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la_sagne

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Veröffentlicht am 02.05.2022

Champagner für die Freundschaft

Kaiserstuhl
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Deutschland 1962. In Bonn soll sich der französische Präsident Charles de Gaulle mit Bundekanzler Adenauer treffen. Als Zeichen der Versöhnung soll ein ganz besonderer Champagner kredenzt werden. Paul, ...

Deutschland 1962. In Bonn soll sich der französische Präsident Charles de Gaulle mit Bundekanzler Adenauer treffen. Als Zeichen der Versöhnung soll ein ganz besonderer Champagner kredenzt werden. Paul, ein Elsässer wird beauftragt, nach einer ganz bestimmten Flasche zu suchen, die vor den Plünderungen der Deutschen versteckt wurde. Dabei trifft er ausgerechnet auf Henny, eine Weinhändlerin, mit der er vor dem Krieg eine Fastverlobung hatte.

Wie auch in ihren anderen Romanen lässt Brigitte Glaser viele geschichtliche Fakten einfließen. Etwas zu viele dieses Mal. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass eher möglichst viele Dinge eingebracht werden sollten, die die Autorin recherchiert hat, als dass die Geschichte vorangetrieben wird. Gerade am Anfang hatte ich Schwierigkeiten warm zu werden mit den vielen Personen. Ständige Orts- und Perspektivenwechsel erschweren die Orientierung.
Das Nachwort der Autorin hat mir gut gefallen, da es die historische Einordnung erleichtert.
Lesenswert besonders für Geschichtsinteressierte, erfordert aber etwas Durchhaltevermögen.

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Veröffentlicht am 16.10.2021

drei Sichtweisen

Wenn ich wiederkomme
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Daniela verlässt Rumänien, um ihrer Familie, besonders den Kindern, ein besseres Leben zu ermöglichen. Sie arbeitet als Pflegerin und Kindermädchen in Mailand.
Marco Balzano beleuchtet sowohl ihre Geschichte, ...

Daniela verlässt Rumänien, um ihrer Familie, besonders den Kindern, ein besseres Leben zu ermöglichen. Sie arbeitet als Pflegerin und Kindermädchen in Mailand.
Marco Balzano beleuchtet sowohl ihre Geschichte, als auch die Geschichten des 10-jährigen Sohnes, der sich verlassen fühlt, und der 16-jährigen Tochter, die plötzlich erwachsen werden muss. Das fand ich sehr spannend, da sehr oft über ausländische Fachkräfte geredet wird, aber deren Leben und Geschichten in der Gesellschaft unsichtbar sind. Es ist eben nicht so einfach in ein anderes Land zu gehen und alle Bindungen zurück zu lassen. Die Videotelefonate und Besuche scheinen eher die Entfremdung zu zementieren, als zu mehr Zusammenhalt zu führen-
Die Sprache ist melancholisch, stellenweise poetisch. Man kann sich gut in die Situation der Figuren hineinversetzen und fragt sich, was man selbst tun würde. Auch wenn viele tragische Ereigisse vorkommen, verzichtet der Autor auf Kitsch und Romantik, sondern bleibt eher nüchtern.
Ein sehr lesenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 16.10.2021

Was Krieg aus Menschen macht.

Der Gesang der Berge
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Ich weiß recht wenig über Vietnam. Das Land ist mir nur durch den Vietnamkrieg bekannt und über das mehr oder weniger authentische Essen in vietnamesischen Restaurants in Deutschland. Dieses ...

Ich weiß recht wenig über Vietnam. Das Land ist mir nur durch den Vietnamkrieg bekannt und über das mehr oder weniger authentische Essen in vietnamesischen Restaurants in Deutschland. Dieses Buch war also interessant für mich, weil ich mehr erfahren wollte.

Nguyễn Phan Quế Mai erzählt in ihrem Buch eine Familiengeschichte, die eng mit der Geschichte Vietnams verbunden ist. Die Erzählung beginnt 1972. Die zwölfjährige Huong lebt bei ihrer Großmutter Diêu Lan in Hanoi. Wo sich ihre Eltern befinden, ist unklar. Die beiden müssen vor den amerikanischen Bomben fliehen und damit sie den Kontakt zu ihrer Familie nicht verliehrt, erzählt die Großmutter der Enkelin die Familiengeschichte begonnen bei den Ereignissen 1930.
Das Leben ist hart, geprägt von Krieg, Besatzung und Unsicherheit. Und so wird aus zwei Sichtweisen, abwechselnd von Großmutter und Enkelin über Vergangenheit und Gegenwart berichtet.
Das ist sehr beeindruckend und berührend, jedoch manchmal einen Tick zu übertrieben. Es wird so dramatisch erzählt, dass es schon kitschig wird.
Insgesamt jedoch ein lesenswerter Roman, der viel über die wechselvolle Geschichte Vietnams und deren Auswirkungen auf die Menschen erzählt.

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Veröffentlicht am 11.09.2021

Barbara bleibt liegen

Barbara stirbt nicht
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Herr Schmidt ist ein Mann mit einem sehr traditionellen Rollenverständnis. Um Haushalt und Kinder hat sich seine Frau Barbara gekümmert. Doch als Barbara eines Tages nicht mehr aufstehen kann, muss er ...

Herr Schmidt ist ein Mann mit einem sehr traditionellen Rollenverständnis. Um Haushalt und Kinder hat sich seine Frau Barbara gekümmert. Doch als Barbara eines Tages nicht mehr aufstehen kann, muss er sich plötzlich um Barbara kümmern.


Herr Schmidt ist sehr eingefahren in seinen Ansichten und steht Neuerungen und den meisten anderen Menschen geradezu feindselig gegenüber. Es wird aus seiner Sicht erzählt und man erfährt als Leser nur langsam was überhaupt mit Barbara los ist und welche Hintergrundgeschichte Herr Schmidt hat.

Er lernt zwar langsam, aber mühsam besonders über das Kochen, das war für mich als Leserin auch anstrengend zu lesen.

Ich mochte andere Bücher von Bronsky lieber. Allgemein finde ich aber, dass Herr Schmidt ein interessanter Antiheld ist. Allgemein ist immer ein so etwas surrealer Witz drinne. Der kommt aber, anders als in Bronskys anderen Büchern, nicht so sehr zum Tragen.

Kann man lesen, aber für mich als Person, die Bronskys andere Bücher sehr mochte, war es doch etwas enttäuschend.

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Veröffentlicht am 11.09.2021

Wohlfühlbuch

Das geheime Leben des Albert Entwistle
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Albert ist Postbote und lebt sehr zurückgezogen mit seiner Katze Gracie.
Kurz vor Weihnachten wird er benachrichtigt, dass mit Erreichen des 65. in drei Monaten Lebensjahres automatisch sein ...

Albert ist Postbote und lebt sehr zurückgezogen mit seiner Katze Gracie.
Kurz vor Weihnachten wird er benachrichtigt, dass mit Erreichen des 65. in drei Monaten Lebensjahres automatisch sein Renteneintritt folgt. Für Albert bricht eine Welt zusammen. Als auch noch seine Katze stirbt, beschließt er, endlich aktiv zu werden und seine tief verwurzelten Ängste zu überwinden.

Albert macht mit der Unterstützung anderer Personen, besonders der jungen Mutter Nicole, eine ziemlich schnelle Wandlung durch. Das wirkt nicht so richtig realistisch, aber man verzeiht es dem Buch gern, denn es werden ganz viele ernste Themen mit behandelt und Kitsch meist unschifft. Es geht vor allem daraum, dass es sich nicht lohnt seine Ansichten und seine Persönlichkeit jahrelang zu verstecken um nicht anzuecken, da das auf lange Sicht nur einen selbst unglücklich macht.
Oft ist das Buch berührend und ich fand besonders die Personenzeichnung sehr gelungen. Ein schöner, bestärkender Wohlfülroman für regnerische Herbsttage.

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