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Veröffentlicht am 08.02.2025

Walk Like an Egyptian

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Mit „What the River Knows“hat Isabel Ibanez den Auftaktband zur „Geheimnisse des Nil“- Dilogie vorgelegt.

„What the River Knows“ entführt die Leserinnen und Leser in eine faszinierende Welt, ...

Mit „What the River Knows“hat Isabel Ibanez den Auftaktband zur „Geheimnisse des Nil“- Dilogie vorgelegt.

„What the River Knows“ entführt die Leserinnen und Leser in eine faszinierende Welt, die von magischem Realismus und spannenden Abenteuern geprägt ist. Genretechnisch ist das Ganze eine wilde Mischung. Man sollte den Roman aber besser nicht mit dem Blick eines Geschichtswissenschaftlers betrachten, da es einige Ungereimtheiten gibt. Stilistisch ist die Story nicht schlecht; allerdings werden in dem kolonialismuskritischen Werk, das im 19. Jahrhundert angesiedelt ist, auch heutige Wertvorstellungen untergebracht und die Charaktere sprechen nicht so, wie es Menschen um 1880 getan hätten. Wenn Sätze wie „Jeder verdiente einen Mindestlohn.“ (S. 90) fallen, muss man schmunzeln.
Die Protagonistin der Geschichte, Inez Olivera, lebt bei ihrer Tante in Buenos Aires. Das Mädchen vermisst seine Eltern schmerzlich (sie sind lieber in Ägypten als in Argentinien). Als es die niederschmetternde Nachricht erhält, dass Vater und Mutter auf einer Expedition verstorben sind, gibt es für die temperamentvolle Inez kein Halten mehr - getrieben von Trauer und Neugier begibt sie sich (ohne Anstandsdame, verkleidet als Witwe) auf eine Schiffsreise nach Ägypten, um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten – was geschah mit ihren Liebsten? Mit dem Tod der Eltern ist ihr eigenwilliger Onkel Ricardo (er führt selbst Grabungen durch) zum Vormund avanciert. Obwohl Inez noch auf ihrer Reise ein geheimnisvolles Artefakt gestohlen wird, will der Onkel die Protagonistin schnellstmöglich nach Hause schicken. Der Haudegen Whit (Die beiden liefern sich sofort hitzige Wortgefechte, die Motive des Helden werden erst im weiteren Handlungsverlauf enthüllt) nimmt Inez in Empfang; doch die Männer haben nicht mit dem Einfallsreichtum der Protagonistin gerechnet …
Ein besonderes Highlight des Romans stellt das interessante Setting dar, mir gefielen auch die spanischen Einsprengsel sehr gut, die Illustrationen im Buch sind ein besonderes Bonbon, ebenso wie die verspielte Umschlaggestaltung. Zu Beginn der Geschichte wirkt die Protagonistin manchmal fast pubertär und trotzig. Schon bald wird eine Liebesgeschichte angeteasert. Es ist allerdings schade, dass das Enemies - to – Lovers Stilmittel nicht schrittweise eingebaut wird. Whit und Inez geraten sofort aneinander, ich hätte mir in dieser Hinsicht mehr Raffinesse gewünscht, da ich dieses Trope eigentlich mag. Die Figurenzeichnung hätte für meinen Geschmack filigraner sein dürfen. Die Erzählung kommt nicht ohne Längen aus, ich fand die Geschichte aber insgesamt interessant; stellenweise hatte ich sogar das Gefühl, einen Film zu schauen – die Pharaonin Kleopatra spielt eine nicht unerhebliche Rolle.

Fazit:
Ich fühlte mich trotz kleiner Schwächen in der Gliederung der Geschichte gut unterhalten. Auf den zweiten Band der Jugendbuch - Reihe („Where the Library Hides“, erscheint im September) bin ich schon gespannt.



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Veröffentlicht am 24.01.2025

Toxische Figuren & große Gefühle

The Favourites
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Emily Brontë meets Taylor Jenkins Reid

Im Winter gucke ich gerne Eislauf/hockeyfilme/serien wie "Mighty Ducks" oder "Spinning Out". Das Biopic über Tonya Harding ist ebenfalls sehenswert, ...



Emily Brontë meets Taylor Jenkins Reid

Im Winter gucke ich gerne Eislauf/hockeyfilme/serien wie "Mighty Ducks" oder "Spinning Out". Das Biopic über Tonya Harding ist ebenfalls sehenswert, auch Romane zum Thema mag ich, zuletzt "From Lukov with Love" (die „Lukov“ – Autorin Mariana Zapata ließ sich zweifellos vom 90s - Movie ‘Cutting Edge‘ inspirieren. ) Vom Stil her gefällt mir "The Favourites" aber besser - die Story wird aus der Perspektive der Protagonistin erzählt, es gibt aber auch reportageartige Einsprengsel, der Patchworkstil der Geschichte erinnert stark an Taylor Jenkins Reids „Carrie Soto is back“ – meine Lieblingssportlerromanze. Erzähltechnisch ist Reid jedoch etwas raffinierter als Layne Fargo aufgestellt; ich hätte Fargos Story dennoch gerne noch vor Weihnachten gelesen.
Der Liebesroman „The Favourites“ gleicht einer Achterbahnfahrt. Die Geschichte dreht sich um die beiden Protagonisten Katarina Shaw (Katarina Witt, anyone?) und Heath Rocha, deren Leben auf (melo)dramatische Weise miteinander verknüpft sind. In der Erzählung wird (wie eingangs erwähnt) ein Potpourri aus Regieanweisungen und Interviews präsentiert, was dem Ganzen eine fast filmreife Facette & eine dokumentarische Note verleiht – beim Lesen hat man daher das Gefühl, eine Serie zu bingen.
Katarina Shaws großes Vorbild ist die Eistanzikone Sheila Lin. Eine Goldmedaille ist das Ziel. Da kommt es Katarina sehr gelegen, dass ihr späterer Eistanzpartner Heath Rocha (er wird als PoC &Pflegekind eingeführt, Parallelen zu Brontës Heathcliff sind sicher gewollt) von ihrem Vater adoptiert wird und bei Shaws einzieht, Heath hingegen klammert sich regelrecht an das Mädchen. Ein weiterer Schicksalsschlag macht die Idylle schon früh zunichte; dennoch werden Shaw & Rocha eine symbiotische Liebesbeziehung eingehen. Wird der Leistungsdruck im Profisport dem Paar etwas anhaben können?
Zu Beginn der Lektüre war ich etwas genervt. Bei der Darstellung der Charaktere und ihrer Probleme trug die Autorin für meinen Geschmack etwas zu dick auf, die Protagonisten sind absolute Underdogs; mit toxischen Figuren erfindet Layne Fargo das Rad allerdings nicht neu. Auch gelingt es ihr nicht, die Leidenschaft wirklich greifbar zu machen. Einige Passagen hätte man definitiv kürzen können. Intrigen treffen auf Integrität, Konkurrenzkämpfe auf Kameradschaft, Fairness auf Fiesheiten, und es gibt auch den einen oder anderen plot twist. Der Handlungsverlauf ist insgesamt also eingängig und durchaus packend, wenn man sich für das Genre erwärmen kann.

Fazit: Mit „The Favourites“ präsentiert Layne Fargo eine interessante Sportlerromanze im Patchworkstil.




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Veröffentlicht am 04.01.2025

Einer wird gewinnen?

One Perfect Couple
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Dr. Lyla Santiago ist kein Fan von Realityshows. Als ihr Freund Nico - ein achtundzwanzigjähriger erfolgloser Schauspieler - sie bittet, mit ihm an „One Perfect Couple“ teilzunehmen - einer Sendung über ...

Dr. Lyla Santiago ist kein Fan von Realityshows. Als ihr Freund Nico - ein achtundzwanzigjähriger erfolgloser Schauspieler - sie bittet, mit ihm an „One Perfect Couple“ teilzunehmen - einer Sendung über 5 Paare auf einer indonesischen Insel – willigt die Virologin, die sich von Zeitvertrag zu Zeitvertrag hangelt, ihm zuliebe ein. Beruflich steckt sie in einer Sackgasse, als Ü30-Wissenschaftlerin kann sie den Traum vom eigenen Labor sowieso „knicken“. Nico hingegen erhofft sich einen Karriereboost vom Format. Als die Briten auf „Ever After Island“ eintreffen, wirkt alles seltsam provisorisch, und der Produzent Baz kann ihnen weder Infos über die Höhe der Siegerprämie noch über den Sender, in welchem die Show ausgestrahlt werden soll, geben.

Bevor die Sache richtig begonnen hat, ist sie auch schon wieder vorbei, weil ein Sturm (erzähltechnisch der klassische Katalysator) die Insel verwüstet. Aus dem Spiel wird bitterer Ernst, als ein Kampf um’s Überleben beginnt...

Vorab: Ein auf den ersten Blick ‚ausgelutschtes‘ Thema wird hier fesselnd aufbereitet – schon ‚Der Herr der Fliegen’ oder ‚Squid Game‘ kreisten um klassische menschliche Konflikte & Instinkte. Homo homini lupus est. Der kammerspielartige Aufbau gehört zu Wares liebsten settings (hier ist ein Vergleich mit englischen Großmeistern – was die Form betrifft – gerechtfertigt). Es gelingt der Schriftstellerin gut, die Ich-Erzählerin als Sympathieträgerin zu etablieren, überhaupt hat Lyla von allen Figuren am meisten Profil.

„One Perfect Couple“ liest sich sehr flüssig. Ab dem Mittelteil konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe schon mehrere Publikationen der Autorin, die in der Presse schon mit Agatha Christie verglichen wurde, gelesen. Vielleicht ist „One Perfect Couple“ spannungstechnisch gesehen Wares bisher beste Arbeit. Vom Ende war ich aber enttäuscht. Die Erzählung ist kein klassischer Krimi, es muss meiner Meinung nach nicht groß gerätselt werden, eine spektakuläre Wendung bleibt in meinen Augen aus, obwohl es final einen kleinen plot twist gibt. Erfreulicherweise gibt es in der Handlung keinen Zickenkrieg, Frauenpower lautet das Credo. Weibliche Solidarität wird großgeschrieben.

Die Figuren sind dennoch nicht filigran genug gezeichnet, sodass manche mir auf die Nerven gingen (obwohl das von der Autorin so nicht intendiert war). Auch wenn manche Protagonisten sich entwickeln und nicht statisch bleiben, ist die Charakterisierung meiner Meinung nach zu schwach. Manches war recht plakativ erzählt, stellenweise kann man durchaus von Schwarzweißmalerei sprechen. Da sogar ein real existierender höchst umstrittener Influencer namentlich genannt wird, war schnell klar, dass „One Perfect Couple“ eine zeitgeistige Gesellschaftskritik sein will (Stichwort „toxische Maskulinität“). Es geht um Fake News und um die Tatsache (hier lassen die Geisteswissenschaften grüßen), dass das Leben aus (divergierenden) Narrativen besteht, dass die Realität eine Sache der Wahrnehmung ist. Mir persönlich war das dann doch zu flach, insgesamt war mir die Prosa nicht raffiniert genug, und die von Ware zurecht angeprangerten Missstände sind zu ernst, um sie als „Aufhänger“ eines Unterhaltungsromans zu nutzen. Wie so oft präsentiert Ruth Ware eine ausgesprochen vielversprechende Story, die dann aber zum Ende hin schwächelt. Ich dachte über weite Strecken der Lektüre, mit „One Perfect Couple“ endlich das Meisterstück der Britin in Händen zu halten; letztendlich hat sich diese Hoffnung leider nicht erfüllt, da auch nicht alle Handlungsfäden komplett zusammengeführt wurden. War der Thriller spannend? Ja! Konnte er meinen Erwartungen gerecht werden? Nein.

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Veröffentlicht am 27.12.2024

(K)ein Job wie jeder andere?

Only Margo
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Vorab:
Der Originaltitel „Margo’s got money troubles“ passt besser zum Inhalt des Romans als der etwas ungelenke deutsche Titel.

Worum geht’s?
Margo ist das uneheliche Kind einer Hooters – ...

Vorab:
Der Originaltitel „Margo’s got money troubles“ passt besser zum Inhalt des Romans als der etwas ungelenke deutsche Titel.

Worum geht’s?
Margo ist das uneheliche Kind einer Hooters – Kellnerin und eines Wrestlers. Mit nicht einmal zwanzig Jahren wird sie ungewollt von ihrem verheirateten Literatur-Professor schwanger (als „Keats für Arme“ beeindruckt er das unerfahrene Mädchen mit Vaterkomplex). Als Margo ihren Sohn Bodhi zur Welt bringt, muss sie ihre Uni (eine Art Community College) verlassen, während der Vater (seine Mutter gibt Margo Geld) keine Konsequenzen fürchten muss. Kind und „Karriere“ sind bald nicht mehr vereinbar, das WG – Zimmer und das Auto wollen jedoch bezahlt sein, zumal Kalifornien kein günstiges (dafür aber kein konservatives) Pflaster ist. Margos Mutter will ihr nicht helfen. Als Margo der Kellnerinnen-Job gekündigt wird, ist guter Rat teuer. Margo braucht dringend Geld, sie ist aber zeitlich nicht flexibel. Den Ausweg sieht sie in einem OnlyFans – Account. Nach anfänglicher Skepsis wird sie von ihrem Vater unterstützt, ist nicht alles Showbusiness, ob nun Profi- Wrestling oder OnlyFans?

Rufi Thorpe kann schreiben, nicht umsonst ist im Roman von Nikolai Gogol die Rede. Die Erzählperspektive ist vielleicht das Beste an der Geschichte – sie variiert und ist doch eins. Die story liest sich unheimlich flüssig, und vordergründig ist der plot auch unterhaltsam. Die Figuren sind als Sympathieträger angelegt, als Leser/in kann man gar nicht anders, als Margo Glück zu wünschen. Ganz stark ist die Geschichte, wenn es um soziale und finanzielle Ungerechtigkeit geht - als Margos wohlhabende Freundin behauptet, dass es Stipendien für „richtige“ Colleges gibt, entgegnet die Protagonistin zurecht, dass es für Normalsterbliche (Margos Familie gehört laut Autorin zur amerikanischen Unterschicht, der hässliche Begriff lautet white trash) dennoch in die Schuldenfalle führt, eine prestigeträchtige US-Uni zu besuchen.
Meine anfängliche Begeisterung ließ rasch nach. Die Personen im Buch sind meines Erachtens Comicfiguren. Als Leserin ist man der Protagonistin oft einen Schritt voraus, ein konventionelles Stilmittel. Als Margos Vater Jinx in ihre WG einzieht, ist klar, dass dies nicht aus reiner Nächstenliebe geschieht, als seine Tochter das realisiert, ist es nicht mehr lustig, nur noch tragisch. Margos Mitbewohnerin liebt Cosplay, Margos Stiefvater ist ein richtiger Ned Flanders (ein bigotter Pastor), Baby Bodhi ist süß. An zwei Stellen im Text erwähnt Rufi Thorpe die Schattenseiten von OnlyFans. Die misogynen Morddrohungen, die Margo von ihren Abonnenten erhält, die Gewaltfantasien der Männer sind widerlich. Die Autorin scheint eine Vertreterin des sexpositiven Feminismus zu sein, und sie spricht sich gegen doxxing und slutshaming aus. Beim Thema Prostitution bin ich auf der Linie von Alice Schwarzer und EMMA. Prostitution ist (auch wenn sie online stattfindet, ‚Sexarbeit‘ ist ein Euphemismus, der die Ausbeutung verschleiert) meines Erachtens kein Job wie jeder andere und kein modernes Unternehmertum, obschon die Heldin und ihr Freund gegen Ende sozusagen ins Consulting wechseln. Rufi Thorpe führt an, dass die Cam Girls Steuern und Sozialabgaben zahlen, dass kalifornische Gerichte in Prozessen zugunsten der Frauen urteilten. Wenn sie aber erwähnt, dass die Plattform einen Anteil von den Einnahmen der Frauen behält (ob sie sich nun ausziehen oder „nur“ Computerspiele für ihre Kunden spielen), ist klar, dass es eigentlich eine moderne Form der Zuhälterei ist. OnlyFans wurde natürlich von einem Mann gegründet. Es ist nicht schön, dass Margos Gedanken ins Blasphemische abgleiten, wenn sie über Religion nachdenkt. In dieser Hinsicht ist der Roman arg amerikanisch – Liberale gegen Konservative, scheinbar moderne Menschen kämpfen gegen bigotte evangelikale Hardliner. Endgültig „raus“ war ich aber, als die Titelheldin eine Liebesbeziehung zu einem Kunden einging (ich fand „Pretty Woman“ schon in den 1990er Jahren doof). „Only Margo“ ist zweifellos ein wokes Manifest. So absurd es klingt – die story liest sich wie ein klasse geschriebenes Märchen. Die Message der Autorin ist allerdings mehr als fragwürdig.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

"So kommen Sie in den Ordnungs-Flow."

Ordnung für immer
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Das Sachbuch „Ordnung für immer“ wurde von der Stiftung Warentest publiziert und von den Autorinnen Gunda Borgeest (studierte Philologin & Ordnungscoach) & Petra Thorbrietz (Wissenschaftsjournalistin) ...

Das Sachbuch „Ordnung für immer“ wurde von der Stiftung Warentest publiziert und von den Autorinnen Gunda Borgeest (studierte Philologin & Ordnungscoach) & Petra Thorbrietz (Wissenschaftsjournalistin) verfasst. Die Haptik und die Größe des Buches sind perfekt; da es nicht zu groß ist, nimmt man es gerne zur Hand, um darin zu blättern. Die Schriftgröße ist definitiv nicht zu klein. Das Layout ist stimmig, die Gliederung gelungen. Der Leser arbeitet sich durch drei Teile, es ist ein klassisches Workbook (teils zum Ausfüllen), das mit Sonderseiten, die auch ausdruckbare pdf-Dateien enthalten, punkten kann, man muss aber nicht umständlich erst QR-Codes scannen, um beginnen zu können. Natürlich steht „die Psychologie der Ordnung“ im Mittelpunkt. Es gibt sinnvolle Tipps. Auch Tricks zur Entwicklung von wiederkehrenden Ritualen sind enthalten. Nicht umsonst prangt auf dem Cover der Slogan „Aufräumroutinen, die glücklich machen.“ Es gibt insgesamt fünf Kapitel, wobei das letzte Kapitel zum Anhang gehört.
Dem Leser soll „der einfache Weg zu einem aufgeräumten Leben“ aufgezeigt werden. Daher erfinden die Autorinnen das Rad nicht neu, aber sie geben durchaus sinnvolle Hilfestellung. Man möge „keine toten Dinge“ (vertrocknete Blumen etc.) horten – das versteht sich wohl von selbst. Die Forderung „mit weniger leben lernen“ sehe ich indes kritisch, da hier automatisch vom Überfluss ausgegangen wird (ich bin aber auch kein Fan von Tiny Houses & Co.). Achtsamkeitsübungen können sinnvoll sein; klar ist auch, dass im Buch die Konzepte der extrinsischen und intrinsischen Motivation erläutert werden; nie gleiten die Autorinnen in esoterisches Blabla ab. Das Buch ist für Anfänger (und Fortgeschrittene?) gut geeignet, manche Anregungen finde ich jedoch überflüssig (soll man Bücher alphabetisch oder farblich im Regal sortieren?) und von der Pomodoro – Methode für‘s Zeitmanagement hat wohl jeder schon einmal gehört (es werden diverse Techniken vorgestellt). Insgesamt gefällt mir das Sachbuch aber gut, da man nicht vom Inhalt „erschlagen“ wird. Auch der Ton ist freundlich und angemessen. Daher kann ich „Ordnung für immer“ zur Lektüre durchaus empfehlen.


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