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Veröffentlicht am 06.06.2021

Statt süßen Liebessong perverser Briefwechsel

The Story of a Love Song
1

Meine Meinung
Ich bin von »The Story of a Love Song« leider maßlos enttäuscht. Dem Titel entsprechend habe ich eine wirklich süße Liebesgeschichte mit gefühlvollem Briefwechsel erwartet. Gespräche mit ...

Meine Meinung
Ich bin von »The Story of a Love Song« leider maßlos enttäuscht. Dem Titel entsprechend habe ich eine wirklich süße Liebesgeschichte mit gefühlvollem Briefwechsel erwartet. Gespräche mit Tiefgang und eine authentische Traumabewältigung. Tja, bekommen habe ich wirklich perverse Briefe, wie sie mit 13 das erste Mal einen Orgasmus hatte, während sie mit einem McDonalds Furby Schlüsselanhänger masturbiert hat. Nein, Danke!! Bis Seite 70 habe ich es geschafft, dann war mir das Buch wirklich zu ekelhaft. Luca und Griffin haben sich acht! Jahre nicht gesehen, dann schreibt er ihr wieder, sie antwortet und sofort gehen sie zu perversen Sexfantasien über a lá »Stehst du auf eine rasierte Muschi oder lieber ein wilder Busch?« oder »Bevorzugst du unbeschnittene Penisse oder beschnittene?« Wo bin ich da bitte gelandet? Im Englischen heißt das Buch »Dirty Letters«, der Titel hätte mich wenigstens vorgewarnt oder davon abgehalten das Buch zu kaufen, hätte ich das früher gewusst. Der deutsche Titel weckt völlig falsche Erwartungen. Einfach nur schade. Hatte mich wirklich auf das Buch gefreut. Da die anderen Bücher von Vi Keeland und Penelope Ward noch schlimmer sein sollen, wird das wohl auch mein einziges Buch bleiben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.05.2021

Science-Fiction vom Feinsten

Dunkelglühen
2

Meine Meinung
»Dunkelglühen« von Sarah Scheumer ist der erste Band der Starship Trilogie. Über die Geschichte bin ich nur zufällig gestolpert, aber das schöne Cover hat sofort meinen Blick auf sich gezogen. ...

Meine Meinung
»Dunkelglühen« von Sarah Scheumer ist der erste Band der Starship Trilogie. Über die Geschichte bin ich nur zufällig gestolpert, aber das schöne Cover hat sofort meinen Blick auf sich gezogen. Und nachdem ich den Klappentext gelesen habe, war klar, dass ich dieses Buch haben muss. Ich liebe Dystopien und Science-Fiction und habe die »These broken Stars«-Trilogie von Meagan Spooner und Amie Kaufman sowie die »Constellation«-Trilogie von Claudia Gray verschlungen. Wer diese Bücher ebenso liebt wie ich, der kommt hier voll und ganz auf seine Kosten.

Das Buch wird die gesamte Zeit aus der Ich-Perspektive von Maya erzählt und der Großteil der Handlung spielt auf dem Starship. Es gab mehrere Momente, besonders zu Beginn, die mich sehr überrascht haben. Wenn ich einen Klappentext lese, dann fange ich auch schon an über die restliche Handlung zu spekulieren und den Rest zu füllen. Auch hier habe ich das gemacht, aber oftmals verlief es ganz anders, als ich erwartet habe. Dadurch hatte ich wirklich viel Freude beim Lesen und Spekulieren über den Fortgang der Handlung. So gegen Ende des mittleren Teils wusste ich dann kurzzeitig gar nicht mehr, was jetzt noch groß kommen soll, aber auch da hat die Autorin mich wieder überrascht. Insgesamt war da Buch von vorne bis hinten spannend und ich glaube sogar, dass mich in Teil 2 und 3 noch mehr erwarten wird.

Beeindruckt war ich auch von dem Starship an sich. Sarah Scheumer hat so viel Liebe in die Gestaltung des Raumschiffs gesteckt, dass ich zwischendurch einfach nur geplättet war. Noch dazu diese präzisen Beschreibungen, damit man sich alles genau vorstellen kann … einfach wow. (Bei mir hat das zwar nur so semi funktioniert, aber das liegt in keinster Weise an der Autorin, sondern an meiner räumlichen Vorstellung. Die ist nämlich unterirdisch.) Die Autorin hat Ideen gehabt, von denen ich noch nie gelesen habe, und alles so unglaublich authentisch gestaltet. Man spürt in jeder Zeile die viele Arbeit, Recherche und Hingabe, die hinter diesem Buch steckt und ich, dass das Buch eine lange Reise hinter sich hat, wie es in der Danksagung heißt. Aber die hat sich gelohnt!

Genauso wie das Raumschiff und die Handlung ist auch Maya authentisch. Sie kümmert sich mit Hingabe um ihre kleine Schwester, versucht sich auf dem Schiff anzupassen und ihre Aufgaben zu erfüllen und auch noch für die anderen, die sie kennenlernt da zu sein. Ich mochte sie sehr schnell. Einzig was die Zerstörung der Erde anbelangt, wirkte sie auf mich ein wenig … kalt. Da hätte ich mir ein wenig mehr Gedanken und Gefühle gewünscht. Schließlich hat sie die letzten zwei, drei Jahre da mit unzähligen anderen um ihr Überleben gekämpft, aber dann lässt sie das alles so schnell hinter sich. Ich weiß nicht, ein wenig mehr Verzweiflung, ein wenig mehr Empathie, dass da gerade Milliarden Menschen ihr Leben verloren haben, hätte ich mir gewünscht. Vor allem, wenn sie an die Menschen denkt, die sie mit Namen kannte, selbst wenn sie sie nicht unbedingt gemocht hat. Vielleicht geht das auch nur mir so und es ist gewiss kein Grund, warum man das Buch nicht lesen sollte, denn es war großartig. Es ist mir bloß aufgefallen. Ansonsten habe ich jede Gefühlsregung von Maya auf meiner eigenen Haut gespürt.

Interessanterweise hält sich die Romanze zwischen ihr und Jordan sehr sehr in Grenzen, sie dominiert keinesfalls die Handlung und das war auch mal eine angenehme Abwechslung. In dieser Geschichte kommen sowohl die Romantiker, als auch die, die nur gute Science-Fiction wollen, auf ihre Kosten.

Fazit
»Dunkelglühen« von Sarah Scheumer ist ein Must-Read für jeden, der Science-Fiction liebt. Es ist spannend, authentisch, ein wenig romantisch und man hat jede Menge Gelegenheit über die Handlung zu spekulieren. Ich kann nur jedem empfehlen, dieses Buch zu lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2021

Tolles Finale, spannender als Band 1 und 2 zusammen

Spiel der Liebe (Die Schatten von Valoria 3)
2

Meine Meinung
»Spiel der Liebe« ist der finale Band der »Die Schatten von Valoria«-Reihe und auch der spannendste. Ich konnte das Buch fast zu keinem Zeitpunkt aus der Hand legen. Der Cliffhanger von Band ...

Meine Meinung
»Spiel der Liebe« ist der finale Band der »Die Schatten von Valoria«-Reihe und auch der spannendste. Ich konnte das Buch fast zu keinem Zeitpunkt aus der Hand legen. Der Cliffhanger von Band 2 ist so gelungen, dass man direkt zu Band 3 greifen muss und auch hier geht es direkt spannend weiter. Besonders in diesem Band habe ich genossen, dass die Geschichte sowohl aus Kestrels als auch aus Arins Sicht geschrieben ist.

Das Buch hat einige Überraschungen bereit gehalten, mit denen ich nicht gerechnet habe. Am Anfang habe ich unfassbar mit Kestrel mitgelitten, als sie im Arbeitslager war und auf den Moment hingefiebert, wenn sie und Arin sich wiedersehen, ohne zu wissen, wie lange ich darauf wohl warten muss. Gleichzeitig habe ich mit Arin gelitten, der Kestrel nach wie vor vermisst, obwohl er glaubt, dass sie längst mit dem Prinzen verheiratet ist und niemals in ihn verliebt war. Auf jeder einzelnen Seite habe ich gehofft, dass er bald rausbekommt, dass Kestrel seine Motte ist. Und dann muss er gleichzeitig noch die vielen Schlachten gegen das valorianische Imperium kämpfen. Die Spannung hat mich wirklich in Atem gehalten.

Auch in diesem Teil des Buches geht die Autorin wieder ausführlich auf die Gedanken und Gefühlswelt der Charaktere ein, wodurch man sich in beide Parteien hineinversetzen kann. Der Schreibstil ist wie in Band 1 und 2 flüssig zu lesen, aber immer noch anspruchsvoller. Durch das viele Kampfgeschehen und die ethischen Aspekte vielleicht sogar für den ein oder anderen anspruchsvoller als in den ersten beiden Bänden.

Generell hat mir die Beschreibungen der Kampfhandlungen in diesem Band sehr gefallen. In Band 2 gab es davon eher wenig, weil es da um die Strategien am Hofe ging, aber in Band 3 ist man mitten im Getümmel. Ich bewundere die Balance, die Marie Rutkoski hier hält. Sie macht durchaus deutlich, dass so ein Krieg auf beiden Seiten viele Opfer fordert (und ich habe gefühlt um jeden einzelnen getrauert, auch wenn es namenlose Gesichter waren) und geht doch nicht zu sehr ins Detail. Die Reihe ist schließlich immer noch eine Jugendbuch-Reihe. Das Kampfgeschehen wird so weit beschrieben, dass man es sich auch als Laie hervorragend vorstellen kann und ich dennoch nicht übertrieben blutig. Das hat mir sehr gefallen, weil Spannung nicht von möglichst vielen möglichst blutigen Sequenzen abhängt.

Außerdem wird der Leser immer weitestgehend im Dunkeln gelassen, was die strategischen Züge der Protagonisten anbelangt. Er wird angeteasert, aber was sie wirklich planen, erfährt er erst, wenn sie es auch ausführen. Deshalb musste ich einfach Seite um Seite lesen, um zu erfahren, was sie denn geplant haben und ob es gelingen wird.

Das Gleiche gilt für das Ende. Man merkt, dass Kestrel und Arin einen Plan haben, um den Krieg für sich zu entscheiden, aber worin der besteht, erfährt man bis zum Schluss nicht bzw. man wird sogar vorher noch aufs Glatteis geführt. Die letzten Seiten bergen noch einen Plottwist vom Feinsten.

Und neben den ganzen Kampfhandlungen kommt auch die Romanze zwischen Kestrel und Arin nicht zu kurz, sodass man Romantiker-Herz regelmäßig höherschlagen durfte.

Fazit
Bei diesem Buch hat es mir an nichts gefehlt. Es war spannend von der ersten bis zur letzten Seite mit der richtigen Prise Liebesgeschichte. Die Autorin versteht es wie keine zweite, spannende Szenen mit der richtigen Menge an Emotionen und ethischen Gedanken zu spicken. Ich habe den Abschlussband der Reihe einfach nur geliebt. Mehr als die ersten beiden Bände zusammen. Absolute Leseempfehlung von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2021

Nicht so spannend wie Band 1, aber trotzdem lesenswert

Spiel der Ehre (Die Schatten von Valoria 2)
2

Meine Meinung
Nach dem Ende von Band 1 musste ich sofort mit »Spiel der Ehre« weitermachen. Kestrel und Arin sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich liebe die Dynamik zwischen den beiden, weil sie auf der ...

Meine Meinung
Nach dem Ende von Band 1 musste ich sofort mit »Spiel der Ehre« weitermachen. Kestrel und Arin sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich liebe die Dynamik zwischen den beiden, weil sie auf der einen Seite so wunderbar miteinander harmonieren und auf der anderen Seite so verschieden sind.

Der zweite Band unterscheidet sich vom ersten grundlegend durch das Setting, in dem ein Großteil der Handlung spielt. In diesen beiden Bänden lernt der Leser die anderen Königreiche, die vorne auf der Karte im Buch abgebildet sind, besser kennen.

Kestrel ist jetzt am Hof im Königreich Valoria und hat sich dazu verpflichtet, den Sohn des Imperators zu heiraten. Damit ist sie alles andere als glücklich und lebt in dem ständigen Zwiespalt, ob sie einfach ihre Rolle als Imperatrix annehmen oder ob sie Arin und seinem Volk helfen soll.

Da es in diesem Band deutlich mehr um Strategie, Spionage und das Lösen von seltsamen Vorkommnisen am Hofe und weniger um Kampfhandlungen an sich geht, ist dieser Band nicht ganz so spannend wie der erste. Die Spannung nahm für mich erst gegen Ende des Buches rasant zu und hat mich dann mit einem atemlosen Cliffhanger zurückgelassen, der mein Herz entzweigerissen hat, sodass ich nahtlos zu Band 3 übergegangen bin, der zum Glück schon bereit lag.

Auch die Romanze zwischen Arin und Kestrel muss in diesem Band etwas kürzer treten, damit Kestrel sich nicht verrät. Das gefällt mir an dieser Reihe ohnehin bisher sehr gut: Die Romanze überlagert die eigentliche Story nicht, wie es oft bei solchen Reihen der Fall ist.

Insgesamt ist dieser Teil aber genauso lesenswert wie Band 1 und die Autorin verflechtet hier viele Vorkommnisse miteinander, auf deren Auflösung ich nicht mal ansatzweise gekommen bin und wie gesagt endet die ganze Handlung von Band 2 in einem atemlosen Cliffhanger. Die letzten Zeiten ist mein Herz ins Stolpern geraten, weil es nicht so schnell schlagen konnte, wie mir das Blut durch den Körper gerauscht ist.

Fazit
»Spiel der Ehre« ist nicht so spannend wie Band 1 der Reihe, aber definitiv wert gelesen zu werden. Es war toll, die anderen beiden Königreiche dieser Geschichte kennenzulernen und auch in diesem Band hält die Autorin einige Plottwist bereit, weil ich bis zum Schluss nicht wusste, wie die Fäden, die sie gesponnen hat, zusammengehören. Auch wenn die Liebesgeschichte zwischen Arin und Kestrel in diesem Band etwas weniger Platz einnimmt als im ersten, kommt sie nicht zu kurz. Es gibt dennoch ein paar Szenen, in denen Romantiker auf ihre Kosten kommen. Klare Leseempfehlung von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2021

Tolles Setting, überzeugende Charaktere und ein Mix aus Spannung und Gefühlen

Spiel der Macht (Die Schatten von Valoria 1)
2

Meine Meinung
Ich liebe dystopische Jugendromane. Mal mit Sci-Fi-, mal mit historischen Elementen, deshalb hat »Spiel der Macht« von Marie Rutkoski genau meinen Geschmack getroffen. Die Geschichte wird ...

Meine Meinung
Ich liebe dystopische Jugendromane. Mal mit Sci-Fi-, mal mit historischen Elementen, deshalb hat »Spiel der Macht« von Marie Rutkoski genau meinen Geschmack getroffen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Kestrel und Arin erzählt. Beide Blickwickel werden in Form der dritten Person erzählt, weshalb ich anfänglich kurz Schwierigkeiten hatte, mich ganz auf die Charaktere einzulassen. Ich persönlich lese nämlich lieber Geschichten aus der Ich-Perspektive. Außerdem wechseln die Sichten hin und wieder sehr kurz hintereinander. Ein Absatz Kestrel, der nächste Arin und der darauf wieder aus Kestrels Perspektive. Auch davon bin ich nicht soo der Fan. Sichtwechsel an sich mag ich, aber eigentlich lieber von Kapitel zu Kapitel und dann auch mindestens ein bis zwei Seiten lang. Das ist eigentlich mein Minimum. Zum Glück gab es auch sehr viel längere Kapitel, weshalb »Spiel der Macht« mich auch völlig für sich einnehmen konnte.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und verständlich, aber man muss konzentriert lesen, weil er etwas anspruchsvoller ist. Ich fand das toll, weil es super zur Atmosphäre der Geschichte gepasst hat, die in mir konsequent ein mittelalterliches Feeling hervorgerufen hat. Gepflasterte Wege wie bei den Römern, kaum bis gar kein fließendes Wasser, kein Strom, keine Autos. Gereist wird in Kutschen und es gibt eine deutliche Hierarchie in der Gesellschaft. Sowohl das Land als auch die Königreiche sind fiktiv. Marie Rutkoski hat ihrer Fantasie da freien Lauf gelassen und ein tolles Setting kreiert, in das man sofort mit allen Sinnen abtaucht. Kein Sinn wird vergessen. Noch dazu gibt es in der Hardcover-Version vorne und hinten eine Karte der Königreiche. Und hätte das allein mich nicht schon überzeugt, hätte es spätestens die Handlung getan.

Marie Rutkoski schmeißt einen mitten ins Geschehen hinein und man lernt die Welt langsam durch Erzählungen und Gedanken der Protagonistin kennen. Ich persönlich liebe diese Vorgehensweise sehr viel mehr als wenn vorher, zum Beispiel im Prolog, die gröbsten Eckdaten in einem Text zusammengefasst werden. Man lernt die Welt nach und nach kennen, was allein schon für Spannung sorgt, und setzt Stück für Stück ein Bild zusammen.

Sobald man mit dem Lesen der Geschichte beginnt, merkt man schnell, in welche Richtung die Handlung steuern wird, was bei einer dystopischen Geschichte nicht weiter verwunderlich ist. Natürlich will die Sklavengesellschaft nicht länger Sklavengesellschaft bleiben und erhebt sich gegen den Adelsstand. Überraschend für mich war dann allerdings, wie schnell das Ganze passiert, sodass ich mich gefragt habe, worum sich der Rest von Band 1 wohl drehen wird. Aber auch da wurde ich nicht enttäuscht. Es bleibt spannend bis zum Schluss und Band 1 lässt einen mit einem meines Erachtens wirklich fiesen Cliffhanger zurück.

So viel zur Handlung. Aber auch die Charaktere habe ich schnell ins Herz geschlossen. Die Autorin hat sie mit sehr viel liebe zum Detail und tiefgründigen Gedanken ausgestattet. Kestrel wirkt am Anfang, ganz entsprechend ihres Standes, schon sehr abgehoben, aber je weiter die Geschichte voranschreitet, desto besser lernt man sie kennen und sieht, dass viel mehr hinter ihrer Fassade steckt. Sie ist klug, erfasst Zusammenhänge wahnsinnig schnell und weiß einfach, wie man pokert, was in dieser Gesellschaft absolut notwendig ist. Daher ist es nicht so leicht sie zu durchschauen. Gleiches gilt für Arin. Er ist ebenso scharfsinnig wie Kestrel, aber auch ihn kann man nicht so leicht durchschauen. Das ist sowieso etwas, was mir wahnsinnig gut an der gesamten Reihe gefallen hat.

Weil die beiden so scharfsinnig sind und Zusammenhänge gut erfassen können, merken sie schnell, wenn der andere etwas verheimlicht oder wenn einem etwas falsch überbracht wurde. Es gibt kaum Missverständnisse und wenn, dann werden sie schnell aufgeklärt. Die Handlung lebt durch andere Spannung und nicht durch unnötige Missverständnisse. Man saß als Leser nicht da und hat sich 200 Seiten lang die Haare gerauft, weil die Charaktere es nicht checken. Das war wirklich toll.

Und zusätzlich zu der ganzen Spannung kommt natürlich auch die Romantik nicht zu kurz. Sie überlagert die Handlung nicht, aber es gibt durchaus einige Gänsehautmomente zwischen den beiden, die mir wahnsinnig gut gefallen haben.

Fazit
Marie Rutkoskis Auftakt zur Die Schatten von Valoria-Reihe hat mich mich einer Menge Dinge überzeugt, sodass ich sofort weiterlesen musste. Erstens: Die Welt, in der sich alles abspielt, ist fantastisch. Wirklich ein gelungenes Worldbuilding. Zweitens bleibt die Spannung nie auf der Strecke, obwohl man schon relativ schnell weiß, wohin die Handlung führen wird. Und drittens gibt es neben der Spannung auch genau das richtige Maß an Romantik zwischen Arin und Kestrel, sodass man mit den beiden mitfiebern kann. Der Schreibstil ist flüssig, aber anspruchsvoll. Man muss sich beim Lesen also voll konzentrieren. Trotzdem hatte ich viel Spaß mit diesem Buch. Klare Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere