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Veröffentlicht am 02.12.2020

Sophia geht weiter ihren Weg

Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph (Sophia 3)
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Und auch hier gilt wie bei anderen Trilogien, für das richtige Lesevergnügen mit Band 1 und Band 2 beginnen!

Im dritten und letzten Band der Trilogie sind wir im Juli 1934 angekommen. Sophia hat mittlerweile ...

Und auch hier gilt wie bei anderen Trilogien, für das richtige Lesevergnügen mit Band 1 und Band 2 beginnen!

Im dritten und letzten Band der Trilogie sind wir im Juli 1934 angekommen. Sophia hat mittlerweile Darren geheiratet und zieht in Erwägung, wieder zu studieren. Ihre Freundin Henny befindet sich im Krankenhaus, zwar auf dem Weg der Besserung, aber ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik scheint unausweichlich – und Sophia muß sie begleiten. Und dann kommt ein folgenschweres Gespräch mit Rubinstein und eine Entscheidung, die die nächste Zeit von Sophia prägen wird. Sie studiert wegen ihrer großen Leidenschaft wieder Chemie und unter Druck von Rubinstein auch noch Wirtschaftswissenschaften, nebenbei arbeitet sie auch noch in der Firma von Rubinstein. Dort hat sie auch eigene kreative Ideen, die zu ihrem Bedauern nicht immer konsequent verfolgt werden. Der Krieg zwischen Rubinstein und Arden geht unvermindert weiter und es wird mit harten Bandagen gekämpft. Die Amerikaner erhalten beunruhigende Nachrichten von den politischen Unruhen in Deutschland und der Krieg bricht aus. Die anfängliche Euphorie in Sophias Ehe hält natürlich nicht ewig, vor allem nachdem sie von ärztlicher Seite eine negative Meldung bekommen hat - und nach einem heftigen Streit meldet sich Darren freiwillig für den Krieg. Aber nicht alles ist negativ, Sophia lernt Estée Lauder kennen und erkennt Möglichkeiten für ihr weiteres Leben.

Das Ende der Geschichte und der Trilogie verrate ich auch nicht in Andeutungen, hier hilft nur eines - selbst lesen!


Die Autorin hat auch in diesem dritten Band nicht nachgelassen. Ihr Schreibstil läßt sich flüssig lesen, ist spannend, aber auch berührend, man kann mitfiebern und auch mitleiden. Die sympathische Sophia ist nach wie vor eine starke Frau, zielstrebig, die mit Schwierigkeiten umzugehen weiß und diese auch bewältigt. Alle Figuren des Buches kennt man mittlerweile sehr gut und die Autorin versteht es, ihre Leser mitzunehmen, in die Geschichte eintauchen zu lassen. Es war definitiv wieder ein Buch, das ich förmlich aufgesogen habe und erst nach der letzten Seite aus der Hand gelegt habe. Es ist zwar schade, daß damit die Trilogie beendet ist, aber ich bin mir sicher, daß Corinna Bomann wieder etwas Tolles für ihre treuen Leser in petto hat.


Ich hatte wieder schöne Lesestunden, konnte in dieser besonderen Corona-Zeit abtauchen in die Geschichte um Sophias Leben und für mich war es ein perfektes Lesevergnügen. Sehr gerne empfehle ich diese Trilogie weiter!

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Veröffentlicht am 21.11.2020

Auftakt einer neuen Familiensaga

Das Unrecht der Väter
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Schauplatz ist das Gut Falkenbach bei Bernried am Starnberger See
1936 wird das 15jährige Firmenjubiläum der Pfannen- und Porzellanfabrik gefeiert, Nach dem Krieg haben die Freunde Leopold, Gustav und ...

Schauplatz ist das Gut Falkenbach bei Bernried am Starnberger See
1936 wird das 15jährige Firmenjubiläum der Pfannen- und Porzellanfabrik gefeiert, Nach dem Krieg haben die Freunde Leopold, Gustav und Ferdinand diese zusammen aufgebaut. Mittlerweile steht auch schon die Nachfolgegeneration in den Startlöchern. Die Feierlichkeiten werden durch den Besuch einer jungen Dame unterbrochen, denn Erna Behrend möchte Details zum Ableben ihres Vaters während des Krieges erfahren. Hier scheint es ein weitreichendes, düsteres Geheimnis zu geben. Wie bei allen ihren Bücher beendet die Autorin das Buch mit einem Cliffhanger.



Die Autorin hat auch diesen ersten Band einer neuen Reihe routiniert, flüssig und unterhaltsam geschrieben. Sie beschreibt die Familienkonstellation und charakterisiert die einzelnen Personen. Jedes Kapitel wird quasi mit einem Leitsatz einer Figur überschrieben, der dann das Kapitel gewidmet ist. Die politischen Einflüsse und der bevorstehende Krieg sind schon gut spürbar.

Dieser Startband ist vom Schreibstil her vergleichbar mit der Hansen-Saga, die bisher 6 Bände umfaßt. Der 7. Band erscheint im Februar 2021 und der 2. Band der Falkenbach-Saga im März 2021. Diese rasche Folge von neuen Büchern könnte einem doch zu denken geben.

Auch die Falkenbach-Saga ist eine Familiengeschichte, die einfach zu lesen ist, keine besonderen Raffinessen enthält, aber gerade deshalb in dieser besonderen Zeit zum Abschalten geeignet ist.

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Veröffentlicht am 18.11.2020

Spannende Fortsetzung

Fräulein Gold: Scheunenkinder
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Schauplatz Berlin 1923

Die Hebamme Hulda Gold wird ins Scheunenviertel zu einer Geburt in einen jüdischen Haushalt gerufen. Eigentlich ist dies nicht ihr Gebiet, aber ihr Vater, der Künstler Benjamin ...


Schauplatz Berlin 1923

Die Hebamme Hulda Gold wird ins Scheunenviertel zu einer Geburt in einen jüdischen Haushalt gerufen. Eigentlich ist dies nicht ihr Gebiet, aber ihr Vater, der Künstler Benjamin Gold, hat sie als Halbjüdin vermittelt. Im Haushalt der Rothmanns herrscht eine eigenartige Stimmung, denn die gebärende Schwiegertochter scheint nicht nach dem Wunsch von Ruth Rothmann zu sein. Als dann kurze Zeit später der Säugling spurlos verschwindet schrillen bei Hulda die Alarmglocken.

Zeitgleich hat es ihr Freund, der Kriminalbeamte Karl North, mit verschiedenen Kinderleichen zu tun. Mit der Zeit und einigen Gesprächen erkennen sie einen möglichen Zusammenhang.

Diese Geschehnisse spielen sich im Berlin der Goldenen 20er Jahre ab, es herrscht eine starke Inflation, so daß das Geld überspitzt ausgedrückt schubkarrenweise transportiert wird und die jüdischen Bürger werden bereits tätlich angegriffen – es herrscht also durchgängig eine aufgeladene Stimmung.


Ich habe bereits den ersten Band begeistert gelesen und auch Band 2 hat mich wieder voll überzeugt. Die Autorin schafft es, die Geschichte so bildhaft zu erzählen, daß man sich als Leser mittendrin fühlt und vor allem auch die Stimmung, die Ängste und Gefühle der Figuren sehr gut miterlebt und nachfühlen kann. Es gab auch immer wieder Begegnungen mit Huldas Ex Felix Winter, seine Gefühle und Bewunderung für sie sind auf jeden Fall noch vorhanden. In der Apothekerin scheint Hulda nun eine echte Freundin gefunden zu haben. Hulda selbst ist eine toughe junge Frau, die ihren Weg geht und auch weiter gehen wird. Das Ende des Buches und die Leseprobe zu Band 3, der im Mai 2021 erscheinen wird haben mich bereits jetzt neugierig gemacht.

Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung für dieses Buch!

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Veröffentlicht am 11.11.2020

"Was zählt das Leben deiner Lieben"

Die Hornisse (Tom-Babylon-Serie 3)
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Der Rockstar Brad Galloway bekam nach einem großen Auftritt auf der Berliner Waldbühne von einer jungen Frau einen Umschlag überreicht, der Inhalt überraschte ihn. Später in einem Zimmer des Polizei-Gästehauses ...

Der Rockstar Brad Galloway bekam nach einem großen Auftritt auf der Berliner Waldbühne von einer jungen Frau einen Umschlag überreicht, der Inhalt überraschte ihn. Später in einem Zimmer des Polizei-Gästehauses wurde er tot aufgefunden – gefesselt, teils verstümmelt und mit obigem Spruch auf der Brust.

Der LKA-Ermittler Tom Babylon wird gerufen und hat es in diesem Band mit einem ganz speziellen, vor allem sehr persönlichen Fall zu tun. An seiner Seite wie immer die schöne, kubanische Psychologin Sita Johanns. Die beiden haben ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis, da jeder um die Geheimnisse des anderen weiß und diese respektiert.

Parallel dazu erfährt der Leser in einem zweiten Strang Ereignisse aus dem Jahr 1989 vor dem Mauerfall. Eine jungen Mutter plante mit ihren zwei Kindern und ihrem vermeintlichen Liebhaber die Flucht in den Westen.

Die Ermittlungen gestalten sich äußerst schwierig, der Täter zieht Tom und seine Familie verdammt eng in die Geschichte mit hinein und es wird zu einem echten Albtraum. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, um nichts vorwegzunehmen – nur soviel, das Finale ist geballte Action und das Ende, ja das läßt auf einen weiteren Band hoffen.


Ich habe bereits die ersten beiden Bände gelesen und war neugierig, was dem Autor zu Tom Babylon einfallen könnte. Tatsächlich ist dieser Band für mich der spannendste, ein echter Pageturner und ich konnte ihn nicht aus der Hand legen bis alles geklärt war. Der Autor schreibt so fesselnd und bildhaft, ich hatte tatsächlich Kopfkino vor mir. Die Figuren sind alle gut ausgearbeitet und man fühlt sich mittendrin im Geschehen. Das Finale schien mir zwar etwas überzogen, könnte aber durchaus gut in einem Film verarbeitet werden. Die Passagen der früheren DDR waren für mich sehr realistisch beschrieben und genauso könnte es gewesen sein. Auch das Gespann Tom-Sita und ihr absolutes Vertrauensverhältnis gefiel mir wieder sehr gut. Die fortwährende Suche nach Toms verschwundener Schwester Viola und seine Zwiegespräche mit ihr wurden auch in diesem Band fortgeführt.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung für diesen Band und ich bin gespannt was der Autor noch plant, ich bin dabei!

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Veröffentlicht am 10.11.2020

Wer war Peter?

Die Schweigende
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Vater Jens Remy stirbt und seine letzte Bitte an Tochter Imke ist, daß sie Peter finden soll. Doch wer ist bzw. war Peter? Sie hat den Namen noch nie gehört. Auf eine Nachfrage reagiert ihre Mutter schroff ...

Vater Jens Remy stirbt und seine letzte Bitte an Tochter Imke ist, daß sie Peter finden soll. Doch wer ist bzw. war Peter? Sie hat den Namen noch nie gehört. Auf eine Nachfrage reagiert ihre Mutter schroff und abweisend, sie hilft ihr nicht bei der Beantwortung der Frage. Ebenso wenig ihre Schwestern Geli und Anne, die mit dem Namen nichts anfangen können. Da Imke ihren Vater geliebt hat und seinen letzten Wunsch erfüllen möchte, verbeißt sie sich mit all ihrer Kraft in diese schier unlösbare Aufgabe. An ihrer Seite hat sie ihren verständnisvollen Ehemann Moritz.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, einmal in der Gegenwart und einmal in Rückblicken ins Jahr 1956, Deutschland war im Aufbau und wahrlich keine heile Welt. Im Fokus steht Mutter Karin, die sich gerade im Teenageralter befindet.

Die Frage ist auch, weshalb will die Mutter nichts von dem Thema Peter wissen und weshalb blockt sie alle Nachforschungen ab?


Ich kenne alle Bücher von Ellen Sandberg, die ich begeistert gelesen habe, ebenso wie ihre Krimis als Inge Löhnig. Ihr Schreibstil ist immer spannend, läßt sich flüssig lesen und gerade die Sandberg-Bücher packen besondere Themen an. Mit mit diesem Buch hat sie keinen Wohlfühlroman geschrieben, er geht unter die Haut, deprimiert, berührt, bewegt, macht wütend, wühlt auf und läßt den Leser oft mit einem Kloß im Hals zurück. Die Atmosphäre des Jahres 1956 und das Verhalten der jungen Menschen sowie ihre Probleme, hat die Autorin perfekt eingefangen. Alle Figuren sind sehr detailliert und facettenreich ausgearbeitet. Die drei Schwestern haben sehr unterschiedliche Lebenswege beschritten, aber alle vermissen den Vater, der das verbindende Glied in der Familie war. Die Mutter versinkt verständlicherweise anfangs in ihrer Trauer, es dauert bis sie wieder aktiv am Leben teilnimmt und in die bestehenden Querelen eingreift. Diese familieninternen Konflikte werden aufgezeigt und am Ende auch wie weit die Erziehung das Verhalten im späteren Leben beeinflussen kann. Für mich war das Leben der Frauen in der Familie vor allem durch fehlende Empathie geprägt, das alles wurde früher vom Vater aufgefangen. Am Ende kommt die Auflösung und eine Erklärung, weshalb Karin so wurde wie sie ist und das Geheimnis um Peter wird gelüftet.

In ihrem Nachwort erklärt die Autorin wie sie auf die Idee zum Buch kam. Ich kann dies sehr gut nachvollziehen, weil ich auch dieses von ihr erwähnte, bewegende Buch gelesen habe.

Von mir gibt es für das Buch auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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