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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2024

Nette Geschichte

Herrliche Zeiten - Die Himmelsstürmer
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Peter Prange hat mit seinem neuesten Buch „Herrliche Zeiten“ einen weiteren knapp 700 Seiten dicken Wälzer geschrieben. Aufgrund der hervorragenden Struktur des Buches – es besteht aus 3 großen Teilen ...

Peter Prange hat mit seinem neuesten Buch „Herrliche Zeiten“ einen weiteren knapp 700 Seiten dicken Wälzer geschrieben. Aufgrund der hervorragenden Struktur des Buches – es besteht aus 3 großen Teilen mit Nennung der Jahreszahlen - weiß man im Groben in welchem Jahr die Handlungen gerade spielen. Die einzelnen Kapitel sind teilweise auch sehr kurz, so dass man das Buch immer wieder schnell zur Hand nehmen kann, um weiterzulesen, auch wenn man gerade nicht so viel Zeit hat.
Ich fand das Personenverzeichnis mit Nennung der wichtigsten Personen am Ende des Buches sehr hilfreich. Die historisch belegten Personen sind dabei gesondert gekennzeichnet. Somit kann man auch die Handlungen auf historische Korrektheit nachvollziehen.
Es werden alle drei Handlungsstränge kapitelweise abwechselnd weitergesponnen, so dass man alle drei Hauptprotagonisten nicht aus dem Auge verliert. Dieses Buch ist sehr vielschichtig. Ich fand jedoch keinen der drei Handlungsstränge durchgehend so richtig überzeugend, da die Protagonisten für sehr lange Zeit blass blieben.
Fazit:
Es ist eine nette Geschichte von drei Personen, die im Jahr 1871 noch den Himmel stürmen wollten

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Sehr unterhaltsamer Roman über Murano

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Der Roman „Das Geheimnis der Glasmacherin“ von Tracy Chevalier beschreibt auf sehr unterhaltsame Weise das Leben der fiktiven Glashersteller-Familie Rosso auf Murano ab dem 15. Jahrhundert.
Bereits die ...

Der Roman „Das Geheimnis der Glasmacherin“ von Tracy Chevalier beschreibt auf sehr unterhaltsame Weise das Leben der fiktiven Glashersteller-Familie Rosso auf Murano ab dem 15. Jahrhundert.
Bereits die optische Aufmachung des Buches sticht aus den üblichen Büchern hervor und in der Buchhandlung hätte ich sofort zu diesem Buch gegriffen. Als erstes gibt es eine kurze Erläuterung der Zeit alla Veneziana, die mich etwas verwunderte, diese Erläuterungen waren mir dann zu Beginn des zweiten Kapitels verständlich. Es lohnt sich auf jeden Fall sich auf dieses Buch einzulassen, da auf diese Weise die Geschichte über Murano in einer Zeitspanne von über 500 Jahre beschrieben wird. Ganz interessant fand ich, wie Venedig, die mehrfach von der Pest heimgesucht wurde, ihre eigene Lösungen für die Pestkranken und ihre Angehörigen gefunden hatte. Die Autorin beschreibt sehr anschaulich und leicht verständlich die Arbeit der Glasmacher, wie zum Beispiel die Lampenperlen und die Saatperlen hergestellt werden. Zu Beginn jedes Kapitels werden die Weltereignisse der jeweiligen Zeit aufgezählt, wie zum Beispiel die Französische Revolution im 18. Jahrhundert. Auch die Corona-Pandemie bleibt hier nicht unerwähnt.
Im Anhang werden die italienischen bzw. venezianischen Ausdrücke übersetzt, so dass man die Dialoge problemlos verstehen kann. Ich fand die Protagonisten der Familie Rosso authentisch und sehr gut beschrieben. Marco, der jähzornige, nach höher strebende Oberhaupt der Familie und sein jüngerer stille, sanftmütige und bodenständiger Bruder sowie die Hauptprotagonistin Orsola, die Glasperlen herstellt.
Klare Kauf- und Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 02.10.2024

Maria oder Alma, wer setzt sich durch?

Die Berghebamme – Hoffnung der Frauen
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In dem Auftakt „die Berghebamme – Hoffnung der Frauen“ erzählt die Autorin Linda Winterberg auf unterhaltsame Weise das Leben einer bayrischen Berghebamme Ende des 19. Jahrhunderts. Das Findelkind Maria ...

In dem Auftakt „die Berghebamme – Hoffnung der Frauen“ erzählt die Autorin Linda Winterberg auf unterhaltsame Weise das Leben einer bayrischen Berghebamme Ende des 19. Jahrhunderts. Das Findelkind Maria entscheidet sich nach der Ausbildung zur Hebamme in einer staatlich anerkannten Gebäranstalt in München, wieder zurück in ihre Heimat zu gehen und einen Neubeginn zu wagen, da dort in der Vergangenheit nicht alles schlecht war. Während sie sich in dieser Zeit zu einer starken Frau entwickelt hat, scheint die Zeit in Brannenburg stehen geblieben zu sein und sie muss teilweise gegen die offene Feindschaft der älteren Dorfbewohner insbesondere in Gestalt der alten Hebamme Alma ankämpfen.
In einem Nachwort erläutert die Autorin die historischen Hintergründe des Hebammenberufs.
Fazit:
Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen, da es flüssig zu lesen war und die Geschichte mich fesselte. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 18.08.2024

Das Schicksal der Schaustellerin Alice

Im Nordwind
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Inspiriert durch einen Roman von Margarete Böhme aus dem Jahr 1905 „Tagebuch einer Verlorenen. Von einer Toten“ hat die Autorin das schlimme Schicksal von Alice sehr gut beschrieben. Von ihrem Mann grundlos ...

Inspiriert durch einen Roman von Margarete Böhme aus dem Jahr 1905 „Tagebuch einer Verlorenen. Von einer Toten“ hat die Autorin das schlimme Schicksal von Alice sehr gut beschrieben. Von ihrem Mann grundlos misshandelt, hält sie solange durch, bis er sie umbringen will. Dann beginnt sie sich zu wehren und lernt in der Sozialsprechstunde den Rechtsanwalt John Reeven kennen, der sie in ihrer Scheidungsangelegenheit vertreten und dafür sorgen will, dass Alice das alleinige Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Rosa erhält.
Das Stadtgebiet Uhlenhorst ist gesellschaftlich zweigeteilt: um den Feenteich wohnt die gehobene Gesellschaft, wie die Familie Reeven in ihrer Villa, während sich östlich der Winterhuder Straße das ärmliche Arbeiterviertel befindet, in dem Alice mit ihrer Familie wohnt. Ich fand die Protagonisten der gehobenen Gesellschaft, wie die herrschsüchtige Gesa, die seltsame Marlies, der jähzornige Julius authentisch und sehr gut beschrieben. Das gleiche gilt für Protagonisten der ärmeren Bevölkerungsschicht, wie der trunksüchtige Henk, die hilfsbereite Marietta, die keifende und frustrierte Nachbarin Westram. Alice sticht durch ihre beharrliche Art hervor, sie weiß ganz genau, was sie nicht mehr will und geht dann konsequent ihren Weg. Dies beeindruckt den souveränen, pflichtbewussten Rechtsanwalt John, der in ihrer Gegenwart den Verstand zu verlieren scheint.
Fazit:
Die Autorin Miriam Georg hat mit ihrem flüssigen Schreibstil den richtigen Nerv getroffen. Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen, obwohl es mehr als 500 Seiten umfasst. Es ist ein spannendes authentisches Buch, das ich absolut weiterempfehle und ich fiebere der Fortsetzung entgegen.

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Veröffentlicht am 09.08.2024

Die Tommys in Bad Oeynhausen

Don't kiss Tommy. Eine Liebe in der Stunde Null
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Der Buchtitel „Don't kiss Tommy“ steht im Widerspruch zum Buchcover, das ein küssendes Paar zeigt und gerade dies hat mich sofort angesprochen. Als ich den Untertitel „eine Liebe in der Stunde Null“ las, ...

Der Buchtitel „Don't kiss Tommy“ steht im Widerspruch zum Buchcover, das ein küssendes Paar zeigt und gerade dies hat mich sofort angesprochen. Als ich den Untertitel „eine Liebe in der Stunde Null“ las, war mir dann klar, dass es ein historischer Roman kurz nach Ende des zweiten Weltkrieg ist und dass es keine Fraternisierung zwischen den deutschen Frauen und den britischen Soldaten geben soll.
In diesem faszinierenden Roman geht es um die Bevölkerung von Bad Oeynhausen, die nach dem verlorenen zweiten Weltkrieg von den Briten aus ihrer Stadt ausgesperrt wurden. Die Mischung aus Fiktion und Realität hat mir sehr gut gefallen. Die fiktiven Hauptprotagonistinnen Anne und Rosalie wirken authentisch. Während Anne kämpft, dass sie schnell in ihr Hotel zurückziehen kann, hat sich ihre hübsche Freundin Rosalie entschlossen, ihre Heimat zu verlassen und einen Tommy zum Heiraten zu suchen und nach England zu ziehen. Meiner Meinung nach hat die Autorin bis zum Ende des Romans das richtige Gespür gehabt, welche Szenen ausführlich beschrieben oder nur angedeutet werden sollten.
Mich hat der Schreibstil begeistert und obwohl das Buch 500 Seiten dick ist, gab es keinen einzigen Durchhänger. Das Buch ist sehr gut strukturiert und die Kapiteln haben eine angenehme Länge.
Von mir gibt es eine absolute Kauf- und Leseempfehlung.

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