fesselnd, witzig und moralisch flexibel
Notizen eines KillersEin fesselnder Kurz-Thriller, der mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen hat! Die Geschichte entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, und stellt die eigene Moral ...
Ein fesselnder Kurz-Thriller, der mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen hat! Die Geschichte entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, und stellt die eigene Moral auf eine harte Probe. Denn obwohl man instinktiv mit den Opfern mitfühlen sollte, erwischt man sich dabei, wie man stattdessen dem Auftragsmörder die Daumen drückt und hofft, dass er seine Pläne ohne Zwischenfälle durchziehen kann. Ansgar Sittmann versteht es meisterhaft, die Perspektiven so geschickt zu verschieben, dass man sich auf die Seite des „Bösen“ schlägt – und das, ohne dass es sich falsch oder befremdlich anfühlt. Genau dieser Perspektivwechsel macht den Thriller so außergewöhnlich und packend.
Emilie ist eine faszinierende Protagonistin, die durch einen scheinbar belanglosen Zufall – den Fund des Manuskripts des Mörders – mitten in das tödliche Spiel hineingezogen wird. Doch anstatt sich mit aller Kraft davon zu distanzieren, wird sie von einer unaufhaltsamen Neugier ergriffen, die sie immer tiefer in die Geschichte des Killers hineinzieht. Ihr innerer Konflikt, das ständige Ringen zwischen Faszination und Angst, macht sie zu einer vielschichtigen und authentischen Figur, mit der ich mich sofort verbunden gefühlt habe. Sie verkörpert die dunkle Seite der menschlichen Neugier – das Verlangen, Dinge zu verstehen, die man eigentlich nicht begreifen sollte.
Das Tempo des Thrillers ist atemberaubend, die Spannung durchgehend hoch, und die kurzen, präzisen Kapitel haben mich regelrecht durch die Seiten getrieben. Jede Wendung hat mich noch tiefer in die Handlung gezogen, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ich habe es regelrecht inhaliert! Mein einziger Kritikpunkt? Es hätte ruhig noch länger sein können! Ich hätte mir noch mehr Einblicke in das Denken des Killers, noch mehr packende Aufträge und noch mehr moralische Zwickmühlen gewünscht. Doch vielleicht ist genau das die Kunst dieses Thrillers – dass man am Ende mit einem atemlosen „Mehr davon!“ zurückbleibt.