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Veröffentlicht am 10.04.2021

Liebesgeschichte mit Bad Boy zum Träumen

Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt
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Meine Meinung
Nach vier Romanen muss ich nun offiziell zugeben, dass ich ein Fan von Brittainy C. Cherry bin und ihre restlichen Bücher definitiv auch noch bei mir einziehen werden. »Wenn der Morgen die ...

Meine Meinung
Nach vier Romanen muss ich nun offiziell zugeben, dass ich ein Fan von Brittainy C. Cherry bin und ihre restlichen Bücher definitiv auch noch bei mir einziehen werden. »Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt« handelt von Grace, die nach einer gescheiterten Ehe zurück in ihr Heimatstädtchen zieht. Und ganz nach amerikanischem Klischee wird dort getratscht was das Zeug hält. Gleich zu Beginn läuft sie Jackson über den Weg, der als schwarzes Schaf der Stadt unfreundlicher nicht sein könnte. Aber trotz seiner abweisenden Art fühlt Grace sich zu ihm hingezogen, nicht zuletzt, weil sie merkt, dass mehr hinter seiner Fassade steckt. Und Jackson geht es ähnlich.

Ich mochte die beiden sehr. Ehrlich gesagt mochte ich bisher alle von BCCs Charakteren. Grace ist gebeutelt vom Leben und muss dazu noch die Trennung von ihrem Ehemann hinnehmen, den sie noch immer liebt. Jeder, der schon mal eine Trennung mitgemacht hat, sei es Ehemann oder Freund, kann sich in Grace hineinversetzen, deshalb mochte ich sie auch schon von Beginn an. Und obwohl Jackson zu Beginn überhaupt nicht nett ist und man ihm im wahren Leben nie wieder über den Weg laufen möchte, habe ich auch ihn schnell ins Herz geschlossen. Nicht zuletzt weil er sich so rührend um seinen Labrador Tucker kümmert. Ein großer, muskulöser Kerl mit Hund … welches Mädchen steht nicht darauf?

BCC gibt ihren Charakteren einfach viele kleine Ecken und Kanten, dadurch dass Grace und Jackson sich ab einem bestimmten Punkt im Buch irgendwann anfangen, beliebige Fakten über sich selbst aufzuzählen. Man merkt, wie viel Mühe sich bei der Charaktergestaltung gegeben wurde. Das merkt man generell bei allen Büchern von ihr.

Die Geschichte der beiden entwickelt sich langsam und ist dennoch nie langweilig. Man hat Zeit, die Entwicklung zwischen den beiden mitzuverfolgen und wie sie sich näherkommen, obwohl beide einander am Anfang ja so gar nicht mögen. Das hat mir gut gefallen, denn es braucht Zeit, Hass abzulegen, der so tief verwurzelt ist wie bei Jackson. Und auch für Grace ist es nicht leicht hinter all die Vorurteile zu schauen, die ihr von jedem in dem kleinen Städtchen über Jackson erzählt werden. Aber dafür hat sie ihre tolle, kleine Schwester Judy und Josie, die Tochter der Inhaber des Silent Book Shop – auch so eine tolle Idee von der Autorin, von der ihr selbst lesen müsst.

Fazit
»Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt« ist eine Geschichte zum rundum Wohlfühlen. Man geht mit Grace und Jackson durch ihre Höhen und Tiefen, erlebt Fortschritte und Rückschläge und wie man ganz langsam aber kontinuierlich seine Vorurteile fallen lässt und den Menschen vor sich wirklich anschaut. Ich habe die Lesezeit mit den beiden genossen und will eigentlich gar nicht viel mehr zu dem Buch sagen, weil es um viel mehr geht, als der Klappentext vermuten lässt. Irgendwie ist das bei allen Büchern von Brittainy C. Cherry so. Von mir bekommt das Buch auf jeden Fall 5 von 5 Sternen für tolle Idee, die liebenswürdigen Charaktere und einen super schönen, flüssigen und einfühlsamen Schreibstil, der es einem leicht macht, einfach für mehrere Stunden in die Geschichte abzutauchen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2021

Tiefe Gefühle über Verlust und Trauer

Wie die Ruhe vor dem Sturm
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Meine Meinung
»Wie die Ruhe vor dem Sturm« ist mein zweites Buch von Brittainy C. Cherry und ich bereue es, so lange damit gewartet zu haben, überhaupt ein Buch zu lesen. Aufmerksam auf sie geworden bin ...

Meine Meinung
»Wie die Ruhe vor dem Sturm« ist mein zweites Buch von Brittainy C. Cherry und ich bereue es, so lange damit gewartet zu haben, überhaupt ein Buch zu lesen. Aufmerksam auf sie geworden bin ich schon als »Wenn Donner und Licht sich berühren« veröffentlicht wurde.

»Wie die Ruhe vor dem Sturm« hat mich auf jeden Fall von Seite 1 an mitgerissen. Ellie und ihre Cousine waren mir von Beginn an sympathisch, obwohl BCC schon ein Klischee damit bedient, dass die Freundin der Hauptfigur viel heißer ist als sie selbst und dazu noch unglaublich nett und liebevoll. Trotzdem mochte ich Shay. Sie hat Ellie aus ihrem Schneckenhaus gelockt. Bei Ellie selbst fand ich es sehr schön, dass sie auch Jahre später ihrem Stil treu geblieben ist. Natürlich hat sie sich verändert, wie jeder das mit der Zeit tut, aber sie war immer noch Ellie. Immer noch introvertiert und Strickjacken liebend. Hach ja, und dann ist da natürlich Grey. Jedes Mädchen träumt von so einem Jungen. Gutaussehend, charmant, beliebt und dennoch tiefgründig.

Mir hat der Aufbau der Geschichte sehr gut gefallen. In letzter Zeit habe ich viele Geschichten gelesen, in denen sich Kapitel aus der Vergangenheit und der Gegenwart abwechseln, nicht zuletzt BCCs »Durch die kälteste Nacht«. In WdRvdS ist das anders. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Teil 1 behandelt Greys und Ellies Kennenlernen als Teenager, Teil 2 dann ihr Wiedersehen viele, viele Jahre später. Das war sehr angenehm und in dieser Geschichte sogar von Vorteil. So hat man schon alle Hintergrundinformationen über Ellie und Grey und ist umso verwunderter wie aus diesem lieben Jungen so ein kalter, innerlich kaputter Mann werden konnte.

Mich hat diese Geschichte auf eine unglaublich berührende Reise mitgenommen. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, weil ich ständig wissen wollte, wie es weitergeht. Wann die beiden sich endlich wieder näher kommen. Dabei war der Schreibstil hat der Schreibstil natürlich auch eine große Rolle gespielt. BCC schreibt klar und deutlich, kann Gefühle mit wenigen Sätzen auf den Punkt bringen, sodass sie ihre volle Wirkung entfalten können, weil der Leser genau versteht, was sie sagen möchte.

Wenn ich Vergleiche zu BCCs »Durch die kälteste Nacht« ziehe, gefällt mir dieses Buch hier sogar noch besser, weil der Plot nicht so glatt ist. Es gibt mehr Hindernisse, mehr Rückschläge beziehungsweise Misserfolge. Das hat mir gut gefallen, weil es so … realistisch war. Das Leben ist schließlich ja nicht glatt und bloß weil wieder ein geliebter Mensch in dein Leben tritt, heißt das ja nicht, dass direkt alle Wunden zu heilen beginnen. Das hat Brittainy C. Cherry in diesem Buch sehr schön gezeigt.

Mehr will ich zu diesem Buch jetzt auch gar nicht sagen, weil ich dann zu viel vor wegnehmen würde. Nur so viel: Der Klappentext verrät nur einen Bruchteil der Handlung, die sich auf diesen 437 Seiten entfaltet. Es geht um viel mehr, als ich angenommen habe, was auch dazu beträgt, dass mich diese Geschichte so berührt hat.

Fazit
Brittainy C. Cherry hat mit »Wie die Ruhe vor dem Sturm« einen wunderschönen, gefühlvollen und vielschichtigen New Adult Roman geschaffen, in dem man einfach nur versinken möchte. Ellie, Grey, seine beiden Töchter und Shay, Ellies Cousine, sind Charaktere, die man von Beginn an ins Herz schließt. Jeder überzeugt mit anderen Stärken, was das Buch so vielfältig macht. Ich habe das Lesen sehr genossen und kann diese Geschichte nur jedem weiterempfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2021

Anders als erwartet, aber trotzdem sehr schön

What if we Drown
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Meine Meinung
Durch »What if we Drown« von Sarah Sprinz bin ich erst durch Instagram so wirklich aufmerksam geworden. Dadurch, dass ich bei Lyx viel herumstöbere, bin ich schon ein oder zwei Mal über das ...

Meine Meinung
Durch »What if we Drown« von Sarah Sprinz bin ich erst durch Instagram so wirklich aufmerksam geworden. Dadurch, dass ich bei Lyx viel herumstöbere, bin ich schon ein oder zwei Mal über das Cover gestolpert, aber andere Bücher haben mich mehr angezogen. Auf Instagram habe ich dann gesehen, wie viele von der Geschichte begeistert waren und habe dann doch mal einen Blick auf den Klappentext geworfen und es mir dann in der kurzen Zeit, in der die Buchhandlungen geöffnet waren, geholt. Es hat sich gelohnt.

Im Gegensatz zu vielen anderen New Adult Büchern wird diese Geschichte ausschließlich aus Lauries Perspektive erzählt. Ich schätze beide Varianten sehr, fand aber, es war angenehm noch mal eine durchgängige Sichtweise zu haben. Der Schreibstil von Sarah Sprinz liest sich sehr locker und flüssig und es hat wirklich viel Spaß gemacht, die Geschichte zu verfolgen.

Sam, den männlichen Protagonisten, habe ich, obwohl es keine Kapitel aus seiner Sicht gab, schnell in mein Herz geschlossen. Er ist ein sanfter Charakter und ich liebe Geschichten, in denen der Junge nicht vor Selbstbewusstsein strotzt, einfach sehr. Er war unsicher, er wusste nicht, ob Laurie so fühlt wie er. Er hat deshalb sogar Gespräche mit seiner besten Freundin geführt. Das war einfach toll. Genauso gern hatte ich Hope und Emmett, obwohl sie in diesem Band keine allzu große Rolle gespielt haben. Deshalb freue ich mich umso mehr auf Band 2 und 3. Bei Laurie hat es etwas länger gedauert, bis sie mir vollends sympathisch war, was wohl daran liegt, dass ich in meinem Leben (zum Glück) noch nie eine wichtige Person verloren habe und ich mir nicht vorstellen kann (oder es vielleicht auch beängstigend finde), dass man so lange, intensiv und anhaltend um jemanden trauern kann.

Nach dem Lesen des Klappentextes, muss ich zugeben, habe ich einen etwas anderen Verlauf der Geschichte erwartet und so die ersten siebzig Seiten bin ich auch nicht ganz warm mit den Charakteren geworden. Kian war mir zu quirlig und kindisch, und Laurie, wie gesagt, zu sehr am jammern und irgendwie wurden dem Leser zu schnell zu viele Charaktere vorgestellt. Ich habe den Überblick zwar nicht verloren, aber ich persönlich schätze Geschichten mit wenigen, dafür aber sehr stark ausgearbeiteten Personen mehr. Naja, an einer Uni wohl eher schwer umzusetzen. Doch dann fing die Geschichte an Fahrt aufzunehmen und ich war zunehmend positiv überrascht. Kurzzeitig hatte ich Angst, dass es so eine Racheaktions-Geschichte wird, aber auch dem war nicht der Fall. Am Ende, auf der letzten Seite, war ich so von der Geschichte eingenommen, dass ich umgeblättert habe und erst mal irritiert auf das ›Danksagung‹ geschaut habe. ›Wie jetzt? Schon zu Ende? Wie kann das sein? Ich will noch mehr lesen.‹

Ich hoffe, dass man noch einiges von den beiden in den Folgebänden erfährt. Es wäre einfach toll, weil sie ein wirklich süßes Pärchen zusammen sind.

Fazit
»What if we Drown« von Sarah Sprinz hat mich überrascht. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, habe ich einen etwas anderen Verlauf der Geschichte erwartet, aber mir gefiel wie die Geschichte stattdessen verlaufen ist. Mit Laurie hatte ich Startschwierigkeiten, weil sie mir zu weinerlich war, aber nachdem die Geschichte anfing Fahrt aufzunehmen, wurde es spannend und die Seiten folgen so dahin. Am Ende war ich kurz perplex, dass sie schon vorbei ist. Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf die beiden nächsten Bände, in denen man mehr von Emmett, Hope und Amber erfahren wird, die mir von all den Nebencharakteren die sympathischsten waren.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.03.2021

Ein weiteres großartiges Buch von Ava Reed

Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen
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Meine Meinung
Nachdem ich in diesem Monat schon »Wenn ich die Augen schließe« von Ava Reed gelesen habe und begeistert war, wusste ich, ich muss ganz schnell das nächste Buch von ihr lesen. Die Entscheidung ...

Meine Meinung
Nachdem ich in diesem Monat schon »Wenn ich die Augen schließe« von Ava Reed gelesen habe und begeistert war, wusste ich, ich muss ganz schnell das nächste Buch von ihr lesen. Die Entscheidung war echt nicht leicht, weil alle so mega toll klingen, aber am Ende ist die Wahl auf »Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen« gefallen und ich bereue es keine Sekunde lang.

Ihr erstes Buch hat mich schon geflasht, aber nach diesem hier liebe ich die Autorin noch viel mehr. Die Geschichte von Leni wird so klar und bildhaft beschrieben, dass es mir kurzzeitig den Atem geraubt hat. Ich habe in meinem Leben noch nicht sonderlich viel Kontakt mit Leuten gehabt, die Depressionen haben – weder leicht noch schwer – und konnte mir, bis ich dieses Buch gelesen habe, nie wirklich vorstellen, wie das ist und wie es wohl angefangen hat. Klar, so rein theoretisch kannte ich die Symptome, aber ich konnte es mir eben trotzdem nicht wirklich vorstellen. Ich wusste, dass Depressionen nichts sind, was man mal eben abtut oder was sich die Menschen einbilden, aber dieses Buch hat meinen Blickwinkel noch mal völlig verändert.

Ava Reed beschreibt Lenis Gefühle so anschaulich, dass ich sie am eigenen Körper gespürt habe, diese Panik und die fehlende Motivation wirklich fühlen konnte. Natürlich ist nicht jeder so krass davon betroffen wie Leni, aber die Geschichte zeigt, wie sehr psychische Erkrankungen das Leben verändern können. Sie sind eben nichts, womit man sich mal einen Woche ins Bett legt und danach aufsteht und weiter macht wie bisher. Und dazu noch die Tagebucheinträge – so schön. Es hat dem Buch eine ganz persönliche Note verliehen.

Mir gefielen auch die Kapitel aus Mattis Perspektive. Wie schon im Klappentext steht, hat er sein ganz eigenes Päckchen mit sich zu tragen. Seine Krankheit war mir tatsächlich nicht unbekannt, wobei sie in den meisten Fernsehsendung als noch mal dramatischer dargestellt wird. Mir gefällt die Art und Weise, wie Ava Reed die Charaktere damit umgehen lässt. Auf der einen Seite macht sie klar, dass es definitiv ein Hindernis im Alltag ist, aber im Gegensatz zu den meisten anderen Darstellungen in Film und Fernsehen zeigt sie auch, dass man damit durchaus leben kann – eingeschränkt, aber leben.

Als ich beim letzten Drittel des Buches angekommen bin, war ich kurz skeptisch, ob mir die Richtung gefallen wird. Ich will nicht zu viel verraten, aber ich habe die Reise, die im Klappentext erwähnt wird, nicht wörtlich aufgefasst und hatte kurz Sorge, dass sie jetzt auf magische Weise Lenis Depressionen bessern beziehungsweise heilen wird, aber so kam es nicht. Natürlich lernt Leni etwas auf der Reise, aber es heilt sie nicht. Das Ende hat mir also gut gefallen und war, fand ich, recht realistisch. Es wird auf jeden Fall nicht mein letztes Buch von ihr gewesen sein, so viel steht fest. Wird bestimmt nicht lange dauern, bis »Wir fliegen, wenn wir fallen« und »Die Stille meiner Worte« bei mir einziehen. Danach folgen die Lyx-Bücher.

Fazit
»Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen« hat mich genauso überzeugt wie das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe. Ava Reed hat mir das Gefühl mit Depressionen zu leben auf eine ganz neue Weise nähergebracht und mein Verständnis für diese Menschen um einiges vertieft. Matti und Leni waren zwei unfassbar sympathische Charaktere, die ich fast nicht gehen lassen wollte. Und dann die Tagebucheinträge. Ich blättere immer wieder durch das Buch, um sie mir anzusehen. Absolutes Lese-Muss meinerseits. Ava Reeds Bücher sollte man nicht verpassen und es ist fast schon eine Schande, dass es so lange gebraucht hat, bis ich eins von ihr gelesen habe.

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Veröffentlicht am 24.03.2021

Berührend und emotional

Durch die kälteste Nacht
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Meine Meinung
Die Bücher von Brittainy C. Cherry stehen schon lange auf meiner Leseliste, aber ich wusste einfach nicht, mit welchem ich anfangen soll. Als dann »Durch die kälteste Nacht« am 17. März rauskam, ...

Meine Meinung
Die Bücher von Brittainy C. Cherry stehen schon lange auf meiner Leseliste, aber ich wusste einfach nicht, mit welchem ich anfangen soll. Als dann »Durch die kälteste Nacht« am 17. März rauskam, habe ich Nägel mit Köpfen gemacht und es mir geholt – und ich bereue es nicht. Kennedy und Jax haben mich vom ersten Moment an fasziniert, besonders die Rückblenden in die Kindheit der beiden habe ich geliebt, weil sie einfach so ungewöhnlich waren. Cherry erschafft Menschen, keine Durchschnittscharaktere, mit all ihren schrägen Eigenschaften, bei denen sich andere Autoren vielleicht nie trauen würden, sie ihren Protagonisten zu verpassen, aus Angst, dass die Leser sie nicht mögen könnten.

Man erfährt relativ schnell, was Kennedy passiert ist und mir zieht sich jetzt noch das Herz zusammen, wenn ich daran denke. Mehr als einen geliebten Menschen auf einmal zu verlieren ist einfach nur furchtbar und dann vom eigenen Ehemann auch noch so wenig Unterstützung zu erhalten ist grausam. Trotzdem bewundere ich, wie gut sie sich für ihre Verhältnisse hält, sie ist stark.

Das Kleinstadtsetting hat mir sehr gut gefallen und die Einwohner waren zum Teil so schräg, dass ich entweder lachen oder genervt die Augen verdrehen musste. Während des gesamten ersten Drittels war ich gespannt wie ein Flitzebogen, wann Kennedy denn endlich erfährt, dass der unfreundliche Kerl, dem der Wald hinter ihrem Häuschen gehört, ihr Kindheitsfreund von vor vielen Jahren ist. Es hat wirklich ein Drittel der Geschichte gedauert, in dem ich unruhig mit dem Bein auf und ab gewippt habe.

Außerdem fand ich es super schön, dass immer wieder Kapitel aus der Sicht von Jax geschrieben wurden. Dadurch konnte man als Leser schon schnell hinter seine unfreundliche Fassade blicken und hat gemerkt, dass Kennedy ihm gar nicht so egal ist, wie er alle glauben lassen möchte. Er hat sich schwer damit getan, sich zu öffnen, wodurch ich persönlich mich ihm so nahe gefühlt habe. Ich bin da eher wie Jax und nicht wie Kennedy, die über ihr Trauma sprechen muss, sprechen möchte.

Am sympathischsten von allen finde ich aber Kennedys neunzigjährige Nachbarin Joy. Von Sekunde eins habe ich sie ins Herz geschlossen. Ich liebe Geschichten, in denen ältere Menschen eine wichtige Rolle spielen und dem/der Protagonist(in) Tipps geben dürfen, damit sie besser mit ihren Problemen fertig werden. Joy ist eine richtige Knuddeloma, von der ich nicht genug bekommen konnte und irgendwie hoffe ich, dass sie in den Folgebänden der Compass-Reihe noch mal eine Rolle spielen wird. Es wäre soo schade, wenn nicht.

Am Ende der Geschichte gibt es auf jeden Fall noch mal einen kleinen Plottwist, der mich überrascht hat und auch wieder nicht. Schwer zu beschreiben. Er hat mich überrascht, weil ich hier nicht damit gerechnet habe und es auch spannender gefunden hätte, wenn es ihn nicht gegeben hätte. Und er hat mich nicht überrascht, weil es tatsächlich ein bisschen Klischee ist. Aber nichts, weshalb ich der Geschichte einen Stern abziehen würde.

Fazit
Cherry neuste Geschichte überzeugt mit viel Herz, einem schönen Setting, liebenswürdigen Protagonisten und mehreren tollen Nebenfiguren. Man kann sich mit den Charakteren identifizieren und leidet mit ihnen mit, obwohl man bei Jax nicht mal genau weiß, was damals passiert ist. Trotzdem spürt man, dass es ihm schlecht geht. Ich habe die Stunden, in denen ich in diese Geschichte abtauchen durfte, auf jeden Fall sehr genossen. »Durch die kälteste Nacht« war mein erstes Buch von Cherry, aber es wird nicht mein letztes bleiben. Das nächste steht schon in meinem Bücherregal bereit.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere