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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2025

Toller Thriller

Mit kalter Hand
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Auf einem Reiterhof am Berliner Stadtrand werden mehrere Tiere grausam getötet. Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao wird Teil einer Sonderkommission, die den berüchtigten „Pferderipper von Lübars“ jagt.
Kurz ...

Auf einem Reiterhof am Berliner Stadtrand werden mehrere Tiere grausam getötet. Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao wird Teil einer Sonderkommission, die den berüchtigten „Pferderipper von Lübars“ jagt.
Kurz darauf findet ein Hund im Spandauer Forst einen abgetrennten menschlichen Fuß. Bei der Durchsuchung des Waldgebiets stoßen die Ermittler auf weitere Leichenteile. Bei weiteren Untersuchungen kommt der Verdacht auf dass der Täters früher auch Tiere gequält hat.
Für Yao und ihr Team beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um den Fall aufzuklären, bevor der Mörder erneut zuschlägt.
——
Bereits zum dritten Mal hat mich Michael Tsokos in die Welt der Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao entführt. Mit kalter Hand heißt sein neuester Thriller und er ist gewohnt flüssig und abwechslungsreich geschrieben. Neben der spannenden Geschichte hat mich vor allem wieder das Fachwissen von Dr. Michael Tsokos fasziniert. Es ist immer wieder erstaunlich, wie er forensische Details realistisch und teilweise beklemmend in seine Bücher einfließen lässt.
Durch die schnellen Szenenwechsel, jeweils gekennzeichnet durch Ort, Datum und Uhrzeit, entsteht keine Langeweile, und die Spannung wird über das gesamte Buch hinweg aufrechterhalten. Besonders interessant war für mich die Frage, ob die beiden Fälle zusammenhängen oder unabhängig voneinander stehen. Zum Ende hin spitzt sich die Geschichte dramatisch zu und löst die offenen Fragen sehr gut auf.
Da die Fälle in Tsokos’ Büchern stets auf wahren Begebenheiten beruhen, fand ich es erneut erschreckend, zu welchen Taten Menschen fähig sind. Die Abgründe, in die der Täter vordringt, haben mich erschaudern lassen.

Fazit
Wie schon die beiden Vorgänger Mit kalter Präzision und Mit kaltem Kalkül hat mich auch Mit kalter Hand sehr gut unterhalten. Ich hoffe, dass noch weitere Teile der Reihe erscheinen, auch wenn Michael Tsokos angedeutet hat, mit dem Schreiben aufhören zu wollen.
Ich finde es immer wieder bemerkenswert, welche Leistungen Menschen in Berufen wie der Rechtsmedizin erbringen, für mich wäre das nichts.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Sehr guter Thriller

Schwüre, die wir brechen
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„Schwüre, die wir brechen“ von Voosen/Danielsson ist der zweite Band der Krimireihe um die beiden Ermittler Svea Karhuu und Jon Nordh.
Schon der erste Teil der Reihe, „Tode, die wir sterben“ hat mich ...

„Schwüre, die wir brechen“ von Voosen/Danielsson ist der zweite Band der Krimireihe um die beiden Ermittler Svea Karhuu und Jon Nordh.
Schon der erste Teil der Reihe, „Tode, die wir sterben“ hat mich letztes Jahr begeistert und so habe ich mich sehr auf das Buch gefreut.
Der Krimi ist wieder super zu lesen, flüssig und mit einigen überraschenden Wendungen. Dabei hat mir vor allem der geheimnisvolle Bezug zur ägyptischen Mythologie gefallen.
Unterbrochen werden die Ermittlungen durch Kapitel, die ihren Anfang in den frühen 1970er-Jahren in Chile nehmen. Dabei hat sich mir immer die Frage gestellt, wie diese mit den aktuellen Vorfällen in Verbindung stehen. Dies hat für einige Abwechslung gesorgt und die Spannung hoch gehalten.
Zu den beiden Hauptfiguren Svea und Jon kann ich nur sagen, ich liebe dieses Ermittler-Team. Svea Karhuu, die toughe Martial-Arts-Kämpferin und Jon, der alleinerziehende Vater mit seinem etwas sarkastischen Humor sind mir in diesen beiden Krimis sehr ans Herz gewachsen.
Dazu haben beide auch weiter mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen. John mit dem rätselhaften Unfalltod seiner Frau und seines Ex-Partners, und Svea, deren Stockholmer Undercovereinsatz sie noch immer wie ein dunkler Schatten verfolgt. Bei diesem Erzählstrang bringt „Schwüre, die wir brechen“ ein bisschen mehr Licht ins Dunkle und macht Hoffnung, im dritten Band noch mehr zu erfahren.

Fazit
„Schwüre, die wir brechen“ ist ein sehr abwechslungsreicher Krimi, der mir sehr gut gefallen hat. Spannende Charaktere und eine Story die mich von Seite eins bis zum Schluss gefesselt hat haben das Buch für mich sehr lesenswert gemacht. Wer gerne spannende Skandinavien-Krimis liest, ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Sehr ruhiger Thriller

Himmelerdenblau
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Vor zwanzig Jahren verschwand die sechzehnjährige Julie spurlos. Nun rollen Liv und Phil in ihrem True-Crime-Podcast den ungelösten Fall neu auf. Im Mittelpunkt stehen Julies damaliger Freund Daniel, ihre ...

Vor zwanzig Jahren verschwand die sechzehnjährige Julie spurlos. Nun rollen Liv und Phil in ihrem True-Crime-Podcast den ungelösten Fall neu auf. Im Mittelpunkt stehen Julies damaliger Freund Daniel, ihre Schwester Sophia und ihr Vater Theo, der inzwischen an Demenz leidet und dessen Erinnerungen immer mehr verschwimmen. Zwischen Familiengeheimnissen, Verdächtigungen und bruchstückhaften Rückblicken entfaltet sich langsam die Frage: Was geschah wirklich damals, und welche Wahrheit liegt noch im Verborgenen?

„Himmelerdenblau“ ist der neueste Thriller der Bestsellerautorin Romy Hausmann und gleichzeitig ein Buch, auf das ich mich schon lange gefreut habe. Denn Romy Hausmann steht für mich immer für gute Unterhaltung.
Gleich vorneweg: Als Thriller würde ich dieses Buch nicht bezeichnen. Für mich war es eher ein Drama mit Krimi- bzw. Thriller-Elementen. Aber das fand ich gar nicht schlecht, im Gegenteil. Durch die eindrucksvolle Charakterdarstellung von Theo und seiner fortschreitenden Demenz habe ich das gesamte Buch mit ihm mitgelitten und mich gefragt, ob Theo jemals die ganze Wahrheit über Julies Verschwinden erfahren wird.

Das Buch ist sehr ruhig aufgebaut und flüssig zu lesen, wobei ich anfangs etwas Zeit benötigt habe, alle Charaktere richtig einzuordnen. Diese sind jedoch sehr gut gezeichnet und verbergen das ein oder andere Geheimnis. Besonders Julies Ex-Freund Daniel gab mir so manches Rätsel auf. Doch je weiter ich im Buch vorankam, desto mehr meiner Fragen wurden gelüftet.

Fazit
„Himmelerdenblau“ ist ein Buch, bei dem man sich im Vorhinein im Klaren sein sollte, was einen erwartet: kein Highspeed-Thriller, sondern ein Roman, der vor allem durch seine Charaktere und den einfühlsamen Schreibstil im Zusammenhang mit dem Thema Demenz überzeugt.
Meine Wertung fällt etwas zwiespältig aus. Würde ich es als reinen Thriller betrachten, wären es wohl nur 3 Sterne. Aber da ich gut unterhalten wurde und mir sowohl der Inhalt als auch der Aufbau des Buches sehr gefallen haben, gebe ich 4,5 ⭐️.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Spannender Thriller

Dunkle Sühne
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Dunkle Sühne von Karin Slaughter

Erschienen am 29. Juli 2025 bei Harper Collins

Am 4. Juli, dem Nationalfeiertag und Madisons Fünfzehnten Geburtstag, wartet sie auf ihre beste Freundin Cheyenne. Eigentlich ...

Dunkle Sühne von Karin Slaughter

Erschienen am 29. Juli 2025 bei Harper Collins

Am 4. Juli, dem Nationalfeiertag und Madisons Fünfzehnten Geburtstag, wartet sie auf ihre beste Freundin Cheyenne. Eigentlich wollte ihre Familie das große Feuerwerk mit ihr anschauen, aber sie schlich sich davon, um ihre Freundin zu treffen. Doch Cheyenne erscheint nicht am Treffpunkt, und Madison wendet sich an Deputy Emmy Clifton, die beste Freundin ihrer Stiefmutter. Kurz darauf verschwindet auch Madison, und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
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„Dunkle Sühne“, der erste Band von Karin Slaughters neuer Thriller-Reihe, spielt in North Falls, einer kleinen Stadt im Norden Georgias, und erzählt die Geschichte von Deputy Emmy Clifton und ihrer Familie. Als großer Fan ihrer Will-Trent-Reihe war ich begeistert, als ein neuer Thriller von ihr mit einem völlig neuen Setting angekündigt wurde.
„Dunkle Sühne” von Karin Slaughter ist, wie man es von ihr gewohnt ist, wieder ein fesselndes und gut aufgebautes Buch. Besonders beeindruckt hat mich die Intensität, mit der mich die Geschichte immer tiefer in ihren Bann gezogen hat.
Vor allem das erste Drittel des Thrillers hat mich emotional sehr intensiv gepackt. Die Suche nach den verschwundenen Mädchen hat mich so sehr ans Buch gefesselt, dass ich glaube, ich habe erst wieder richtig geatmet, als dieser Teil des Buches beendet war. Danach nahm die Story eine unerwartete Wendung, die mich völlig überraschte.
Diese Wendung war für mich wie ein kleiner Reset der den Thriller neu gestartet hat. Die Spannung baute sich aber erneut schnell auf und zog mich wieder in ihren Bann. Je näher ich dem Ende des Buches kam, desto erschütternder wurden die Hintergründe der Verbrechen und die menschlichen Abgründe, welche mich ein wenig fassungslos zurückließen.
Besonders gelungen fand ich, wie Karin Slaughter die Familiengeschichte der Cliftons, in den Thriller eingebunden hat. Die einzelnen Charaktere waren sehr gut durchdacht und bieten noch viel Potenzial für die kommenden Bücher der Reihe. Meiner Meinung nach sticht, neben Emmy, Jude besonders hervor, da sie mit Sicherheit noch einige Geheimnisse verbirgt, auch wenn der Thriller zum Ende hin ein wenig Licht ins Dunkel um Ihre Vergangenheit bringt.

Fazit
„Dunkle Sühne“ Von Karin Slaughter hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Der Spannungsaufbau, die Charaktere und die Intensität, mit der mich der Thriller gepackt hat, machten das Buch zu einem echten Pageturner.
Eines meiner bisherigen Highlights des Jahres, und eine große Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Erinnerungen werden wach

Die Auferstehung
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Justus Jonas, der inzwischen den Schrottplatz seines Onkels übernommen hat, wird von seiner Tante Matilda unterbrochen, als er gerade auf diesem arbeitet. Sie teilt ihm mit, dass eine Dame ihn sprechen ...

Justus Jonas, der inzwischen den Schrottplatz seines Onkels übernommen hat, wird von seiner Tante Matilda unterbrochen, als er gerade auf diesem arbeitet. Sie teilt ihm mit, dass eine Dame ihn sprechen möchte. Obwohl er zunächst nicht begeistert ist, erklärt er sich bereit, mit ihr zu reden. Es stellt sich heraus, dass es sich um Mary Blanche Kingsfield handelt, die Tochter von Alfred Hitfield, einem alten Bekannten. Mary überreicht ihm eine Visitenkarte der „drei ???“ und bittet ihn um Hilfe. Justus soll herausfinden, ob die Frau, die im brasilianischen Urwald aufgetaucht ist, ihre Nichte oder eine Hochstaplerin ist. Justus beschließt, die Ermittlungen alleine anzutreten, da sich die drei Detektive vor gut dreißig Jahren getrennt haben. Bob ist inzwischen Literaturagent und Peter arbeitet bei Google. Doch nur zusammen sind sie ein unschlagbares Team.
——
Als ich las, dass Andreas Eschbach einen „Die drei ???“ Krimi geschrieben hat, war ich zunächst überrascht. Würde das funktionieren? Bisher kannte ich Eschbach vor allem für seine sehr gut recherchierten Thriller. Also nahm ich das Buch in die Hand, um einen Blick darauf zu werfen.
Irgendwie hat Andreas Eschbach es geschafft mich ab der ersten Seite an das Buch zu fesseln. Der Schreibstil ist absolut passend. Die Geschichte ist flüssig und leicht zu lesen, genau wie man es aus den Büchern der drei Detektive kennt. Der einzige Unterschied zu den Jugendbüchern ist, dass Justus, Bob und Peter inzwischen erwachsen geworden sind und ihre Detektei aufgelöst haben. Ich fand es auch spannend zu lesen, welche Hintergründe zu ihrer Trennung geführt haben und was aus den Jungs geworden ist. Die Geschichte der wieder aufgetauchten Mary Kingsfield war fesselnd erzählt. Überraschende Wendungen, das Wiedersehen mit Tante Mathilda und viele bekannte Gesichter haben mich dazu gebracht, das Buch in kürzester Zeit zu beenden. Obwohl einige Details in Bezug auf frühere Bücher möglicherweise nicht ganz korrekt waren, hat dies meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan.

Fazit
Seit gut 40 Jahren begleiten mich nun schon die Fälle der „drei ???“. Dass die drei jemals erwachsen werden, hätte ich allerdings nie gedacht. Doch Andreas Eschbach ist es gelungen, dieses ganz besondere Gefühl, das diese Krimireihe für mich immer ausgezeichnet hat, auch auf die erwachsenen Detektive zu übertragen.
„Die Auferstehung“ mit ihrem ganz Spezialgelagertem Sonderfall hat mir sehr gut gefallen,so dass ich das Buch jedem empfehlen kann der mit den „drei ???“ aufgewachsen ist, oder sie noch kennenlernen möchte. Ich hoffe, dass es nicht bei diesem einen Fall bleibt. Die Rückkehr nach Rocky Beach war auf jeden Fall großartig.

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