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Veröffentlicht am 01.10.2018

Regt zum Nachdenken an

Todesengel
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Hinweis: Aufgrund eines Fallbeispiels ist meine Rezension etwas lang geraten

Inhalt:
Ein älterer Mann wird von Jugendlichen brutal zusammengeschlagen. Unwahrscheinlich, dass er diesen Überfall überlebt ...

Hinweis: Aufgrund eines Fallbeispiels ist meine Rezension etwas lang geraten

Inhalt:
Ein älterer Mann wird von Jugendlichen brutal zusammengeschlagen. Unwahrscheinlich, dass er diesen Überfall überlebt hätte, wenn nicht… ja, wenn nicht ein weißer Engel gekommen wäre und die Täter erschossen hätte. Diese Tat tritt einen Prozess in Gang, der sich schnell verselbstständigt. Der Mann wird zunächst von der Polizei verdächtigt die Schläger selbst erschossen zu haben. Die Journalisten überschlagen sich mit Theorien und Vermutungen, wer oder was dieser Engel sein könnte. Die Bürger spalten sich in zwei Lager. Einerseits diejenigen, die die Verteidigungsmaßnahme des Engels für richtig halten und dann diejenigen, die sie für unverhältnismäßig halten und das Problem eher in der Kindheit der Täter suchen. Die Lage spitzt sich zu, als in der TV-Serie „Anwalt der Opfer“ Menschen zu Wort kommen, die in vermeintlicher Notwehr andere Menschen verletzten oder töteten und dafür vor Gericht gestellt wurden.

Meine Meinung:
Ich hatte das Buch lange auf der Wunschliste, weil ich das Thema sehr spannend finde und viel Gutes über das Buch gehört habe. Spontan habe ich mir das Hörbuch ausgeliehen, obwohl ich von Anfang an Bedenken wegen der – für mich – langen Dauer von mehr als 16 Stunden hatte.

Tatsächlich ist die Dauer auch das, was mir am Hörbuch leider nicht gefallen hat. Ich fand es extrem lang und hatte hier und da den Eindruck, dass dies geeignete Stellen zum Kürzen gewesen wären. Die Handlung zieht sich an einigen Stellen sehr, aber ich kann natürlich nicht beurteilen, ob ich die Längen auch im Buch als solche empfunden hätte.

Die Geschichte an sich gefällt mir allerdings sehr gut. Man verfolgt verschiedene Personen wie zum Beispiel den Kommissar, der mit dem Fall des „Todesengels“ betraut ist, dem Journalisten Ingo Praise, der eine besondere Rolle einnimmt oder anderen Personen, deren Rollen zunächst noch nicht klar sind. Einige Perspektiven sind dabei interessanter als andere, aber sie sind alle relevant, denn irgendwann setzt sich aus all diesen Teilen ein fertiges Bild zusammen. Auch bei den Charakteren habe ich schnell Lieblinge gehabt und andere, die ich nicht so gern mochte. Vor allem mochte ich nicht, wie Randfiguren beschrieben wurden. Viel zu oft hieß es „der dicke XY“ oder eine Person „hässlich wie die Nacht“. Leider kamen diese Aussagen von verschiedenen Personen, sodass man das nicht als Charakterzug abtun kann.

Besonders ist für mich vor allem die Tatsache, dass man permanent gedrängt wird, sich zu positionieren. Stimmt man den Aussagen der Protagonisten bezüglich Selbstjustiz, Waffengewalt usw. zu, oder ist man gegenteiliger Meinung? Kann man sich überhaupt eine fundierte Meinung bilden, wenn man noch nie in so einer Situation war? Ich gebe euch ein Beispiel, das aus dem Buch stammt, aber in Details abweichen kann, da ich mich nicht mehr an alles erinnere:

Stellt euch vor, ihr seid mit einem Freund oder einer Freundin unterwegs. In einem Park werdet ihr plötzlich von Fremden angepöbelt. Sie sind in der Überzahl und eure Begleitung macht nicht den Eindruck, als könnte sie einem Angriff etwas entgegensetzen. Was nun? Weglaufen bringt nichts und selbst wenn ihr mit dem Handy Hilfe rufen könntet, käme sie zu spät. Aber ihr habt eine Geflügelschere in der Tasche, weil euch noch eine fehlte und ihr zuvor an einem Haushaltswarenladen vorbeigegangen seid. Die Fremden greifen euch an und ihr zieht die Geflügelschere hervor und stecht zu. Ihr erwischt den Hals eines Angreifers, verfehlt die Halsschlagader nur knapp. Ihr kommt für 3 Jahre ins Gefängnis und zahlt Schmerzensgeld. Ist das richtig? Ihr hättet ja zunächst mit der Geflügelschere drohen können. Und die Angreifer waren unbewaffnet. Hättet ihr vielleicht etwas anders machen können? Oder ist die Gefängnisstrafe falsch? Ihr habt euch ja nur gewehrt, gegen die Angreifer und die Geflügelschere war eben das, was gerade da war. Und woher hättet ihr wissen sollen, wie scharf die Schere ist, oder wie schwer ihr jemanden damit verletzen könntet?

Es gibt viele solcher Geschichten, viele Aussagen, die einen dazu bringen nachzudenken. Wenn ich entscheiden könnte, wer wäre hier Opfer und wer Täter? Wenn ich in dieser Situation gewesen wäre, was hätte ich getan? Es ist definitiv ein Buch, mit dem man sich beschäftigt.

Die Auflösung des ganzen Spektakels ist dann einerseits sehr tragisch und andererseits ein bisschen schwach. Naja und wieder etwas langatmig. Etwa drei Stunden vor Ende ist bereits sonnenklar wer oder was hinter dem Todesengel steckt. Es ist kein richtiger Thriller und daher ist sicherlich nicht das primäre Ziel die Ermittlungsarbeit zu beschreiben und an dessen Ende den Täter dingfest zu machen. Aber dennoch war mir der Rest dann einfach zu lang, denn die Auflösung ist wie gesagt nicht wahnsinnig überraschend.

Fazit:
Ob ich das Hörbuch empfehlen würde, weiß ich nicht. Mir persönlich war es zu lang, aber ich weiß nicht, ob ich das Buch besser finden würde. Da ich das Thema aber grundsätzlich sehr gut finde und es den Leser fordert und zum Nachdenken bringt, möchte ich die Geschichte auf jeden Fall empfehlen. Sucht euch das Medium, das euch am besten gefällt.

Veröffentlicht am 15.09.2018

Zwischen Jocelyn und Lacey

Barfuß im Sonnenschein
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Reiheninformation:
Dies ist der 3. Band der Barfuß Reihe. Man braucht keine Vorkenntnisse um diesen Band zu lesen. Man spoilert sich in Bezug auf die Wer-mit-Wem-Frage auf die Vorgänger, jedoch ist das ...

Reiheninformation:
Dies ist der 3. Band der Barfuß Reihe. Man braucht keine Vorkenntnisse um diesen Band zu lesen. Man spoilert sich in Bezug auf die Wer-mit-Wem-Frage auf die Vorgänger, jedoch ist das bei Liebesromanen nicht so dramatisch wie ich finde.

Inhalt:
Zoe Tamarin hat an mehr Orten gelebt als sie zählen kann. Gemeinsam mit ihrer exzentrischen Großtante Pascha zieht sie umher und bleibt nie lang an einem Ort. Das ist den Spuren des Zigeunerbluts in ihnen geschuldet, wie sie beide immer wieder betonen. In Wahrheit steckt allerdings etwas ganz anderes dahinter. Als ihre Tante krank wird, ist Zoe gezwungen eine Weile im Ferienresort ihrer Freundin Lacey zu bleiben. Sie bittet notgedrungen ihren Ex-Freund Oliver um Hilfe, doch natürlich bleibt dies nicht folgenlos. Zum ersten Mal stellt sich für Zoe die Frage, ob es nicht besser ist zu bleiben, anstatt immer in Bewegung zu sein.

Meine Meinung:
Wie man bereits aus den vorherigen Bänden weiß, ist Zoe quirlig, extrovertiert und offen. Oder besser gesagt kontaktfreudig, denn sie hat ziemlich viele Geheimnisse, auch vor ihren Freundinnen. So offen ist sie also doch nicht. Man merkt auch in diesem Band, dass sie eine sehr flatterhafte Person ist, auch wenn sie durch äußere Umstände gezwungen wird, auf Mimosa Key zu bleiben.

Dieses flatterhafte war irgendwann in der zweiten Hälfte des Buches ein bisschen nervig, weil es zwischen Oliver und Zoe ein einziges hin und her ist. Ich fand die beiden wirklich anstrengend und das ist schade, weil ihre Geschichte eigentlich unterhaltsam war.

Ich denke ich verrate nicht zu viel, wenn ich darauf aufmerksam mache, dass das Buch eine Krebsthematik beinhaltet. Nicht, dass es ein Krebsbuch ist wie beispielsweise „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, aber es geht doch um Krebserkrankungen und wie man sie möglicherweise mittels Gentechnologie heilen kann. Ich meide solche Themen normalerweise, wusste hier allerdings vorher nichts davon, aber ich bin ganz gut zurechtgekommen.

Neben Zoe und Oliver hat natürlich Pascha den ein oder anderen Auftritt. Sie ist schon eine coole Socke und ich hätte sie gern mal in Höchstform erlebt. Außerdem hat Oliver einen Sohn, der auch klasse ist. Auch Tessa, Jocelyn und Lacey tauchen wieder auf. Im vierten Band wird es um Tessa gehen, worauf man schon ein wenig vorbereitet wird. Tessa wünscht sich verzweifelt ein Kind, ein eigenes (!) Kind. Das verleitet sie zu einigen… unschönen Aussagen über Pflegekinder. Zwar revidiert sie die später wieder, aber ich fand die Aussagen schon sehr heftig.

Fazit:
Auch die Geschichte von Zoe hat mir gut gefallen. Nicht so gut wie die Geschichte von Jocelyn, aber besser als die von Lacey. In der zweiten Hälfte waren Zoe und Oliver mit ihrem ewigen Hin und Her ein wenig nervig, was den Lesespaß ein wenig gemindert hat.

Reihe fortsetzen?
Ja. Ich freue mich jetzt sehr auf den vierten und letzten Band der Reihe.

Veröffentlicht am 14.09.2018

(Bisher) bester Band der Reihe

Barfuß durch den Regen
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Inhalt:
Als Lebensberaterin in Los Angeles hat Jocelyn mit den Reichen und Schönen Amerikas zu tun. Als ihr jedoch eine Affäre mit einem Schauspieler nachgesagt wird, muss sie in ihre alte Heimat zurückkehren. ...

Inhalt:
Als Lebensberaterin in Los Angeles hat Jocelyn mit den Reichen und Schönen Amerikas zu tun. Als ihr jedoch eine Affäre mit einem Schauspieler nachgesagt wird, muss sie in ihre alte Heimat zurückkehren. Nie wollte sie wieder nach Mimosa Keys kommen, zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an ihre Vergangenheit. Doch dann trifft sie auf Will Palmer, (Ex-)Baseballstar und ihr ehemaliger Nachbar und plötzlich ist sie gezwungen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen.

Meine Meinung:
Nachdem mich der erste Band enttäuscht hat, habe ich direkt mit dem zweiten angefangen. Am ersten Band gefielen mir vor allem Charaktere und Handlung nicht, also war es nicht ausgeschlossen, dass mir die Fortsetzung besser gefällt. Was soll ich sagen? Schon im Prolog bekam ich alles, was ich am ersten Band vermisst habe.

Jocelyn wirkt im ersten Band noch sehr kühl und berechnend, aber in ihrer eigenen Geschichte mochte ich sie total. Sie ist sehr gutherzig und sympathisch und ich habe mich bei ihr einfach wohlgefühlt. Auch Will konnte mich gleich für sich einnehmen. Er hat ein sehr großes Herz und kein Problem damit, anderen seine Gefühle zu zeigen.

Die Handlung ist sicher an vielen Stellen eher vorhersehbar, weil man durch den Prolog schon viel von dem weiß, was zwischen Will und Jocelyn war. Außerdem werden hier und da Andeutungen gemacht, sodass man sich schnell alles andere zusammenreimen kann. Dennoch war die Geschichte (anders als der erste Band) für mich nie langweilig. Ich wollte Jocelyn und Will begleiten, wollte ihnen ihr Happy End schenken.

Außerdem wird hier ein Thema angeschnitten, dass sehr ernst ist und dass ich hier gar nicht erwartet hätte. Ich möchte natürlich niemandem etwas vorwegnehmen, daher keine Details, aber es geht um Demenz. Die Autorin ist sehr gefühlvoll mit dem Thema umgegangen und es hat für mich gleichzeitig eine ernste und eine sehr humorvolle Seite in das Buch gebracht.

Fazit:
Den ersten Band kann man sich schenken, aber dieser hier überzeugt vollkommen. Die Charaktere sind liebenswert, die Handlung ist zwar lockerleicht, hat aber tiefgründige Elemente. Klare Empfehlung.

Reihe fortsetzen?
Ja. Ich habe die Ebox ausgeliehen, daher werde ich auf jeden Fall den dritten Band lesen. Nachdem mir der zweite so viel besser gefiel als der erste, freue ich mich auch drauf.

Veröffentlicht am 12.09.2018

Solide, aber meine Erwartungen wurden enttäuscht

Barfuß ins Glück
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Inhalt:
Nach einem Orkan verliert die 36-jährige Lacey fast alles. Ihr Zuhause ist weg, all ihr Hab und Gut ist weg. Aber sie und ihre 14-jährige Tochter haben überlebt und das ist das wichtigste. Die ...

Inhalt:
Nach einem Orkan verliert die 36-jährige Lacey fast alles. Ihr Zuhause ist weg, all ihr Hab und Gut ist weg. Aber sie und ihre 14-jährige Tochter haben überlebt und das ist das wichtigste. Die Ereignisse bieten Lacey gleichzeitig die Möglichkeit ihren Traum eines Bed&Breakfast zu verwirklichen, doch als sie versucht einen der renommiertesten Architekten des Landes für ihr Projekt zu gewinnen, stolpert sie von einer Baustelle in die nächste. Nicht nur, dass der Architekt mit 29 Jahren viel jünger als erwartet ist, er weckt in Lacey längst vergessene Gefühle. Doch auch das wäre zu bewältigen, wäre da nicht noch …

Meine Meinung:
Bei manchen Büchern hat man dieses Gefühl. Man ist sich sicher, dass man die Geschichte mögen wird und wartet nur auf den perfekten Augenblick um sie zu genießen. Und dann beginnt man zu lesen und es fühlt sich … anders an als erwartet. Gar nicht so toll wie gedacht. Eher langweilig. Und enttäuschend. So ging es mir leider mit „Barfuß ins Glück“, dem ersten Band der Barefoot Bay Reihe.

Die Charaktere waren mir über weite Strecken nicht sympathisch. Mir fehlte eine gewisse Herzlichkeit, eine Wärme, dieses Gefühl Anteil an ihrem Leben nehmen zu wollen. Oft konnte ich auch die Handlungen oder Gedanken der Protagonisten nicht richtig nachvollziehen. Lacey beispielsweise denkt darüber nach, ob sie dem Vater ihres Kindes noch eine Chance geben soll, obwohl sie keinerlei Gefühle für ihn hat. Vielleicht kann man das nur nachvollziehen, wenn man selbst Mutter ist, aber ich habe mich einfach gefragt was das soll. Auch Laceys Tochter ist schwierig. Sie ist in der Pubertät, okay. Aber da taucht ihr Vater nach 14 Jahren ohne Kontakt wieder auf und sie: „Hey, Dad, cool das du da bist. Ich liebe dich.“

Die Handlung hörte sich für mich toll an, aber irgendwie war es nicht so wie ich erwartet hatte. Allein bei dem Titel und dem Cover denke ich an eine romantische Sommergeschichte, mit Sonnenschein, Liebe und Lockerheit. Diese Dinge kamen zwar schon irgendwie vor, aber die Stimmung kam bei mir nicht an. Erst im letzten Drittel nahm die Geschichte für mich an Fahrt auf, sodass ich länger am Stück lesen wollte und konnte.

Der Schreibstil ist im Allgemeinen unauffällig und gut lesbar, abgesehen von einem Punkt. Permanent fangen die Charaktere einen Satz an, dann folgt ein gedanklicher Einschub mit dem, was die Charaktere eigentlich sagen wollen und dann geht es mit der wörtlichen Rede und einer völlig anderen Aussage als der gedachten weiter. Ein Beispiel: „‘Ich glaube, das ist …‘ Absolut richtig. ‚Ein wenig unangebracht, so mit mir zu reden.‘“ (ca. S. 122) Außerdem fiel mir mehrmals auf, dass Anführungszeichen falsch gesetzt wurden. Beispielsweise nach einer wörtlichen Rede folgten korrekterweise Anführungszeichen oben, dann folgten Gedanken eines Protagonisten und wieder Anführungszeichen oben.

Fazit:
Es ist ein durchschnittlicher und solider Liebesroman, der mich – aufgrund meiner hohen Erwartungen – dennoch sehr enttäuscht hat.

Reihe fortsetzen?
Da ich die Ebox mit den ersten drei Bänden (warum man dann nicht gleich alle vier zusammenpackt ist mir auch ein Rätsel) ausgeliehen habe, werde ich auf jeden Fall dem zweiten Band noch eine Chance geben.

Veröffentlicht am 11.09.2018

Gut, aber nicht sehr gut

CAKE - Die Liebe von Casey und Jake
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Inhalt:
Auf der Hochzeit ihrer Freundin lernt Casey Jake kennen. Nicht irgendeinen Jake, sondern den Jake. Jake McKallister, von Beruf Rockstar. Doch bevor er mit seiner Musik durchstartete, tauchte sein ...

Inhalt:
Auf der Hochzeit ihrer Freundin lernt Casey Jake kennen. Nicht irgendeinen Jake, sondern den Jake. Jake McKallister, von Beruf Rockstar. Doch bevor er mit seiner Musik durchstartete, tauchte sein Name in einem ganz anderen Zusammenhang auf. Die Vergangenheit lässt Jake nicht los und physische und psychische Male erinnern ihn an diese Zeit. Vielleicht ist Casey, die das genaue Gegenteil von Jake zu sein scheint, die einzige, die ihm helfen kann mit all dem fertig zu werden.

Meine Meinung:
Ich mag Rockstargeschichten, auch wenn ich in der Realität nichts mit Musik anfangen kann. Und ich mag Verbrechen, auch in Liebesromanen. Gute Voraussetzungen für eine Geschichte, die mir gefallen könnte.

Leider bin ich nach den über 600 Seiten sehr zwiespältig und weiß überhaupt nicht, was ich über die Geschichte sagen soll. Die Charaktere haben mal gute, mal schlechte Momente, die Handlung ist mal unterhaltsam und mal weniger, selbst die Erzählweise ist mal gelungen und mal weniger. Im Grunde ist damit auch schon alles Wesentliche gesagt, denn für alles weiter muss ich ins Detail gehen.

Anfangs mochte ich Casey und Jake wirklich gern. Sie nehmen sich ständig auf den Arm, scherzen rum und verbreiten eine lockere und fröhliche Stimmung. Aber dann bekommt gerade Casey oft ihre fünf Minuten und sie erzählt irgendwelche Geschichten über vollgekotzte Klos oder sonstige Körperausscheidungen und man schüttelt als Leser nur fassungslos den Kopf.

Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass man von Anfang an weiß, was Jake erlebt hat. Keine Details, aber man muss nicht raten, ob der Vater alkoholkrank war, die Mutter die Familie verlassen hat oder der kleine Bruder in seiner Obhut gestorben ist. Allerdings haben mir später Details zu seiner Geschichte gefehlt. Es ist nicht so, dass man die Information noch zwingend braucht, aber da mich dieser Punkt der Geschichte am meisten interessierte, hätte ich sie gern gehabt.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Casey und Jake erzählt. Das mag ich in der Regel sehr gern, hier war es aber stellenweise anstrengend. Gerade zu Beginn werden Szenen aus beiden Sichten erzählt, was mir etwas zu langweilig war. Später war das besser. Dafür traten dann andere Probleme auf, zum Beispiel das viele Ereignisse zusammengefasst wurden. Bei manchen Erlebnissen ist man als Leser also nicht dabei, bei anderen dann sehr ausführlich. Nicht immer hat die Autorin meiner Ansicht nach das Gleichgewicht zwischen Erzählung und Zusammenfassung gefunden.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Titel der Geschichte, auch wenn dieser Punkt nicht in meine Bewertung einfließt. Ich habe nichts gegen Pärchennamen, benutze sie teilweise selbst, aber die gehören bitte nicht in den Titel/auf das Cover. Ich habe jahrelang exzessiv Fanfictions gelesen und da passt so ein Titel wunderbar hin. Aber für einen Roman finde ich „XX – Die Liebe von...“ nicht geeignet.

Fazit:

Weder möchte ich von der Geschichte abraten, noch kann ich sie jedem empfehlen. Einiges war gut, anderes nicht so. Allerdings ist es nicht so, wie es häufiger vorkommt, dass ein Aspekt gut war und ein anderer nicht. Stattdessen war jeder Punkt (Figuren, Handlung, Erzählstil) mal gut und mal nicht. Das macht die Bewertung für mich sehr schwer. Ich denke, es ist kein schlechter Roman, aber leider auch keiner, der mir lang im Gedächtnis bleiben wird oder den ich ein zweites Mal lesen würde.

Reihe fortsetzen?
Auch hier bin ich unentschlossen. Ich möchte es nicht ausschließen, aber vermutlich werde ich mir das Buch nicht direkt am Erscheinungstag kaufen.

Aus Gründen der Transparenz: Mir wurde das Ebook im Rahmen einer Leserunde zur Verfügung gestellt. Danke an die lesejury.