Ein Winterroman voller Herzklopfen und Hoffnung
Kalte Wellen, warme HerzenWas mich besonders berührt hat, ist die Art, wie Anja König die Gefühle der Hauptfigur Lena einfängt. Ihr Schmerz, ihre Unsicherheit und dieser Wunsch, einfach irgendwo neu anfangen zu können das war für ...
Was mich besonders berührt hat, ist die Art, wie Anja König die Gefühle der Hauptfigur Lena einfängt. Ihr Schmerz, ihre Unsicherheit und dieser Wunsch, einfach irgendwo neu anfangen zu können das war für mich sehr greifbar. Das Setting an der Küste war für mich ein echtes Highlight. Jede Beschreibung des Meeres, des Winds und der kleinen Pension hat für mich ein warmes, vertrautes Bild entstehen lassen. Es war fast so, als würde man selbst an diesem stillen Ort stehen, an dem man wieder zu sich findet. Die Liebesgeschichte zwischen Lena und Joris entwickelt sich angenehm langsam. Nichts wirkt übertrieben oder künstlich dramatisiert. Stattdessen fühlt es sich an wie zwei Menschen, die vorsichtig wieder lernen, jemandem zu vertrauen. Das hat mich sehr angesprochen. Natürlich gibt es Konflikte und Unsicherheiten, aber sie bleiben glaubwürdig, ohne das große Kino zu suchen. Anja Königs Schreibstil wirkt für mich angenehm klar, warm und sehr nah an den Emotionen der Figuren. Sie schreibt ohne große Schnörkel, aber trotzdem mit einer feinen Beobachtungsgabe für Stimmungen. Besonders gut gelingt ihr, Gefühle so zu beschreiben, dass sie nicht kitschig wirken, sondern echt und nachvollziehbar. Die Geschichte verläuft eher ruhig und vorhersehbar, aber in diesem Fall habe ich das nicht als Nachteil empfunden. Genau diese Sanftheit macht das Buch zu einem echten Wohlfühlroman…