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Veröffentlicht am 09.03.2021

anderes erwartet

Wonderlands
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„Wonderlands“ will „ein fesselnder Führer durch die imaginären Reiche der Weltliteratur“ sein – bei mir hat das leider nicht so ganz funktioniert.
Zugegeben, ich habe (noch) nicht alles gelesen, aber Wonderlands ...

„Wonderlands“ will „ein fesselnder Führer durch die imaginären Reiche der Weltliteratur“ sein – bei mir hat das leider nicht so ganz funktioniert.
Zugegeben, ich habe (noch) nicht alles gelesen, aber Wonderlands scheint auch nicht dafür geeignet zu sein, am Stück gelesen zu werden.
Immer mal zwischendurch ein paar Seiten über die eine oder andere Geschichte reichen vollkommen aus, mehr will mein Gehirn gar nicht aufnehmen.
Besonders haben mich die Informationen über die neueren Werke interessiert, Hintergrundinformationen zum Herrn der Ringe vielleicht oder Harry Potter. Wo hat der Autor / die Autorin seine / ihre Ideen her? Wodurch wurde er/sie inspiriert? Vielleicht die eine oder andere Skizze, die im Vorfeld angefertigt wurde. Da war ich dann schon ein wenig enttäuscht, wenn ich stattdessen eine Zusammenfassung und – noch schlimmer – einen Spoiler zum Ausgang der Geschichte lesen durfte.
Ich wage zu behaupten, damit hat Frau Miller nun wirklich niemandem einen Gefallen getan.
Auch mit den Illustrationen bin ich nicht immer zufrieden. Das Foto einer Statue von Peter Pan mag ganz nett sein, hat mit seiner Geschichte mMn aber nicht wirklich viel zu tun.
Aber vielleicht waren meine Erwartungen einfach andere als die, die die Autorin letztlich erfüllen wollte.
Das Cover hingegen ist ein echter „Eye Catcher“, weshalb das Buch einen besonderen Platz in meinem Bücherregal finden wird.

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 09.08.2020

nichts für mich

Willkommen im Flanagans
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Nach dem Tod ihres Vaters erbt die junge Linda das Hotel Flanagan, doch ihre missgünstigen Cousins setzen alles daran, sie als Leitung zu diskreditieren.
Zehn Jahre später hat sie das Hotel trotz aller ...

Nach dem Tod ihres Vaters erbt die junge Linda das Hotel Flanagan, doch ihre missgünstigen Cousins setzen alles daran, sie als Leitung zu diskreditieren.
Zehn Jahre später hat sie das Hotel trotz aller Widerstände zum beliebtesten am Platze gemacht – doch erneut steht alles für sie auf dem Spiel …

Willkommen im Flanagans – Das Hotel unserer Träume von Åsa Hellberg soll der Auftakt zu einer „farbenfrohen Saga“ werden, doch mir hat er leider nicht gefallen.
Ich kenne die Autorin bzw. andere Werke von ihr und diese habe ich auch gern gelesen. Von daher hatte ich mich gefreut, ihr neuestes Buch kennen lernen zu dürfen.
Doch meiner Meinung nach arbeitet sie hier ein Klischee nach dem anderen ab: Die Protagonistin Linda ist naiv, ein typisches „Mädel vom Lande“, die Cousins machthungrig und geldgierig. Frauen werden in der Geschäftswelt nicht ernst genommen und als sogar eine Vergewaltigung stattfindet, ist in den Augen des Ehemannes die Frau selbst Schuld.
Insbesondere Lindas wiederholtes „Mir ist egal, dass..“ hat mich irgendwann nur noch aggressiv werden lassen.
Und auch die Liebesszenen zwischen verschiedenen Figuren sind einfach nicht schön geschrieben. Diese habe ich dann eher quergelesen.
Nun spielt die Handlung im Jahr 1960 und so etwas wie Gleichberechtigung ist noch in weiter Ferne, doch auch Rassendiskriminierung wird thematisiert, sowie die Unmöglichkeit, dass eine Frau ein Kind allein erzieht. Das war mir alles in allem einfach zu viel.
Schade, denn der Schreibstil der Autorin ist wirklich flüssig und angenehm zu lesen.
Weiterverfolgen werde ich die Saga eher nicht.

Veröffentlicht am 06.06.2020

Die Kuisls ermitteln wieder

Die Henkerstochter und der Fluch der Pest
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Jakob Kuisl erhält Besuch von einem alten Freund: Conrad Näher ist an der Pest erkrankt und vor seinem Tod raunt er Kuisl noch rätselhafte Worte zu.
Zusammen mit seiner Tochter Magdalena und dem Schwiegersohn ...

Jakob Kuisl erhält Besuch von einem alten Freund: Conrad Näher ist an der Pest erkrankt und vor seinem Tod raunt er Kuisl noch rätselhafte Worte zu.
Zusammen mit seiner Tochter Magdalena und dem Schwiegersohn Simon reist Kuisl nach Kaufbeuren, um den Worten eines Sterbenden auf den Grund zu gehen.
Als sich dort die Todesfälle mehren, beginnt der Henker zu ermitteln.
„Die Henkerstochter und der Fluch der Pest“ ist der 8. Teil aus der Henkerstochter-Saga von Oliver Pötzsch. Das doch recht dunkle Cover passt nicht nur sehr gut zu den übrigen Bänden, es lässt sich auch als Spiegel der Zeiten der Pest verstehen.
Zur Einstimmung auf diesen Band las ich zuvor „Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf“, aber eigentlich war das kaum notwendig. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder im Schongau des ausgehenden 17. Jahrhunderts, Jakob Kuisl und seine Familie waren mir schnell wieder vertraut, ebenso wie die anderen Schongauer Bürger, die nachwievor von der Henkersfamilie nicht viel halten.
Oliver Pötzsch macht es einem mit seinem Schreibstil wirklich leicht, in die Geschichte einzutauchen. Beinahe meint man, nicht nur die Orte vor dem inneren Auge sehen zu können, auch die Gerüche, die zu der Zeit in der Luft gelegen haben, dringen mir in die Nase.
Neben den Ereignissen in Kaufbeuren nehmen auch jene in Schongau viel Raum in der Geschichte ein. Manches Mal war mir das schon etwas zu viel Familiendrama und gerade bei Georg, Kuisls Sohn, dachte ich ein ums andere Mal: „Pass auf, was du dir wünscht. Es könnte in Erfüllung gehen.“
Und wenn es Herr Pötzsch in seinem Nachwort nicht selbst erwähnt hätte, dann spätestens ich: Mit der Handlung rund um die Seuche der Pest, wirkt dieser Roman geradezu hellseherisch. Vieles, was dort beschrieben wird, konnten wir in den letzten Monaten hautnah (mit)erleben.
Das macht diesen Roman, obwohl im 17. Jahrhundert angesiedelt, hochaktuell und wir sollten nie vergessen, wie schnell uns so eine Seuche erreichen kann – und wir sind in keinster Weise gerüstet!
Ungeachtet dessen freue ich mich, wenn ich wieder einmal von Magdalena, Simon, den Buben Peter und Paul, sowie der kleinen Sophia lesen darf. Nur von Jakob Kuisl muss ich mich wohl bald verabschieden.

Veröffentlicht am 25.03.2020

Der Rosenmörder überzeugt nicht

Eisige Dornen
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Der Fußballstar Henrik Borg wird – mit einer blauen Blume auf der Brust – tot aufgefunden: Mord oder Selbstmord?
Innerhalb kürzester Zeit kommt es zu weiteren Todesfällen und immer ist eine blaue Rose ...

Der Fußballstar Henrik Borg wird – mit einer blauen Blume auf der Brust – tot aufgefunden: Mord oder Selbstmord?
Innerhalb kürzester Zeit kommt es zu weiteren Todesfällen und immer ist eine blaue Rose mit im Spiel, sodass die Polizei einen Serienmörder zu suchen beginnt. Doch was verbindet die Opfer miteinander?
„eisige Dornen“ ist der vierte Teil der Natalie-Svensson-Reihe von Jonas Moström, aber leider der erste, den ich gelesen habe. Möglicherweise liegt es am Stil des Autors, aber ich empfand 2/3 des Kriminalromans als ziemlich schleppend. Es werden zwar viele handelnde Personen eingeführt und auch der Schauplatz wechselt ständig, aber ich hatte nicht den Eindruck, als würde die eigentliche Handlung zielstrebig vorangetrieben. Stattdessen verlieren sich die Ermittler im Klein-Klein ihrer Besprechungen. Auch wird viel „Snus“ - also Kautabak – konsumiert, was ich persönlich einfach nur eklig finde. Das machte die jeweilige Person nicht gerade sympathischer. Immer wieder ertappte ich mich zudem bei dem Gefühl, dass mir wesentliche Vorkenntnisse zu den einzelnen Personen rund um Natalie Svensson fehlten, sodass ich die Geschehnissen nicht immer richtig einzuordnen verstand. Mich interessiert eben auch das gesamte Umfeld um den „Fall“, weshalb ich Serien normalerweise auch lieber der Reihe nach lese.
Spannend wurde es für mich erst, als die Ermittler langsam die einzelnen Bruchstücke zusammensetzen können – wobei sie vom Täter quasi unterstützt werden – und sich ein Name herauskristallisiert.
Alles in allem ein sicher solider Krimi, wenn man die Reihe von Anfang an verfolgt hat. Als Einstieg eignet er sich meiner Meinung nach nicht.

Veröffentlicht am 16.03.2020

Die Spannung bleibt auf der Strecke

Abgefackelt
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Eigentlich sollte es eine Auszeit für Paul Herzfeld in Itzehoe werden, doch der rätselhafte Tod seines Vorgängers in der Pathologie lässt ihm keine Ruhe und so gerät er ein weiteres Mal in Lebensgefahr.

„Abgefackelt“ ...

Eigentlich sollte es eine Auszeit für Paul Herzfeld in Itzehoe werden, doch der rätselhafte Tod seines Vorgängers in der Pathologie lässt ihm keine Ruhe und so gerät er ein weiteres Mal in Lebensgefahr.

„Abgefackelt“ ist der zweite Teil der wohl auf drei Teile angelegten Reihe um den Rechtsmediziner Paul Herzfeld. Nachdem ich bereits im letzten Jahr den gemeinsam mit Sebastian Fitzek geschriebenen Thriller „abgeschnitten“ mit Begeisterung gelesen habe, war ich auf seine Vorgeschichte sehr gespannt.
Gleich vorweg: Mir gefiel „abgeschnitten“ deutlich besser. Besonders „abgeschlagen“ empfand ich in der ersten Hälfte als langatmig. Zu sehr hält sich der Autor an einzelnen Szenen fest, beschreibt sie beinahe ausufernd, ohne dass sie am Ende in ihrer Detailgenauigkeit für die Geschichte relevant waren. Besonders die Momente in der Rechtsmedizin bzw. bei den Obduktionen hatten einen gewissen Ekelfaktor. Das war mir schlicht zu viel Information. Leider gab es solche Augenblicke auch in „abgefackelt“ und auch der vorliegende zweite Teil wurde erst zur Mitte hin spannend.
Ergab es für mich im Nachhinein noch Sinn, dass Herzfelds Expertise bzw. seine Meinung im ersten Teil nicht gewünscht wurde, so erschließt sich mir die unverhohlene Abneigung des ermittelnden Beamten in „abgefackelt“ lange Zeit gar nicht. Und dass er sich auf Herzfeld als Täter einschießt, ist leider recht plump und da wundere ich mich immer wieder, wie so jemand eine leitende Position inne haben kann.
Der Skandal hingegen, dem Herzfeld auf die Spur kommt, ist ziemlich aktuell und ich denke, das letzte Wort zum Thema Strahlenbelastung ist noch lange nicht gesprochen.

Auch wenn ich nicht komplett überzeugt bin, werde ich den dritten und wohl abschließenden Teil um die Vorgeschichte von Paul Herzfeld sicher ebenfalls lesen.