinkern, was dem Buch nun mal seinen ganzen Charme verleiht. Es war absolut herrlich das amüsante Geplänkel zu verfolgen, der Inbegriff eines Wohlfühl-Romans.

Die Charaktere waren überzogen dargestellt und nahezu wandelnde Klischees, was mich richtig gut unterhalten konnte. Da wären beispielsweise der biedere Schnösel Mr. Livingston, den lediglich seine Hundezucht interessiert oder die hochnäsige Lady Darlington, die viel von sich und wenig vom Rest hält, ihren Schoßmops vergöttert und von den anderen belächelt wird. Mit Emma, Anthea und ihrer Schwester Frances schafft die Autorin aber auch starke Frauenfiguren, die ihre Ziele verfolgen und ihre Meinung äußern, entgegen der herrschenden Konventionen der damaligen Zeit.

Der Schreibstil war lockerflockig und leicht zu lesen, sehr angenehm zu verfolgen und der damaligen Zeit angepasst. Der durchgängige Witz hat mich immer wieder schmunzeln lassen. Ganz großartig fand ich auch das Ende der Geschichte und ich freue mich schon sehr auf den Folgeband.

FAZIT: Wen das Bridgerton-Fieber ebenfalls gepackt hat und nach einer vergleichbar lockerleichten und amüsanten Lektüre sucht, macht mit „Die Ladys von Somerset“ von Julie Marsh garantiert nichts falsch. Ich habe mich köstlich amüsiert und jedes einzelne Klischee genossen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.05.2022

Ein wunderschönes Setting

Margherita
0

MEINE MEINUNG: Die Handlung beginnt im Jahr 1920. Die fünfundzwanzigjährige Margherita stammt aus eher ärmlichen Verhältnissen und hält sich und ihre Familie mit dem Austragen der Zeitungen in ihrem Heimatstädtchen ...

MEINE MEINUNG: Die Handlung beginnt im Jahr 1920. Die fünfundzwanzigjährige Margherita stammt aus eher ärmlichen Verhältnissen und hält sich und ihre Familie mit dem Austragen der Zeitungen in ihrem Heimatstädtchen Treviso über Wasser. Seit ihrer Kindheit kennt sie schon den adligen Antonio Revedin, der sie schon immer sehr höflich behandelt hat. Aus diesem Grund nimmt sie auch seinen Heiratsantrag und nach der Hochzeit seinen Namen an, der ihr zukünftig einige Türen öffnen wird. Margherita ist vielseitig interessiert, ein intelligenter Charakter, die sich aber in Adelskreisen und den vorherrschenden Regeln nicht auskennt. Ein sechsmonatiger Aufenthalt in Paris soll sie auf ihr Leben als Contessa vorbereiten.

Die Geschichte an sich lebt nicht von krassen Wendungen oder total spannenden Ereignissen, sondern mehr von dem wunderbar atmosphärischen, venezianischen Ambiente und Margheritas Persänlichkeit. Sie steht im Mittelpunkt der Geschichte und die Autorin berichtet von ihrem spannenden Leben, das ich gerne verfolgt habe. Von namhaften Künstler*innen umgeben, bildet Margherita den Mittelpunkt des illustren Kreises, gründet sogar die Filmfestspiele Venedigs.

Margherita lebt ein interessantes Leben. Sie trifft auf interessante Persönlichkeiten, die auch heute noch bekannt sind – Peggy Guggenheim, Coco Chanel, sogar Pablo Picasso. Die Vielzahl an Personen macht die Geschichte einerseits interessant, andererseits war es teilweise auch schwierig zu folgen. „Margherita“ ist keine Geschichte, die man eben schnell weg liest. Hier habe ich auf jeden Fall meine ganze Aufmerksamkeit benötigt, sonst wäre ich nicht mitgekommen. Trotzdem ist die Geschichte nicht schwer verständlich, hat durch eingestreute italienische Phrasen und die Menge an Namen durchaus aber den Anspruch konzentriert dabei zu sein.

Von Jana Revedins Schreibstil war ich sehr angetan. Durch die bildhaften Beschreibungen hat sich bei mir ein wunderbares Kopfkino ergeben und ich wurde nach Venedig versetzt und konnte die wunderschöne Atmosphäre genießen. Die Sprache war an sich leicht verständlich, dennoch auch ein bisschen anspruchsvoller. Die Geschichte ist gut recherchiert, die Autorin erzählt hier immerhin das Leben der Großmutter ihres Mannes und setzt ihr damit ein würdiges Andenken.

FAZIT: Im Grunde liest man hier die Biografie von Margherita Revedin, verpackt in einen Roman, der vor allem durch seine Charaktere, den wunderbaren Schreibstil, das venezianische Ambiente und natürlich durch Margheritas faszinierendes Leben besticht. Die Geschichte ist eher leise, es passieren keine großen Dramen, dennoch konnte sie mich fesseln und mitreißen. Margherita ist eine spannende Persönlichkeit, leider bleiben andere wichtige Charaktere eher blass in der Erzählung, vielmehr ist es auch eine Anhäufung bekannter Namen. Ein wenig fehlte mir die Tiefe und die Lebendigkeit der Personen, was die gezeichneten Bilder von dem Venedig der 20er bis 60er Jahre aber wieder gut gemacht haben.

Wer sich für die Erzählung Zeit nimmt und ein kleines bisschen venezianische Geschichte, Ambiente und eine Menge interessanter Personen kennenlernen will, sollte auf jeden Fall einen Blick zwischen die Seiten des Buchs werfen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.04.2022

Sehr interessant

Vladimir
0

https://gedankenbuecherei.wordpress.com/2022/04/03/rezension-vladimir-julia-may-jonas/

MEINE MEINUNG: Unsere Protagonistin ist eine gebildete, verheiratete Literaturprofessorin, Ende 50, die – ihrer Meinung ...

https://gedankenbuecherei.wordpress.com/2022/04/03/rezension-vladimir-julia-may-jonas/

MEINE MEINUNG: Unsere Protagonistin ist eine gebildete, verheiratete Literaturprofessorin, Ende 50, die – ihrer Meinung nach – ihre besten Jahre schon hinter sich hat. Ihr Mann John, der an der selben Universität arbeitet, hat nach zahlreichen Affären mit jungen Studentinnen eine Anzeige am Hals. Die namenlose Protagonistin und John leben in einer offenen Ehe, weshalb sie von seinen Affären wusste und das auch alles nicht so streng sieht, wie ihre Kolleginnen, die Studierenden oder auch ihre gemeinsame Tochter Sid.

Während ihr Mann von allen Seiten befeuert wird, scheint es, als würde sie sich am liebsten von allem fernhalten wollen. Stattdessen entwickelt sie eine Obsession für Vladimir, ihrem neuen Kollegen – ein verheirateter Familienvater Ende 40 und außerdem ein brillanter Autor.

Zunächst einmal ein kleiner Kritikpunkt – ich habe mir nach dem Lesen des Klappentexts etwas ganz anderes vorgestellt, als ich hier zu lesen bekommen habe. Es dauert zunächst einmal über 200 Seiten (und damit über die Hälfte des ganzen Buchs), bis es überhaupt zu einem erneuten Treffen zwischen Vladimir und der Protagonistin kommt, nachdem sie sich zu Beginn des Buches kennenlernen. Dazwischen erfahren wir die Gedanken der Protagonistin, ihre Gefühle und viel aus ihrer eigenen Vergangenheit. Sie geht mit sich selbst in Diskussion und reflektiert, was sie fühlt , was sie erlebt, ihre Ehe mit John und ihr nicht zu erklärendes Verlangen nach dem neuen Kollegen. Dieser Teil war zwar einerseits interessant, andererseits an manchen Stellen aber auch etwas zäh.

Die Autorin thematisiert in ihrem Werk wichtige, gesellschaftskritische Fragen – die Protagonistin gerät beispielsweise in die Kritik, da sie ihren Mann allem Anschein nach, trotz der Vorwürfe, nicht verlassen wird. Sie verhält sich nicht „angemessen“. Zurecht stellt sie sich selbst die Frage, was denn überhaupt „angemessen“ wäre. Scheinbar ist das Modell der offenen Ehe allgemein weniger akzeptiert, was sie selbst verwundert.

Die Protagonistin und auch die restlichen Personen waren nicht sonderlich sympathisch, was aber gar nicht unbedingt negativ war. Es ging hier nicht darum, sympathische Charaktere zu erschaffen, sondern wichtige Themen anzusprechen und zu diskutieren. Trotz ihrer Art, sich selbst in jedem zweiten Gedankenganz niederzumachen und zu kritisieren, fand ich die Protagonistin eigentlich doch cool, mit ihren unverblümten Gedanken, ihrer Fehlbarkeit und ihrer Liebe zu Literatur. Von Vladimir bekommt man tatsächlich nicht allzu viel mit.

Erst das letzte Drittel nimmt so richtig an Fahrt auf und hier wird es auch skurril. Irgendwie driftet es doch sehr ins Absurde, wird unglaubwürdig und ich kann verstehen, dass einige andere Leser
innen zu dieser Stelle Kritik äußern. Trotzdem fand ich es aus genau diesem Grund doch wieder unterhaltsam und habe mich gefreut, dass noch ein klein wenig Schwung in die Geschichte kam.

Was auch nicht unerwähnt bleiben darf, ist der Schreibstil der Autorin – alle Achtung, denn sprachlich habe ich hier wirklich etwas Besonderes zu lesen bekommen. Irgendwo zwischen akademischer Fachsprache und vulgärem Schimpfen ist es der Autorin gelungen, der namenlosen Protagonistin ihre ganz eigene Stimme zu verleihen. Ganz großer Pluspunkt!

FAZIT: Mit „Vladimir“ von Julia May Jonas habe ich ohne Zweifel etwas ganz Besonderes gelesen, was nicht zuletzt an ihrer einzigartigen und klugen Sprache lag. Die Gedanken der Protagonistin waren interessant zu verfolgen und auch das absurde Ende hat es mir irgendwie angetan. Trotzdem war es mir in der Mitte an einigen Stellen zu zäh, zu langatmig, weshalb ich das Buch zwar empfehle, es aber trotzdem kein Highlight für mich war.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2022

Erfrischend anders

Unser Glück
0

https://gedankenbuecherei.wordpress.com/2022/03/25/rezension-unser-gluck-natalie-buchholz/

MEINE MEINUNG:
Das junge Paar Coordt und Franziska stehen im Mittelpunkt unserer Geschichte. Sie haben einen ...

https://gedankenbuecherei.wordpress.com/2022/03/25/rezension-unser-gluck-natalie-buchholz/

MEINE MEINUNG:
Das junge Paar Coordt und Franziska stehen im Mittelpunkt unserer Geschichte. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, den kleinen Frieder, und leben auf beengten Verhältnissen in München. Die Situation belastet vor allem Franziska, die sich zu Hause um die Erziehung kümmert, während Coordt weiter arbeiten geht. Franziska fühlt sich nicht wohl in ihrer Wohnsituation und so suchen die beiden nach etwas größerem, schönerem, gemütlicherem.

Aber: groß, gute Lage, bezahlbar? In München? Keine Chance. Umso verlockender die Zeitungsannonce, die die vermeintliche Traumwohnung anbietet. Wo ist der Haken? So viel sei gesagt – es gibt ihn definitiv. Die kleine Familie soll sich die Wohnung zunächst einmal mit einem Mitbewohner teilen. Zu reizvoll ist die Wohnung, als dass Coordt und Franziska sich diese Chance entgehen lassen können. Doch der Mitbewohner und die gesamte Wohnsituation, wird das junge Paar vor einige Herausforderungen und die Beziehung auf eine harte Probe stellen.

Das Buch war kurzweilig und super interessant. Da ich selbst zwei Jahre in einem goldenen Schuhkarton in München verbracht habe, war die ganze Situation nur zu verständlich, realistisch und nachvollziehbar. Ich selbst habe mir immer wieder die Frage gestellt, was hätte ich in ihrer Lage gemacht? Wäre ich auf den Deal eingegangen, nur um irgendwann von meinem Eigenheim sprechen zu können? Was genau da auf Coordt und Franziska zukommt, kann ich an dieser Stelle nicht ohne Spoiler erzählen.

Die Frage, um die sich die ganze Geschichte dreht ist, was braucht man wirklich, um vollkommen glücklich zu sein? Eine tolle Wohnung? Braucht man wirklich nur die Menschen, die man liebt? Das Problem mit bezahlbarem und vor allem genügend Wohnraum wird hier auf fesselnde Art und Weise geschildert. Was hier im Vordergrund zu sein scheint, wirkt am Ende allerdings nur als Aufhänger der wahren Problematik. Und das sind bei Coordt und Franziska wesentlich größere Probleme als eine zu kleine Wohnung.

Ich mochte die kleine Familie sehr gern, die Handlung ist prägnant geschildert und auf den Punkt. Coordt und Franziska sind die „netten Leute von nebenan“ mit ihren ganz alltäglichen Herausforderungen und einem etwas außergewöhnlichen „Problem“, dass sie sich dann für eine tolle Wohnung selbst aufhalsen. Die Charaktere an sich bleiben eher distanziert, vor allem in Franziskas Gefühlswelt bekommen wir keinen Einblick, denn die Geschichte ist aus Coordts Sicht erzählt. Ein klein wenig mehr Einblick in Franziskas Sicht der Dinge hätte ich mir doch gewünscht, um auch verstehen zu können, was sie sich bei dieser und jener Handlung gedacht hat. Aber so konnte ich mir selbst meinen Reim darauf machen, was irgendwie auch nicht verkehrt war.

Das Besondere an diesem Buch ist auf jeden Fall die Realitätsnähe. Die Autorin fängt die Problematik der heutigen Gesellschaft und Beziehungen perfekt ein. Zwar wirken die Charaktere eher distanziert, aber durch das hohe Identifikationspotenzial waren sie doch auch irgendwie nah.

FAZIT:
Ein interessanter, kluger Roman, der mich perfekt unterhalten konnte. Eine absolut nachempfindbare Situation und die große Frage: Was würde ich tun, wäre ich in dieser Situation? Ich kann es nach wie vor nicht beantworten, konnte aber die Entscheidungen der beiden sehr gut nachvollziehen und habe Coordt und Franziska gerne auf ihrem Weg begleitet. Ungewöhnlich, originell und erfrischend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2022

Große Leseempfehlung!

Acht perfekte Stunden
0

https://gedankenbuecherei.wordpress.com/2022/02/22/rezension-acht-perfekte-stunden-lia-louis/

MEINE MEINUNG:
Die ganze Geschichte und vor allem auch Noelle als Protagonistin, haben mich von ...

https://gedankenbuecherei.wordpress.com/2022/02/22/rezension-acht-perfekte-stunden-lia-louis/

MEINE MEINUNG:
Die ganze Geschichte und vor allem auch Noelle als Protagonistin, haben mich von Seite Eins an verzaubert und so abgeholt, dass ich mir gleich dachte: „Das könnte ein Buch sein, das ich lieben werde.“

Noelle und Sam treffen sich im Stau bei einem Schneesturm und verbringen acht Stunden gemeinsam auf der Autobahn. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und auch ich als Leserin, konnte die Sympathien total nachvollziehen. Der erste winzigkleine Kritikpunkt ergab sich dann für mich aus der Tatsache, dass ich nach dem Klappentext eine ganz andere Geschichte erwartet hätte – ich dachte, das Hauptaugenmerk würde hier auf diesen Acht Stunden liegen, aber die sind nach etwa drei Kapiteln schon abgehandelt und beide Charaktere kehren in ihre Leben zurück. Da diese acht Stunden sehr wenig Raum einnehmen, konnte ich auch nicht wirklich nachvollziehen, wieso Noelle Sam über fünf Wochen lang nicht vergessen konnte.

Die beiden begegnen sich dann nach fünf Wochen durch Zufall erneut und im Laufe der Geschichte soll es dann immer wieder zu solchen ungewöhnlichen, schicksalhaften Zufällen kommen – manch einem mag das zu viel des Guten sein, aber ich fand das in dieser Geschichte total passend, schön – zwar etwas realitätsfern – aber dadurch auch irgendwie märchenhaft.

In der ersten Hälfte des Buches geht es aber doch hauptsächlich um Noelle und ihren Ex-Freund Ed, der wieder in ihr Leben tritt und mögliche „Was-wäre-wenn“-Szenarien. Bei den Begegnungen mit Sam wirkt dieser auch etwas distanziert und abgeneigt, seine Seite blieb die ganze Zeit über etwas undurchdringlich, da auch alles aus Noelle Sicht erzählt wird. Dennoch entspinnt sich langsam eine sehr zarte Liebesgeschichte und auch die Gefühle der beiden werden immer besser nachvollziehbar. Das war wirklich sehr schön, authentisch und glaubhaft.

Dafür habe ich Noelle als Charakter umso mehr geliebt – ich lietbe ihren Humor, ihre aufopferungsvolle Art und auch die Tatsache, dass auch sie nicht perfekt ist und ihre Macken hat. Ihre Entwicklung vom grauen Mäuschen, das stets für andere zurücksteckt, zur selbstbewussten Frau, die weiß was sie will, hat mir sehr gut gefallen und ich habe sie gerne auf ihrem Weg begleitet. Zum Einen war die Geschichte ein nostalgischer Blick in Noelles Vergangenheit, zum Anderen aber auch ein Schritt in eine mutigere Zukunft.

Den Schreibstil von Lia Louis empfand ich als sehr erfrischend und flüssig. Der Humor konnte mich voll und ganz überzeugen, ich mochte die lockerleichte Art der Autorin, die Geschichte zu erzählen. Deswegen würde ich auch jederzeit zu einem weiteren Buch von Lia Louis greifen.

Das Besondere waren tatsächlich Noelle und ihre Art, die lustigen Vergleiche, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben, und dennoch auch die schwierigen Momente, denen sich Noelle stellen muss.

FAZIT:
Trotz kleiner Kritikpunkte ist „Acht perfekte Stunden“ ein absolut wunderschönes Wohlfühlbuch fürs Herz, romantisch, mit einer zarten Liebesgeschichte, ohne dabei kitschig zu werden. Die Protagonistin Noelle ist mir sofort ans Herz gewachsen und ich habe die Lesestunden mit ihr, ihrer Familie und ihren Freunden sehr genossen. Auch wenn es doch ein bisschen viele Zufälle gab, die auch leicht ein wenig „too much“ sein könnten, waren sie hier für mich genau richtig und verleihen dem Buch ein kleines bisschen etwas märchenhaftes. Ganz große Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere