Toller Auftakt der Kalmule-Trilogie
Am Fluss der ZeitenIch kannte bisher die Schriftstellerin Ulrike Renk nur vom Hörensagen. Als ich im Klappentext las, dass dieser historische Roman auf der eigenen Familiengeschichte von Ulrike Renk basiert und dass es im ...
Ich kannte bisher die Schriftstellerin Ulrike Renk nur vom Hörensagen. Als ich im Klappentext las, dass dieser historische Roman auf der eigenen Familiengeschichte von Ulrike Renk basiert und dass es im Münsterland spielt, musste ich dieses Buch einfach lesen.
Ulrike Renk beschreibt das bäuerliche/ländliche Leben Mitte des 16. Jahrhundert authentisch, ausführlich und sehr interessant. Typisch für diese Zeit war, dass die Bauern eines Bezirkes in den schweren Zeiten zusammenhalten mussten. Sie halfen sich gegenseitig, da sie wussten, dass im umgekehrten Fall die anderen auch zum Helfen kamen. Ein weiterer Handlungsstrang ist die Geschichte der Wiedertäufer in Münster, die anhand der manchmal etwas verwirrten Tante Stine, in der Rückschau sehr lebendig erzählt wird.
Die Hauptprotagonistin Elzeken fand ich von Anfang an sympathisch, da sie hilfsbereit, klug und fleißig ist. Als Eigenbehörige muss sie ihren Gesindedienst in Münster ableisten. Ich habe mit ihr gelitten und mich für sie gefreut, dass sie schnell Freundschaften schließen konnte.
Es gibt ein ausführliches Personenverzeichnis, ein Glossar und ein erläuterndes Nachwort, in dem die Autor die belegten Vorfahren sowie die erfundenen Protagonisten darlegt.
Insgesamt habe ich einen Punkt abgezogen (4 von 5 Sterne), weil der Klappentext viel zu viel vom Inhalt verrät und somit die Geschichte vorhersehbar macht. Ich rate daher dem Verlag, den Klappentext zu ändern und deutlich zu kürzen. Ich hätte mir manchmal auch etwas mehr Spannung gewünscht.
Fazit:
Ich empfehle dieses Buch gerne weiter und freue mich auf die Fortsetzung