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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.11.2016

Wahllos

Wahllos
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Kathryn Dance, die eigentlich nur ein paar sicherheitstechnische Details klären sollte, kommt ziemlich schnell zu dem Schluss, dass es sich bei dem Unglück im Nachtclub‚Solitude Creek‘, entgegen allen ...

Kathryn Dance, die eigentlich nur ein paar sicherheitstechnische Details klären sollte, kommt ziemlich schnell zu dem Schluss, dass es sich bei dem Unglück im Nachtclub‚Solitude Creek‘, entgegen allen ersten Vermutungen um eine vorsätzliche Straftat handeln muss. Die Ermittlungsarbeiten haben noch keine brauchbaren Ergebisse vorzuweisen, als es zu einem weiteren mysteriösen, ähnlich inszenierten, Vorfall kommt. Der Verdacht, dass es sich bei dem Täter um einen äußerst raffinierten Psychopaten handeln muss drängt sich immer weiter in den Vordergrund. Seine Vorgehensweise, die auf die Kalkulierbarkeit menschlichen Verhaltens setzt, ist in keinster Weise vorhersehbar und seine Motivation unbegreiflich.

Als Dance und ihr Kollege Michael O’Neil einer vagen Spur folgen, treffen sie unvermutet auf den Täter. Den Überraschungsmoment nutzend gelingt es diesem aber in einer turbulenten Hetzjagd zu entkommen, bei der er als Fluchthilfe eine weitere Massenpanik auslöst und so erneut seine Überlegenheit demonstriert. Langsam ergibt sich für Dance ein Handlungsmuster und als sie glaubt seine nächste Tat vorhersehen zu können, ergreift sie sämtliche verfügbaren Maßnahmen um diese zu verhindern. Aber der Täter ist schlauer und Dance erkennt erst in letzter Sekunde dass er sie erneut hereingelegt hat.

Fazit
Eine vielschichtige Story, die erst in der zweiten Hälfte an Tempo und Spannung zulegt und den psychologischen Aspekt in seiner ganzen Vielfalt zum Tragen bringt.

Veröffentlicht am 26.11.2016

Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln

Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln
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Ernst Liesgang der seine Ausbildung zum Keramikkünstler in Japan zur Vollendung gebracht hat, sieht sich durch einen sagenhaften Zufall vor die Möglichkeit gestellt, den berühmten Ofensetzer Tatsuo Yamashiro ...

Ernst Liesgang der seine Ausbildung zum Keramikkünstler in Japan zur Vollendung gebracht hat, sieht sich durch einen sagenhaften Zufall vor die Möglichkeit gestellt, den berühmten Ofensetzer Tatsuo Yamashiro für den Bau eines original japanischen Anagama-Holzbrandofen in Deutschland zu gewinnen. Dies ist in mehrfacher Hinsicht eine gewagte Sache, aber Ernst ist, nach reiflicher Überlegung, wild entschlossen die Sache durchzuziehen. Der angereiste Meister Yamashiro, nebst Gefolge, sorgt mit seinem Verhalten allerdings bei allen Beteiligten für reichlich Verwirrung und so kommt es wie es kommen muss – das Projekt droht zu scheitern. Doch Dank mehrerer glücklichen Fügungen gelingt es den Ofen fertigzustellen und die Japaner treten erleichtert ihre Heimreise an. So dass es am Ende dem alleinigen Geschick des Keramikers überlassen bleibt, ob es ihm gelingt ohne fremde Hilfe den Ofen zum Brennen zu bringen.

Fazit
Eine humorvoll erzählte Annäherung westlicher und fernöstlicher Kultur, die sich trotz aller Gegensätze unvermutet ergänzt und bereichert.

Veröffentlicht am 22.11.2016

Krähenmutter

Krähenmutter
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Die Entführung eines sechs Monate alten Babys die außerhalb jeglicher Norm liegt, stellt die Ermittler vor eine vollkommen neue Herausforderung, die sie absolut nichteinzuordnen wissen. Zu atypisch sind ...

Die Entführung eines sechs Monate alten Babys die außerhalb jeglicher Norm liegt, stellt die Ermittler vor eine vollkommen neue Herausforderung, die sie absolut nichteinzuordnen wissen. Zu atypisch sind die Umstände der Entführung. Dazu kommt die erst viel zu spät erfolgte Lösegeldforderung, durch die der Vater des entführten Säuglings in massiven Verdacht gerät. Aber auch die ersten erfolgsversprechenden Spuren bringen sie nicht weiter. Stattdessen erhöht sich der Druck, den die Senatorin des Innenministeriums auf die Ermittler ausübt. Erst als erneut ein Baby verschwindet, kommt es nach einer unüberlegten Aktion der Kommissarin zum entscheidenden Durchbruch.

Fazit
Ein ruhiger Psychothriller ohne spektakuläre Blutbäder mit einer glaubhaft aufgebauten Story, die für ein Gleichmaß an Spannung sorgt.

Veröffentlicht am 21.11.2016

Gestorben wird immer

Gestorben wird immer
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Agnes, die Zeit ihres Lebens die Familie mit eiserner Hand regiert hat, beschließt dass sie endlich das Geheimnis lüften muss, das sie schon viel zu lange mit sichherumträgt. Sie befiehlt daher, dass alle ...

Agnes, die Zeit ihres Lebens die Familie mit eiserner Hand regiert hat, beschließt dass sie endlich das Geheimnis lüften muss, das sie schon viel zu lange mit sichherumträgt. Sie befiehlt daher, dass alle Familienmitglieder zusammenkommen, egal ob ihnen das passt oder nicht. Während ihre Enkelin Birte sich noch bemüht die unwilligen Familienmitglieder zum Kommen zu bewegen, läßt Agnes ihr Leben vor dem geistigen Auge Revue passieren. Ihre frühe Heirat und die schwere Verantwortung, die ihr nach dem Verlust des Ehemanns durch den Krieg auferlegt wurde. Später dann die Flucht, die sie und die Kinder von Ostpreußen aus nach Hamburg in eine Stadt geführt hat, in der sie nie wirklich heimisch wurde.

In mehreren Erzählsträngen wird, aus den unterschiedlichsten Sichtweisen, das damalige und heutige Geschehen geschildert, um am Ende zu einer packenden und zeitgeschichtlich spannenden Story zu verschmelzen, die generationsübergreifend das Leben einer Familie geprägt hat.

Fazit
Ein beeindruckender Roman, der den Lebensweg einer mutigen und charakterstarken Frau beschreibt, die trotz aller Widrigkeiten unbeirrt ihren Weg gegangen ist und sich nie hat unterkriegen lassen.

Veröffentlicht am 20.11.2016

Alle Küsschen

Alle Küsschen!
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Meist hintergründig, teilweise bitterbös und überaus makaber, drehen sich alle Geschichten fast ausnahmslos um die merkwürdigsten Charaktere die, querbeetdurch alle Gesellschaftsschichten, in den aberwitzigsten ...

Meist hintergründig, teilweise bitterbös und überaus makaber, drehen sich alle Geschichten fast ausnahmslos um die merkwürdigsten Charaktere die, querbeetdurch alle Gesellschaftsschichten, in den aberwitzigsten Situationen für überaus gelungene Überraschungen sorgen. Mit unerwartet entwaffnender Logik und tiefschwarzem Humor ergibt sich ein facettenreiches Bild menschlicher Unzulänglichkeiten und Verfehlungen, das trotz aller Tragik fast immer zum Lachen reizt.

Fazit
Eine abwechslungsreiche Sammlung, meisterhaft erzählter Kurzgeschichten – ein literarischer Leckerbissen vom Feinsten.