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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2023

Mäuse auf Futtersuche in einer postapokalyptischen Welt - beeindruckender Zeichenstil

Scurry 1
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"Scurry" fällt gleich von Beginn mit seinem detailreichen und besonders ausdrucksstarken animierten Zeichenstil auf. Die Protagonisten des liebevoll gezeichneten Comics sind verschiedene Tiere, der Fokus ...

"Scurry" fällt gleich von Beginn mit seinem detailreichen und besonders ausdrucksstarken animierten Zeichenstil auf. Die Protagonisten des liebevoll gezeichneten Comics sind verschiedene Tiere, der Fokus liegt dabei auf Mäuse und Katzen, aber auch Elche und Wölfe kommen vor. Was alle auszeichnet ist, dass sie sehr realistisch dargestellt sind und nahezu echt erscheinen. Auch der Einsatz von Licht und Schatten und die düster-atmosphärisch gestaltende Umwelt sorgen für Stimmung.

Die Handlung fällt im Vergleich zum tollen Illustrationsstil etwas ab, ist aber auch unterhaltsam und weiß zu fesseln. Von Beginn an taucht man in eine postapokalyptische Welt ein, in der die Menschen, die früher für die Nahrung für die Mäuse sorgten, verschwunden sind. Da die Vorräte der Menschen geplündert sind, sind die Mäuse auf der Suche nach einer neuen Nahrungsquelle. Die Mäuse leben in Kolonien und in so einer Kolonie lebt Wix, der gemeinsam mit seinen Freunden sich auf Nahrungssuche begibt, um das Überleben der Kolonie zu sichern. Dabei wagen sie sich immer weiter hinaus und Wix findet sich schnell im verbotenen Wald wieder. Währenddessen findet ein Machtkampf in der Kolonie zu Hause statt ...

Die Geschichte ist episodenhaft, erzählt und wechselt zwischen verschiedenen Orten hin und her. Man begegnet unterschiedlichen Tierarten, einige davon sind Bösewichte, andere sind Helden – Menschen gibt es nicht, sie sind nur eine Erinnerung, dem ganzen Comic noch einen besonderen Reiz verleiht.
Leider wirkt die Geschichte manchmal etwas vorhersehbar und braucht besonders am Anfang etwas um in Schwung zu kommen. Ebenso merkt man der Geschichte an, dass es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, da das Ende etwas an Tiefe missen lässt und leicht überstürzt wirkt.

Alles in allem ist "Scurry" ein Comic, der besonders durch seinen atmosphärischen und lebendigen Zeichenstil überzeugen kann. Zusammen mit einer kurzweilig erzählten Handlung, macht es Spaß ihn zu lesen.

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Veröffentlicht am 15.07.2023

Unterhaltsame kulinarische Liebesgeschichte

Chef's Kiss
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3,5/5

"Chef's Kiss" ist ein gut gezeichneter und unterhaltsamer Graphic Novel, der mit viel Herz und Liebe gezeichnet bzw. geschrieben wurde.

Ben Cook kommt gerade vom College und lebt mit seinen Freunden ...

3,5/5

"Chef's Kiss" ist ein gut gezeichneter und unterhaltsamer Graphic Novel, der mit viel Herz und Liebe gezeichnet bzw. geschrieben wurde.

Ben Cook kommt gerade vom College und lebt mit seinen Freunden in einer WG zusammen. Er hat Englisch studiert hat und ist auf der Suche nach einem Job. Nach erfolglosen Bewerbungen bei verschiedenen Redaktionen, bewirbt er sich entmutigt bei dem Restaurant "Cochon Doré", das Mitarbeiter ohne Vorkenntnisse einstellt. Der Chefkoch dieses Restaurants ist sich nicht so sicher, ob er Ben einstellen soll, und so schlägt er ihm eine Herausforderung vor: Er muss verschiedene Gerichte aus dem Restaurant sowie ein persönliches Rezept kochen, die alle von einem Schwein getestet und genehmigt werden müssen. Sein Mentor Liam führt ihn durch drei Wochen voller Herausforderungen, um herauszufinden, ob er die Stelle bekommen wird. Während er verschiedene Rezepte ausprobiert, kommen sich Ben und Liam näher und die Funken fangen an zu fliegen.

"Chef's Kiss" ist ein Grapic Novel mit einigen zärtlichen und humorvollen Momenten, innerhalb einer typischen Post-College-Coming-of-Age-Geschichte. Auch wenn die Idee mit dem Schwein als Rezepttester für nette Szenen sorgte, fand ich diesen Handlungsaspekt etwas unrealistisch und leider wenig überzeugend.
Ben als Hauptfigur ist ein liebenswerter Charakter, ist, der sich Sorgen um sein Leben nach der Universität macht und der im Zwiespalt darüber ist, was er will und was seine Eltern für ihn wollen. Auch die anderen handelnden Personen machen einen sympathischen Eindruck, hätte aber noch etwas mehr ausgearbeitet werden können. In ihrer Charakterisierung kamen sie enttäuschenderweise etwas flach und zweidimensional rüber.
Was mir auch nicht so gut gefallen hat, war dass manche Szenen sich zu sehr in die Länge gezogen haben und manche etwas zu kurz kamen. Zudem war auch nicht immer das Verhältnis Text zu Bild gut ausbalanciert, manchmal hatte man das Gefühl, dass die Wortblasen die Seiten überfrachteten, weil es so viele waren.
Trotzdem macht es Spaß den Graphic Novel zu lesen.

Wer auf der Suche nach einer schwulen Coming-of-Age-Geschichte ist, die in der kulinarischen Welt angesiedelt ist, Comic-Liebhaber ist und für eine kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch sucht, macht mit "Chef's Kiss" nichts falsch. zurechtfindet.

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Veröffentlicht am 18.06.2023

Spannender Sommer in Schweden

Sommersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 1)
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Im Krimi "Sommersonnenwende" werden auf kurzweilige und stimmungsvolle Art, reale und fiktive Ereignisse zu einer wendungsreichen und spannenden Krimihandlung verbunden.

Es ist Sommer 1994 und es ist ...

Im Krimi "Sommersonnenwende" werden auf kurzweilige und stimmungsvolle Art, reale und fiktive Ereignisse zu einer wendungsreichen und spannenden Krimihandlung verbunden.

Es ist Sommer 1994 und es ist ein heißer in Schweden, nicht nur in Bezug auf Temperatur. Der Erfolg der schwedischen Nationalmannschaft bei der WM in den USA versetzt das Land in zunehmendes Fußballfieber. Aber auch für die Polizei geht es hoch her. Ein Massenmord in Falun beschäftigt die Polizei und die Bevölkerung. Doch diese beiden Ereignisse bilden nur den Rahmen der Handlung, um den Fall, den es für den Polizisten Tomas Wolf geht, ereignet sich im Schatten des Massenmordes. In Falun wird eine Frau erdrosselt aufgefunden, schnell ist klar, dass sie kein Opfer des Massenmordes war. Nach und nach wird ersichtlich, dass es noch weitere Morde an Frauen gab, die diesem Fall ähneln und dass es eine Verbindung zwischen ihnen geben muss. Was dem Fall an Brisanz verleiht ist, ist, dass die Fälle Verbindungen zum skandalumwitterten Schauspieler Micael Bratt aufweisen. Hat er mit all dem etwas zu tun?
Tomas Wolf und die Journalistin Vera Berg, zuerst unabhängig voneinander und beide mit unterschiedlichen Motiven, die Wahrheit herauszufinden, beginnen Nachforschungen anzustellen und begeben sich auf die Suche nach dem Mörder.

Untergliedert in mehrere Teile, die an nachfolgenden Tagen im Sommer 1994 spielen, und abwechselnd aus Sicht von Tomas Wolf und Vera Berg erzählt werden, taucht man schnell in das ereignis- und konfliktreiche Leben der beiden Protagonisten ein sowie in die wendungsreichen und spannende Mordermittlung.
Beide Hauptcharaktere sind komplex und werden gut dargestellt, auch wenn ihr emotionales Gepäck, dass sie beide mit sich herumschleppen, manchmal etwas zu viel des Guten ist.
Tomas ist selbst kein unbeschriebenes Blatt, denn bevor er Polizist wurde, war er in der Neonazi-Szene aktiv, in der seine beiden Brüder immer noch sind. Erst kürzlich als Soldat aus Bosnien zurückgekehrt, wird er von den Kriegserlebnissen noch weiter verfolgt. Er kämpft darum, sein Leben in den Griff zu bekommen, sowohl zu Hause, mit seiner Familie als auch bei der Arbeit, was ihm seine Vergangenheit und seine Brüder nicht leicht machen.
Vera kümmert sich seit kurzer Zeit um den Sohn ihres kriminellen Ex-Freundes. Um die Wahrheit herauszufinden, geht sie oft ihren eigenen Weg und nimmt es dabei nicht immer so genau mit dem Gesetz, auch ist sie leicht korrupt. Dadurch war sie mir nicht wirklich sympathisch, wodurch ihre Handlungsabschnitte mich nicht so fesseln konnten, wie der Rest der gut konstruierten und spannend erzählten Geschichte.

Die Handlung wird ständig vorangetrieben und überraschende Wendungen halten die Spannung hoch. Insgesamt ist das Erzähltempo jedoch besonders am Anfang nicht allzu hoch. Auch steht zu Beginn das Leben der Protagonisten eher im Vordergrund der Geschichte. Dank des angenehmen und atmosphärischen Schreibstils, weiß die Handlung trotzdem zu fesseln.

Wer auf der Suche nach einem spannenden Krimi ist und in den Sommer 1994 in Schweden reisen will, macht mit "Sommersonnenwende" nichts falsch. Es ist ein guter Start in eine neue Reihe und der Cliffhanger am Ende macht Lust auf den zweiten Band.

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Veröffentlicht am 18.06.2023

Gut konstruierte Suche nach dem Mörder von Alaska

Die Affäre Alaska Sanders
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"Die Affäre Alaska Sanders" ist eine gut erzählte und interessante Geschichte, die mit einer komplexen Handlung voller Intrigen und einem stimmigen Ende aufwarten kann.

Wer schon Bücher des Autors Dicker ...

"Die Affäre Alaska Sanders" ist eine gut erzählte und interessante Geschichte, die mit einer komplexen Handlung voller Intrigen und einem stimmigen Ende aufwarten kann.

Wer schon Bücher des Autors Dicker gelesen hat, wird in "Die Affäre Alaska Sanders" auf altbekannte Charaktere treffen, wie den Erzähler und Protagonisten Marcus Goldman, Harry Quebert und Perry Gahalawood von der Staatspolizei New Hampshire.
Marcus Goldman wird in die Ermittlungen zu einem Mordfall an einer jungen Frau hineingezogen, der nach 11 Jahren wieder neu aufgerollt wird. Im April 1999 wird in der kleinen, beschaulichen Stadt Mount Pleasant die Leiche von Alaska Sanders am Ufer eines Sees gefunden. Die Ermittlungen werden schnell abgeschlossen, da die Polizei sowohl vom mutmaßlichen Täter als auch von seinem Komplizen ein Geständnis erwirkt. Elf Jahre später erhält Perry einen anonymen Brief, der bei ihm Zweifel aufkommen lässt, ob er damals den wirklichen Mörder von Alaska hinter Gittern gebracht hat. Er und Marcus beginnen, den Fall neu aufzurollen und stoßen dabei auf einige Familiengeheimnisse und ein Nest von Intrigen.

Von Beginn an schafft es der Autor Spannung aufzubauen und diese auch bis zum Ende hochzuhalten. Rückblenden in die Vergangenheit und eine wendungsreiche Handlung tragen dazu bei, dass man wissen will, wer hinter dem Mord an Alaska steckt. Die verschiedenen Zeit- und Handlungsstränge sind gut miteinander verwoben und werden in einem schlüssigen Ende zusammengeführt. Es ist eine gute Kombination aus Familiendrama, Ermittlungen und emotionalen Ereignissen. Ebenso lernt man Marcus Goldman etwas näher kennen, was vor allem für Fans der vorherigen Bände interessant ist. Lediglich in Bezug auf Harry Quebert hätte ich mir etwas mehr Szenen gewünscht.
Dank des flüssigen und einfachen Schreibstils, wird man schnell in die Geschichte hineingezogen. Jedoch dauert es am Anfang etwas bis die Handlung so richtig an Fahrt aufnimmt und so die ein oder andere Passage etwas langatmig ausfällt. Trotzdem liefert der Roman eine gut unterhaltende und leicht zu lesende Geschichte, aber einen spannenden Kriminalroman sollte man nicht erwarten.

Wem schon "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" gefallen hat, dem wird auch "Die Affäre Alaska Sanders" zusagen. Aber auch Liebhaber von gut konstruierten Geschichten mit Kriminalelementen werden auf ihre Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 18.06.2023

Wenn Wörter töten...

Nicht ein Wort zu viel
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"Nicht ein Wort zu viel" ist ein klug konstruierter und fesselnd erzählter Thriller aus der Feder von Andreas Winkelmann.

Jemand spielt ein perfides Spiel mit ein paar Buchbloggern.
Die Buchbloggerin ...

"Nicht ein Wort zu viel" ist ein klug konstruierter und fesselnd erzählter Thriller aus der Feder von Andreas Winkelmann.

Jemand spielt ein perfides Spiel mit ein paar Buchbloggern.
Die Buchbloggerin Faja erhält ein Video, dass einen ihrer Buchblogger mit Folie gefesselt an einen Stuhl zeigt. Um sein Leben zu retten, soll sie sich eine spannende Geschichte, bestehend aus nur fünf Wörtern ausdenken. Was zunächst nur wie ein schlechter Scherz wirkt, entwickelt sich schnell zu einem gefährlichen Spiel auf Leben und Tod für die Buchblogger wie auch für die anfangs voneinander unabhängig agierenden Ermittler.

Dank der verschiedenen Erzählperspektiven, darunter die der zwei Ermittler, der Opfer, des Täters und der Buchbloggerin Faja, sowie der kurzen Kapitel entwickelt der Thriller schnell eine Sogwirkung. Kleine und größere Cliffhanger und viele überraschende Wendungen tragen ihr Übriges dazu bei.
Von Beginn an zeigt sich, dass die Stärke des Thrillers in seiner gut durchdachten und logisch aufgebauten Handlung liegt. Was die Buchblogger in nur fünf Wörtern schaffen soll, schafft Winkelmann über den ganzen Handlungsverlauf hinweg, eine spannende und zugleich überzeugende sowie plausible Geschichte zu erzählen. Geschickt werden hierbei auch Themen wie soziale Medien, Bookstagram und deren positive wie negative Seiten mit einem fesselnden Thriller verknüpft.

Einzig der nüchterne und wenig atmosphärische Schreibstil des Autors konnten mich nicht wirklich überzeugen. So fiel es mir beim Lesen schwer, trotz der thrillertypischen Schockmomenten und der teils an sich berührenden Einzelschicksale, irgendeine emotionale Verbindung zu den handelnden Personen aufzubauen. Die jeweiligen Charaktere blieben dadurch für mich eher blass und oberflächlich in ihrer Darstellung. Auch fühlte mir die düstere und bedrohliche Stimmung, die viele Thriller auszeichnet.
Die Spannung leidet jedoch nicht unter diesen Schwächen.

Wer auf der Suche nach einem fesselnden und auch blutigen Thriller mit leichten Literatur- und Buchszenebezug ist, der wird von "Nicht ein Wort zu viel" von Andreas Winkelmann enttäuscht sein.

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