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Veröffentlicht am 10.10.2021

Eine Geschichte, die absolut zu Herzen geht! (Taschentuchalarm)

Forever Right Now
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Emma Scott – Forever Right Now (Only Love 2)


Eine Geschichte, die absolut zu Herzen geht! (Taschentuchalarm)


Meine Meinung / Bewertung:
Darlene habe ich bereits als Nebencharakter in „Be My Tomorrow“ ...

Emma Scott – Forever Right Now (Only Love 2)


Eine Geschichte, die absolut zu Herzen geht! (Taschentuchalarm)


Meine Meinung / Bewertung:
Darlene habe ich bereits als Nebencharakter in „Be My Tomorrow“ kennengelernt. Die beiden Bücher gehören in eine Reihe, können jedoch unabhängig voneinander gelesen werden.
Auch wenn man kein Vorwissen aus dem Vorgänger hat, erfährt man zu Beginn wie es um Darlene steht: sie war drogensüchtig und versucht nun ihr Leben in den Griff zu bekommen. Ein Neuanfang – neue Stadt, neuer Job, neuer Sponsor – sollen ihr dabei helfen.
Man merkt ihr an wie schwer sie sich damit tut und wie sie sich zu jedem Schritt vorwärts selber überreden muss. Eine Sache jedoch kommt immer wieder durch: ihre Persönlichkeit. Sie ist sich selber treu – angefangen bei der Wahl ihrer Kleidung – und absolut offen für neue Kontakte. Ich habe sie als viel stärker wahrgenommen, als sie sich selber. Sie scheint sich ihrer eigenen Stärken nicht bewusst.
Besonders gut gefallen haben mir ihre Willensstärke und ihre Entwicklung. Warum soll sie in den Meetings immer und immer wieder von ihrer Vergangenheit erzählen? Bringt es sie weiter, wenn sie davon erzählt, nur weil ihr Sponsor Max es von ihr erwartet? Nein. Es ist ihre Geschichte und so obliegt es auch ihr zu entscheiden, wann die Zeit gekommen ist diese Geschichte zu erzählen.
Dies lässt sich auch auf Personen außerhalb dieser Meetings (genesener) Drogensüchtiger anwenden: Zuerst soll man Darlene, die neue Nachbarin, die gerne tanzt, kennenlernen und nicht direkt Darlene, die ehemals Drogensüchtige mit der schwierigen Vergangenheit.
Genauso hält sie es auch mit Sawyer, der im Stockwerk unter ihr wohnt, Jura studiert und alleinerziehender Vater eines Kleinkindes ist. Da dessen Tochter Olivia sein Leben ganz schön auf den Kopf gestellt hat, versucht er so viel Ordnung wie möglich in seinen Alltag zu bringen – eine hübsche neue Nachbarin in seinem Alter kommt in seinen Plänen nicht vor. Es dauert eine Weile bis er Darlene in sein und Olivias Leben lässt. Die Entwicklung dahin fühlte sich für mich absolut authentisch an.
Der Klappentext verrät schon, dass Sawyer sich plötzlich in einem Sorgerechtsstreit wiederfindet und es ist nicht schwer zu erraten, dass Darlenes Vergangenheit dabei zur Sprache kommen wird. Doch dass der Verlauf der Geschichte bis zu einem gewissen Grad ein wenig vorhersehbar war, hat mich beim Lesen überhaupt nicht gestört. Es fühlte sich alles absolut echt an. Ich habe mit Sawyer und Olivia sowie mit Sawyer und Darlene mitgefiebert. Seite um Seite strahlten so viel Liebe und Gefühl aus, dass ich mich nach einem Taschentuch umgesehen habe. Es gab nicht d e n einen gefühlsbetonten Moment. Es war vielmehr das letzte Drittel, das mich emotional absolut berührt und mitgenommen hat. War der „Beginn“ des Problems für mich noch vorhersehbar, so wusste ich nicht, wie es letztlich ausgehen würde.
Für mich war es eine absolute Herzensgeschichte, die zeigt, dass Liebe, hier insbesondere die elterliche Liebe, sich nicht definieren lässt. Nicht alles lässt sich in schwarz und weiß einteilen. Es gibt so viele (Grau-)Töne dazwischen, die genauso wichtig sind.
Ich bin froh, dass mich „Forever Right Now“ derart begeistern konnte, hatte mich „Be My Tomorrow“ doch nicht ganz überzeugen können. Wenn überhaupt habe ich einen Kritikpunkt: die Einführung (Charaktergestaltung und Storyline) von Max, Darlenes Sponsor. Die Szenen waren mir zu knapp. Ich habe die Verbindung, die die beiden mir vorspielen, nicht fühlen können. Vielmehr kam bei mir der Verdacht auf, dass Max nur auftauchte, um den Weg zu einem eigenen Buch zu ebnen. Ich lag richtig: seine Geschichte wird in „Someday, Someday“, dem dritten Band der Only-Love-Reihe erzählt. Ich bin gespannt seine Geschichte zu lesen und herauszufinden, ob es seiner Vorstellung in diesem Buch von Darlene und Sawyer bedurft hätte.


Mein Fazit:
Eine Geschichte, dir mir absolut zu Herzen ging!
Die Entwicklung der Storyline, die Entwicklung der Charaktere – es fühlte sich für mich alles sehr authentisch an.
Absolut gekonntes (Autoren-)Spiel mit Worten, die einen mehr als nur ein wenig berühren.


Sterne: 5 von 5!


Viel Spaß beim Lesen!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.09.2021

Phantastisch! – Phantastischer Inhalt! Phantastische Charaktere! Phantastischer Lesegenuss!

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
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Kerstin Gier – Vergissmeinnicht. Was man bei Licht nicht sehen kann.


Phantastisch! – Phantastischer Inhalt! Phantastische Charaktere! Phantastischer Lesegenuss!


Meine Meinung / Bewertung:
Ich habe ...

Kerstin Gier – Vergissmeinnicht. Was man bei Licht nicht sehen kann.


Phantastisch! – Phantastischer Inhalt! Phantastische Charaktere! Phantastischer Lesegenuss!


Meine Meinung / Bewertung:
Ich habe die Edelstein-Trilogie damals verschlungen und auch die Silber-Trilogie hatte mein Interesse geweckt. Da verwundert es nicht, dass ich mir Kerstin Giers neustes Werk nicht entgehen lassen wollte.
Ich gebe jedoch zu, dass ich ein klein wenig Bedenken hatte, ob ich wohl noch zur Zielgruppe gehöre – immerhin sind meine Tage als Jugendliche schon eine Weile gezählt. Doch diese Furcht war völlig unbegründet! Meiner Meinung nach ist dieses Buch für eine breite Altersgruppe der Leserschaft gedacht und wird vermutlich jeden genauso wie mich in seinen Bann ziehen.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Matilda und Quinn. Zwei Jugendliche, deren Familien benachbart wohnen und sich nicht wirklich leiden können. Durch eine mysteriöse Fremde in eine lebensgefährliche Situation gebracht, kämpft sich Quinn danach zurück ins Leben – wenn auch mit einem veränderten Alltag. Er ist fortan nicht nur auf den Rollstuhl (vorübergehend) angewiesen, sondern sieht Dinge, die sonst keiner sieht wie z.B. Gesichter in Bäumen. Die plötzlichen und heftigen Änderungen in seinem Leben haben dazu geführt, dass er es vorzieht für sich alleine zu sein. Doch da spielt seine Mutter nicht mit. Als Matilda mit einer Spendendose vor der Haustür steht, sorgt seine Mutter dafür, dass Matilda und Quinn Zeit miteinander verbringen. Beide machen das Beste draus. So hat Quinn es sich zur Mission gemacht, herauszufinden was damals passiert ist und warum er plötzlich Dinge sieht, die er vorher nicht gesehen hat und die außer ihm auch niemand sonst sieht. Er und Matilda, die ihren Eltern die Zeit mit Quinn als Ehrenamt bzw. einen Akt der Nächstenliebe verkauft, werden so etwas wie Partner-in-crime und erleben Abenteuer auf dem Weg zur Wahrheit. Mit dabei: eine Prise Romeo-und-Julia-Feeling.
Es passiert so viel, das sich kaum beschreiben lässt ohne zu spoilern. Doch es passiert nicht zu viel bzw. man wird nicht von Geschehnissen erschlagen. Ich konnte der Geschichte voll und ganz folgen und habe Seite um Seite dem Fortgang der Handlung entgegengefiebert. Ich hätte fast laut aufgeschrien, als ich am Ende des Buches angelangt war.
Kerstin Gier beweist mit „Vergissmeinnicht. Was man bei Licht nicht sehen kann“ wieder einmal, dass sie es nicht nur versteht mit Worten umzugehen und eine tolle Welt und Storyline zu erschaffen, sondern auch mit viel Liebe und Witz Nebencharaktere gestalten zu können – allen voran Matildas Familie. Eine beste Freundin und ein quasi tierähnlicher Gesprächspartner, der nicht auf den Mund gefallen ist, dürfen ebenfalls nicht fehlen. (Vielleicht wurde ich an der ein oder anderen Stelle ein bisschen zu sehr an die Edelsteintrilogie erinnert, insbesondere was die Gestaltung der Nebencharaktere betrifft, jedoch sehe ich das letztlich nicht als Kritikpunkt sondern mehr als Eingebung mal wieder zu dem rosafarbenen „Rubinrot“ zu greifen.)

Mein Fazit:
Kerstin Gier hat eine wundervolle Welt voller Teenie-Alltagsproblemen, Familienzwistigkeiten und Mythischem geschaffen, die mich vollauf in ihren Bann gezogen hat.
Ich kann es kaum erwarten zu erfahren wie Quinn sich in seiner neuen Welt schlägt und wie Matilda in ihrer alten Welt zurechtkommt, nun da sie Quinn(s Erlebnisse) kennengelernt hat.


Sterne: 5 von 5!


Viel Spaß beim Lesen!

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Veröffentlicht am 26.09.2021

Enemies-to-Lovers Geschichte mit einem guten Start, von da an leider schwächer werdend und vorhersehbar endend

The Second We Met
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Maya Hughes – The Second We Met (Fulton University Reihe, Band 2)


Enemies-to-Lovers Geschichte mit einem guten Start, von da an leider schwächer werdend und vorhersehbar endend


Meine Meinung / Bewertung:
Es ...

Maya Hughes – The Second We Met (Fulton University Reihe, Band 2)


Enemies-to-Lovers Geschichte mit einem guten Start, von da an leider schwächer werdend und vorhersehbar endend


Meine Meinung / Bewertung:
Es handelt sich um den zweiten Teil der Fulton University Reihe rund um die Jungs aus dem Footballteam. Ich finde nicht, dass man „The Memories We Make“ vorher unbedingt gelesen haben muss, würde es aber dennoch empfehlen, da die (Neben-) Charaktere teilweise in Band eins mehr oder weniger ausführlich vorgestellt wurden.
Ich habe ein paar Seiten gebraucht, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Ich kann nicht genau benennen wieso, aber irgendwie empfand ich ihn als etwas holprig.
Die Geschichte selbst beginnt mit einer lustigen Verwechslung und hat mich zum Schmunzeln gebracht. Leider habe ich davon im Lauf der Geschichte wenig gespürt. Die Geschichte bleibt lange Zeit sehr flach: Der Footballstar Phoenix geht einem Ehrenamt nach, um das Image vom Partystudenten loszuwerden, die Nachbarin Elle sammelt mit Ehrenämtern so viele Bonuspunkte wie möglich, um ein Stipendium zu ergattern.
Phoenix’ (- oftmals abgekürzt „Nix“, was im Deutschen ziemlich ungünstig ist -) Charaktergestaltung konnte mich überzeugen. Er ist definitiv das Highlight des Buches. Wir erfahren viel über seine Gedanken und seinen inneren Konflikt. Sein Vater hat die Zukunft für ihn geplant. Und Phoenix ist diesem Weg gefolgt. Doch jetzt, wo es aufgrund des nahenden Studiumabschlusses ernst wird, zweifelt Phoenix, ob der eingeschlagene Weg der richtige für ihn ist.
Elle hingegen wird als geborener Griesgram und Spielverderber dargestellt. Sie ackert sich ab, um ein hochdotiertes Stipendium zu ergattern, da ihre Familie unvorhergesehen in Geldnot geraten ist und sie sich andernfalls das Studium nicht leisten kann. Ich habe mich einen Großteil des Buches gefragt, was sie denn überhaupt studiert. Denn von einem Studium, dem Campusleben oder ähnliches bekommt man überhaupt nichts mit. Dies finde ich persönlich recht schade, da Szenen in der Cafeteria oder im Hörsaal für mich zu einer Collegegeschichte einfach dazugehören. Irgendwann wird dann mal ganz kurz erwähnt, was sie studiert. Elles Charaktergestaltung konnte mich nicht überzeugen. Sie war einfach zu flach. Zunächst ist sie miesepetrig, dann kommt es zu einem einzigen kurzen Gespräch und von da an ist alles superduper? Wohl kaum. Natürlich nur so lange, bis es zu dem unvermeidlichen Bruch im Finale kommt (- ein für mich im Übrigen sehr sehr vorhersehbarer Twist -).
Vermutlich ist insbesondere die weibliche Protagonistin der Grund dafür, dass mich das Buch nicht (vollends) überzeugen konnte. Doch nicht alleine. So werden auch die Storylines der Nebencharaktere, die vermutlich noch ein eigenes Buch bekommen werden, erzählt. Für mich sind diese teilweise schon zu sehr ausgearbeitet und bei einer davon verstehe ich immer noch nicht wie ein Brief den Empfänger findet. Dieses Rätsel hat mich ziemlich von der eigentlichen Geschichte abgelenkt.

Mein Fazit:
Elle stellt keine gute Protagonistin dar. Anders verhält es sich mit Phoenix: er ist ein Student, der zu einem aufrichtigen, verantwortungsbewussten und selbstbestimmten jungen Mann heranreift.
Doch leider verblasst diese Charakterentwicklung aufgrund der flachen Handlung und der schwachen Protagonistin.


Sterne: 3 von 5!


Viel Spaß beim Lesen!

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Veröffentlicht am 26.09.2021

Der Traum macht den Menschen, nicht der Mensch den Traum - wundervolle Geschichte über Selbstverwirklichung, Charakterbildung und Familienhalt

Keeping Dreams
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Anna Savas – Keeping Dreams


Der Traum macht den Menschen, nicht der Mensch den Traum
- wundervolle Geschichte über Selbstverwirklichung, Charakterbildung und Familienhalt


Meine Meinung / Bewertung:
Es ...

Anna Savas – Keeping Dreams


Der Traum macht den Menschen, nicht der Mensch den Traum
- wundervolle Geschichte über Selbstverwirklichung, Charakterbildung und Familienhalt


Meine Meinung / Bewertung:
Es geht zurück an die Faerfax University. Den männlichen Protagonisten Julian und seine Freunde haben wir bereits in „Keeping Secrets“ kennengelernt. Da die Clique weiterhin eine große Rolle spielt, würde ich empfehlen die beiden Bücher in der richtigen Reichenfolge zu lesen, da so einiges mehr Sinn ergibt und man nicht ganz so erschlagen wird. Denn auch wenn ich Band eins gelesen habe – was aber schon eine Weile her ist – so habe ich dennoch meine Zeit gebraucht mich an all die Charaktere zu erinnern und daran wer zu wem in welcher Beziehung steht. Ausnahmsweise nenne ich meinen größten Kritikpunkt vorab: es waren mir erneut zu viele Nebencharaktere mit zu vielen eigenen Problemen. Als Leserin fand ich es teilweise verwirrend. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass die Handlung als verfilmte Serie sehr gut zu verfolgen wäre. Dieses ganze Drumherum bezüglich der Clique hat mich ein wenig von der Geschichte der Protagonisten abgelenkt, was schade ist.
Denn deren Geschichte ist echt überzeugend! Der weiblichen Protagonistin Lily ist ein Unglück widerfahren. Und da ein Unglück selten allein kommt, traf es sie gleich mehrfach hart. Sie sah sich gezwungen den seit Jahren geplanten und darauf hin gearbeiteten Pfad zu verlassen und sich einen neuen Weg in ihre Zukunft zu suchen. Genau darum geht es in „Keeping Dreams“: junge Menschen, die herauszufinden versuchen wie sie sich nach dem Studium ihren Lebensunterhalt verdienen möchten – und zwar auf eine Art und Weise, die nicht nur Geld verspricht, sondern auch ihre Bedürfnisse erfüllt und Leidenschaften bedient.
Julian hat mit dem gleichen Problem zu kämpfen, wenn auch sein Weg ein anderer war. Doch es dauert eine Weile, bis Lily und Julian, die sich bei ihrem Start in eine gemeinsame WG auf dem falschen Fuß erwischen, erkennen, dass man das persönliche Ziel nicht unbedingt alleine erreichen muss.
Beide werden von familiären Problemen begleitet. Das Buch führt einem vor Augen, dass Blut dicker ist als Wasser und man sehr leicht vergisst wie viel Halt einem die Familie geben kann. Es zeigt aber auch, dass man sich selber und seine Träume nicht immer für die Familie aufgeben sollte, denn davon profitieren am Ende weniger Menschen als man denkt.


Mein Fazit:
Eine wundervoll geschriebene Geschichte über zwei Studenten, die lernen ihre Scheuklappen abzunehmen und zu erkennen, wer sie sind, wer sie sein möchten und wer sie begleiten soll.


Sterne: 4 von 5!


Viel Spaß beim Lesen!

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Veröffentlicht am 05.09.2021

Ein must-read! Über eine Frau, die die Last anderen Frauen eine Stimme zu geben, auf ihren Schultern trägt

Die Rebellinnen von Oxford - Unerschrocken
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Evie Dunmore – Die Rebellinnen von Oxford 2 - Unerschrocken


Ein must-read!
Über eine Frau, die die Last anderen Frauen eine Stimme zu geben, auf ihren Schultern trägt

Meine Meinung / Bewertung:
Ich ...

Evie Dunmore – Die Rebellinnen von Oxford 2 - Unerschrocken


Ein must-read!
Über eine Frau, die die Last anderen Frauen eine Stimme zu geben, auf ihren Schultern trägt

Meine Meinung / Bewertung:
Ich muss ja gestehen, dass ich zunächst skeptisch war. Denn Lucie fand ich in der Leseprobe zu Band eins leicht nervig. Doch im weiteren Lauf der Geschichte wurde es besser und spätestens, nachdem ich die Leseprobe zu Band zwei gelesen hatte, wollte ich mehr über sie erfahren. (An dieser Stelle sei gesagt, dass man nicht unbedingt Band eins gelesen haben muss, um Band zwei zu verstehen. Aber ich würde es doch empfehlen, da ein paar Sachen aufgegriffen werden – und weil Band eins einfach toll ist!)
Lucie ist eine zielstrebige Frau, die sich auf einem Weg befindet, den sie mal eingeschlagen hat, und auf dem ihr (dank ihrer Familie) die Rückkehr verweigert wird, sodass sie nur eine Richtung kennt: vorwärts!
Man spürt ihre gelegentlichen Zweifel und, dass sie doch gerne dazugehören würde oder zumindest nicht von der Gesellschaft verachtet werden würde, was sie in meinen Augen sehr authentisch macht.
Gleiches gilt für Tristan. Er war das Schattenkind, das man nicht wollte - bis man es als Erben brauchte. Wenn er doch eh zu nichts nütze war, warum sollte er sich dann nicht dementsprechend verhalten und tun, was ihm beliebt? Eine kindliche, aber auch verständliche Reaktion, die er nun angesichts der (drohenden) Verantwortung abzuschwächen versucht. Auf ihn passt ihn meinen Augen: der tut nichts, der will nur spielen.
Die Beiden kennen sich aus ihrer Kindheit, wenngleich die Begegnungen Lucie negativer in Erinnerung geblieben sind, als Tristan. Lange Zeit waren sie sich nicht mehr begegnet, bis sie sich mit einem Mal immer und immer wieder über den Weg laufen. Zufällig? Wohl eher nicht.
Zwischen den Beiden fliegen die Funken und doch ist ganz deutlich spürbar, dass sich zwischen ihnen eine Chemie aufbaut. Beide reizen den jeweils anderen und wollen doch nicht nachgeben.
Doch auch für sie kommt die Zeit, als sie ihre eigene Blase verlassen müssen und sich den gesellschaftlichen Sittenvorschriften und gefürchteten Skandalen stellen müssen, was gemeinsam um einiges leichter wäre als alleine.
Den Schreibstil finde ich super und als Romanleserin (nicht als Frau des 20./21. Jahrhunderts) muss ich sagen, dass ich gerne in diese unbekannte Welt mit ihren Sitten und Anstandsregeln und Kleidervorschriften abtauche.
Das Buch hat mich vom ersten Moment an abgeholt. Es hat in meinen Augen keine einzige Länge. Auch das politische Thema der Frauenbewegung nimmt für mich den genau richtigen Raum ein: es ist Lucies Motor und doch ist es nicht Mittelpunkt des Buches. Denn letztlich geht es um Lucie, die überlegen muss wo ihr Weg hinführen soll und was sie auf dem Weg dahin alles erledigen möchte – und wer sie begleiten soll.
Ich kann es kaum erwarten mehr über die Rebellinnen von Oxford zu lesen.

Mein Fazit:
Ein absolut überzeugendes Buch, das in einem romantisch verklärten vorherigen Zeitalter spielt, als Frauen noch keine Hosen tragen durften.
Es zeigt, dass Frauen schon immer dafür kämpfen mussten das einzufordern, was Männern von Geburt an zustand. Es ist insoweit gesellschaftskritisch, aber nett verpackt. Es regt vom Nachdenken an, aber nur wenn man will. Wer nicht möchte, der entspannt einfach ein paar Stunden mit einem super Buch!

Sterne: 5 von 5!

Viel Spaß beim Lesen!

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