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Veröffentlicht am 29.07.2018

Über die Liebe zu Büchern

Das Mädchen, das in der Metro las
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Jeden Morgen sitzt Juliette in der Metro auf dem Weg zu ihrer eintönigen Arbeit in einem Maklerbüro und taucht ein in die Welten ihrer Romane. Mal begibt sie sich mit Marcel Proust auf die Suche ...

Jeden Morgen sitzt Juliette in der Metro auf dem Weg zu ihrer eintönigen Arbeit in einem Maklerbüro und taucht ein in die Welten ihrer Romane. Mal begibt sie sich mit Marcel Proust auf die Suche nach der verlorenen Zeit, mal begleitet sie Hercule Poirot im Orientexpress Richtung Istanbul - manchmal beobachtet sie auch einfach die Menschen um sich herum, die in ihre Lektüre vertieft sind. Es sind die Bücher, die Juliettes Leben Farbe verleihen. Als sie eines Tages beschließt, zwei Stationen früher auszusteigen, begegnet sie dem schrulligen Soliman, der mit seiner Tochter Zaïde inmitten seiner Bücherstapel lebt. Soliman glaubt, dass jedes Buch, wenn es an die richtige Person übermittelt wird, die Macht hat, ein Leben zu verändern. Auserwählte Boten liefern für ihn diese kostbare Fracht aus, an die, die sie nötig haben. Bald wird Juliette zu einer Botin, und zum ersten Mal haben die Bücher einen wirklichen Einfluss, auch auf ihr Schicksal.

Ein kurzes, aber dafür umso eindruckvolleres Lesevergnügen über die Mach der Bücher.
Ich mag ja französische Literatur normalerweise nicht so gerne, aber dieses Buch konnte mich überzeugen. Es ist nicht aktionreich, es ist nicht spannend. Manch einer würde es als langweilig titulieren, ich fand es total beeindruckend und unglaublich berührend.
Sind wir nicht alle Buchliebhaber? Wollen wir nicht alle, dass dem Medium Buch mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird?

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, ich mochte den Schreibstil sehr gerne und die Protagonisten waren sehr liebenswert. So darf Literatur gerne sein. Auch französische.

Veröffentlicht am 25.07.2018

Ich fand es langweilig

Familie und andere Trostpreise
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Sonny Anderson Agelaste-Bim lebte die letzten zehn Jahre mit seinem Vormund Thomas in Süd Kalifornien. Er hat einen ganzen Sack voll Neurosen unter anderem hat er wohl eine Briefphobie. Und ausgerechnet ...

Sonny Anderson Agelaste-Bim lebte die letzten zehn Jahre mit seinem Vormund Thomas in Süd Kalifornien. Er hat einen ganzen Sack voll Neurosen unter anderem hat er wohl eine Briefphobie. Und ausgerechnet an seinem einundzwanzigsten Geburtstag bekommt er unter anderem ein Millionenvermögen und ein paar Briefe. Briefe, die sein Leben ordentlich auf den Kopf stellen ...

Soweit ein kleiner Einblick in den Inhalt. Der Klappentext hörte sich echt gut an, auf dem Rückcover steht "Urkomisch und Herzzerreißend zugleich". Entweder war das der Falsche Text, oder mit meinem Humor stimmt was nicht.
Ich fand das Buch ganz fürchterlich langweilig. Es kam überhaupt keine Stimmung auf und von Herzzerreißend ist es meilenweit entfernt.
Ich fand den Schreibstil schon schrecklich langweilig, es kam überhaupt nichts dabei rüber. Irgendwie plätscherte es nur so vor sich hin und dann neigt der Erzähler zu vielen, vielen Wiederholungen, was den Spannungsbogen auch nicht wirklich spannte.

Irgendwie habe ich das Gefühl zur Zeit haben alle "Helden" in den Büchern irgendwelche Neurosen und Ticks. Oder sie haben Depressionen oder Krebs ...
Gibt es tatsächlich keine "normalen" Menschen mehr, die etwas aufregendes Erleben?
Dieses Buch hat mich jedenfalls ganz fürchterlich gelangweilt

Veröffentlicht am 24.07.2018

Hausmütterchen

Verrücktes Herz
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Vollzeitmutter Ava würde am liebsten für immer auf eine Karibikinsel flüchten oder sich mit einer Rakete auf den Mond schießen. So einfach ist das jedoch leider nicht, wenn alle Erwartungen an ...

Vollzeitmutter Ava würde am liebsten für immer auf eine Karibikinsel flüchten oder sich mit einer Rakete auf den Mond schießen. So einfach ist das jedoch leider nicht, wenn alle Erwartungen an einen gerichtet sind und man selber so schlecht nein sagen kann. Dass sie aber anstelle der Karibik in der Klapse landet, hätte selbst sie nicht für möglich gehalten. Peinlich nicht nur vor den Nachbarn, sondern auch deswegen, weil ihr ausgerechnet jetzt die große Liebe über den Weg läuft …

Eigentlich fing die Geschichte ja ganz witzig an. Ava, das Hausmütterchen langweilt sich Zuhause, hat es satt als Dienstmagd, Köchin und Stubenmädchen herzuhalten. Aber dann wird es mit zu bizzar. Ich habe das Gefühl zur Zeit schreibt jeder ein Buch über die neue Volkskrankheit Depression oder über ein Burnout.
In diesem Fall ist es wohl ein Mischung aus beidem.
Zwischendurch ist es mal ganz lustig, wie der Klinikalltag geschildert wird, oder wie Ava die Mutter der Station wird, aber im Endeffekt ist es nicht neues, sondern ein immer wieder aufgewärmtes Thema.
Für mich war es schade ums Geld ...

Veröffentlicht am 22.07.2018

Tolles Buch über ein alltägliches Thema

Sprichst du Schokolade?
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Was tun, wenn man nicht dieselbe Sprache spricht und aus unterschiedlichen Kulturen kommt? Die rebellische und selbstbewusste Jaz und ihre neue Mitschülerin Nadima machen es vor: Sie tauschen ...

Was tun, wenn man nicht dieselbe Sprache spricht und aus unterschiedlichen Kulturen kommt? Die rebellische und selbstbewusste Jaz und ihre neue Mitschülerin Nadima machen es vor: Sie tauschen Süßigkeiten aus und verständigen sich mithilfe von Emojis. Und so wird schnell klar, dass sie mehr Gemeinsamkeiten haben, als sie je gedacht hätten. Der Anfang einer ganz besonderen Freundschaft! Doch wie jede Freundschft wird auch diese auf die Probe gestellt ...

Das Buch verfügt über ein wunderschönes Cover, welches junge Mädchen sicher anspricht.
Der Schreibstil ist gut zu lesen und dem Zielalter angepasst. Nun kommt noch das Thema der Geschichte und ich muss sagen, es ist sehr gut gewählt. Ein tolles Buch über ein alltägliches Thema. Wie fühlt man sich als Neue? Und vor allem, wie fühlt man sich als Neue, wenn man kein Wort versteht?
Jeden Tag kommen in Deutschland und auch in anderen Ländern der EU Kinder in die Schule, die der Muttersprache dieses Landes nicht mächtig sind und Cas Leser hat ein berührendes Buch darüber geschrieben.
Mir gefiel die Thematik sehr gut und die Geschichte ist wirklich sehr schön erzählt.
Typisch für ein Kinderbuch gibt es natürlich auch die "bösen" Mädchen (Zicken), aber die gehören einfach dazu.

Eine wirklich gelungen Geschichte über Freundschaft, die auch ohne viele Worte besteht.

Veröffentlicht am 21.07.2018

Was ist schon normal?

Spinster Girls – Was ist schon normal?
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Wir sind stark, wir lassen uns nichts sagen und küssen trotzdem. Wir sind die Spinster Girls!

Alles, was Evie will, ist normal zu sein. Und sie ist schon ziemlich nah dran, denn immerhin geht ...

Wir sind stark, wir lassen uns nichts sagen und küssen trotzdem. Wir sind die Spinster Girls!

Alles, was Evie will, ist normal zu sein. Und sie ist schon ziemlich nah dran, denn immerhin geht sie wieder zur Schule, auf Partys und hat sogar ein Date. Letzteres entpuppt sich zwar als absolutes Desaster, dafür aber lernt sie dadurch Amber und Lottie kennen, mit denen sie den Spinster Club gründet. Doch schafft sie es auch, mit ihren neuen Freundinnen über ihre Krankheit zu sprechen?

Spinster sind normalerweise alte Jungfern. Evie und ihre Freundinnen Lottie und Amber wollen diesem Begriff einen positiven Effekt geben und nennen sich Spinster Girls. Sie sind Mädchen, sie Spaß haben wollen ohne sich um die Klischees zu kümmern.
Der Schreibstil ist anders als ich gewohnt bin, aber durchaus gut. Mir gefällt es, wie mit der Thematik "Zwangsstörung" umgegangen wird. Überhaupt ist es gut, dass in dem Buch kein Blatt vor den Mund genommen wird. Eine gut erzählte, berührende Geschichte über Freundschaft, erste Liebe und wie es ist "normal" zu sein.