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Veröffentlicht am 08.03.2018

Held wider Willen

Das Ravioli-Chaos oder Wie ich plötzlich Held wurde
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Lenni hat das Schicksal , eine berühmte Schwester zu haben, zumindest ist sie das aus ihrer Sicht, denn sie ist Darstellerin in einer Soap. Dadurch steht er als kleiner Bruder immer etwas in ihrem Schatten. ...

Lenni hat das Schicksal , eine berühmte Schwester zu haben, zumindest ist sie das aus ihrer Sicht, denn sie ist Darstellerin in einer Soap. Dadurch steht er als kleiner Bruder immer etwas in ihrem Schatten. Als er sich bei Otto im Spätkauf noch seinen Lieblingskaugummi besorgen will und ihn kurz vertritt, gibt es einen Überfall, der ihn zu einem Helden macht, der er eigentlich gar nicht ist. Mit seinem besten Freund Walze versucht er herauszufinden, was dies auf sich hat. Plötzlich ist auch er berühmt und will sich darin aber gar nicht sonnen, denn es war doch alles eigentlich ganz anders...Katja Reider nimmt den Leser mit auf eine Geschichte, in der es um Mut geht, um dessen verschiedene Variationen von Mutproben, den Mut zu haben Nein zu sagen , aber auch den Mut Dinge richtig zu stellen, auch wenn sie Ansehen kosten. Ein kurzweiliges Buch, für mich ein Buch für mutige und unmutige Jungs
( die das nicht nötig haben, mutig sein zu müssen...) zwischen 8 und 10 Jahren.

Veröffentlicht am 08.03.2018

Vom Vater, der immer da war...

Ach, Papa
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Mareike hat als gelernte Journalistin eine stilsichere Sprache, um ihre ganz eigene Problematik, die sie selbst in ihrer Vater-Tochter Beziehungen entwickelt hat, mit ihm aufzuarbeiten.Von einer, die auszog ...

Mareike hat als gelernte Journalistin eine stilsichere Sprache, um ihre ganz eigene Problematik, die sie selbst in ihrer Vater-Tochter Beziehungen entwickelt hat, mit ihm aufzuarbeiten.Von einer, die auszog , um ihren Vater wiederzufinden.Das Buch wirkt, wie eine Selbstreflexion des bisherigen Lebens und ist sehr individuell auf ihre eigene Thematik bezogen.Der Konflikt, für Außenstehende minimal wirkend, wird durch dieses Buch ein Stück abgearbeitet. Man bekommt einen Einblick über ihre familiären Strukturen, vor allem auch, wie reich das Leben bisher , in der es zwischenzeitlich zu einer gefühlten Entfremdung gekommen war.Schön finde ich, das hier keine Schuldigen gesucht werden, sondern diese Beziehung als gemeinsames Konstrukt wahrgenommen wird. Es wird über Beziehung im Allgemeinen, über das Selbst und Zweisamkeit gesprochen. Welchen Wert eine gute Bindung für das Funktionieren von partnerschaftlichen Beziehungen hat .Mir war Mareikes Vater durchweg sympathisch und Mareike erschien mir z.T ungerecht, was aber in der Sturm und Drang Zeit sicher normal ist und zu diesem späteren Gelingen geführt hat. Das Lesen war angenehm, es bleibt aber das Resultat, das es ein sehr individueller Roman ist , man an der gemeinsamen Geschichte der Beiden teilgenommen hat, als Betrachter und Zuhörer,...selbst Vater einer nun in der Pubertät befindlichen ersten Tochter bleibt für mich daraus der Wunsch, das mein Kontakt nicht 10 Jahre "schleift" und sich niemand von mir wirklich loslösen muß...we will see.

Veröffentlicht am 08.03.2018

mit einem Lächeln gehen...

Letzte Begegnungen
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Klappentext:

»Wenn Patienten zu mir sagen, dass man ja leider nichts mehr für sie tun könne, so sage ich immer, dass wir noch sehr viel für sie tun können – wir können sie nur nicht heilen.«
Hannah Haberland ...

Klappentext:

»Wenn Patienten zu mir sagen, dass man ja leider nichts mehr für sie tun könne, so sage ich immer, dass wir noch sehr viel für sie tun können – wir können sie nur nicht heilen.«
Hannah Haberland kümmert sich um Menschen, die keine Chance mehr auf medizinische Heilung haben. Sie und ihre Kollegen von der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung ermöglichen ihren Patienten, zu Hause in ihrem gewohnten Umfeld zu versterben. Die Palliativärztin gibt beeindruckende und berührende Einblicke in ihren intensiven Arbeitsalltag. Bei aller Professionalität muss die junge Ärztin erkennen, dass es Fälle und Schicksale gibt, die sie besonders berühren und an ihre Grenzen bringen. Wie viel professionelle Distanz ist überhaupt gerechtfertigt, wenn es um einen sterbenden Menschen geht? Und wie viel Nähe ist nötig, um einen Menschen in Würde auf seinem letzten Weg zu begleiten?



Persönlicher Leseeindruck:


Hannah Haberland beschreibt in autobiographischer und persönlicher Weise ihren beruflichen Alltag als Palliativmedizinerin in einem Palliativteam. Dabei werden ihre Leidenschaft und ihr Einfühlungsvermögen deutlich, wie individuell jedes Leben und Sterben aussieht, wie die Betroffenen damit umgehen.Welchen Einfluß Kultur, Glaube,Lebensgeschichte ,familiäres und soziales Umfeld und der Bezug zu sich selbst, als ein letztes Selbstbewusstsein diesen Weg zu etwas ganz individuellen werden lässt. Sie macht Mut, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und selbst zu bestimmen, wie dieser letzte Weg aussehen kann. In acht Episoden werden diese Wege an ganz unterschiedlichen Menschen und Lebenssituationen eindrucksvoll geschildert. Es stellt keine dokumentarische Sichtweise dar, sondern als Kurzgeschichten z.T fast romanhaft wahrzunehmen. Dabei gehen Sachlichkeit, Professionalität, Nähe, Abgegrenzt sein, Humor und Dienst für den Menschen Hand in Hand und zeugen eindrucksvoll, welche Leistungen auch in der Professionalität auf emotionaler Ebene verbleiben und verarbeitet werden müssen. Ein Buch, dass Betroffenen Mut macht, Familienangehörigen und Nicht- Betroffenen zum Denken anregt, Therapeutisch arbeitenden ein Aha - Erlebnis vermittelt und abschließend zeigt, das wir alle Menschen sind. Der Spruch, der mir sehr gut gefallen hat und für mich auch die menschliche Individualität ausdrückt: Jeder Mensch hat das Recht auf Unvernunft...und das sollte sich jeder auf seinen letzten Begegnungen auch herausnehmen. Ich kann nicht unbedingt bestimmen , wie ich komme , aber auf jeden Fall, wie ich gehe, wenn es mir möglich ist. Mein Körper gehört nur mir und keinem Klinikablauf.Vielen Dank Hannah Haberland!!!

Veröffentlicht am 08.03.2018

God saves Renate

Über Topflappen freut sich ja jeder. Weihnachten mit der Online-Omi
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«Weihnachten ist, wenn meine Tochter Kirsten sich ein Schälchen Müsli macht und zu meiner Gans sagt: ‹Das sind LEICHENTEILE.›»
«Als Kisten wegen Schengpfui den Weihnachtsbaum aus der Wohnstube räumte, ...

«Weihnachten ist, wenn meine Tochter Kirsten sich ein Schälchen Müsli macht und zu meiner Gans sagt: ‹Das sind LEICHENTEILE.›»
«Als Kisten wegen Schengpfui den Weihnachtsbaum aus der Wohnstube räumte, hat es mir gelangt. Seitdem geht es Weihnachten immer reihum, und letztes Jahr habe ich den Heiligen Abend mit Gertrud begangen. Ich sehe ein, dass Blut dicker als Wasser ist und das Fest bei Kirsten mal wieder fällig. Aber dorthin fahre ich nicht mit der Bahn! Letzthin habe ich da einem Mädel meinen Platz angeboten. - Und dann was das kein Blindenstock, sondern ein Stab für das Händi für Fotos! Die spinnen doch. Fliegen will ich!»
So beginnt das neue Abenteuer unserer Online-Omi: Renate gerät in das falsche Flugzeug - und landet im London. Aber Harrods hin, Herzogin Kät her, zu Hause ist es doch am schönsten, und so versucht sie alles Mögliche, um wenigstens zu den Feiertagen zurückzukommen, denn:
«Auf Silvester mit Ilse und Kurt freute ich mich schon jetzt. Sie wollen dieses Jahr Racklett mit mir machen. Da wird am Tisch gegrillt, sagt Ilse. Wo wir wohl die Holzkohle herkriegen im Dezember?»

Für mich ist Renate einfach ein absolutes Original. Die ganze Familie kennt Renate, seit dem wir sie bei einer Urlaubsfahrt im Auto gehört haben. Ihre Kommentare auf Facebook werden regelmäßig vorgetragen und so erscheint sie fast real. Sie vereint so viele Marotten, die man von der eigenen Oma, alten Tanten, Nachbarinnen etc. kennt, das es zu einem steten Wiedererkennen kommt und einem zu Gelassenheit im Umgang mit dem nicht immer einfachen Klientel verhilft.Thorsten Rhode, der unter diesem Pseudonym schreibt hat hier einen großartigen Charakter erschaffen.Marie Gruber passt für mich perfekt in diese Rolle und macht dieses Hörbuch zu einem absoluten humoristischen Genuss.Ich vergebe 5 von 5 Sternen und hoffe auf viele weitere Abenteuer und ein langes Leben von Renate.

Veröffentlicht am 08.03.2018

Geschwisterliebe mit vielen Streichen

König Lennard oder Sommer ist dann, wann wir wollen
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Lennard ist der große Bruder von Lana.Sie kommt nach den Sommerferien in die Grundschule, jedoch leider in eine andere Schule, als ihr großer Bruder Lennard, der dann in die 4. Klasse kommt.Lennard trägt ...

Lennard ist der große Bruder von Lana.Sie kommt nach den Sommerferien in die Grundschule, jedoch leider in eine andere Schule, als ihr großer Bruder Lennard, der dann in die 4. Klasse kommt.Lennard trägt eine Krone mit 10 Edelsteinen , die ihm geheimnisvolle Fähigkeiten verleihen, vor allem aber liefern sie den beiden Geschwistern immer wieder lustige und brenzlige Situationen.Sie machen viele Streiche, die jedoch nie boshaft sind und die immer zeigen, das sich Geschwisterliebe lohnt und auch, wie toll es ist einen großen Bruder zu haben.
Das Buch eignet sich gut zum Vorlesen, macht auch dem Erwachsenen Spaß und ist schnell ausgelesen.Man kann sich über seine eigene Lieblingsepisode unterhalten und welchen Streich man am Liebsten hatte.Ein gelungenes Buch, das ein gutes Gefühl hinterlässt.Für den 5. Stern hätte ich mir etwas mehr Illustration gewünscht, gerade, weil die vorhandenen Zeichnungen sehr schön sind und dem Kind vllt. noch etwas mehr den Inhalt veranschaulichen könnten.Zumindest bemerkte das meine Tochter Charlotte, 7 Jahre.