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Veröffentlicht am 25.11.2023

Zukunftsszenario nach dem Klimakollaps

In einem Land nach unserer Zeit 1: Die Erwachte
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Regina wird von einer herumstreunenden Katze aus ihrem tiefen und langen Schlaf in einer Kälteschlafkapsel geweckt. Zunächst sehr desorientiert und ohne jegliche Erinnerung erkundet sie die Station in ...

Regina wird von einer herumstreunenden Katze aus ihrem tiefen und langen Schlaf in einer Kälteschlafkapsel geweckt. Zunächst sehr desorientiert und ohne jegliche Erinnerung erkundet sie die Station in der sie sich befindet. Die hochtechnisierte Einrichtung und die Mnems der ehemaligen anderen Bewohner der Station helfen ihr sich langsam zurecht zu finden. 500 Jahre nach dem menschgemachten völligen Klimakollaps sträubt sich Regina zunächst ihre Erinnerungen wieder vollständig herzustellen. Doch sie benötigt ihre alten Fähigkeiten , um ihre Aufgabe zu erfüllen.

Die Handlung des Romans startet zunächst eher langsam. Der Leser muss sich zunächst zusammen mit Regina orientieren. Stückweise setzt sich Reginas Vergangenheit und die der ganzen Welt zusammen. Alice, die Katze hilft ihr dabei zunächst die lebensnotwendigen Schritte zu bewältigen ehe sie sich der Vergangenheit und der daraus resultierenden Aufgaben für die Zukunft stellen kann . Der Beschreibung und Einbindung der hochtechnisierten Möglichkeiten in der Station in die Handlung ist sehr ausgereift. Auch die Wandlung der Persönlichkeit von Regina zu Ragin erscheint sehr authentisch. Reginas doch eher naiv erscheinendes Vertrauen in Tamas als Bewohner der neuen Welt kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Roger traue ich nach Naledis Kommentar über ihn nicht über den Weg .

Die Beschreibung des Klimakollaps verweist nur allzu deutlich auf unsere heutigen Befürchtungen , die den Klimawandel betreffen. Die Reichen , die ohne Gewissen die Erde und ihre Bodenschätze ausbeuten, um sich weiter zu bereichern und die Klimaktivisten denen fast nichts übrig bleibt als sich zu Ökoterroristen zu entwickeln, das kommt dem Leser nur allzu bekannt vor. Ich bin gespannt wie Regina als Ragin weiter agieren wird und bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil dieser Reihe.

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Veröffentlicht am 21.11.2023

Trauer ist Liebe

Dieses schöne Leben
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Clover begleitet beruflich sterbende Menschen auf ihrem letzen Weg. Ihre eigentümliche Sicht auf sich selber und die Welt hat sie zum einsamen Außenseiter werden lassen. Ihre Eltern sind sehr früh verstorben ...

Clover begleitet beruflich sterbende Menschen auf ihrem letzen Weg. Ihre eigentümliche Sicht auf sich selber und die Welt hat sie zum einsamen Außenseiter werden lassen. Ihre Eltern sind sehr früh verstorben Zu ihrem Großvater bei dem sie aufgewachsen ist, hatte sie ein sehr intensives Verhältnis , das fast alle anderen Menschen ausschloß. Mit Sylvie als neue Nachbarin tritt ein lebensfroher Mensch in Clovers Leben und die sterbenskranke Claudia gibt Clover einen wichtigen Ratschlag mit auf den Weg.

Der Schreibstil ist flüssig und Clovers Charakterdarstellung ist gut gelungen. Trotz ihrer Eigenarten ist sie ein positiver Charakter , dem der Leser mehr Offenheit anderen Menschen gegenüber wünscht. Clover ist ein Kopfmensch , der keine Erfahrungen hat Gefühle zuzulassen und sie bei anderen zu verstehen. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Der Leser erfährt stückchenweise mehr von Clovers Vergangenheit. Es gibt immer wieder Passagen , die sehr tiefgründig sind . Vor allem wenn die Themen Tod, Trauer, Sterben, Lebenssinn und Vergangenheitsbewältigung zur Sprache kommen, wird es allgemeingültig und richtungsweisend für den Leser.

Das Ende rundet die Geschichte um Clover sehr gut ab. Ihre Charakterentwicklung wird so glaubhaft dargestellt, das ich an keiner Stelle den Eindruck hatte , das sie nicht authentisch ist. Die Entrümpelung ihrer Wohnung ist das sichtbare Zeichen dafür ihre Vergangenheit und ihren Großvater loszulassen. In dieser Geschichte steckt so viel Weisheit . Trauer wird als Ausdruck der Liebe bezeichnet, die eben bei jedem Menschen unterschiedlich lange braucht, um das eigene Leben wieder bewußt und gestärkt weitergehen zu können. Das hat mich so angesprochen. Und das ist nur eine der sehr intensiven Stellen. Der Epilog bestärkt einige wichtige Aussagen am Ende noch einmal. Alles wird gekrönt mit einer unerfüllten Liebesgeschichte, die am Ende zu einer wichtigen Erkentniss führt und Clover den richtigen Weg weist.

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Veröffentlicht am 28.10.2023

Gute Idee mit einigen Längen und unerwarteten Wendungen

Solartopia – Am Anfang der Welt
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Die 16-jährige Nova lebt mit ihrem Freund Finn alleine auf dem Hochhaus Turris. Ein selbstgepflanzter Dachgarten hält sie inmitten einer vergifteten Umwelt am Leben. Als giftiger Nebel beginnt ihre Pflanzen ...

Die 16-jährige Nova lebt mit ihrem Freund Finn alleine auf dem Hochhaus Turris. Ein selbstgepflanzter Dachgarten hält sie inmitten einer vergifteten Umwelt am Leben. Als giftiger Nebel beginnt ihre Pflanzen und damit ihre Lebensgrundlage zu töten, müssen sie Turris verlassen. Auf ihrer Suche nach Rettung entdecken Nova und Finn die autarke Stadt Solartopia. Mit Hilfe des jungen Piloten Jett gelangen sie in die belebte Stadt. Sie entdecken Ungereimtheiten, die auch das Leben der Stadtbewohner in Frage stellt .

Der Schreibstil ist flüssig. Die Idee, die dem Roman zugrunde liegt, greift einige Aspekte auf, die sehr aktuell sind und durch fantastische Elemente bereichert werden. Die Menschen gemachte Zerstörung der Welt , der Egoismus einiger weniger Mächtigen und der Versuch durch die verstärkte Nutzung natürlicher Ressourcen zu überleben, ist leider nur all zu real.

Novas erstaunliche Fähigkeit mit Pflanzen zu kommunizieren und ihr Verhalten zu beeinflussen ist für die Geschichte Ausschlag gebend. Allerdings hat das Buch einige Längen und wichtige Fragen bleiben offen , die hoffentlich im zweiten Teil beantworten werden. Einige sehr überraschende Wendungen führen zu unerwarteten Erkenntnissen , die die Spannung der Handlung steigern und den Leser gut unterhält.

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Veröffentlicht am 20.10.2023

gut strukturiert, ohne persönliche Erfahrungen

Agape
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Dieses Sachbuch setzt sich mit der Jahreslosung Agape aus 1. Korinther 16,14 auseinander.

Das Thema der allumfassenden Liebe Gottes wird in seinen verschiedenen Ausprägungen und bezogen auf die menschliche ...

Dieses Sachbuch setzt sich mit der Jahreslosung Agape aus 1. Korinther 16,14 auseinander.

Das Thema der allumfassenden Liebe Gottes wird in seinen verschiedenen Ausprägungen und bezogen auf die menschliche Lebenswirklichkeit sehr starr strukturiert dargelegt. Dabei ist ein Arbeitsbuch entstanden, das für jeden Monat des Jahres ein Schwerpunktthema behandelt. Es gibt jeweils einen passenden Bibeltext mit einer kurzen Einführung und Fragen, die der Leser für sich selber beantworten soll. Diese Struktur wiederholt sich für jeden Monat .

Der Autor Gunnar Engel ist Pastor der ev.-luth. Apostelkirchengemeinde und ist fest in seiner Gemeinde und seinem Glauben verankert. Das merkt man in seinen Ausführungen, die für einen suchenden Menschen zu wenig persönliche Erfahrungen beinhaltet. Der Autor bezieht sich in erster Linie auf Bibelstellen und deren Ausarbeitung. Man kann als unbedarfter Leser zwar seinen Gedankengängen folgen, aber wirklich angesprochen gefühlt , habe ich mich nicht. Viele der Fragen kann man als Einzelner, der nicht wirklich in einer christlichen Gemeinschaft aktiv ist, nicht für sich beantworten. Positiv ist, das ich mich wieder mal aktiv mit einigen Bibeltexten auseinandergesetzt habe. Insgesamt gesehen habe ich eher den Eindruck, das sich das Buch an im Glauben gefestigte Christen richtet. Mich persönlich haben nur wenige Kapitel angesprochen.

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Veröffentlicht am 16.10.2023

düsterer Genre-Mix , der überwältigt und schwer einzuordnen ist

Das Vogelmädchen von London
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Shay , das Vogelmädchen, lebt in London im Jahr 1601. Sie ist Botenmädchen, Falknerin und kann die Zukunft vorhersagen. Bei einer Flucht über die Dächer Londons lernt Shay Nonesuch kennen. Er arbeitet ...

Shay , das Vogelmädchen, lebt in London im Jahr 1601. Sie ist Botenmädchen, Falknerin und kann die Zukunft vorhersagen. Bei einer Flucht über die Dächer Londons lernt Shay Nonesuch kennen. Er arbeitet im Blackfrias Theater und führt Shay in die dortige Scheinwelt ein. Schnell blickt sie hinter die Kulissen . Beide gründen ein Strassentheater , das in phantastischen Stücken die Realität abbildet. Als die Königin Elizabeth von Shay eine Weissagung einfordert, überstürzen sich die Ereignisse .

Dieses Buch sprudelt über von Ideen und bietet einen Mix von historischen Ereignissen, phantastischen Elementen und einer düsteren Liebesgeschichte. Der Schreibstil wechselt von sehr poetischen Episoden zu vulgärem Strassenjargon, je nach Szenerie und handelnden Personen. Die Grundstimmung ist düster. Kein Wunder bei der dargestellten Lebensrealität des niederen Volkes. Die Reichen agieren ohne Scham und Moral im Überfluss, während die arme Bevölkerung ums Überleben kämpft. Die Geschichte ist leider an einigen Stellen sehr langatmig während andere Handlungsstränge trotz der Dicke des Buches zu kurz kommen. Der Schwerpunkt liegt in der Entwicklung der Beziehung zwischen Shay und Nonesuch und der Darstellung der dramatischen Lebensumstände. Die Handlungsstränge sind sehr vielschichtig und eine Vielzahl von Akteuren führen durch die teils spannende teils sehr brutale Handlung. Das Ende bietet nochmals einige Überraschungen und einen sehr kurzen Ausblick auf die Zukunft.

Das Buch hat mich trotz einiger Längen in den Bann gezogen, einfach weil man wissen wollte was als nächstes passiert.

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