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Veröffentlicht am 20.04.2026

Atmosphäre kann er

Die Geister von La Spezia
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Wenn man sich das Cover dieses Buches ansieht, weiß man eigentlich schon ganz genau, was man bekommt. Wenn Oliver Plaschka eines kann, dann ist es Stimmung und Atmosphäre!

Gemeinsam mit seiner Hauptfigur ...

Wenn man sich das Cover dieses Buches ansieht, weiß man eigentlich schon ganz genau, was man bekommt. Wenn Oliver Plaschka eines kann, dann ist es Stimmung und Atmosphäre!

Gemeinsam mit seiner Hauptfigur Agentin Pat Colombari reisen wir ins Jahr 1822 zu Mary Shelley. Sie befindet sich gerade in Trauer, nachdem ihr Mann bei einem Unwetter auf See umgekommen ist. Pat ist gekommen, um die Umstände seines Todes zu untersuchen und reist mithilfe ihrer Technologie in die Erinnerungen des Paares.

Es ist düster, es ist tragisch- und gerade zu Beginn auch ziemlich verwirrend. Und trotzdem hat es mich einfach nicht losgelassen. Von Mary erfährt man zwar weniger als erhofft, dafür bekommt man sehr intime Einblicke in die Gemeinschaft der Shelleys und Lord Byron.

Mit Pat hat der Autor darüber hinaus eine starke Frauenfigur geschaffen, die die vielen Schichten und Stränge dieser Geschichte zusammenhält und zum Schluss Geheimnisse aufdeckt, die einerseits kaum vorstellbar anmuten, sich aber gleichzeitig auch so nahtlos in die historischen Hüllen der Personen einfügen.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Altern ist schwer

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Das Thema dieses Romans ist ein hartes, schweres, das schnell in Richtung Melancholie abdriften kann. Und doch schafft es Lisa Ridzén dem ganzen etwas Leichtigkeit und stille Freude zu verleihen.

Bo lebt ...

Das Thema dieses Romans ist ein hartes, schweres, das schnell in Richtung Melancholie abdriften kann. Und doch schafft es Lisa Ridzén dem ganzen etwas Leichtigkeit und stille Freude zu verleihen.

Bo lebt mit seinem Hund Sixten allein im Haus, seit seine Frau an Demenz erkrankt ist und ins Heim ziehen musste. Regelmäßige Besuche erhält er nur von seinem Sohn Hans und dem Pflegepersonal, das sich um ihn kümmert. Während er denkt, den Alltag anz gut zu meistern, erzählt das Pflegetagebuch eine etwas andere Geschichte. Als Hans darüber nachdenkt, ihm den Hund wegzunehmen, kippt die Lage.

Dass Alt werden keine Kleinigkeit ist und selten mit Leichtigkeit verkraftet wird, war mir schon bewusst. Aber so hautnah zu erleben, wie der Alltag immer beschwerlicher wird und sich auch die Gedankenwelt mehr auf die Vergangenheit konzentriert als in der Gegenwart verankert zu bleiben, ist stellenweise wirklich hart.

Dabei scheint Bo kein sonderlich emotionaler Mensch zu sein. Zuneigung zu zeigen, gerade seinem Sohn gegenüber, fällt ihm schwer. Nur in seinen Erinnerungen bekommt man die starke Liebe mit, die er für seine Familie empfindet.

Ganz leise hat sich dieses Buch in mein Herz geschlichen und es gerade mit dem Ende schmerzhaft fest gepackt.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Kann nicht überzeugen

Tale of Sun and Night (Tale of Sun and Night 1)
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Ich wollte diese Geschichte wirklich mögen, bringt sie doch einige große Pluspunkte mit. Leider gibt es doch ein paar Punkte, die mich nicht überzeugen konnten.

Lio hat ihre Erinnerungen verloren. Nur ...

Ich wollte diese Geschichte wirklich mögen, bringt sie doch einige große Pluspunkte mit. Leider gibt es doch ein paar Punkte, die mich nicht überzeugen konnten.

Lio hat ihre Erinnerungen verloren. Nur die letzten fünf Jahre sind ihr geblieben, seitdem ihr Sklavenhändler sie aus dem Fluss gefischt und zu seinem Mädchen gemacht hat. Für ihn wird sie regelmäßig verkauft, nur um ihre Käufer anschließend umzubringen und auszurauben. Doch beim letzten Coup kommt ihr jemand in die Quere- Izan und seine Begleiter, mit denen sie kurz darauf auf der Flucht quer durchs Land ist.

Und genau hier beginnen die Probleme. Magdalena Gammel hat grundsätzlich eine spannende Welt erschaffen mit faszinierenden Kreaturen (der erste große Pluspunkt). Auch die Magie, basierend auf Seelenstaub und Mandalas klingt packend (auch wenn sie für meinen Geschmack nicht hundertprozentig verständlich erklärt wird, Pluspunkt 2).

Allerdings wird diese ganze Komplexität ab dem ersten Drittel der Geschichte von der vorhersehbaren Lovestory überlagert. Auch wenn sich zum Glück nicht eine Sexszene an die nächste reiht, so kann ich irgendwann nicht mehr hören, wie finster und gutaussehend die männlichen Figuren sind.

Auch Lio kann mich nicht gänzlich überzeugen, irgendwann nervt sie mich mit ihrer Geheimniskrämerei nur noch (während sie von Izan absolute Ehrlichkeit und Offenheit erwartet).

Am schlimmsten sind aber die Plotholes und "Offenbarungen" die mir ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr logisch erscheinen.

Auch wenn die Reihe als Trilogie angelegt ist, habe ich nach diesem ersten Buch schon genug.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Überraschend gut

A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1
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Ich habe ehrlicherweise nicht allzu viel von diesem Buch erwartet. Wenn man den Klappentext so liest, klingt es nach einer typischen Romantic Fantasy, bei der die junge Heldin mehr oder weniger das selbstständige ...

Ich habe ehrlicherweise nicht allzu viel von diesem Buch erwartet. Wenn man den Klappentext so liest, klingt es nach einer typischen Romantic Fantasy, bei der die junge Heldin mehr oder weniger das selbstständige Denken einstellt, sobald sie auf den düsteren, mysteriösen Fremden trifft, der sie mit seinen Geheimnissen ködert und neben dunkel und grummelig nicht viel zu bieten hat.

Stattdessen bekommt man mit Tamlyn eine starke Protagonistin, die sich trotz ihres Schicksals als Prügelmädchen der königlichen Familie nicht bemittleidet und in ihrem Elend suhlt. Stattdessen nutzt sie die Chance, die sich ihr mit Kriegsfürst Fell bietet und kämpft für ihre Unabhängigkeit.

Mit Fell und Tamlyn haben wir zwei wirklich sympathische Hauptfiguren, die sich selbst nicht verlieren, obwohl die Anziehung zwischen den beiden nicht gerade kalt brennt. Gleichzeitig schafft aber gerade er es sehr überraschend, seiner Prinzessin auf Augenhöhe zu begegnen und ihr ihr Schicksal nicht zum Vorwurf zu machen.

Die Kirsche auf diesem Sahnebecher von Buch ist allerdings das Wolrdbuilding. Wir haben Kriege, wir haben Intrigen und sagenhafte Figuren. Was wir, dank der Geschichte dieser Königreiche nicht mehr haben, sind Drachen. Und doch beherrschen sie jedes Kapitel mit den Ängsten und Geschichten, die sie in dieser Welt hinterlassen haben.

Und ich will unbedingt mehr davon lesen! Zum Glück erscheinen die beiden Folgebände noch dieses Jahr!

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Tolles Thema, aber zu seicht

Mit anderen Augen
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Das Potential dieses Buches ist einfach riesig! Die Prämisse, dass Frauen ab enem gewissen Alter langsam aus dem Blickfeld der Gesellschaft verschwinden, ist grundsätzlich nicht neu, bekommt hier durch ...

Das Potential dieses Buches ist einfach riesig! Die Prämisse, dass Frauen ab enem gewissen Alter langsam aus dem Blickfeld der Gesellschaft verschwinden, ist grundsätzlich nicht neu, bekommt hier durch Tilda aber ein völlig neues Gesicht.

Denn Tilda verschwindet. Was mit einem kleinen Finger beginnt, breitet sich schnell auch auf andere Körperteile aus. Und ein erstes Gespräch mit ihrer Ärztin zeigt, dass sie damit bei weitem nicht alleine steht. Auch wenn die Diagnose "nicht heilbar" heißt, beginnt Tilda dagegen anzukämpfen.

Der Anfang bzw das erste Drittel des Buches ist wirklich gelungen und verspricht eine tolle Geschichte. Doch nach und nach verliert mich die Autorin. Das liegt zum einen an Tilda, bei der man immer mehr das Gefühl hat, dass sie sich in ihrem Elend suhlt. Ja, sie ist geschieden und man fragt sich immer wieder, wie sie es überhaupt so lange bei ihrem Blödkerl von Exmann ausgehalten hat. Sie hat aber auch einen unglaublich tollen Freundinnenkreis, der ihr permanent Rückendeckung gibt und zwei tolle Töchter, denen sie weniger zutraut als gut ist. Sie hat weder Geldprobleme noch andere größere Sorgen.

Das alles macht es mir unheimlich schwer, Mitgefühl für sie zu entwickeln und meine Meinung ab der Hälfte des Buches nicht zu ändern.

Aber auch die Storyline driftet leider in eine etwas plakative und gleichzeitig seichte Richtung ab, die dem Thema und damit dem ganzen Buch nicht gut tut.

Was ein richtiger Oberknaller von feministischem Manifest hätte sein können verkommt irgendwie zu einem australischen "Cafe am Rande der Welt". Was für eine Verschwendung!

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