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Veröffentlicht am 22.02.2026

Rich man poor man im Italien der 60er Jahre

Villa Rivolta
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Auch in diesem neuen Roman von Speck geht es um eine Familiengeschichte über mehrere Generationen hinweg, die in zwei parallel laufenden Erzählsträngen erzählt wird. Speck kann das, es liest sich sehr ...

Auch in diesem neuen Roman von Speck geht es um eine Familiengeschichte über mehrere Generationen hinweg, die in zwei parallel laufenden Erzählsträngen erzählt wird. Speck kann das, es liest sich sehr gut. Diesmal spielt der Roman komplett in Italien, vorwiegend im Mailänder Raum. Eine arme, eine reiche Familie, eine, die Glück hat und eine Pech. Zwischen den beiden Familien entsteht eine Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Mädchen. Mehr zum Inhalt wäre gespoilert. Das Buch ist eine weitere Tür zur Speck-Welt, es gibt Überlappungen mit Charakteren aus Bella Germania, das ist nett. Mir gefällt auch der realistische Anteil – die Autos, die in der Fabrik hergestellt werden, gab es tatsächlich, solche Kleinigkeiten machen die Geschichte authentisch. Generell hat mir Bella Germania besser gefallen, es war runder und dynamischer. Villa Rivolta hat ein paar langatmige Stellen, nicht schlimm, aber das Verhältnis der Charaktere zueinander ist nicht immer nachvollziehbar, die Geschichte endet mit offenen Fragen. Vielleicht erfahren wir in einem späteren Roman mehr? Aber der typische Speck-Charme ist da, wenn er erzählt, entstehen Bilder und Filme im Kopf. Man wird in die Story gezogen, man hat Lieblingscharaktere und ist gespannt, wie es weitergeht. Gute Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Witziger Roman über drei ganz unterschiedliche Büroangestellte

Richtig gutes Essen
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Ich kenne mich mit der japanischen Kultur nicht wirklich gut aus, habe nie dort gelebt. Sie interessiert mich sehr, u.a. durch Marukamis Bücher. Ich interpretiere diesen Roman als sehr ironisch, bin mir ...

Ich kenne mich mit der japanischen Kultur nicht wirklich gut aus, habe nie dort gelebt. Sie interessiert mich sehr, u.a. durch Marukamis Bücher. Ich interpretiere diesen Roman als sehr ironisch, bin mir aber nicht hundertprozentig sicher – Humor ist kulturgebunden. Vielleicht macht mir gerade deshalb dieses Buch so viel Spaß, ich lese Ironie, aber es bleibt die Spannung, ob es wirklich ironisch gemeint ist. Eine alltägliche Situation – größeres Büro, Plot dreht sich überwiegend um drei Angestellte, den Genussmenschen, den arbeitsamen Pragmatiker, die missgünstige Aufwieglerin und ihre Dynamik untereinander, ihre Einstellung zu Arbeit, Work-Life-Balance, Ehe - und Essen als Symbol für Genuss und Lebensfreude. Zu vielem habe ich einen Bezug (Büro mit Angestellten verschiedener Funktionen, mitgebrachtes, verteiltes Essen, Essen gehen etc.), anderes ist mir fremd (exzessives Arbeiten, Einstellung zu Ehe, zu Beziehungen usw). Ich lerne einiges über die japanische Büro- und Datingkultur – aber mit Vorbehalt durch die Brille der Ironie. Witzige, überraschende Dialoge.
„Du redest quasi nie über das Essen, das vor dir steht, deshalb muss ich auch nicht jedes Mal so was sagen wie >Lecker< oder >Total zart>, auch wenn es lecker ist, reicht es, das nur zu denken, darüber bin ich echt froh. […] alle haben doch komplett unterschiedliche Vorlieben, selbst wenn alle das Gleiche essen, ist die Art, wie die Zunge den Geschmack wahrnimmt ganz und gar verschieden, aber wir vereinheitlichen es, indem wir >Lecker, lecker< sagen, mir ist klar geworden, dass das richtig belastend ist. Wenn ich mit dir esse, gibt es das zum Glück nicht. Es ist, als würde ich allein essen.“
Sehr frisch erzählt, sehr gut lesbar, lustig, wunderschöne Aufmachung – klare Leseempfehlung.

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