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Veröffentlicht am 22.10.2025

Fesselnder Einstieg in die Welt des Witchers

Kreuzweg der Raben
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Kaum hat Geralt die Ausbildung zum Hexer absolviert, muss er sich ungeahnten Gefahren stellen, dabei sind ihm die Menschen oft nicht wohl gesonnen. In einem Dorf im Land Kaedwen soll er gehängt werden, ...

Kaum hat Geralt die Ausbildung zum Hexer absolviert, muss er sich ungeahnten Gefahren stellen, dabei sind ihm die Menschen oft nicht wohl gesonnen. In einem Dorf im Land Kaedwen soll er gehängt werden, doch Preston Holt bewahrt ihn vor diesem Schicksal und schlägt eine vertragliche Zusammenarbeit vor. Von nun an reist Geralt als Vertretung des älteren, angeschlagenen Hexers umher und kämpft gegen diverse Ungeheuer, wobei sich das Böse oft auch in Gestalt seiner Mitmenschen zeigt.

"Kreuzweg der Raben" von Andrzej Sapkowski ist das Prequel zur erfolgreichen Witcher-Reihe. Da ich die Fernsehserie sehr gemocht, allerdings noch keines der Bücher gelesen hatte, dachte ich, dieser sechste Band, der einen Teil von Geralts Vorgeschichte erzählt, wäre für mich der passende Einstieg. Durch die episodenhafte Erzählweise (hier hatte ich wirklich den Eindruck, dass sich die Verfilmung sehr dicht an die Buchvorlage hält - die einzelnen Geschichten sind wie Perlen auf einer Schnur aufgereiht, zwar in chronologisch geordneter Reihenfolge, aber gefühlt immer mit etwas Abstand dazwischen), hat es ein paar Kapitel gedauert, ehe ich mit der Handlung und auch mit dem Hexer Geralt warm werden konnte.

Den Schreibstil habe ich zunächst ein wenig harsch empfunden, man kann dem Autor wirklich nicht vorwerfen, dass er den Erzählstrang mit überflüssigen Worten ausschmückt. Dafür hielt sich die Spannung auf einem hohen Niveau und auch der fantasievolle Plot ließ meiner Meinung nach keine Wünsche offen, als der Roman mich erst einmal gepackt hatte, mochte ich den E-Reader nicht mehr aus der Hand legen und habe die Geschichte in einem Rutsch bis zum Ende durch gelesen. Aus meiner Sicht stellt dieses Prequel daher einen guten Einstieg in die Welt des Witchers dar, für den ich gern eine Leseempfehlung ausspreche.

Fazit: Nach leichten Startschwierigkeiten hat mich der spannende, fantasievoll erdachte Roman doch noch in seinen Bann gezogen und bis zum Schluss nicht mehr los gelassen. Als Neueinsteiger in die Buchreihe hatte ich keinerlei Verständnisschwierigkeiten, dafür einige fesselnde Lesestunden, diese faszinierende Lektüre empfehle ich gern weiter.

Veröffentlicht am 20.10.2025

Gemütliche Kleinstadtatmosphäre und liebenswerte Protagonisten

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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Weil ihre Schwester heiratet, kehrt Jude widerwillig in ihren kleinen Heimatort zurück, fest entschlossen, hier keinen Tag länger zu verbringen, als unbedingt notwendig. Denn schon in ihrer Kindheit und ...

Weil ihre Schwester heiratet, kehrt Jude widerwillig in ihren kleinen Heimatort zurück, fest entschlossen, hier keinen Tag länger zu verbringen, als unbedingt notwendig. Denn schon in ihrer Kindheit und Jugend hatte sie das Gefühl, in der beengten Kleinstadtatmosphäre zu ersticken, doch um für ihre Schwester da zu sein, bleibt sie länger als geplant.

Für James ist der kleine Ort ein wunderbar gemütlicher Platz zum Leben, zwar verbreitet sich in Lower Whilby jede Neuigkeit in rasender Geschwindigkeit, doch die Bewohner interessiert nur, was direkt in ihrem kleinen Universum vor sich geht. Dass James´ Eltern berühmte Musiker sind, spielt hier keine Rolle. Als Jude in sein wohlgeordnetes Leben platzt und als Betreiberin eines Musik-Podcasts auch noch Informationen über seine Familie haben möchte, ist er wenig begeistert, dennoch kreisen seine Gedanken ständig um sie.

"The Pumpkin Spice Latte Disaster" von Kyra Groh ist ein unterhaltsamer Kleinstadt-Roman, mit dem ich einige angenehme Lesestunden verbracht habe. Die rebellische Jude, die es an keinem Ort lange hält, war mir auf Anhieb sympathisch und auch den etwas grummeligen James habe ich sofort gemocht. Die Dynamik zwischen den Protagonisten hat mir gut gefallen, sowohl die Beiden als auch sämtliche andere Figuren fand ich authentisch und lebensecht dargestellt, ich hatte von allen ein deutliches Bild vor meinem geistigen Auge.

Den Schreibstil fand ich sehr fesselnd, für mich war es das erste Buch der Autorin, aber es wird sicherlich nicht das letzte bleiben - da noch zwei weitere Bände aus dem Lower-Whilby-Universum folgen, habe ich direkt Lust zum weiter lesen bekommen. Die Handlung wird abwechselnd aus der Perspektive von Jude und James erzählt, das mag ich sehr, denn es gibt mir das Gefühl beide Hauptfiguren besonders gut kennen zu lernen. Die Kleinstadtatmosphäre fand ich gemütlich wie eine herbstliche Kuscheldecke, lediglich ein paar Kleinigkeiten im alltäglichen Disput waren für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten. Dennoch hatte ich ein wunderbares Leseerlebnis, das ich gern weiter empfehle.

Fazit: Durch die gemütliche Kleinstadtatmosphäre hatte ich den Eindruck, in der Geschichte regelrecht eingekuschelt zu sein, die Dynamik zwischen den Protagonisten gefiel mir sehr. Für diese unterhaltsame Herbstlektüre spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 13.10.2025

Der krönende Abschluss einer düsteren, märchenhaften Trilogie

Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde
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Entsprechend Rains Wunsch an den Zauberspiegel wurde alles bisher Geschehene zurück gesetzt und sie findet sich unvermittelt in einer Zeit lange vor ihrer Geburt wieder. Hier sind die alten Götter noch ...

Entsprechend Rains Wunsch an den Zauberspiegel wurde alles bisher Geschehene zurück gesetzt und sie findet sich unvermittelt in einer Zeit lange vor ihrer Geburt wieder. Hier sind die alten Götter noch an der Macht und Rain muss feststellen, dass man vorsichtig sein sollte, mit dem was man sich wünscht, denn sie steht nun ganz alleine da - ihre Freunde werden erst in ferner Zukunft geboren und Coalblack ist noch ein einfacher Stallbursche, der nicht ahnt, dass er einmal als dunkler Prinz auferstehen wird. In der grausamen Realität der Götterzeit muss Rain nicht nur um ihr Überleben kämpfen, sondern auch einen Weg finden, dem Schicksal eine neue Wendung zu geben.

"Ever & After: Die letzte Stunde" von Stella Tack ist der Finalband einer spannenden Fantasy-Trilogie, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und fasziniert hat. Zum Verständnis sehe ich es als unabdingbar an, zunächst die beiden Vorgänger gelesen zu haben, da die Ereignisse in diesem Buch unmittelbar darauf aufbauen. Rain mag ich schon von ersten Buch an sehr und es hat mir gefallen, sie in diese völlig fremdartige Zeit, die von grausamen Göttern beherrscht wird, zu begleiten. Angelehnt an die Märchensammlung der Gebrüder Grimm ist die Hintergrundstimmung erneut recht düster und blutrünstig gehalten, wer sich darauf einlassen kann, wird mit einem äußerst fantasievollen Lesevergnügen belohnt.

Die Schreibweise der Autorin kenne ich bereits aus einigen ihrer Romane und auch dieses Mal mochte ich das Buch zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Jedem Kapitel ist ein Auszug aus einem der legendären Märchen voran gestellt, auch die stellenweise brutale Atmosphäre passt meiner Meinung nach gut zum Stil der Grimm-Brüder. Durch den Zeitsprung ganz zum Anfang fühlte es sich an, als ob ich noch einmal in eine ganz neue Geschichte eintauchen würde, dieses Leseerlebnis stellte für mich noch eine Steigerung zu den voran gegangenen Bänden dar. Das märchenhafte Finale ist in meinen Augen das Highlight dieser wunderbaren Trilogie, das ich mit Begeisterung weiter empfehle.

Fazit: Gewohnt düster und dennoch voller märchenhafter Fantasie ist der Finalband für mich der krönende Abschluss der Trilogie, für diese fesselnde Lektüre spreche ich eine begeisterte Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 09.10.2025

Faszinierender Romantasy-Auftakt

The Witch Collector
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Jedes Jahr am Erntetag reitet Alexus Thibalt, der Witch Collector, durch die Dörfer und wählt eine Person aus, deren magische Fähigkeiten ihm für seinen König nützlich erscheinen. Bereits vor langer Zeit ...

Jedes Jahr am Erntetag reitet Alexus Thibalt, der Witch Collector, durch die Dörfer und wählt eine Person aus, deren magische Fähigkeiten ihm für seinen König nützlich erscheinen. Bereits vor langer Zeit hat er Rainas Schwester geholt, doch in diesem Jahr schwört sie Rache, sobald sich der Witch Collector blicken lässt, will Raina ihn töten. Ehe sie diesen Plan umsetzten kann, wird ihr Dorf allerdings von Feinden aus dem Nachbarland angegriffen und niedergebrannt, nach dem Kampf trifft sie ausgerechnet Alexus lebend an. Und offenbar ist er der Einzige, der ihr helfen kann, ihre Schwester zu retten, ehe die Feinde auch das Schloss des Frost Kings erreichen, nur widerwillig reitet Raina an seiner Seite und muss sich nach und nach eingestehen, dass der verhasste Witch Collector ganz anders ist, als sie ihn sich vorgestellt hatte.

"The Witch Collector" von Charissa Weaks ist der fesselnde Auftakt einer Fantasy-Reihe. Anfangs hat es etwas gedauert, ehe ich mit den Figuren warm werden konnte, doch schon bald hat sich Raina in mein Herz geschlichen. Und auch Alexus war mir sympathisch, obwohl er eine Menge Geheimnisse trägt, zeigte sich sein wahres Wesen bald im Umgang mit ihr, dass er z.B. ihre Gebärdensprache versteht, weil er es von Rainas Schwester im Schloss gelernt hatte, hat mich für ihn eingenommen. Die Protagonisten und auch alle anderen Personen im Buch habe ich authentisch und lebensecht empfunden, so dass ich emotional tief in der Handlung versunken war.

Der Schreibstil hat mich leicht und locker durch die Seiten geführt, das Erzähltempo mag gemächlich erscheinen, dennoch fand ich die Geschichte durchweg spannend, abgesehen von ein paar kleineren Längen während der Reise, insgesamt betrachtet hatte ich einige wunderbare Lesestunden damit. Der Schluss bringt keinen harten Cliffhanger mit, leitet aber den Fortsetzungsband ein, ich freue mich schon darauf, den Folgeroman zu lesen. Für diesen gelungenen Auftakt spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Nachdem mich die Geschichte einmal gepackt hatte, mochte ich das Buch zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Die Handlung entfaltet sich zunächst zwar gemächlich, dennoch war ich bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert, so dass ich diesen Auftaktband gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 06.10.2025

Auftaktband einer faszinierenden Reihe

Till the End of the Moon 1
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Als der Kampf gegen den Dämonengott Tantai Jin aussichtslos erscheint, wird die Kultiviererin Li Susu 500 Jahre in die Vergangenheit geschickt, um ihm in seiner menschlichen Form zu begegnen und den Dämonenknochen ...

Als der Kampf gegen den Dämonengott Tantai Jin aussichtslos erscheint, wird die Kultiviererin Li Susu 500 Jahre in die Vergangenheit geschickt, um ihm in seiner menschlichen Form zu begegnen und den Dämonenknochen zu entreißen, ehe er seine unheilvolle Macht entfalten kann. Dazu übernimmt sie den Körper von Ye Xiwu, der Tochter eines einflussreichen Generals, ohne zu ahnen, dass sie mit Tantai Jin, der zu dieser Zeit als Geiselprinz am Königshof lebt, verheiratet ist. Als Li Susu den späteren Dämonengott kennen lernt und sieht, wie grausam er seit seiner Kindheit behandelt wurde, muss sie sich mit aller Kraft gegen das aufkommende Mitleid wehren und ihr stellt sich die Frage, ob seine unermessliche Grausamkeit tatsächlich angeboren ist, oder sich als Resultat der schlechten Behandlung durch seine Umgebung entwickelte.

"Till the End of the Moon 1" von Teng Luo Wei Zhi ist der Auftaktband einer vierteiligen Reihe, der mich sofort in seinen Bann gezogen hat, den Schreibstil fand ich äußerst mitreißend. Obwohl mich bereits der erste Satz mitten ins Geschehen warf, entstand bei mir nicht das Gefühl, dass zum Verständnis benötigte Informationen fehlen. Gemeinsam mit Li Susu, die sich in dem fremden Körper orientieren muss, habe ich die neue Umgebung aufgenommen und die Figuren kennen gelernt. Dabei hat mich der auf chinesischer Mythologie beruhende Hintergrund fasziniert, sowohl die familiären Strukturen als auch das Magiesystem und die Vielzahl der spirituellen Wesen trugen dazu bei, ein farbenprächtiges Bild vor meinem geistigen Auge entstehen zu lassen.

Dennoch habe ich mich etwas schwer getan, den Protagonisten emotional nahe zu kommen, nicht nur Tantai Jin, der bereits als Mensch von außerordentlicher Gefühlskälte geprägt ist, auch Li Susu, die in ihrer Güte und dem Streben nach Perfektion das entsprechende Gegengewicht zum zukünftigen Dämonenkönig darstellt, wirkte auf mich recht unnahbar. Durch die Verlagswerbung als Romantasy bin ich sicherlich auch mit falschen Erwartungen an das Buch heran gegangen, was sich zwischen Tantai Jin und Li Susu entwickelte, hat meiner Meinung nach wenig mit romantischer Anziehung zu tun. Dennoch hat mich die Lektüre bis zum Ende nicht los gelassen, selbst kleinere Längen zwischendurch haben dem Lesevergnügen in meinen Augen kaum Abbruch getan, so dass ich diesen Reihenauftakt gern weiter empfehle.

Fazit: Anhand des Klappentextes hatte ich eine bestimmte Erwartung, die dieser Roman nicht erfüllte, trotzdem hat mich der faszinierende Reihenauftakt gefesselt, so dass ich dafür gern eine Leseempfehlung ausspreche.