Profilbild von jasbr

jasbr

Lesejury Star
offline

jasbr ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jasbr über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.01.2021

Spannung pur

Der Spiegelmann
0

Der Thriller beginnt damit, dass man hautnah bei der Entführung von Jenny, einer Schülerin, dabei ist. Mitten am Tag wird sie in einen Transporter gezogen und ist verschwunden. Aber dann steigt man erst ...

Der Thriller beginnt damit, dass man hautnah bei der Entführung von Jenny, einer Schülerin, dabei ist. Mitten am Tag wird sie in einen Transporter gezogen und ist verschwunden. Aber dann steigt man erst richtig in die Geschichte ein und die ist nichts für schwache Nerven.

Fünf Jahre später wird Jennys Leiche gefunden und Joona Linna übernimmt die Ermittlungen. Sehr gut gemacht ist, dass immer wieder die Perspektive gewechselt wird. Entweder man blickt durch die Augen der Ermittler und verfolgt mit ihnen gemeinsam die Spuren, oder man ist auf einem Gutshof, wo viele junge Mädchen gefangen gehalten werden.

Anfangs kann man sich keinen Reim drauf machen, was es mit dem Ort auf sich hat und weshalb die Mädchen dort festgehalten werden. Das erhöht natürlich die Spannung, weil man wissen möchte, was hinter all dem steckt. Sie gehen durch die Hölle und man ist hautnah dabei, leidet mit und versucht dem Ganzen irgendwie einen Sinn zu geben. Das hat mich nicht mehr losgelassen.

Auch die Ermittlungen sind sehr fesselnd, denn es gibt einen Augenzeugen des Mordes, der aber aufgrund einer Erkrankung nicht wirklich helfen kann. Zum Glück zeigt sich hier die Ausdauer und Hartnäckigkeit von Kommissar Joona Linna, der einfach nicht aufgibt und auch unkonventionelle Ermittlungsmethoden anwendet, um Jennys Mörder zu finden. Man hat auch die Möglichkeit mitzurätseln, allerdings habe ich mir die Zähne ausgebissen.

Letztendlich nimmt die Handlung eine Entwicklung, mit der ich so überhaupt nicht gerechnet habe und die mich mit offenem Mund zurückgelassen hat. Alles wird auf einmal auf den Kopf gestellt und die losen Enden fügen sich zusammen, sodass man sich fragt, wie man das vorher übersehen konnte. Einfach genial! Spätestens hier liegt man das Buch nicht mehr aus der Hand. Es geht rasant zu und brutal - und endet in einem versöhnlichen Ende.

Insgesamt konnte mich der 8. Fall für Joona Linna von Anfang bis Ende begeistern. Von mir gibt es 5 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.01.2021

Die Krähe ermittelt wieder!

Vergessene Gräber
1

Ich hatte mich richtig auf den 5. Band der Mara Billinsky-Reihe gefreut und bin mittlerweile auch schon ein großer Fan der Ermittlerin. Auch in diesem Teil konnte sie mich wieder durch ihre unerschrockene ...

Ich hatte mich richtig auf den 5. Band der Mara Billinsky-Reihe gefreut und bin mittlerweile auch schon ein großer Fan der Ermittlerin. Auch in diesem Teil konnte sie mich wieder durch ihre unerschrockene Art überzeugen, auch wenn sie sich dadurch selbst in Gefahr gebracht hat.

Das macht es natürlich sehr spannend und man fiebert mit - wobei ich gestehen muss, dass ich während des Lesens immer im Hinterkopf hatte, dass es schon gut ausgehen wird, weil Leo Born nicht seine Hauptfigur sterben lässt (hoffe ich).

In diesem Teil hat mich aber eine andere Person fast noch mehr begeistert als Mara, nämlich ihr Kollege Jan Rosen. Er hat in den letzten Teilen schon eine starke Entwicklung durchgemacht und wächst jetzt über sich hinaus. Um das würdigen zu können, sollte man meiner Meinung nach die Vorgängerbände kennen, auch wenn "Vergessene Gräber" in sich abgeschlossen ist und man ihn auch als Einzelband lesen kann.

Da die Krähe, wie Maras Spitzname lautet, mittlerweile ihrem Chef gezeigt hat, was sie kann, kommt es nicht mehr zu so vielen Zusammenstößen zwischen den Beiden. Das habe ich fast ein bisschen vermisst, andererseits freut man sich als Leser auch mit, dass ihr und ihren unkonventionellen Ermittlungsmethoden endlich Vertrauen geschenkt wird.

Ermittelt wird wieder in Frankfurt, allerdings treibt der Mörder auch über die Stadtgrenzen hinaus sein Unwesen. Das macht die Ermittlungen schwieriger, den bzw. die Fälle aber auch noch spannender. Wenn sich Billinsky und Rosen im Milieu bewegen und auf düstere Gestalten treffen, dann jagt es mir immer einen besonderen Schauer über den Rücken, weil es quasi vor meiner Haustür passiert.

Nichtsdestotrotz erwartet den Leser hier nicht die Bedienung von Klischees, also dass die Drogen-/Schlägertypen von Frankfurt für alles verantwortlich sind. Der Twist, dass vermeintlich unbescholtene Bürger wahllos gefoltert und umgebracht werden, sorgt für noch mehr Spannung. Ich gehe an dieser Stelle aber nicht mehr ins Detail, um nicht zu spoilern. Nur so viel: Die Gegensätze sind krass - und das ist gut.

Sprachlich habe ich auch nichts zu meckern. Das Buch ist in verschiedene Teile eingeteilt und diese wiederum in Kapitel, die so eine angenehme Länge haben, dass man sich immer denkt "eins geht noch". Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Es geht zwar brutal zu, aber die Szenen werden nicht unnötig ausgeschlachtet, sodass sie gut zu ertragen sind und sich in das Gesamtbild einfügen. Deshalb habe ich den Thriller auch mehr oder weniger durchgesuchtet.

Leider war Teil 5 der Krähe einfach zu schnell weggelesen... jetzt heißt es wieder warten... Von mir gibt es 5 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 29.12.2020

Tod als Kunstwerk

Die Totenkünstlerin
0

Der Prolog geht schon mal unter die Haut, denn da erlebt man, wie die Totenkünstlerin arbeitet. Leonie Haubrich kommt hier ohne viel Blut oder Brutalität aus, subtile Andeutungen reichen schon aus, dass ...

Der Prolog geht schon mal unter die Haut, denn da erlebt man, wie die Totenkünstlerin arbeitet. Leonie Haubrich kommt hier ohne viel Blut oder Brutalität aus, subtile Andeutungen reichen schon aus, dass man eine Gänsehaut bekommt und die Spannung so aufgebaut wird, dass man einfach weiterlesen muss.

Dann wird es etwas ruhiger. Man lernt die Protagonistin Ellen kennen. Bei mir scheint gerade alles in die Brüche zu gehen und sie sucht nach einem Neuanfang. Hier kann man nicht so wirklich einen Bezug zum Klappentext herstellen. Das war ein bisschen schade, allerdings entwickelt sich so die Geschichte auch in eine Richtung, die man erstmal nicht erwartet. Außerdem hat man etwas Luft zum Durchatmen, auch wenn es hier immer wieder Momente gibt, bei denen man aus Reflex die Luft anhält.

Das liegt vor allem daran, dass Ellen einige Dinge tut, die ich als naiv bezeichnen würde. Irgendwie wurde ich mit ihr nicht warm, denn ihre Entscheidungen und Handlungen sind nicht immer gut begründet. Das hat mich ein bisschen genervt.

Nichtsdestotrotz hat es mir gut gefallen, gemeinsam mit ihr auf Spurensuche in ihrer Vergangenheit zu gehen. Auch hier bleibt es zunächst unaufgeregt. Wer Thriller mag, in denen es nicht auf die Menge des Blutes ankommt, sondern eher auf subtile Gänsehaut-Momente, der ist hier richtig.

Vor allem wenn es auf das Ende zu geht, kann man das Buch meiner Meinung nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe den Schluss auf jeden Fall nicht kommen sehen und wurde richtig überrascht. Es wird nochmal richtig rasant und spannend - super!

Insgesamt wurde ich gut unterhalten und es war mal etwas anderes. Die Totenkünstlerin hätte aber für meinen Geschmack noch etwas mehr im Mittelpunkt stehen können. Sie kommt dann im Vergleich zu Ellen doch etwas zu kurz.

Von mir gibt es 4 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2020

Leider nicht meins...

Abaton (Band 1)
0

Das Klappentext hat mich neugierig gemacht und weil ich schon lange kein Jugendbuch mehr gelesen habe, hat das Buch gepasst.
Den Anfang fand ich schon spannend, denn im Prolog befindet man sich in Berlin ...

Das Klappentext hat mich neugierig gemacht und weil ich schon lange kein Jugendbuch mehr gelesen habe, hat das Buch gepasst.
Den Anfang fand ich schon spannend, denn im Prolog befindet man sich in Berlin zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und einem Bombenangriff.
Der Bruch in die Gegenwart ist dann zwar hart, aber man wartet natürlich darauf, dass der historische Hintergrund wieder aufgegriffen wird.
Dann geht es aber nur sehr zäh vorwärts. Ich kam irgendwie nicht in die Geschichte hinein. Es entstehen immer mehr Fragen, von denen aber nur wenige bis keine beantwortet werden.
Außerdem ging es mir dann auch etwas zu sehr in die phantastische Richtung - oder ich habe es falsch verstanden.
Jedenfalls denke ich nicht, dass ich die Reihe weiter verfolgen werde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2020

Spannend!

Die schwarze Dame
0

Auf den ersten Blick scheint der Auftrag für Peter Hogart, einem Privatermittler, ganz einfach zu sein: Fahr nach Prag und finde eine verschwundene Frau, die für eine Versicherung Nachforschungen angestellt ...

Auf den ersten Blick scheint der Auftrag für Peter Hogart, einem Privatermittler, ganz einfach zu sein: Fahr nach Prag und finde eine verschwundene Frau, die für eine Versicherung Nachforschungen angestellt hat.

Natürlich bleibt es dabei nicht. Der Autor entführt den Leser zusammen mit seinem Protagonisten recht schnell auf die dunklere Seite von Prag, die man als Tourist nicht mitbekommt. Die Unterwelt und ihre Gestalten unterscheiden sich nicht viel von denen, die man aus anderen Büchern kennt, außer dass mir vor allem der Boss sogar ein bisschen sympathisch herüber kam... Das fand ich sehr spannend - aber ich habe mich auch über mich selbst gewundert.

Überhaupt schafft es Andreas Gruber, nicht nur seinen Protagonisten, sondern auch den Leser vor die Entscheidung zu stellen, was jetzt richtig oder falsch ist. Es ist nicht alles schwarz oder weiß, was mir richtig gut gefallen hat. Es hat dem Thriller Tiefe verliehen, die man hier nicht unbedingt erwartet hätte, den Inhalt aber dadurch noch intensiver machen.

Denn wie im Klappentext angedeutet, ist der Auftrag für Peter Hogart nicht mal eben schnell erledigt. Er selbst scheint ins Visier eines Unbekannten zu geraten und dann treibt auch noch ein Mörder in der goldenen Stadt sein Unwesen. Durch Zufall trifft Hogart auf Ivona, die auf der Suche nach eben diese Mörder ist und von diesem Moment an arbeiten sie zusammen.

Die Beiden scheinen auf den ersten Blick nicht so viel gemeinsam zu haben, geben aber ein gutes Team ab. Die Beziehung der zwei zueinander war glaubwürdig, ohne dass sie zu viel Raum von der eigentlichen Geschichte einnahm. Das war gelungen.

Es geht brutal zu, aber die Gewalt wird nicht zu extrem ausformuliert, sodass es für mich genau richtig war.

Das Ende hat dann dafür gesorgt, dass mir der Mund offen stehen geblieben ist. Es gab zwar Hinweise, diese habe ich aber während des Lesens falsch gedeutet. So wurde ich richtig überrascht, als sich die Handlung in einer Art Finale am Ende nochmal gesteigert hat. Super!

Ich hatte beim Lesen Spaß und wurde gut unterhalten. Es gibt nichts zu meckern, das war sicher nicht mein letzter Thriller von Andreas Gruber und Peter Hogart werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen.

Von mir gibt es 5 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere