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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2017

Herzergreifende Geschwisterliebe

Engelsschlaf: Thriller
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Mit „Engelsschlaf“ liegt nun der zweite Band rund um die sympathische Ermittlerin Laura Kern vor.
Auf einer Parkbank in Berlin wird eine leblose junge Frau gefunden, geradezu liebevoll zugedeckt. Der ...

Mit „Engelsschlaf“ liegt nun der zweite Band rund um die sympathische Ermittlerin Laura Kern vor.
Auf einer Parkbank in Berlin wird eine leblose junge Frau gefunden, geradezu liebevoll zugedeckt. Der Notarzt attestiert den Tod, da er weder Atem noch Puls feststellen kann. Erst in allerletzter Sekunde wird doch noch ein Lebenszeichen entdeckt und die junge Frau gerettet. Allerdings kann sie sich an nichts erinnern, weiß nicht, was mit ihr geschehen ist. Was war die Absicht des Täters? Wieso ein scheintotes Opfer? Auch der Fund eines zweiten Opfers, ähnlich gebettet, auch scheintot, bringt kein Licht ins Dunkel. Laura Kern und ihre Kollegen stehen, je weiter sie sich in die Fälle einarbeiten, vor immer neuen Rätseln.
Catherine Shepherd beherrscht das Thriller-Handwerk aus dem Effeff. Verschiedene Zeit- und Handlungsstränge, nicht durchschaubare Zusammenhänge, Irrwege in der Ermittlungsarbeit, Spuren, die keine sind, gemischt mit mitmenschlichen Beziehungen am Rande des Wahnsinns, und dies alles verpackt in einem nie abreißenden Spannungsbogen – mehr Thriller geht nicht. Für mich persönlich besonders faszinierend und sich dadurch positiv von der Masse der Spannungsliteratur heraushebend ist Catherine Shepherd’s Art und Weise, sich zart, geradezu einfühlsam dem Grauen zu nähern. Unbedingt lesenswert!

Veröffentlicht am 20.06.2017

Phantasievoll und spannend

Polly Schlottermotz 3: Attacke Hühnerkacke
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Ein weiterer Band aus der Buchreihe um Polly, ein kleines Vampirmädchen , wie immer phantasiereich und spannend geschrieben.
Polly verbringt die Ferien bei ihrer Tante Winnie, zusammen mit ihrer Freundin ...

Ein weiterer Band aus der Buchreihe um Polly, ein kleines Vampirmädchen , wie immer phantasiereich und spannend geschrieben.
Polly verbringt die Ferien bei ihrer Tante Winnie, zusammen mit ihrer Freundin Isabella, deren Eltern durch einen Zauber vor 200 Jahren versteinert und versteckt worden waren. Tante Winnie macht sich auf die gefährliche Suche nach den Eltern von Isabella, Polly und Isabella müssen die Krankenpflege von Polly’s Vater, der an Windpocken erkrankt ist, übernehmen. Tante Winnie verschwindet und in Polly’s Zuhause geschehen unerklärliche Dinge. Sogar das Pferd Gulasch verschwindet! Seltsame Gäste tauchen auf, Hühner spielen verrückt…
Zwar gefallen mir persönlich die Zeichnungen überhaupt nicht, aber das Buch selbst umso mehr. Mit blühender Phantasie, ideenreich und mit viel, viel Humor ist auch diese Folge rund um Polly, die an eine Art von moderner Pippi Langstrumpf erinnert, geschrieben. Das Buch ist ein einziger Lesespaß, um es mit Polly zu sagen: ein potzblitzvergnügliches Kinderbuch.

Veröffentlicht am 18.06.2017

Lachmuskel-Training

Der Gärtner war's nicht!
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Konny und Kriemhild, zwei sehr ungleiche Zwillingsschwestern und knapp über 60, führen eine Frühstücks-Pension, in die sich selten ein Gast verirrt. Und so hat letztlich Amenhotep, der Nacktkater des ...


Konny und Kriemhild, zwei sehr ungleiche Zwillingsschwestern und knapp über 60, führen eine Frühstücks-Pension, in die sich selten ein Gast verirrt. Und so hat letztlich Amenhotep, der Nacktkater des Hauses, das Sagen. Weiterhin zum Haus gehörend ist Herr Hirsch, der nach einem Schlaganfall als Aphasiker zwar regen Anteil am Geschehen nimmt, aber in seinen Einzelwortäußerungen stets ziemlich daneben liegt. Seine große Liebe gehört einem Aufsitzrasenmäher, auf dem er herumfährt, ohne je zu mähen. Diese Idylle ändert sich schlagartig, als – Jackpot! – sich eine Gruppe von Musikern in der Pension einfindet und mit ihren veganen Essenswünschen und Wesenssonderlichkeiten besonders Kriemhild in ihren Zuständigkeitsbereichen an die Grenzen bringt. Als dann noch ein Toter mit zu Brei gefahrenem Kopf vor der Haustür liegt, packen Konny und Kriemhild alle Raffinesse und Schnüffellust aus…
Schon der Plot allein vermittelt in etwa, dass wir es bei diesem Buch mit einem sehr, sehr schrägen, skurrilen Inhalt mit sehr, sehr schrägen und skurrilen Protagonisten zu tun haben. Also keinesfalls ein Buch für den „klassischen“ Krimi- oder Thriller-Leser, davor sei eindringlich gewarnt. Es ist ein Buch für Leser, die Lust auf herzhaftes Lachen haben, die sich Seite um Seite überraschen lassen wollen, mit welchem Wortwitz und Ideenreichtum die Autorin uns gute Laune macht, und das vom ersten Satz an. Und natürlich das allerbeste Geschenkbuch für liebe Freundinnen, sei es zur Aufmunterung oder sei es zum gemeinsamen Lesen und Lachen. „Die Welt wäre schöner, wenn Mücken Fett statt Blut saugen würden.“ Dem ist nichts hinzuzufügen!

Veröffentlicht am 12.06.2017

Grausam und pervers

Totenengel
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Dieser Thriller hat es in sich.
DCI Eve Clay findet den emeritierten Kunstprofessor Lawson ermordet vor, nackt, aufgehängt, von einem Speer durchbohrt. Eve und ihre Kollegen tauchen in ihrer Ermittlungsarbeit ...

Dieser Thriller hat es in sich.
DCI Eve Clay findet den emeritierten Kunstprofessor Lawson ermordet vor, nackt, aufgehängt, von einem Speer durchbohrt. Eve und ihre Kollegen tauchen in ihrer Ermittlungsarbeit immer tiefer in religiöse Symbolik, in religiösen Fanatismus ein. Wer ist der „Erstgeborene“, wer der „Engel der Vernichtung“? Was haben die Bilder „Turmbau zu Babel“ von Bruegel oder „Das Jüngste Gericht“ von Bosch mit all dem zu tun? Welchen geheimen Forschungen hatte sich Prof. Lawson gewidmet?
In sehr kurzen Sequenzen, fast im Minutentakt, jagt das Buch durchs Geschehen. Geradezu atemlos jagt man mit, ist verwirrt, folgt merkwürdigen Spuren, die doch keine sind, begegnet verstörenden Menschen und deren abstruser Innenwelt, spürt die nebulöse Gefahr, die von unverstandenen Botschaften ausgeht. Die Spannung reißt nicht ab, im Gegenteil, sie steigert sich bis zum fulminanten und überaus überraschenden Ende.
Das Ermittlerteam rund um Eve Clay wirkt sympathisch, arbeitet völlig konfliktfrei miteinander , was sehr wohltuend zu lesen ist. Die Bilder und Symbole sind im Buch abgebildet und helfen so der inneren Vorstellungskraft. Nicht immer ist die Handlung ganz logisch bzw. folgerichtig, aber das tut diesem sehr, sehr spannenden Thriller keinen Abbruch.
Fazit: Ein überaus spannender Thriller, der tief in kranke Seelen religiöser Wahnvorstellungen und Opfer menschenverachtender Forschungen blicken lässt. Nichts für schwache Nerven!

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Veröffentlicht am 10.06.2017

Gemischte Gefühle

Der Kommissar und die Morde von Verdon
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Philippe Lagarde ist ein ehemaliger Elitepolizist, der es sich im Ruhestand mit feinem Essen und Angeln gut gehen lässt . Anstatt wie geplant mit seiner Freundin Odette, die ein Feinschmecker-Restaurant ...


Philippe Lagarde ist ein ehemaliger Elitepolizist, der es sich im Ruhestand mit feinem Essen und Angeln gut gehen lässt . Anstatt wie geplant mit seiner Freundin Odette, die ein Feinschmecker-Restaurant führt, in Urlaub zu fahren, müssen sie zu einer Beerdigung, denn der Ehemann von Odette’s Freundin ist unter mysteriösen Bedingungen in seinem Auto sitzend in die Schlucht gestürzt. Die von der Polizei aufgestellte These eines Selbstmords wird von allen angezweifelt, und Lagarde’s Schnüfflernase wittert, dass hier etwas nicht stimmen kann. Nachdem es noch weitere unerklärliche Todesfälle gibt, fühlt sich Lagarde verpflichtet, den Spuren nachzugehen. Zufällig trifft er drei ehemalige Kollegen, die ihn gerne und sehr effizient bei den Nachforschungen unterstützen…
Es ist ein Krimi in einer sehr gemächlichen Gangart, der Spannungsbogen ist eher eine Waagerechte als ein Bogen. Der Plot ist gut, die Protagonisten sind sehr sympathisch. Und die Schilderungen der idyllischen Gegend rund um den Lac de Sainte-Croix sind sehr intensiv, farbenfroh und realitätsnah, passend zu einem Reiseführer. Genau diese Schilderungen allerdings, so gekonnt sie auch geschrieben sind, sind es, die mir im Verlauf des Buches auf die Nerven gingen. Kein Kapitelabschnitt ohne Landschaftsschilderung. Kein Ortswechsel ohne Landschaftsschilderung. Keine Befragung hier und dort ohne Landschaftsschilderung. Und genauso überbordend sind die Schilderungen der allesamt sicher sehr leckeren Essen, die gekocht werden oder in Restaurants zu sich genommen werden. Also zuviel Landschaft und zuviel regionale Küche, dafür jedoch zuwenig Spannung. Und genau das ruft in mir diesem Buch gegenüber leider gemischte Gefühle hervor.