„The World of Vikings“ ist das Begleitbuch zur Serie „Vikings“. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, es ist leicht verständlich. Justin Pollard gibt darin Einblicke in die Produktion, die historischen ...
„The World of Vikings“ ist das Begleitbuch zur Serie „Vikings“. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, es ist leicht verständlich. Justin Pollard gibt darin Einblicke in die Produktion, die historischen Hintergrundinfos würde ich aber mit Vorsicht genießen und lieber ein aktuelles Werk eines Skandinavisten zu Rate ziehen; ich denke, die „Berserker“ – Theorie ist unter Historikern durchaus umstritten. Es gibt ein paar schöne Fotos vom Set, allerdings werden nicht alle Staffeln im Buch abgedeckt.
Primär wird das „Making of“ behandelt, was einigermaßen interessant ist, es gibt Interviews mit dem Filmteam und einigen Schauspielern.
Die Aufmachung des Buches gefällt mir aber leider nicht so gut, sie wirkt auf mich irgendwie billig und die stilisierte Runenschrift reißt es auch nicht heraus. Die inhaltliche Strukturierung ist aber logisch und gut nachvollziehbar, ein großes Plus sind die Quellenanagaben (Sekundär – sowie Primärquellen).
Fazit: Ganz nett, aber in meinen Augen kein must – have.
Der Auftaktband der Reihe „Victorian Rebels“ konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Daher wollte ich diesen Folgeband unbedingt lesen. Den zweiten Teil der Reihe fand ich insgesamt spannender, und der ...
Der Auftaktband der Reihe „Victorian Rebels“ konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Daher wollte ich diesen Folgeband unbedingt lesen. Den zweiten Teil der Reihe fand ich insgesamt spannender, und der Protagonist Christoper Argent konnte gleich zu Beginn mein Interesse wecken.
Worum geht’s ?
Genretechnisch handelt es sich hier um einen Roman, der der Historical Romance Sparte zugeordnet werden kann, was man auch an der Nackenbeißer – Ästhetik der englischen Originalbände sehr schön sehen kann. Im Prinzip gefiel mir die Einbettung ins historische London gut, aber die Autorin machte Dinge, die mich während der Lektüre schnell wieder ins 21. Jahrhundert katapultierten, leider. So hat etwa die Schauspielerin Millie eine „Stylistin“, dieser Terminus ist für die beschriebene Zeit sicher zu modern.
Millie le Cour ist eine polnischstämmige Schauspielerin, die vom Auftragskiller Argent ermordet werden soll. Als er die schöne Mimin erblickt, kann er sie jedoch nicht töten, da er sich auf den ersten Blick in die junge Mutter verguckt. Das ungleiche Paar verliebt sich ineinander, und Christopher tut alles, um den Sohn seiner Angebeteten zu beschützen. Doch die Morde in London hören nicht auf, wer trachtet Millie und ihrem Sohn Jakub nach dem Leben ?
Die Autorin hat wirklich gute Ideen, es gibt neben der Liebesgeschichte auch noch eine Krimihandlung und das Theater – setting ist ein zusätzliches Bonbon. Leider musste ich, obwohl ich durchweg bereit war, der Autorin noch eine Chance zu geben, feststellen, dass sie einfach sehr schnell an ihre erzählerischen Grenzen stößt. Die Figuren sind nicht gut genug ausgearbeitet, aus ihrem Stoff hätte Byrne viel mehr machen können. Tortured hero, wunderschöne, resolute Aktrice. Vor allem Christopher hätte mit mehr Tiefe richtig spannend sein können, leider verhält er sich unlogisch, wobei mir schon klar ist, dass die Autorin versucht hat, eine Entwicklung der Figur zu zeigen, aber es gelingt ihr aufgrund ihrer mangelnden Fähigkeiten nicht, eine glaubwürdige Transformation zu zeigen. Sie trägt einfach immer zu dick auf, immer, wenn ich den Hauch von Rührung verspürte, artete alles in Kitsch aus. Byrne findet leider nicht das richtige Maß, es fallen Sätze voller Pathos und die Schriftstellerin tut sich schwer damit, auf den Punkt zu kommen. Argent ist der Angestellte von Dorian Blackwell, einem Gangsterboss von dem es heißt: „Blackwell verehrte allein die Hand seiner Frau mit mehr Inbrunst als ein Fanatiker seinen Gott.“
Paradoxerweise ist die story aber sehr spannend, ich wollte immer wissen, wie die Geschichte endet, und den kleinen plot twist am Ende fand ich nicht einmal schlecht, und ich musste auch einmal schmunzeln. Es gibt nicht viele Liebesszenen in der Erzählung, dafür aber Details, die mir ausgelutscht oder unnötig erschienen, etwa einen distinguierten Butler und einen nekrophilen (!) hitman, der mit Argent konkurriert.
Fazit:
Schade ! Aus dem großartigen Stoff hätte Kerrigan Byrne viel mehr machen können. Leider stößt sie erzähltechnisch schnell an ihre Grenzen.
Staatsanwältin Chas Riley wird zu einem ungewöhnlichen Tatort gerufen. Es scheint, dass ein junger Mann im Auto verbrannt ist, und es scheint Mord zu sein. Überhaupt brennen in Hamburg die Autos und ...
Staatsanwältin Chas Riley wird zu einem ungewöhnlichen Tatort gerufen. Es scheint, dass ein junger Mann im Auto verbrannt ist, und es scheint Mord zu sein. Überhaupt brennen in Hamburg die Autos und auch anderswo. Globalisierungskritik? Bald wird der Tote identifiziert: es handelt sich um Nouri Saroukhan, Sprößling eines Bremer Clans . Doch was macht die Leiche in Hamburg? Riley und Stepanovic beginnen zu ermitteln und stechen in ein Wespennest aus organisierter Kriminalität und mafiösen Clan – Strukturen…
Mit „Mexikoring“ hat die Wahlhamburgerin Simone Buchholz den achten Band der Krimireihe rund um die deutsch-amerikanische Powerfrau Riley vorgelegt. Thematisch ist der Roman am Puls der Zeit, ich musste beim Lesen an libanesische Clans aus Berlin denken.
Buchholz‘Stil hasst man, oder man liebt ihn:
Die Kapitel sind kurz, gespickt mit tollen Sprachbildern und teils kargen Dialogen und lakonischen Kommentaren. Chastity Riley nimmt kein Blatt vor den Mund: sie ist eine coole Protagonistin mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitsempfinden. Dieses Mal war mir ihre Sprache aber zu vulgär, wie eine Proletin habe ich mir die Heldin eigentlich nicht vorgestellt, „leck mich am Arsch“ passt eigentlich gar nicht zu ihr, dafür ziehe ich einen halben Stern bei meiner Bewertung ab.
Ich habe die komplette Reihe gelesen und das „Personal“ und das setting in’s Herz geschlossen. Faller, Inceman, Stepanovic…Jeder Roman ist eine Liebeserklärung an die Hansestadt Hamburg. Bisher fand ich den Roman „Die blaue Nacht“ am besten, auch wenn „Mexikoring“ einen Tick besser ist als „Beton Rouge“.
Die Geschichte von der Heldin, die sich nicht immer so verhält, wie es ihr Vorname suggeriert, ist interessant. Ein Vaterkind, verlassen von der Mutter. Die große Liebe, Nachbar „Klatsche“ – passé? Jedenfalls kommt die Protagonistin nicht mehr gerne nach Hause, seitdem in der Nachbarwohnung nicht mehr der Liebste wohnt, aber in ihrem Job ist Chas die Beste, sie gibt alles und versucht mit Kollege Ivo Stepanovic den aktuellen Fall aufzuklären.
In „Mexikoring“ geht es Schlag auf Schlag, und es ist der Stil, der den Kriminalroman so besonders macht. Ich liebe es, dass Buchholz‘ Krimis so originell sind. In der deutschen Krimilandschaft ist ihre Sprache etwas Besonderes, und ihre Arbeiten sind nicht austauschbar, das muss man in einem Genre, das „überlaufen“ ist, erst einmal schaffen.
Sowohl Haupt- als auch Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet, ob Anne Stanislawski oder eben Stepanovic. Ich musste ganz schön über eine Figur namens „Rocktäschel“ schmunzeln. Ich denke, dass die Ermittlungsarbeit in diesem Krimi authentisch beschrieben wird, und es gibt eine gute Mischung zwischen Fallermittlung und Privatleben im Buch. Romane, in denen das Eine oder das Andere deutlich überwiegt, langweilen mich meist.
Hier war ich aber von der ersten Seite an gefesselt, und ich konnte es kaum erwarten, die Auflösung zu erfahren. Buchholz beschreibt das Verbrecher – Milieu und die kriminelle Unterwelt glaubwürdig und ohne übertriebene Effekthascherei.
Fazit:
Ich vergebe viereinhalb von insgesamt fünf möglichen Sternen. „Mexikoring“ ist der spannende achte Teil einer Reihe rund um die toughe Staatsanwältin Chastity Riley. Ich spreche gerne eine Leseempfehlung aus!
Die Türkin Gülcan arbeitet als Fremdenführerin in Istanbul, wo sie mit ihren Eltern lebt, die jedoch von einer Rückkehr nach Anatolien träumen. Also soll Gülcan heiraten, damit sie versorgt ist. Der Schwiegersohn ...
Die Türkin Gülcan arbeitet als Fremdenführerin in Istanbul, wo sie mit ihren Eltern lebt, die jedoch von einer Rückkehr nach Anatolien träumen. Also soll Gülcan heiraten, damit sie versorgt ist. Der Schwiegersohn in spe wohnt in Österreich, im schönen Salzburg. Er stellt sein Leben in Salzburg in leuchtenden Farben dar, doch es ist nicht alles Gold, was glänzt: Nach ihrer Ankunft in der Alpenrepublik muss Gülcan erkennen, dass Cemils „Haus“ nur eine kleine Wohnung ist, in welcher sie mit den Schwiegereltern leben soll, und auch die Aussicht auf eine Ausbildung löst sich in Luft auf; vielmehr muss sie im familieneigenen Hähnchen – Imbiss anheuern. Als ihr Mann auch noch die Hand gegen sie erhebt, wird es Gülcan zu bunt, und sie flüchtet nach Wien, wo sie Lotta begegnet, die ihrerseits dem Traum vom Glück nachjagt. Er scheint auch in Erfüllung zu gehen, als Lotta den Hauptgewinn zieht, mit welchem sie nicht nur den feschen Trafikanten beeindrucken will. Schon bald steigt der Frau das viele Geld zu Kopfe, wer hat, der hat, und der neue Lebensstil zieht viele neue „Freunde“ an, die sich bald als treulose Trittbrettfahrer entpuppen…
Vor der Lektüre hatte ich mit einem Roman über eine Frauenfreundschaft gerechnet, doch der Verlauf der Geschichte wird dem Etikett „Frauenroman“ nicht ganz gerecht, denn es geht im Buch eigentlich nicht um best female friends, Prosecco und Schuhe.
Vielmehr geht es um zwei unterschiedliche Lebensentwürfe und die Suche nach dem Glück. Aus einer eurozentrischen Perspektive würde man annehmen, dass Gülcan die schwache und verhuschte Frau ist, doch es ist Lotta, die mit einem geringen Selbstwertgefühl zu kämpfen hat, die eigentlich von Haus aus die besten Voraussetzungen für ein erfülltes Leben haben müsste, und doch unglücklich ist. Die einfache Rechnung „Türkin = armes Hascherl“ geht also nicht auf, denn auch die „Westlerin“ Lotta hat das Glück nicht qua Geburt gepachtet. Der Zufall führt das ungleiche Paar zusammen, und es kann sich doch noch alles zum Guten wenden…
„Zwei unter einem Schirm“ von Anton Badinger hat mir gut gefallen, auch wenn der Klappentext ein wenig irreführend ist, denn die Buchhalterin Lotta und die Fremdenführerin Gülcan sind mitnichten Sandkastenfreundinnen, und der Roman dreht sich um Selbstverwirklichung und nicht um Freundschaft, was für mich aber in der Rückschau nicht so sehr ins Gewicht fällt, da mir der Stil des Autors zugesagt hat: Die Austriazismen finde ich einfach klasse, und auch der Humor ist „meins“.
Ein gelungener Debutroman!
Karin Slaughter ist vor allem für ihre Thrillerreihen bekannt. „Ein Teil von ihr“ ist jedoch ein Einzelband.
Der Thriller ist handwerklich gut gemacht, auch wenn man keine literarischen Finessen erwarten ...
Karin Slaughter ist vor allem für ihre Thrillerreihen bekannt. „Ein Teil von ihr“ ist jedoch ein Einzelband.
Der Thriller ist handwerklich gut gemacht, auch wenn man keine literarischen Finessen erwarten kann. Die Autorin konfrontiert den Leser mit zwei Handlungssträngen bzw. Zeitebenen, was mir gut gefiel. So kommt Abwechslung in die Erzählung.
Worum geht’s?
- Die Protagonistin Andrea zieht mit Anfang 30 wieder zu ihrer krebskranken Mutter, weil sie ihr Studium abbrechen musste. In den USA ist studieren bekanntlich ein teurer Spaß, und so hat Andrea „Andy“ Cooper schon als junge Frau einen beträchtlichen Schuldenberg angehäuft. Zu den finanziellen Problemen gesellt sich die Sorge um die kranke Mutter, und Andrea beschließt, sich um ihre Erzeugerin, zu welcher sie ein gutes Verhältnis hat, zu kümmern. Eines Tages wird jedoch das Leben der Heldin auf den Kopf gestellt, als es ausgerechnet bei Andreas Geburtstagsfeier in der Mall zu einem blutigen Zwischenfall kommt. Andrea wird unversehens zur Zielscheibe, doch die Mutter verteidigt ihr Kind wie eine Löwin, tötet den Angreifer sogar, ohne mit der Wimper zu zucken!
Andrea ist baff: war alles, woran sie glaubte, eine Farce? Ist ihr Leben gar auf einer Lüge aufgebaut? Wer ist ihre Mutter Laura Oliver wirklich?
Klar ist, dass die Vergangenheit erforscht und neu bewertet werden muss, und so beginnt die ehemalige Studentin auf der Flucht mit ihrer Recherche, die schier Unglaubliches zutage fördern wird…
„Ein Teil von ihr“ aus der Feder von Karin Slaughter (ich wundere mich immer wieder über den Nachnamen, es handelt sich nicht um ein Pseudonym!) habe ich gern gelesen, auch wenn die Spannung nicht durchweg gehalten wurde. Manchmal hatte ich beim Lesen das Gefühl, einen Hollywoodfilm zu schauen, und ich kann nicht sagen, ob ich das gut oder schlecht finde. Mit der Protagonistin Andrea hatte ich richtig Mitleid, sie erwischt es wirklich knüppeldick. Die Figuren sind für meinen Geschmack gut ausgearbeitet, gerade weil man sich als Leser an ihnen „reibt“. Andrea hat viele Schwächen, was sie in meinen Augen zu einer runden Figur macht. Nichts langweilt mich mehr als perfekte Protagonisten! Laura ist die deutlich aktivere Frau, vielleicht ist Andy gerade deshalb so passiv…
Den Stil der Autorin muss man allerdings mögen, denn Slaughter ist nicht unbedingt eine Meisterin der subtilen Andeutungen, es geht stellenweise richtig hart zur Sache, und manchmal waren mir Slaughters Ausführungen fast zu brutal, der Roman ist definitiv nichts für Zartbesaitete.
Der Roman hat mir trotzdem ein paar spannende Lesestunden beschert, auch wenn es Längen in der Erzählung gab. Am besten gefiel mir die Entwicklung der Figur Andrea. Auch das roadtrip Element lese ich immer wieder gern. Das Grundgerüst der Erzählung ist richtig gut gemacht und auch eine Portion Gesellschaftskritik schwingt mit. In Zeiten von Facebook und social media ist man schnell ein Versager, wenn man nicht die entsprechenden Hochglanzbilder einer erfolgreichen Karriere präsentieren kann, und auch ein Studium in einer Traumstadt ist kein Selbstläufer, wie Andy schmerzhaft erfahren muss.
Manchmal fühlte ich mich ob der „Wahrheit ist nichts als eine Konstruktion“ – These der Autorin allerdings wie in einem Proseminar. In der Gesamtschau überwiegt aber mein positiver Leseeindruck.
- Fazit: „Ein Teil von ihr“ ist ein spannender Thriller mit überraschenden Wendungen, der mich trotz kleiner Schwächen spitze unterhalten hat!