Für mich leider kein „Thriller - Gefühl“
Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?Die Housesitterin von Emily Rudolf klang für mich nach einer richtig spannenden Thrilleridee. Eine Frau passt auf einer abgelegenen Insel auf das Haus wohlhabender Besitzer auf und hat dabei immer stärker ...
Die Housesitterin von Emily Rudolf klang für mich nach einer richtig spannenden Thrilleridee. Eine Frau passt auf einer abgelegenen Insel auf das Haus wohlhabender Besitzer auf und hat dabei immer stärker das Gefühl, nicht allein zu sein. Allein dieses Setting hat bei mir sofort eine unheimliche Stimmung ausgelöst und gerade am Anfang hatte die Geschichte auch genau diese Gänsehaut-Atmosphäre, die ich mir von einem Thriller wünsche.
Im Verlauf entwickelt sich die Handlung allerdings etwas anders, als ich erwartet hatte. Die Protagonistin lädt ihren Partner und einige Freunde mit auf die Insel ein und der Fokus verschiebt sich zunehmend auf die Beziehungen innerhalb dieser Gruppe. Statt einer durchgehend spannungsgeladenen Handlung geht es viel darum, wie die Figuren miteinander verbunden sind und welche Hintergründe sie haben. Dadurch fühlt sich ein großer Teil des Buches eher wie eine Aufarbeitung der verschiedenen Beziehungen an.
Der Schreibstil liest sich sehr angenehm und flüssig, sodass ich gut durch die Seiten gekommen bin. Auch der Aufbau mit verschiedenen Perspektiven und Zeitsprüngen war nachvollziehbar und hat grundsätzlich funktioniert. Trotzdem hat mir über weite Strecken die typische Thriller-Spannung gefehlt. Große Überraschungen oder Wendungen, die mich wirklich schockiert hätten, gab es für mich leider nicht.
Die Auflösung am Ende wirkt zwar schlüssig und nachvollziehbar, konnte mich aber ebenfalls nicht komplett überraschen. Insgesamt war das Buch für mich durchaus unterhaltsam und ließ sich gut lesen, hat aber nicht die Spannung erzeugt, die ich mir erhofft hatte.
Am Ende bleibt für mich ein solides Buch, das sich gut nebenbei lesen lässt, aber nicht die fesselnde Thriller-Erfahrung war, die ich erwartet hatte. Schade, denn die Ausgangsidee hatte wirklich viel Potenzial.