Super unterhaltsam
Die Ladys von Somerset – Die Liebe, der widerspenstige Ambrose und ichMEINE MEINUNG: London, 1807: Emma liebt das Theater und wünscht sich nichts sehnlicher, als ihr eigenes Stück auf der Bühne aufgeführt zu sehen. Allerdings scheint es zunächst, als würde das ein Traum ...
MEINE MEINUNG: London, 1807: Emma liebt das Theater und wünscht sich nichts sehnlicher, als ihr eigenes Stück auf der Bühne aufgeführt zu sehen. Allerdings scheint es zunächst, als würde das ein Traum bleiben, denn Frauen schreiben im 19. Jahrhundert einfach keine Theaterstücke. Emma will für ihr Ziel kämpfen, doch dann gerät sie in eine finanzielle Notlage und muss sich Arbeit suchen. Dabei wird sie von Lady Darlington angestellt – offiziell als Gesellschafterin, inoffiziell als Verkupplerin ihrer Tochter Anthea mit dem reichen Nachbarn Mr. Livingston. Für Emma keine leichte Aufgabe, da sich die beiden scheinbar nicht füreinander interessieren. Und dann kommt auch noch der Dandy Ambrose Beauchamp dazu, der allem Anschein nach auch ein Auge auf Anthea geworfen hat und das kann Emma nun wirklich nicht gebrauchen …
Die Handlung ist abwechslungsreich und total unterhaltsam. Ich konnte absolut abtauchen und ins Jahr 1807 nach London reisen, um dort Emma auf ihrem Weg zu begleiten. Beim Lesen hatte ich viel Freude, es war überhaupt nicht kitschig und hatte dagegen einen tollen Humor zu bieten. Die Geschichte war extrem klischeebeladen, allerdings im positiven Sinne, mit einer Portion Ironie und einer Menge Augenzwinkern, was dem Buch nun mal seinen ganzen Charme verleiht. Es war absolut herrlich das amüsante Geplänkel zu verfolgen, der Inbegriff eines Wohlfühl-Romans.
Die Charaktere waren überzogen dargestellt und nahezu wandelnde Klischees, was mich richtig gut unterhalten konnte. Da wären beispielsweise der biedere Schnösel Mr. Livingston, den lediglich seine Hundezucht interessiert oder die hochnäsige Lady Darlington, die viel von sich und wenig vom Rest hält, ihren Schoßmops vergöttert und von den anderen belächelt wird. Mit Emma, Anthea und ihrer Schwester Frances schafft die Autorin aber auch starke Frauenfiguren, die ihre Ziele verfolgen und ihre Meinung äußern, entgegen der herrschenden Konventionen der damaligen Zeit.
Der Schreibstil war lockerflockig und leicht zu lesen, sehr angenehm zu verfolgen und der damaligen Zeit angepasst. Der durchgängige Witz hat mich immer wieder schmunzeln lassen. Ganz großartig fand ich auch das Ende der Geschichte und ich freue mich schon sehr auf den Folgeband.
FAZIT: Wen das Bridgerton-Fieber ebenfalls gepackt hat und nach einer vergleichbar lockerleichten und amüsanten Lektüre sucht, macht mit „Die Ladys von Somerset“ von Julie Marsh garantiert nichts falsch. Ich habe mich köstlich amüsiert und jedes einzelne Klischee genossen.