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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2019

In jedem Ende liegt ein neuer Anfang

Der Geschmack unseres Lebens
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„Eine Schleife aus Sehnsucht und blauem Satin ziert ihr Hochzeitskleid.“
Ellas Leben ist von Verlusten gezeichnet. Ihre Mutter starb bei einem Autounfall, als sie erst 5 Jahre alt war. Ihr Bruder Danilo ...

„Eine Schleife aus Sehnsucht und blauem Satin ziert ihr Hochzeitskleid.“
Ellas Leben ist von Verlusten gezeichnet. Ihre Mutter starb bei einem Autounfall, als sie erst 5 Jahre alt war. Ihr Bruder Danilo hat sie und ihren Vater nach einem Streit verlassen und ist in den Krieg nach Afghanistan gezogen. Ihre Hochzeit hat sie wegen der Krebserkrankung ihres Vaters immer wieder verschoben, bis ihr Verlobter trotz gemeinsamer Kinder eine andere geheiratet hat und als ihr Vater dann starb, konnte sie die Haselnuss-Plantage der Familie nicht mehr halten.
Jetzt startet sie endlich neu durch und eröffnet mit dem Rezeptbuch ihrer Mutter eine Chocolaterie. Einer ihrer ersten Kunden ist Michele. Er ist mit seiner Frau Pippa vor einiger Zeit ins Piemont gezogen, doch es kriselt zwischen ihnen. „Damals hatten sie sich ein Leben versprochen, heute kämpften sie um jeden Tag.“ Ellas „Torta di Nocciole“, die Haselnuss-Trüffel und -cremes begeistern ihn. Er sucht einen Partner, der ihm hilft die Bio-Nüsse seiner Haselnussplantage zu verarbeiten ...

„Der Geschmack des Lebens“ ist nicht nur eine Familiengeschichte, es ist die Geschichte einer ganzen Region und geht zurück bis in den 2. WK, als die Piemonteser im Widerstand kämpften. Einer der letzten Überlebenden ist Ellas Nachbar Salvatore. Er hilft ihrem Bruder Danilo, als der endlich aus Afghanistan heimkehrt, wieder zu sich zu finden, seine Ängste und Süchte zu besiegen. Danilo ist damals gegangen, weil er das Geheimnis von Ellas Mutter entdeckt hatte und ihr Vater sich weigerte, auch sie einzuweihen.

Julia Fischers (Hör-)Buch ist wieder ein Genuss für alle Sinne. Haselnüsse, Schokolade, weiße Trüffel und Wein lassen mir beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Man merkt, dass Julia Fischer kennt und liebt, was sie hier beschreibt: Den Rausch bei der Trüffelsuche und den Spaß beim jährlichen Eselrennen, die Aufregung der Trüffelmesse.
Besonders gefallen haben mir die verschiedenen Spielarten der Liebe – die einer Mutter zu ihren Kindern, verbotene Liebe, Liebe über den Tod hinaus, gleichgeschlechtliche Liebe und späte Liebe im hohen Alter.
Die Handlung dreht sich aber auch um Freundschaft und Verzeihen, Aussöhnung mit der Vergangenheit und Ankommen in der Gegenwart. Sie ist herzergreifen und gefühlvoll, zum Lachen und Weinen.

Seit ihrem ersten Hörbuch „Die Galerie der Düfte“, bin ich ein Fan von ihr. Ihre Stimme passt sich den verschiedenen Personen und ihren Stimmungen perfekt an. Geschickt verwebt sie Familiengeschichten über verschiedene Zeitebenen mit einem bestimmten Ort. Diesmal entführt sie uns ins Piemont nach Alba, in die Hochburg der weißen Trüffel und Haselnüsse.

Veröffentlicht am 12.10.2019

Der goldene Käfig

Das Mädchen aus der Severinstraße
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„Maria brauchte lediglich Verstand und Begabung. Gutes Licht und etwas Chemie. Und sie brauchte jemanden, der im richtigen Moment auf den Auslöser drückte.“ (S. 17) Noah Gintzburg, der jüdisch-französische ...

„Maria brauchte lediglich Verstand und Begabung. Gutes Licht und etwas Chemie. Und sie brauchte jemanden, der im richtigen Moment auf den Auslöser drückte.“ (S. 17) Noah Gintzburg, der jüdisch-französische Fotograf erwischt 1937 genau diesen Moment und macht Mary Mer – so ihr Künstlername – berühmt. Dabei wollte er sie eigentlich abweisen, es wäre zu gefährlich, in dieser Zeit aufzufallen. Zudem ist Maria Reimer erst 17 und ihr Vater strikt dagegen. Als Tochter aus gutem Haus liegt ihre Arbeit nur im Haushalt – doch auch die wird von einer Haushälterin erledigt. Sie fühlt sich gefangen in einem goldenen Käfig. Und sie kann Noah nicht vergessen. Doch dann bricht der Krieg aus und sie erlebt Dinge, über die sie im Leben nie wieder reden will. Bis ihre Enkelin Sabine nach dem Tod ihres Großvaters Heinrich unter einem Teppich im Wohnzimmer sehr viel Geld findet. Maria ist entsetzt „Das darf nicht wahr sein! Das kann er nicht getan haben!“ (S. 32) und sucht weiter, im Keller finden sie Goldbarren …

Annette Wieners hat in „Das Mädchen aus der Severinstraße“ einen Teil ihrer Familiengeschichte verarbeitet. Auch ihre Großmutter hat nach dem Tod des Mannes im Haus versteckte Schätze gefunden. Wo hatte er sie her und warum hat er sie versteckt?

Genau diese Frage stellt Sabine Maria, doch diese will nicht darüber reden: „... es zerreißt mich, verstehst du das nicht, es tut mir nicht gut, daran zu denken.“ (S. 103) Der Gedanke, dass es Nazigold sein könnte, ist schnell geboren, als Sabine die Firma googelt, in der Heinrich früher gearbeitet hat. Sie stolpert über immer mehr Ungereimtheiten, wie die Wohnung in der Severinstraße in Köln, in der Heinrich angeblich bis zu seiner Berentung gelebt hat, dabei ist sie nach dem Tod ihrer Mutter bei ihren Großeltern im Haus in Forsbach aufgewachsen. Sie waren immer für sie da, haben ihr ein Heim, eine Heimat gegeben. Ist ihre Vergangenheit eine einzige Lüge? Und was bedeutet das für ihre Zukunft?
Maria wird durch den Fund gezwungen, sich zu erinnern, sich den Schatten ihrer Vergangenheit zu stellen. Die Erlebnisse der Nazi-Zeit in Köln haben sie tief geprägt. Sie hat damals gegen jede Vernunft versucht, ihre Menschlichkeit zu bewahre, den Schwächeren und Ausgestoßenen zu helfen und damit ihr eigenes Leben und das ihrer Familie und Freunde aufs Spiel gesetzt. „Ihr Vater litt an der Welt, und er litt vielleicht, genau wie Maria, daran, keinen Rat mehr zu wissen.“ (S. 114) Die Suche nach Noah, der damals plötzlich verschwand, hat sie nie losgelassen.
Ihre Emanzipation vom jungen unbedarften Mädchen, das unbedingt berühmt werden will, zur taffen Frau, die den Nazis mutig begegnet und sie intelligent austrickst und geschickt für ihre Zwecke einspannt, hat mir sehr gut gefallen.

Annette Wieners erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen, bestehend aus Marias Vergangenheit und ihre Erinnerung daran bzw. Sabines Nachforschungen. Einmal angefangen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Geschickt spielt sie dabei mit den Erwartungen des Lesers und hält die Spannungskurve bis zum Schluss.

Ich wusste bisher nicht, dass Köln im 18. Jahrhundert französisch war, die Nazis die Stadt in eine der ersten Hochburgen verwandelt haben und wie viele Unternehmen und Unternehmer nach Kriegsende einfach weitmachen durften. Ich habe mir auch nie Gedanken über die Mode im Deutschen Reich gemacht (ausländische Couture war ja verboten). Annette Wieners hat mir die Augen geöffnet. Mehr dazu erfährt man übrigens auch in ihren Podcasts.

Mein Fazit: Spannende Kölner-Zeitgeschichte, die zum Nachdenken anregt – ein Aufruf zu mehr Menschlichkeit. Annette Wieners hat mich überzeugt, ich hoffe, dass sie weitere historische Romane schreibt. #gegendasvergessen

Veröffentlicht am 11.10.2019

Tolle Kombination aus Kochbuch und Buchtipps

Mit dem LITTLE LIBRARY COOKBOOK durchs Jahr
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„Mit dem LITTLE LIBRARY COOKBOOK durchs Jahr“ ist bereits das zweite Kochbuch der bekannten Foodbloggerin Kate Young und hat mich von der ersten Seite an begeistert. Man merkt ihm an, dass sie genau so ...

„Mit dem LITTLE LIBRARY COOKBOOK durchs Jahr“ ist bereits das zweite Kochbuch der bekannten Foodbloggerin Kate Young und hat mich von der ersten Seite an begeistert. Man merkt ihm an, dass sie genau so gern liest, wie sie in der Küche steht.

Das Buch ist in 6 Kategorien unterteilt: „lange Winternächte“, „erste Frühlingsboten“, „der verschwindende Frühling“, „Hochsommer“, „wenn die Blätter sich verfärben“ und „wenn die Tage kürzer werden“. Innerhalb dieser Kategorien gibt es weitere Unterthemen wie z.B. Honig, Tomaten, Äpfel, Eier oder Gerichte fürs Frühstück. Besonders inspirierend fand ich den Abschnitt zum Thema Picknick. Ich träume schon lange von einem Geburtstagspicknick im Grünen unter Bäumen – leider habe ich Ende Oktober und es gab Jahre, da hatten wir zu der Zeit schon Schneeregen ...

Kates Begründung für die Unterteilung in die 6 „Jahreszeiten“ ist sehr gut nachvollziehbar: schließlich passt man seine Lese- und Essgewohnheiten ja wirklich dem jeweiligen Wetter, Bedürfnis oder der Stimmung an. Es würde mir z.B. schwerfallen, einen Weihnachtsroman im Hochsommer zu lesen oder einen gefüllten Truthahn im Frühling zu essen. Zudem erzählt sie, welche Bücher sie zu den jeweiligen Gerichten inspiriert haben und würzt die Kapitel mit Begebenheiten aus ihrem Leben. Das macht das Buch sehr persönlich.

Kate Young hat bekannte Rezepte neu interpretiert bzw. modernisiert. Ich wäre z.B. nie auf die Idee gekommen, dass man gebackenen Camembert noch revolutionieren kann. Sie serviert ihn mit Nüssen, welche mit Honig, Kräutern und Gewürzen karamellisiert wurden. Auch auf dem Käse selbst sind Honig und Kräuter – extrem lecker.

Es gibt Rezepte für Singles, für ein romantisches Essen zu zweit oder auch aufwändige Gerichte für große Gesellschaften – so findet man garantiert etwas für jede Lebenslage und jedes Budget. Gut finde ich, dass viele der Gerichte schnell gehen, man will sich ja nicht zu lange von der aktuellen Lektüre trennen. Und eine Idee für mein selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk für dieses Jahr habe ich Dank dem Buch auch schon – Apfel-Birnen-Chutney mit Chili.

Mein Fazit: Ein sehr schönes und inspirierendes Kochbuch für jede Gelegenheit mit sehr ansprechenden Fotos und kreativen Rezepten.

Veröffentlicht am 10.10.2019

Kriminal-Roman

Die Schwestern von Mitford Manor – Gefährliches Spiel
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Fünf Jahre sind vergangen, seit Louisa Cannon ihren Job als Kindermädchen auf Mitford Manor begonnen und den Mord um die verdiente Krankenschwester Florence Nightingale Shore aufgeklärt hat. Ihr Leben ...

Fünf Jahre sind vergangen, seit Louisa Cannon ihren Job als Kindermädchen auf Mitford Manor begonnen und den Mord um die verdiente Krankenschwester Florence Nightingale Shore aufgeklärt hat. Ihr Leben ist seitdem ruhiger geworden.

1925 steht Pamela Mitfords 18. Geburtstag an. Die Party gipfelt in eine mitternächtliche Schnitzeljagd – und plötzlich ist einer der Gäste tot. Louisas Freundin Dulcie, ein befreundetes Dienstmädchen, wird verhaftet. Sie hatte sich kurz zuvor mit dem Toten gestritten. Doch Louisa kann nicht an ihre Schuld glauben und versucht ihr zu helfen.

Auch mein heimlicher Star des ersten Bandes, der Polizist Guy Sullivan, ist wieder mit dabei. Diesmal arbeitet er mit der jungen weiblichen Polizistin Mary Moon zusammen. Sie sollen die Meisterdiebin Alice Diamond fassen, die mit ihrer reinen Frauenbande Diebstähle im ganz großen Stil durchzuzieht. „Alice Diamond war groß wie ein Mann, trug einen schweren Brokatmantel, und an jedem Finger steckte ein Ring mit funkelnden Steinen.“ (S. 35/36)

Leider hat mir der der 2. Band nicht ganz so gut gefallen wie Band 1, da der Kriminalfall etwas zu kurz kam und zu wenig Spannung aufgebaut wurde. Der Mord bildet den Beginn und das Ende der Handlung, dazwischen geht es aber weniger um dessen Aufklärung sondern mehr um das alltägliche Leben von Louisa und den Mitfords.
Pamela ist sehr bodenständig, liebt das Reiten und Kochen und interessiert sich noch nicht für einen eventuellen Ehemann. Trotzdem wird sie in die Gesellschaft eingeführt und Louisa ist als ihre Anstandsdame immer dabei. Pamela, die sehr behütet aufgewachsen ist, fühlt sich da manchmal etwas überfordert, spielt die Erwachsene.

Die goldenen Zwanziger waren ein wirklich aufregendes Jahrzehnt. Jessica Fellowes schildert das Gesellschaftsleben in London zur damaligen Zeit sehr anschaulich und mitreißend: die Bälle, Theaterbesuche und Teestunden, aber auch heimliche Schäferstündchen und Verwicklungen.

Mein Fazit: Obwohl der vorliegende Band mehr Roman als Krimi ist, hat er mich wieder gut unterhalten und ich bin schon sehr gespannt, mit welcher Schwester und welcher Zeit es im nächsten Buch weitergeht.

Veröffentlicht am 09.10.2019

Was ist Kunst?

Wege ihrer Sehnsucht
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New York City in den 1920er Jahren: Unter dem Dach des Grand Central Terminal befindet sich eine Kunstschule – die Grand Central School of Arts. Clara Darden ist Illustratorin und die einzige weibliche ...

New York City in den 1920er Jahren: Unter dem Dach des Grand Central Terminal befindet sich eine Kunstschule – die Grand Central School of Arts. Clara Darden ist Illustratorin und die einzige weibliche Lehrerin der Schule. Doch der Leiter der Schule nimmt sie nicht wirklich ernst, sie hat nur noch 5 Schüler. „Illustration ist oft ein Sprungbrett zu wahrer Kunst.“ (S. 17) wird ihr vorgeworfen. Erst eine Wette mit Levon Zakarian, der ebenfalls Lehrer an der Schule ist und sich schon einen Namen in der Kunstszene gemacht hat, und die Bekanntschaft mit dem Model Oliver bringen ihre Karriere langsam in Schwung. Bald überflügelt sie ihre männlichen Kollegen und muss sich dafür auch noch rechtfertigen: Ich werde mich jetzt nicht für meinen Erfolg entschuldigen. Und auch nicht für meinen Ehrgeiz.“ (S. 222) …
Clara stammt aus Arizona, ihr Vater hat das Familienvermögen durchgebracht. Sie will es unbedingt als Künstlerin schaffen und kämpft dafür gegen ihre männlichen Konkurrenten und Auftraggeber und deren Vorurteile, zeigt ihnen, dass Illustration auch Kunst ist. Ich fand es toll, wie sie die Rückschläge weggesteckt und ihren Weg weiterverfolgt, nie aufgegeben hat.

Ende 1974 beginnt die frisch geschiedene Virginia in der Information des Grand Central Terminal zu arbeiten. Als sie die alten Räume der Kunstschule entdeckt, in denen sogar noch die Gemälde der Lehrer und Schüler an den Wänden hängen, ist sie fasziniert. „Dieser vergessene und dennoch erhaltene Ort hatte etwas Romantisches, das ihr gefiel.“ (S. 116) Doch dann hat sie das Gefühl, dass jemand die Bilder umhängt und Kartons verschiebt. Ihre Kollegen behaupten, es spuke in den Räumen, seit einer der Lehrer bei einem Zugunglück umgekommen ist und die Schule wegen der Weltwirtschaftskrise schließen musste. Außerdem stolpert sie über ein Bild von Clara. Sie stellt Nachforschungen an, doch Claras Spur verliert sich 1931 …
Virginia ist sehr unsicher. Ohne zu viel zu verraten: sie fühlt sich nach einer OP körperlich gehandicapt, nicht mehr als Frau – ihre Ehe ist daran zerbrochen. Doch dann zeigt ein Mann wieder Interesse an ihr, aber kann sie ihn wirklich an sich heranlassen? Ihre Zerrissenheit und Unsicherheit haben mich sehr berührt, ihre Entwicklung mich beeindruckt. Mir hat auch gefallen, wie sie sich immer mehr in die Geschichte der Grand Central Station eingearbeitet hat und welche Entdeckungen sie im Laufe ihrer Nachforschungen macht. Am Ende deckt sie ein echtes Geheimnis auf und sühnt ein Unrecht, welches ohne sie nie ans Licht der Öffentlichkeit gekommen wäre. Außerdem macht sie sich für den Erhalt des Bahnhofes stark, der für den Neubau eines Wolkenkratzers abgerissen werden soll und wächst dabei über sich hinaus.

Wie schon in „Die Hoffnung der goldenen Jahre“ und „Wovon sie träumten“ verknüpft Fiona Davis geschickt die Geschichte eines berühmten New Yorker Gebäudes mit einer spannenden Story über zwei Zeitebenen.
Der Kampf der jungen Künstler um Anerkennung und ihr (Über-)Leben während der Wirtschaftskrise wird sehr anschaulich beschrieben. Es war erschreckend, mit welchem Mitteln sie sich zum Teil über Wasser gehalten haben. Gleichzeitig hat die Geschichte durch Claras plötzliches Verschwinden und den angeblichen Geist etwas Mystisches. Auch die Beschreibung des Grand Central Terminals während seiner Blütezeit hat mich fasziniert – die opulente Ausstattung und vielfältige Nutzung des Gebäudes ist extrem interessant.

Übrigens gab es Ende der 1970er Jahre wirklich Bestrebungen, den Bahnhof zugunsten eines Wolkenkratzers abzureißen, weil er so heruntergekommen war. Erst 20 Jahre später wurde er renoviert und wiedereröffnet. Auch die Kunstschule hat wirklich existiert – nur die Personen sind frei erfunden.