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Veröffentlicht am 09.03.2026

Grandios-komplexes Worldbuilding

Flut aus schwarzem Stahl
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Mit "Flut aus schwarzem Stahl" eröffnet der mir zuvor unbekannte Autor Anthony Ryan eine neue epische Fantasyserie. Der Einstieg führt zunächst vergleichsweise ruhig in das Geschehen hinein, doch schon ...

Mit "Flut aus schwarzem Stahl" eröffnet der mir zuvor unbekannte Autor Anthony Ryan eine neue epische Fantasyserie. Der Einstieg führt zunächst vergleichsweise ruhig in das Geschehen hinein, doch schon bald wird deutlich, dass sich hinter den ersten Ereignissen eine größere Bedrohung zusammenbraut. Nach und nach entfaltet sich eine Geschichte, in der Macht, Loyalität und alte Konflikte eine zentrale Rolle spielen.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und zugleich detailreich genug, um eine dichte Atmosphäre entstehen zu lassen. Ryan beschreibt seine Welt mit vielen kleinen Nuancen, ohne sich dabei in endlosen Ausschmückungen zu verlieren. Gerade die Schauplätze und politischen Strukturen wirken durchdacht und verleihen der Handlung eine solide Basis. Man merkt schnell, dass hier eine größere Geschichte angelegt ist, die sich vermutlich über mehrere Bände entwickeln wird.

Besonders interessant fand ich die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen erzählt wird. Dadurch erhält man Einblicke in verschiedene Regionen und Machtverhältnisse der Welt. Gleichzeitig braucht es dadurch ein wenig Geduld, bis sich alle Handlungsstränge wirklich miteinander verbinden. Wer gerne sofort eine klare Hauptlinie verfolgt, könnte den Beginn deshalb als zu gemächlich empfinden. Für mich hat sich diese Struktur jedoch gelohnt, weil sie der Geschichte Tiefgang gibt.

Die Figuren wirken überwiegend vielschichtig und bewegen sich oft in moralischen Grauzonen. Klare Gut-und-Böse-Schablonen gibt es hier kaum, was ich gerade bei diesem Genre immer sehr begrüße. Gerade diese Ambivalenz sorgt dafür, dass Entscheidungen und Konflikte glaubwürdig erscheinen und Spannung erzeugen.

Auch das Worldbuilding gehört für mich zu den Stärken des Buches. Die Welt fühlt sich groß und lebendig an, mit eigenen Kulturen, politischen Interessen und historischen Hintergründen. Vieles wird nur angedeutet, was neugierig auf die weiteren Entwicklungen macht. Gleichzeitig verlangt das Buch dadurch ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit, da viele Namen und Zusammenhänge eingeführt werden.

Insgesamt ist Flut aus schwarzem Stahl ein vielversprechender Auftakt für eine neue Fantasyreihe. Wer umfangreiche Welten, mehrere Perspektiven und eine eher düstere Grundstimmung schätzt, dürfte hier sehr gut aufgehoben sein.
4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Gute Ansätze, die Umsetzung ist aber ausbaufähig

Memories So Golden Like Us (Blue Eternity 2)
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Nachdem das Leben des ehemaligen It-Girls Blair nach einem verheerendem Ereignis Kopf steht, ist für sie nichts mehr so, wie es einmal war. Einst war sie eine begnadete und berühmte Künstlerin - nun versucht ...

Nachdem das Leben des ehemaligen It-Girls Blair nach einem verheerendem Ereignis Kopf steht, ist für sie nichts mehr so, wie es einmal war. Einst war sie eine begnadete und berühmte Künstlerin - nun versucht sie, ihren Schmerz in Partys und One-Night-Stands zu ertränken. Nachdem Blairs Eltern endgültig genug von den skandalösen Schlagzeilen um ihre Tochter haben, wird Blair an die raue, britische Küste verbannt. Doch sie ist nicht allein: Auch Connor befindet sich in St Ives. Connor, der beste Freund ihres Bruders. Und Connor, der Blairs Herz einst in tausend Teile zerschmetterte...

"Memories So Golden Like Us" ist der zweite Band der "Blue Eternity"-Reihe von Gabriella Santos de Lima. Ich kannte den ersten Band zuvor noch nicht, hatte nichtsdestotrotz aber keinesfalls das Gefühl, etwas Essentielles verpasst zu haben. Wichtige Eckpunkte und Personen aus dem Vorgängerband werden immer wieder eingestreut, sodass ich sagen würde, dass sich dieses Buch durchaus auch ohne jegliche Vorkenntnisse lesen lässt. Mit Kenntnis des ersten Bandes dürften sich Leser allerdings freuen, bekannte Gesichter wiederzusehen und einen Abschluss mit den in Band eins besprochenen Charakteren finden zu können.

Der Einstieg in diesen Roman fiel mir zunächst leicht. Blairs Gefühle werden durch den zarten Schreibstil authentisch transportiert, die Handlung um eine gebrochene Künstlerin weckte hohe Erwartungen an eine mitreißende, emotionale Storyline und kurze Ausschnitte der beschriebenen Schlagzeilen und damit verbundenen Hasskommentare an Blair ermöglichen es, sich bestens mit ihrer Situation identifizieren und sich in ihren Schmerz hineinversetzen zu können.

Leider hat mich die Umsetzung im weiteren Verlauf der Geschichte etwas enttäuscht. Der zunächst angenehm sanfte Schreibstil der Autorin wies schon bald zahlreiche Wiederholungen auf. Immer wieder hatte ich das Gefühl, während des Lesens kaum von der Stelle zu kommen und immer und immer wieder die selbe Situation zu erleben. Zudem verfügt "Memories So Golden Like Us" über einige Szenen, in welchen an Spice-Potential nicht gespart wird. Das ist für mich an sich überhaupt kein Problem. Oftmals können diese zu mehr Authentizität oder intensiveren Beziehungen führen. Die Szenen hier haben für mich häufig fehlplatziert und wie ein harter Schnitt zu den Momenten, in denen sich Emotionen und Gefühle Stück für Stück anbahnten, gewirkt. Ich konnte beides leider nicht richtig in Einklang miteinander bringen.

Insgesamt würde ich sagen, dass das Buch und die Storyline über reichlich Potential verfügen, die Umsetzung letztendlich aber ausbaufähig bleibt. Für mich persönlich war die Geschichte um Blair und Connor leider nichts.
2,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Toll für junge Einsteiger in das Genre geeignet!

Erde 13
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Mit "Erde 13 " legt Andreas Langer erneut einen Science-Fiction-Roman für eine junge Zielgruppe vor, der ohne lange Vorrede auskommt. Besonders positiv aufgefallen ist mir, dass die Geschichte direkt ins ...

Mit "Erde 13 " legt Andreas Langer erneut einen Science-Fiction-Roman für eine junge Zielgruppe vor, der ohne lange Vorrede auskommt. Besonders positiv aufgefallen ist mir, dass die Geschichte direkt ins Geschehen startet. Es gibt keine ausufernde Einführung oder unnötige Ausschweifungen. Stattdessen befindet man sich sofort mitten im Geschehen. Dieser unmittelbare Einstieg hat mich schnell gepackt und neugierig gemacht.

Bereits mit "They Are Everywhere" konnte mich der Autor im Sci-Fi-Bereich überzeugen, weshalb ich entsprechend hohe Erwartungen hatte. Und auch diesmal zeigt sich, dass er ein gutes Gespür für Spannung und bedrohliche Szenarien besitzt. Die Handlung entwickelt sich dynamisch, immer wieder tauchen neue Fragen auf, während sich das größere Bild nur Stück für Stück zusammensetzt.

Was die Zielgruppe betrifft, richtet sich "Erde 13" diesmal meiner Meinung nach klar an Leserinnen und Leser, die Science-Fiction nicht nur wegen spektakulärer Action lesen, sondern auch wegen der zugrunde liegenden Ideen. Wer Freude daran hat, sich gedanklich mit möglichen Zukunftsszenarien auseinanderzusetzen und sich fragt, wie realistisch bestimmte Entwicklungen eigentlich sind, dürfte hier auf seine Kosten kommen. Ohne überzogen zu wirken, werden hier spannende Situationen erzeugt, die immer wieder zum Rätseln und Mitfiebern anregen. Gerade für junge Einsteiger ins Sci-Fi-Genre dürfte sich dieses Buch daher super eignen.

Insgesamt ist "Erde 13" eine temporeiche, durchdachte Science-Fiction-Geschichte, die vor allem durch ihren direkten Einstieg und die konsequent aufgebaute Spannung überzeugt. Wer bereits Gefallen an "They Are Everywhere" vom selben Autor gefunden hat oder generell packende Zukunftsszenarien mag, sollte hier definitiv einen Blick riskieren.
4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Nicht perfekt im Tempo, dafür umso stärker im Worldbuilding!

Tale of Sun and Night (Tale of Sun and Night 1)
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"Tale of Sun and Night" entführt in eine Welt, in der Träume nicht nur Bilder im Kopf sind, sondern eine greifbare Macht und Präsenz besitzen. Im Mittelpunkt steht Lio, eine junge Frau, die unter schwierigen ...

"Tale of Sun and Night" entführt in eine Welt, in der Träume nicht nur Bilder im Kopf sind, sondern eine greifbare Macht und Präsenz besitzen. Im Mittelpunkt steht Lio, eine junge Frau, die unter schwierigen Umständen lebt und plötzlich in ein Geflecht aus Magie, Intrigen und verborgenen Wahrheiten gerät. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Die Geschichte lebt stark vom langsamen Entdecken dessen, was hinter allem steckt.

Der Einstieg fiel mir angenehm leicht. Man wird nicht mit Informationen überhäuft, sondern lernt die Welt Stück für Stück kennen. Gerade das Magiesystem rund um Träume und ihre Auswirkungen fand ich spannend angelegt und wunderbar ausgearbeitet. Es wirkt durchdacht und bietet viele Möglichkeiten für Konflikte, welche sowohl auf persönlicher, als auch auf gesellschaftlicher Ebene stattfinden. Die Welt wirkt in sich stimmig, mit klaren Regeln und spürbaren Machtstrukturen. Man merkt, dass hier mehr im Hintergrund existiert, als direkt auf den Seiten erklärt wird. Gleichzeitig bleibt genug Raum für weitere Enthüllungen in den Folgebänden.

Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, ohne sich jedoch in endlosen Beschreibungen zu verlieren. Besonders gelungen fand ich die atmosphärischen Szenen, in denen Träume und Realität miteinander verschwimmen. Hier entsteht eine fast schon greifbare Spannung. An anderen Stellen hätte ich mir jedoch etwas mehr Straffung gewünscht, da sich einzelne Passagen in ihrer Stimmung ähneln und das Tempo dadurch leicht gebremst wird.

Die Figuren sind interessant angelegt, vor allem die Protagonistin, die trotz widriger Umstände eine innere Stärke entwickelt, welche sich erst nach und nach zeigt. Ihre Entwicklung verläuft nicht sprunghaft, sondern nachvollziehbar und durch ihre Sanftheit durchaus authentisch. Auch die zwischenmenschliche Dynamik nimmt sich Zeit. Die Beziehungselemente stehen nicht permanent im Vordergrund, sondern fügen sich organisch in die Handlung ein, was ich als sehr passend und durchweg rund empfunden habe.

Insgesamt ist Tale of Sun and Night ein gelungener und atmosphärischer Reihenauftakt, der vor allem durch seine Grundidee und die dichte Stimmung überzeugt. Wer gern in neue Fantasywelten eintaucht, Geduld für langsam wachsende Entwicklungen mitbringt und Wert auf ein durchdachtes Magiekonzept legt, dürfte hier gut aufgehoben sein. Nach dem Cliffhanger am Schluss freue ich mich nun sehr auf die Fortsetzung!
4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Hat mich trotz leichter Schwächen gut unterhalten!

Cheer for Love
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Nachdem die Cheerleaderin Ella eiskalt von ihrem Ex-Freund abserviert wird, ist alles, was sie sich wünscht, ein gelungenes Auslandsjahr in Nashville verbringen zu können. Sie möchte alles geben, um die ...

Nachdem die Cheerleaderin Ella eiskalt von ihrem Ex-Freund abserviert wird, ist alles, was sie sich wünscht, ein gelungenes Auslandsjahr in Nashville verbringen zu können. Sie möchte alles geben, um die Cheer Squad ihrer neuen Universität zu bereichern - und eine einmalige Chance ergreifen zu können. Doch gleich am ersten Abend trifft Ella auf den Quarterback Hudson. Was zunächst als lockere Bekanntschaft zwischen den beiden beginnt, entwickelt sich schon bald zu deutlich mehr, bis es den beiden immer schwerer fällt, das Knistern zwischen ihnen zu ignorieren...

Ich habe bisher kaum etwas aus dem Genre "Sports Romance" gelesen. Als ich "Cheer for Love" zum ersten Mal entdeckt habe, war ich so sehr gespannt darauf, was mich hier erwartet. Das tolle Cover und der interessante Klappentext haben letztendlich nicht zu viel versprochen. Denn der Genrebegriff ist hier Programm: Die Handlung legt ihren Fokus auf das Cheerleading und teilweise auch auf den Footballsport, ermöglicht immer wieder spannende Einblicke ins Training und in Wettkämpfe oder Spiele. Ich hatte zuvor keinerlei Kenntnisse über diese beiden Sportarten, konnte mir im Laufe dieses Buches aber ein umfassendes Gesamtbild davon machen. Hin und wieder habe ich mir ein Glossar gewünscht, um bei schwierigen, neuen Begriffen einen besseren Überblick behalten zu können. Das ist aber wohl Meckern auf hohem Niveau.

Abseits des sportlichen Aspekts hat diese Geschichte neben einer soliden Romance vor allem tolle Charaktere zu bieten. Zahlreiche (überwiegend) herzliche Teammitglieder sorgen für eine wohlige Atmosphäre. Und auch die Protagonisten Ella und Hudson sind beide gelungene, interessante Figuren. Gerade Hudson ist keineswegs der klassische, klischeebehaftete "Bad Boy". Er überzeugt durch seine Eigenheiten und ist ein wirklich liebenswerter und greifbarer, zugleich aber starker Bookboyfriend. Das Zusammenspiel zwischen ihm und Ella empfand ich trotz einigem Hin und Her im Ganzen als sehr rund. Die Autorin Ki Stephens lässt den Leser die Chemie zwischen den beiden spüren, und auch wenn ein großes Feuerwerk der Gefühle ausbleibt, so ist der Romance- und Spiceanteil doch durchaus schön zu lesen.

Sehr gut gefallen hat mir, dass das Buch auch vor tiefgehenderen Themen nicht zurückschreckt. Neben einer Zwangsstörung werden beispielsweise auch schwierige familiäre Beziehungen thematisiert, was der Geschichte von Ella und Hudson ein Alleinstellungsmerkmal und noch mehr Authentizität verleiht. Leider werden diese Thematiken oftmals nur oberflächlich abgehandelt, obwohl diese zuvor doch so rund in die Geschichte integriert wurden.

Insgesamt hat mich "Cheer for Love" trotz kleinerer Schwächen gut unterhalten. Wer Lust auf Sports Romance mit Fokus auf dem Sportaspekt hat, sollte sich diesen Einzelband näher ansehen. Ich werde nun sicherlich mehr aus diesem (Teil-)Genre lesen!
4/5 Sterne

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