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Veröffentlicht am 31.12.2025

eine großartige Geschichte

Das Antiquariat am alten Friedhof
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Das Antiquariat am alten Friedhof - Kai Meyer
 
Leipzig, 1930. Felix, Vadim, Eddie und Julius, Söhne aus gutem Hause, haben ein feines Leben. Als „Club Casaubon“ verbringen sie viel Zeit in Vadims Antiquariat, ...

Das Antiquariat am alten Friedhof - Kai Meyer
 
Leipzig, 1930. Felix, Vadim, Eddie und Julius, Söhne aus gutem Hause, haben ein feines Leben. Als „Club Casaubon“ verbringen sie viel Zeit in Vadims Antiquariat, lesen, diskutieren und begehen ab und an Bücherdiebstähle. Diese sorgen nicht nur für ein bisschen Nervenkitzel, der Verkauf der gestohlenen Bücher dient dem Erhalt des Antiquariats.
Eddies Schwester Eva schließt sich den Freunden an. Durch ihre Arbeit in einem renommierten Antiquariat hat sie Zugang zu besonderen Objekten und verkehrt in den besten Kreisen. Felix und Vadim sind von der selbstbewussten jungen Frau fasziniert.
 
Die Diebstähle der Freunde werden immer gewagter, doch dann geraten sie in falsche Kreise und ein Coup endet in einem Desaster.
 
1945 – Felix ist vor 15 Jahren in die USA ausgewandert und arbeitet inzwischen als Bibliothekar für eine amerikanische Behörde. Er wird nach Leipzig beordert, denn das amerikanische Militär hat einen Mann festgenommen, der behauptet, Hitlers Vorleser gewesen zu sein und zu wissen, wo die geheime Bibliothek des Führers sei. Felix soll von ihm diese Information beschaffen, doch schon die erste Befragung bringt neue Rätsel, denn der Mann, dessen Gesicht aufgrund einer Verbrennung nicht mehr erkennbar ist, behauptet, Vadim zu sein.
Felix nutzt den Aufenthalt in Leipzig auch, um zurückliegende Ereignisse aufzuarbeiten, alte Freunde zu finden und vor allen Dingen, um den Verbleib von Eva zu klären. Doch das gestaltet sich in den Nachkriegswirren als sehr schwierig.
 
Ist der Vorleser wirklich Vadim, was ist mit Eva im Lazarettzug passiert und was hat es mit den Toten auf sich, denen „Ich starb von Hoffmanns Hand“ in die Haut geritzt wurde?

„Und wer Bücher liebte, der versetzte sich Tag für Tag in die Köpfe anderer.“ (S.187)
 
Kai Meyer erschafft Charaktere, die es einem nicht leicht machen, sie zu durchschauen und in der ersten Begegnung einzuschätzen – aber gerade das den Reiz der Geschichte aus.

Wer ist Eva wirklich? Einfach nur die Tochter aus gutem Haus – oder eine junge Frau, die den Nervenkitzel einfach nur ein wenig zu sehr mag?
Was hat es mit dem Gewächshaus im Garten von Evas und Eddies Eltern auf sich?
Welche Rolle spielt Magnus Heiden? Gehört der Journalist zur High Society oder ist er gar ein russischer Spion?
Warum ist Felix in die USA ausgewandert, sind nach seinem Besuch in der Bibliothek auf Patmos noch alle Bücher vorhanden oder ist er nach wie vor ein Bücherdieb?
 
Kai Meyer gelingt es hervorragend, vielschichtige Handlungsstränge klug und nachvollziehbar miteinander zu verbinden – es passiert viel in der Geschichte, zu keiner Zeit ist sie dabei jedoch überladen, sondern genau richtig, so wie sie ist.
 
Die Lesenden reisen an die Amalfi Küste, nach Patmos und Rumänien, aber vor allem in das Graphische Viertel in Leipzig.
Die Orte werden lebhaft beschrieben, ich habe die Straßen, das Antiquariat und auch den alten Friedhof vor mir gesehen habe, bin mit Felix und Suse an den Ruinen vorbeigefahren, war mit Eva im Gewächshaus und habe die Schritte gehört, von denen Eddie erzählt.
 
„Authentizität ist eines der größten Missverständnisse der Literatur.“ (S.259)
 
Mag sein, für mich ist „Das Antiquariat am alten Friedhof“ jedoch eine sehr gut erzählte, glaubhafte Geschichte, die mich auch überzeugt und begeistert, weil es ein Wiedersehen mit bekannten Figuren wie z.B. Cornelius Frey und Gregori gibt und in kleinen Momenten an vorherige Romane aus dem Graphischen Viertel erinnert.
 
Das Nachwort des Autors hat mir gefallen, danke für den Einblick in die Entstehung der Geschichte.
 
Großartig, einfach nur großartig!
Ich bin maximal begeistert von dieser spannenden und genial erzählten Geschichte.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

besonders, anders, rätselhaft

HEN NA IE - Das seltsame Haus
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HEN NA IE - Das seltsame Haus / Uketsu
 
„Im Obergeschoss habe ich Schritte gehört, aber eigentlich dürfte dort niemand sein.“
„Immer wenn ich allein im Wohnzimmer bin, spüre ich Blicke, die auf mich ...

HEN NA IE - Das seltsame Haus / Uketsu
 
„Im Obergeschoss habe ich Schritte gehört, aber eigentlich dürfte dort niemand sein.“
„Immer wenn ich allein im Wohnzimmer bin, spüre ich Blicke, die auf mich gerichtet sind.“
„Im Wandschrank sind Stimmen zu hören.“
– solche und ähnliche Begebenheiten in sogenannten Spukhäusern gibt es wie Sand am Meer. Aber das, was ich nun über dieses Haus erfuhr, unterschied sich doch ein wenig von all diesen Geschichten. (S.15)
 
Der Erzähler, ein Journalist, wird von seinem Bekannten Yanaoka um einen Rat zu einem Hauskauf gebeten. Es ist ein relativ neues Haus in guter Lage zu einem vernünftigen Preis – und doch hat Yanaoka Zweifel. Der Erzähler bittet den Architekten Kurihara – ein Freund von Horror und Mystery - um Unterstützung, die beiden beginnen den Grundriss des Hauses zu analysieren. Zunächst sieht alles völlig normal aus, aber beim genaueren Hinsehen fallen seltsame Dinge auf:
 
„Außerdem hat das Kinderzimmer kein einziges Fenster.“ (S.22)
 
Und es ergeben sich weiter Ungereimtheiten, die zu der Frage führen, ob hier eine Existenz verborgen, gar ein Kind eingesperrt wurde? Ist in dem Haus ein Verbrechen geschehen?
 
Nachdem ein Journalist einen Artikel über das Haus veröffentlicht hat, meldet sich Yuzuki Miyae. Obwohl der Bericht keine Details enthielt, wirkt es, als hätte sie tiefergehendes Wissen und eine Verbindung zu dem Haus.
 
„Dieses Haus beinhaltet zwei Aspekte. Licht und Dunkelheit – so könnte man es beschreiben.“ (S.99)
 
Doch damit nicht genug – es gibt ein weiteres Haus mit einem ähnlich verstörenden Grundriss.

Eine komplexe Familiengeschichte, lang zurückliegende Ereignisse, mysteriöse Kinder und eine Familie, die plötzlich verschwindet.
 
„Dieses Haus ist vom Groll einer Frau erfüllt.“ (S.182)
 
Ein großartiger Satz in einem spannenden Mystery-Roman.
 
... und dann sind da ja noch die Leichenteile, die in der Nähe eines der Häuser in einem nahen Wald gefunden werden und der verschwundene Herr Miyae.
 
„Die linke Hand der Leiche ist samt Handgelenk abgetrennt worden“ – Diese Worte hakten sich bei mir fest. (S.65)
 
Der Journalist und der Architekt nehmen bei der Betrachtung der Bauzeichnungen immer neue Perspektiven ein und mit jedem anderen Blickwinkel scheint es weitere, unvorstellbare Erklärungen für die Unstimmigkeiten in den Grundrissen zu geben.
 
Kann eine Bauzeichnung nicht nur Wände, sondern auch Verbrechen zeigen?
Was verbirgt sich hinter der Fassade?

Nach und nach ergibt sich ein vielschichtiges Bild und es wird klar, dass die Vergangenheit bis in die Gegenwart wirkt. Aber:
 
„Nun, auch das sind alles nur Spekulationen. Nehmen Sie es daher nicht so ernst!“ (S.215)
 
Das Buch hat mich begeistert, gefesselt, fasziniert, zum Miträtseln eingeladen – aber auch in die Irre geführt, nicht wieder auf den richtigen Weg gebracht und am Ende war ich etwas lost, habe die Auflösung nicht direkt greifen können, sie war für mich zunächst nicht schlüssig, es schien, dass die Ungereimtheiten der Grundrisse ebenso auch in der Geschichte und sowieso alles zu komplex war.
Es hat also einen Moment gebraucht, „Das seltsame Haus“ ist nicht einfach ein Roman – das Buch fordert den Lesenden und genau das macht den Reiz aus.
 
Mir persönlich hat „Seltsame Bilder“ etwas besser gefallen, nichtsdestotrotz ist „Das seltsame Haus“ ein großartiger, origineller, ungewöhnlicher Roman, der mich begeistert und mit seiner besonderen Atmosphäre und der subtilen Spannung in den Bann gezogen hat. Die Skizzen laden zum Miträtseln ein und ich habe unbedingt wissen wollen, was es mit den Häusern auf sich hat.
 
Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.11.2025

eine rasante, großartige Geschichte

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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Fabula Rasa _ Vea Kaiser

„Aber gute Laune war auch eine Haltung. (S.34)

Angelika Moser wohnt mit ihrer Mutter Erna im Veza-Canetti-Hof in Wien, wo ihre Mutter als Hausmeisterin arbeitet. Die 20-Jährige ...

Fabula Rasa _ Vea Kaiser

„Aber gute Laune war auch eine Haltung. (S.34)

Angelika Moser wohnt mit ihrer Mutter Erna im Veza-Canetti-Hof in Wien, wo ihre Mutter als Hausmeisterin arbeitet. Die 20-Jährige genießt das Wiener Nachtleben der 1980er Jahre und träumt von einem besseren Leben. Sie will der einfachen Umgebung entkommen und wünscht sich ein Leben auf der Sonnenseite.

Die junge Frau bekommt eine Stelle in der Verwaltung des exklusiven Grand Hotels Frohner. Angelika arbeitet strukturiert, ist klug, gewissenhaft und weiß sich gut zu positionieren.
Schon bald wird der Hoteldirektor auf Angelika aufmerksam; er vertraut ihr und ihren buchhalterischen Fähigkeiten und aus einer besonderen Situation heraus bittet er sie, die Bilanzen „zu überarbeiten“. Dies erledigt Angelika mit viel Geschick und als Dank erhält sie eine Zuwendung, für die auf Anweisung des Inhabers ebenfalls eine nicht allzu legale Buchung getätigt wird.

In einem Club lernt Angelika den Musiker Freddy kennen, die beiden führen eine komplizierte Beziehung, feiern oft, viel und wild. Das Leben ist teuer, die junge Frau hat Träume und Wünsche, möchte ein anderes, erstklassiges Leben führen – ein Leben, dass mit dem Gehalt einer Hotelmitarbeiterin nicht finanzierbar ist.
Aber hat nicht der Chef selbst Angelika Wege aufgezeigt, um entsprechende Mittel zu beschaffen?
Eine Einmaligkeit wird mehr und mehr zur Gewohnheit, Angelika betrachtet das Geld als Darlehn und hat den festen Vorsatz es zurückzugeben, sobald die Umstände es zulassen.

Wie lange kann so etwas gutgehen?

„Der Direktor würde nie etwas merken.“ (S.355)

Es ist der Direktor des Hotels, der Angelika die „kreativen Buchführung“ näher bringt, geschickt gelingt es ihr, die Interessen des Hotels in den Bilanzen abzubilden – ebenso geschickt berücksichtigt sie auch ihre eigenen Belange und letztlich verleiten sie ihre Ambitionen zu immer gewagteren Transaktionen.

„Das der Fiat Panda vom Hotel bezahlt worden war, wusste zwar außer Angelika niemand, aber sie war zu dem Schluss gekommen, dass es so besser war.“ (S. 343)

Und bei einem Auto ist wahrlich nicht Schluss. Alle Buchungen zu ihren Gunsten notiert sie in ihrem Filofax – und es kommt eine stattliche Summe zusammen. In einem Rausch zwischen Notwendigkeit und Gelegenheit wird sie mutiger und maßloser, sie hat Angst entdeckt zu werden und plant gleichzeitig die nächste Buchung. Kalkuliert, kaltschnäuzig und dabei aber auch nachvollziehbar und gewinnend: Angelika Moser ist sympathische Heldin und egoistische Diebin in einer Person. Vea Kaiser erzählt die Geschichte lebhaft, wortgewandt und ausdrucksstark, mit ganz viel Wien, gutem Humor und nachdenklichen Momenten.

Zwischen den einzelnen Kapiteln gibt es die „Unterhaltungen in der Josefstadt“, in denen Angelika Kaiser selbst aus ihrem Leben erzählt.

Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite aller bestens unterhalten, ich war neugierig, wie es weitergeht, habe Angelika ebenso verstanden wie verurteilt. Die Momente, in denen es um das Älterwerden und die damit verbundenen Veränderungen bei Angelikas Mutter geht, waren für mich schlüssig. Das Buch zu lesen fühlt sich an, als ob eine gute Freundin / ein guter Freund eine Geschichte erzählt.

„Angelika hatte den Aufstieg geschafft, den ihre Mutter ihr niemals zugetraut hatte. Von dem zu träumen sie ihr sogar verboten hatte. Angelika war Mitglied der Führungsriege eines Traditionsbetriebs, Eigentümerin einer Villa und einer Garçonnière, Mutter eines Sohnes, der den Opernball eröffnete, auf dem auch sie heute tanzen würde - als Teil der besten Wiener Gesellschaft.“ (S.467)

Vea Kaiser erzählt die Geschichte einer klugen Frau zwischen Mut und Übermut, Loyalität und Moral. Die Protagonistin ist für mich gleichermaßen nachvollziehbar und unverständlich. Eine spannende, unterhaltsame, mitreißende und einfach großartige Erzählung!

Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.11.2025

ein wunderbares, informatives, großartiges Buch

Liebste Freundin!
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Liebste Freundin – sämtliche Briefe / Jane Austen
 
Aus dem Englischen übersetzt von Andrea Ott
Kommentiert von Beatrix Hesse und Horst Lauinger
Mit einem Nachwort von Adriana Altaras
 
Jane Austen war ...

Liebste Freundin – sämtliche Briefe / Jane Austen
 
Aus dem Englischen übersetzt von Andrea Ott
Kommentiert von Beatrix Hesse und Horst Lauinger
Mit einem Nachwort von Adriana Altaras
 
Jane Austen war eine eifrige Briefeschreiberin und stand in regem Austausch mit Freunden, Verwandten und der Familie, vor allem aber mit ihrer Schwester Cassandra, wenn die beiden voneinander getrennt waren.
 
„Liebste Freundin“ beginnt mit einem Brief aus dem Januar 1796 von Jane an ihre Schwester, der letzte erhaltene Brief ist aus dem Mai 1817 an James Edward Austen.
Das Buch endet mit einem 164. Brief, dieser ist von Cassandra Austen an ihre Nichte Fanny Knight.
 
Die Briefe sind in zeitlicher Reihenfolge sortiert. Jedes neue Kapitel startet mit Angaben zum jeweiligen Jahr, darunter die Geburt und der Tod einer bekannten Persönlichkeit, die Hochzeit eines berühmten Paares sowie ein bedeutendes Werk, das in diesem Jahr entstanden ist.
 
Austens Briefe wurden von Deirdre Le Faye für eine englische Ausgabe editiert und kommentiert, darauf basierend ist die deutsche Übersetzung entstanden. Es gibt zu den einzelnen Briefen viele Fußnoten, um das Geschriebene einordnen zu können. So kann der Lesende die Personen nachvollziehen und erfährt mehr über die Orte und die jeweilige Zeit.
 
Zwischen den einzelnen Briefen wird vermerkt, wenn Schriftwechsel fehlen und sich daraus möglicherweise Zusammenhänge weniger gut ergeben.

In den Briefen geht es um familiäres und alltägliches, ein bisschen Klatsch und Tratsch – und manch Brief hätte auch wunderbar Teil einer der großen Romane von Jane Austen sein können, denn die Schriftwechsel lesen sich ein wenig, als ob sich die Jane und Elizabeth Bennet unterhalten oder Elinor Dashwood von einer Abendgesellschaft berichtet.
 
Jane Austen schreibt vorwärts und manchmal aus Spaß auch rückwärts, sie erzählt von Federball- und Kartenspielen, mal erlebt der Lesende sie fröhlich und heiter, dann wieder nachdenklich und immer wieder gibt es diese feinen, ironischen Momente, kleine Sticheleien und ein Augenzwinkern. Geistreich und lebhaft erzählt Jane Austen aus ihrem Leben, und die Briefe zeigen, wie liebevoll sie zu den Menschen war, die ihr nahestanden.
 
Besonders berührt haben mich die letzten Briefe des Buches, die Cassandra nach dem Tod von Jane geschrieben hat. Sie ordnet den Nachlass, erzählt von der Trauer und findet liebevolle Worte für ihre Schwester.
 
Die großartige Übersetzung ist von Andrea Ott und Adriana Altaras hat ein wunderbares Nachwort in Form eines Briefes verfasst.
 
Karten der Orte, an denen Jane Austen gelebt hat, ein ausführliches und informatives Personenglossar, eine Leseliste sowie eine sehr aufschlussreiche editorische Notiz ergänzen dieses wunderbare Buch mit dem hübschen Leineneinband.
 
Sie muss ein besonderer Mensch gewesen sein, ich mag ihren Humor, ihre Ironie und ihre Art zu erzählen – sei es in großen Werken, aber auch in den Briefen und diese zu lesen ist ein wenig, als ob sie zu einem spricht.
Dieses Buch ist ein wahres Schmuckstück, ich bin sehr begeistert.
 
Dieses Buch ist ein wahrer Schatz! Es ist wunderschön, informativ und es gibt einzigartig Einblicke in das Leben der Autorin.
 
Ganz große, herzliche Leseempfehlung! 💕

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Prinzessin Alice - eine faszinierende Frau

Prinzessin Alice
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Prinzessin Alice von Irene Dische
Der Titel, das wirklich hübsche Cover und natürlich auch mein Interesse an Geschichte und an den Royals von der Insel haben mich neugierig gemacht. Nach einem Besuch im ...

Prinzessin Alice von Irene Dische
Der Titel, das wirklich hübsche Cover und natürlich auch mein Interesse an Geschichte und an den Royals von der Insel haben mich neugierig gemacht. Nach einem Besuch im Buchladen durfte das Buch „Prinzessin Alice“ von Irene Dische schließlich mit mir nach Hause kommen. Ich war gespannt, mehr über Alice von Battenberg (später Mountbatten), die Schwiegermutter von Königin Elizabeth II. und Großmutter von König Charles III., zu erfahren.
Der Einstieg war gar nicht schlecht: Irene Dische lässt Prinzessin Alice ihre eigene Geschichte aus der Ich-Perspektiveerzählen. Das liest sich anfangs recht gut, doch je weiter ich kam, desto schwieriger fiel es mir, der Erzählung zu folgen. Mitunter war ich durch die ungewöhnliche Erzählweise sogar etwas verwirrt. Gelegentliches Hin- und Herblättern half zwar, die komplexen Familienverhältnisse zu entwirren, doch schon bald war klar, dass dieses Buch für mich kein „easy read“ werden würde.
Im Mittelpunkt stehen die Jahre im Exil in Paris, der Aufenthalt in einer Klinik am Bodensee sowie die Zeit während des Zweiten Weltkriegs. Ab und zu gibt es Rückblicke auf Alices Jugend in England oder ihre Ehe mit dem griechischen Prinzen Andreas. Schnell wird deutlich, dass sie ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Familie hatte, die mit ihrer Erkrankung nur schwer umgehen konnte.
Einige Passagen fand ich schwer nachvollziehbar, etwa Alices angebliche Wiedererlangung ihres Gehörs oder die Episode, in der sie sich im Nachbarhaus einmietet, um das Leben einer ihrer Töchter zu beobachten. Handelt es sich hier um Fakt oder Fiktion? Leider bleibt das auch im Nachwort unklar.
Eine faszinierende Persönlichkeit und ein spannender biografischer Hintergrund – und doch hat mich das Buch nicht wirklich erreicht. Ich empfand die Lektüre stellenweise als anstrengend und distanziert. Prinzessin Alice hat viel erlitten und durchlebt, doch ihre Erzählung wird im Verlauf zunehmend sprunghafter und weniger greifbar. So sehr ich es mir gewünscht hätte: Ich habe keinen Zugang zu dieser Geschichte und ihrer Protagonistin gefunden.
Halbherzig habe ich die rund 150 Seiten zu Ende gelesen – wissend, dass mich diese außergewöhnliche Frau eigentlich hätte fesseln können, wenn mich die Erzählung nur ein wenig mehr berührt hätte.

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