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Veröffentlicht am 15.09.2016

Deutschland im Blaulicht - Notruf einer Polizistin / Tania Kambouri

Deutschland im Blaulicht
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In ihrem Buch berichtet die gebürtige Griechin über ihre Alltag al Polizistin auf Deutschlands Straßen. Es geht um die zunehmende Respektlosigkeit und Gewalt.
Vor knapp zwei Jahren hat sie einen Brief ...


In ihrem Buch berichtet die gebürtige Griechin über ihre Alltag al Polizistin auf Deutschlands Straßen. Es geht um die zunehmende Respektlosigkeit und Gewalt.
Vor knapp zwei Jahren hat sie einen Brief veröffentlicht, der anderen Polizisten aus der Seele spricht, aber leider hat sich seit da nur sehr wenig, bis nichts verändert. Dem Buch kann man sehr viele Informationen entnehmen, mit denen man niemals gerechnet hätte. Der Schreibstil ist locker und Frau Kambouri berichtet auch immer wieder über sich selbst, was ihr meine Bewunderung einbringt.
Solange sich in der Politik nichts tut, kann auch von Seiten der Polizisten nicht viel übernommen werden und dies ist anhand der aktuellen Flüchtlingskrise fatal.
Ein Buch das ich nur weiter empfehlen kann und das jeder einmal lesen sollte um zu erkennen was in unserem Staat wirklich schief läuft.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Vergangenheit und Gegenwart

Die Holunderschwestern
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Die Holunderschwestern / Teresa Simon 4/5
Katharina Raith hat sich ihren Traum erfüllt und hat zusammen mit ihrer Freundin Isabelle eine Restaurationswerkstatt in München eröffnet. Eines Tages steht der ...

Die Holunderschwestern / Teresa Simon 4/5
Katharina Raith hat sich ihren Traum erfüllt und hat zusammen mit ihrer Freundin Isabelle eine Restaurationswerkstatt in München eröffnet. Eines Tages steht der Engländer Alex Bluebird vor ihrer Tür und übergibt ihr die wertvollen Tagebücher ihrer Urgroßmutter Funny, die sich als Köchin einen Namen gemacht hat. Die Tagebücher reichen bis 1918 zurück.
Isabelle ist hauptsächlich unterwegs um alte Fundstücke zu ergattern, darunter eine alte, komplette Ladentheke, die noch eine wichtige Rolle spielen wird.
Fanny ist alleine nach München gezogen um dort bei einer jüdischen Familie als Köchin zu arbeiten, während ihrer Zwillingsschwester Fritzi zu Haus vor Sehnsucht vergeht und die ihrer Schwester bald nachreist. Von da ab kommt es zu einer fatalen Ereigniskette.
Die Erzählstränge wechseln immer zwischen Gegenwart und Vergangenheit, ich könnte nicht sagen welcher Teil mir besser gefallen hat. Der ganzen Geschichte mangelt es nicht an Spannung und man möchte das ganze Buch am liebsten in einem Rutsch lesen. Ein wenig gestört an dem Buch hat mir nur die schriftweise in Kursiv, die sehr häufig vorgekommen ist, und die ich schlecht lesen kann.
Vom Thema und der Schreibweise her konnte mich die Story Voll und ganz überzeugen und ich kann es nur jedem weiter empfehlen der gerne Geschichten liest, die sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit spielen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Mein absolutes Highlight im Bereich Thriller für dieses Jahr

I Am Death. Der Totmacher
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Gleich vorweg kann ich schreiben dass Chris Carters siebter Band für mich zu dem bisherigen Jahreshighlight im Bereich Thriller gehört. keiner versteht es wie er von der ersten Seite an Spannung aufzubauen ...


Gleich vorweg kann ich schreiben dass Chris Carters siebter Band für mich zu dem bisherigen Jahreshighlight im Bereich Thriller gehört. keiner versteht es wie er von der ersten Seite an Spannung aufzubauen und diese dann noch bis zum Ende ins fast unerträglich zu steigern.
Vor dem Airport in Los Angeles wird eine übel zugerichtete Leiche gefunden, die das Ausmaß dessen was Hunter und Garcia bisher gesehen haben bei weitem übersteigt.
Nur kurz darauf wird eine zweite Frauenleiche gefunden, die aber einen ganz anderen Modus Operanti aufweist. Gäbe es da nicht den Hinweis "Ich bin der Tod" wären die beiden Fälle nicht als zugehörig angesehen worden.
Den beiden Ermittlern ist klar, dass das Morden weitergehen wird.
In einem weiteren Handlungsstrang geht es um einen Jungen, der von dem Mörder gefangen gehalten und gequält wird.
Der Mörder ist hochintelligent und plant alles bis ins letzte Detail, ihm unterlaufen keine Fehler. Die einzigen Hinweise, durch die man ihm auf die Spur kommen kann, kommen durch seine Briefe, die er zunächst an den Bürgermeister, und dann an die Ermittler selbst verschickt.
Man merkt bei jeder Zeile das Crater sein Handwerk versteht, nicht nur sein flüssiger Schreibstil überzeugt, nein mir gefallen auch sehr gut die Beschreibungen zur Ermittlungsarbeit und zu Autopsien sehr gut, die er immer wieder einfließen lässt. Bei vielen Schriftstellern lenkt dies vom Fall ab, hier ist das niemals der Fall und man lernt etwas dabei und liest ganz gebannt weiter.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für Band sieben der Reihe, allerdings sollte man schon etwas abgehärtet sein, da es doch sehr detailreiche und brutale Beschreibungen gibt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ehrlich und emotional

Meinen Hass bekommt ihr nicht
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Antoine passt zu Hause auf seinen 17 Monate alten Sohn Melvil auf während seine Frau das Konzert in Bataclan besucht. Zuerst bekommt er nur am Rande in den Nachrichten mit was geschehen ist. Als er es ...

Antoine passt zu Hause auf seinen 17 Monate alten Sohn Melvil auf während seine Frau das Konzert in Bataclan besucht. Zuerst bekommt er nur am Rande in den Nachrichten mit was geschehen ist. Als er es voll erfasst, versucht er mehrfach seine Frau zu erreichen und nachdem mehrere Verwandte eintreffen um sich um seinen Sohn zu kümmern, fährt er auf der Suche nach ihr, los.
Wieder zu Hause beginnt er auf Facebook seine Gedanken und Gefühle zu posten, die mich jetzt beim Lesen sehr bewegt haben.
So schreibt er z. b. auf Seite 60:
"Ihr wollt das ich Angst habe, dass ich meine Mitbürger misstrauisch beobachte, das ich meine Freiheit der Sicherheit opfere, Verloren. Der Spieler ist noch im Spiel.
Ich habe sie heute Morgen endlich gesehen. Nach Nächten und Tagen des Wartens. Sie war genauso schön wie am Freitagabend, als sie ausging, genauso schön wie damals, als ich mich vor mehr als zwölf Jahren unsterblich in sie verliebte. Zugegeben, der Kummer zerreißt mich, diesen kleinen Sieg habt ihr errungen, aber er wird von kurzer Dauer sein. Ich weiß, dass sie jeden Tag bei uns sein wird und dass wir uns in jenem Paradies der freien Seelen wiederbegegnen werden, zu dem ihr niemals Zutritt haben werdet."
"………und sein ganzes Leben lang wird dieser kleine Junge euch beleidigen, weil er glücklich und frei ist. Dann nein, auch seinen Hass bekommt ihr nicht."
Ich denke dieser Ausschnitt sagt mehr als tausend Worte. Ein sehr berührendes und ehrliches Buch das teilweise nur schwer auszuhalten ist.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Sehr unterhaltsamer Roman um eine starke Frau

Die Walfängerin
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Mir hat der historische Roman von Ines Thorn sehr gut gefallen. Anfangs fand ich die Geschichte noch nicht ganz so interessant, lies hat sich aber sehr schnell gegeben und ich war mitten drin im Geschehen.
In ...

Mir hat der historische Roman von Ines Thorn sehr gut gefallen. Anfangs fand ich die Geschichte noch nicht ganz so interessant, lies hat sich aber sehr schnell gegeben und ich war mitten drin im Geschehen.
In der Geschichte aus dem 18. Jahrhundert spielt Maren, die mit ihrer Familie in Rantum auf Sylt lebt, die Hauptrolle. Seit ihrer Kindheit kennt sie Thies von Heinen, in den sie auch verliebt ist, und bald steht fest das sie heiraten werden.
doch dann kommt alles ganz anders, der mächtigste Mann der Insel, Kapitän Rune Boys, hält um ihre Hand an. Maren lehnt entschieden ab, doch dann zerstört ein schwerer Sturm ihr Haus und sie ist auf den Kapitän angewiesen, der ihrer Familie als einziger einen Kredit gewähren kann. Da es nicht gelingt den Kredit zurück zu zahlen fordert der Kapitän Maren auf mit ihm auf -walfang zu gehen.
Ist das Buch auch nicht in einer historischen Sprache geschrieben, so fällt es einem durch die schönen Beschreibungen nicht schwer sich Sylt im 18. Jahrhundert vorzustellen.
Maren ist für die damalige Zeit eine sehr selbstsichere und starke Frau, die es versteht ihren Willen durch zu setzen, auch wenn sie spät erkennt das ihr Weg nicht der Richtige war.
Rune Boys bleibt von Beginn an ein undurchsichtiger Mann, den man nicht durchschauen kann, und gerade dies macht die Geschichte von Seite zu Seite spannender. Ab der Mitte fliegen die Seiten nur so dahin und ich konnte das Buch bis mitten in der Nacht nicht mehr zur Seite legen, bis ich es zu Ende gelesen hatte.
Eine klare Leseempfehlung für diesen unterhaltsamen Roman.