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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2026

Liebe, Hass und raues Inselleben

Sturmland
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Gerade habe ich "Sturmland" ausgelesen und tu mich jetzt etwas schwer damit, eine Rezension zu verfassen.
Dabei ist es eine faszinierende Geschichte...aber eine Geschichte, auf die man sich einlassen ...

Gerade habe ich "Sturmland" ausgelesen und tu mich jetzt etwas schwer damit, eine Rezension zu verfassen.
Dabei ist es eine faszinierende Geschichte...aber eine Geschichte, auf die man sich einlassen muss, die man nicht mal eben so "nebenbei" lesen kann.
Worum geht es?
Cora und Onnen...zwei Getriebene.
Auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit.
Da ist zum einen Cora, die Reederstochter aus Hamburg, die auf Norderney eine Stelle als Hauslehrerin der tuberkulosekranken Emmi antritt.
Auf der anderen Seite Onnen, Fischer und Tagelöhner, auf Norderney lebend, obwohl er eigentlich von der Insel Borkum stammt.
Die Beziehung der beiden entwickelt sich hochspannend von zunächst tiefster Abneigung bis hin zu...das ist die Frage, die bis zum Schluss offen bleibt.
Beide haben ihre Geheimnisse in der Vergangenheit, auf die man als Leser natürlich sehr gespannt ist, die aber nur sehr langsam, quasi Schicht um Schicht, enthüllt werden.
Das ist der Grund, warum ich den fünften Stern leider nicht vergeben kann, denn die Geduld des Lesers wird in meinen Augen etwas zu stark strapaziert, das Buch hat doch einige Längen, zumindest in der ersten Hälfte.
Dennoch war ich nie in Versuchung abzubrechen.
Dafür ist der Schreibstil der Autorin viel zu fesselnd, und durch die etwas langsame Entwicklung der Geschichten kann man sich ja umso besser in die Protagonisten hineinversetzen.
Zumal die Handlung ab der Mitte des Buches an Fahrt aufnimmt, und das (offene) Ende macht absolut neugierig auf Band 2.
Von mir eine absolute Empfehlung für Leser, die nicht nur Action möchten, sondern sich auf eine Geschichte mit Tiefgang einlassen können.
Und natürlich für Norderney- und Borkum-Interessierte, denn so ganz nebenbei erfährt man viele interessante Dinge über die beiden Inseln und ihre Entwicklungen im 19. Jahrhundert.

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Veröffentlicht am 28.06.2026

Typischer Schweden-Thriller - und doch irgendwie anders

Deine Zeit wird kommen
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Gerade habe ich das Buch ausgelesen. Und muss es erstmal sacken lassen. Denn was war das nun genau? Einerseits ein typischer skandinavischer Thriller. Andererseits doch auch sehr viel mehr.
Worum ...

Gerade habe ich das Buch ausgelesen. Und muss es erstmal sacken lassen. Denn was war das nun genau? Einerseits ein typischer skandinavischer Thriller. Andererseits doch auch sehr viel mehr.
Worum geht es?
Im schwedischen Falkenberg, nahe der Provinz Schonen, wird eine junge Frau tot aufgefunden, erdrosselt und offensichtlich über einen langen Zeitraum vor ihrem Tod schwer misshandelt.
Die beiden Kommissare Björling und Johanna, die jeweils ihre eigene persönliche Tragödie im Rucksack tragen, beginnen mit den Ermittlungen. Jeweils mehr allein als gemeinsam, was ich etwas irritierend fand.
Als dann auch noch Björlings Tochter verschwindet, wird der Fall sehr persönlich. Und auch etwas unrealistisch. Denn dass man als Vater einer vermissten Tochter noch selbst ermittelt, wenn auch nur anfangs und am Rande, erscheint mir nicht ganz glaubwürdig, auch nicht in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts.
Es gibt verschiedene Verdächtige, was manchmal etwas verwirrend ist. Zum Schluss wird es dann noch richtig spannend, und die Auflösung ist etwas überraschend, aber schlüssig.
Aber wie gesagt... das Buch ist noch sehr viel mehr als ein "einfacher" Thriller. Die Art, wie beide Ermittler mit ihren traumatischen Erfahrungen umgehen, ist eindrucksvoll beschrieben. Besonders die Momente, in denen Björling mit seiner verstorbenen Frau "spricht", haben mich sehr berührt. Johanna dagegen wirkt auf mich als Leser etwas unnahbar. Aber wer weiß, vielleicht entwickelt sich das ja alles noch in einer Fortsetzung, ich würde sie lesen.
Denn mir hat das Buch gut gefallen. Vielleicht auch gerade deshalb, weil es etwas aus dem Raster des typischen Skandinavien-Thrillers herausragt.
Vor allem auch der Schreibstil des Autors hat mich gefesselt und inspiriert, weitere Bücher von Carl-Johan Vallgren zu lesen. Es gibt ja noch einige...

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Spannender Fall mit spannendem Ermittlerteam

Strandopfer
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Mein erstes Buch von Frank Goldammer. Sicher nicht mein letztes.
Länderübergreifende Ermittlerteams sind ja gerade im Trend, aber ein deutsch-polnisches kannte ich bisher noch nicht. Eine, vor ...

Mein erstes Buch von Frank Goldammer. Sicher nicht mein letztes.
Länderübergreifende Ermittlerteams sind ja gerade im Trend, aber ein deutsch-polnisches kannte ich bisher noch nicht. Eine, vor allem aufgrund der historischen Vorgeschichte schwierige Kombination mit viel Konfliktpotential, und genau so präsentiert sie sich hier. Der Autor schafft es, sehr sensibel mit dem Thema umzugehen, was seinen Protagonisten nicht immer gelingt. Das ist kein Widerspruch, sondern gefällt mir sehr gut.
Aber erstmal zum Fall...
An der polnischen Küste ertrinkt ein deutscher Urlauber, und zeitgleich verschwindet ein Kind, das mit dem Urlauber unterwegs war. Schnell wird klar, dass es kein Unfall war...
Und so kommen Lena und Adam ins Spiel, das deutsch-polnische Ermittlerduo.
Spuren gibt es nur wenige, und so konzentrieren sich die Ermittlungen auf die Gruppe der Urlauber, zu der sowohl der Tote als auch das vermisste Mädchen gehören. Denn irgendwas stimmt nicht mit bzw. in der Gruppe, soviel ist schnell klar.
Die Verdächtigen wechseln sich ab, und auch zwischen Lena und Adam ist ein ein Hin und Her zwischen zögerlicher Annäherung und Zurückweisung.
Bis ein weiterer Mord geschieht und die Lage sich zuspitzt.
Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend, der Kriminalfall geschickt konstruiert, die Kombination Deutschland-Polen mal neu und interessant.
und last but not least...das Cover des Buches ist wunderschön. Auch, wenn ich es nicht unbedingt wichtig finde, stach dieses sofort ins Auge.
Ich hoffe sehr auf eine baldige Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Ein (fast) perfekter Thriller

Vega Varg – Das Schweigen der Insel
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Als großer Fan skandinavischer Krimis und Thriller ging ich mit großen Erwartungen an das Buch heran und wurde (zunächst) auch nicht enttäuscht. Es ist alles da, was das Thrillerherz begehrt. ...

Als großer Fan skandinavischer Krimis und Thriller ging ich mit großen Erwartungen an das Buch heran und wurde (zunächst) auch nicht enttäuscht. Es ist alles da, was das Thrillerherz begehrt.
Eine spannende, gut herausgearbeitete Story mit vielen Wendungen.
Sympathische Protagonisten, von denen jeder in gewisser Weise sein "Päckchen" zu tragen hat.
Verschiedene Zeitebenen, die alle wichtig für den Verlauf der Handlung sind.
Und ein fesselnder Schreibstil, der es mir kaum möglich machte, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen.
Einige Dinge aber heben das Buch etwas von anderen ihrer Art ab.
Zum einen der Ort der Handlung... eine kleine schwedische Schäreninsel, wo jede Familie zwar ein Boot, aber kein Auto hat. Und wo jeder jeden kennt. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass die Polizeichefin das Opfer schon seit dessen Kindheit kennt.
Und genau diese Polizeichefin ist das zweite etwas außergewöhnliche Detail. Denn mit 62 Jahren (wo doch die meisten schon an die Rente denken) ermittelt sie noch in vorderster Front.
Soweit alles perfekt.
Wenn nicht...ja, wenn nicht das Ende wäre.
Es kommt schnell, unerwartet und für mich auch etwas unbefriedigend.
Aber das ist sicher alles Ansichtssache. Auf jeden Fall ein tolles Buch und eine klare Leseempfehlung.
Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Ungewöhnlicher Thriller mit leichten Schwächen

Home Before Dark
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Nachdem mir die Island-Morde-Reihe der Autorin so gut gefallen hatte, ging ich mit großen Erwartungen an ihr neues Buch heran.
Und wurde zunächst auch nicht enttäuscht.
Die Geschichte beginnt ...

Nachdem mir die Island-Morde-Reihe der Autorin so gut gefallen hatte, ging ich mit großen Erwartungen an ihr neues Buch heran.
Und wurde zunächst auch nicht enttäuscht.
Die Geschichte beginnt spannend und außergewöhnlich.
10 Jahre nach dem Verschwinden ihrer Schwester bekommt Marsibil wieder einen Brief ihres damaligen Brieffreundes, mit dem sie sich genau an besagtem Tag treffen wollte. Allerdings hatte sie damals unter dem Namen ihrer Schwester geschrieben, weshalb sie sich seit 10 Jahren mit Schuldgefühlen herumplagt.
Besonders interessant finde ich, dass das Buch auf zwei Zeitebenen spielt, die beide schon weit zurückliegen, nämlich die 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts.
Eine Zeit, in der es noch Brieffreundschaften gab und keine Tinder-Matches, und in der Handys und DNA-Profile noch Zukunftsmusik waren. Mal was ganz anderes.
Auch der Schreibstil der Autorin ist gewohnt gut und flüssig.
Leider flacht die Handlung in der Mitte des Buches dann in meinen Augen stark ab, es wird sogar etwas langweilig. Um dann allerdings gegen Ende wieder stark an Fahrt aufzunehmen.
Insgesamt ein interessanter Thriller, der mich leider nicht hundertprozentig überzeugt hat. Aber auf jeden Fall ein ungewöhnlicher Ansatz.
Ich vergebe aufgerundete 3,5 Sterne.

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