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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Unterhaltsame Lektüre mit Lerneffekt

Weltgeschichte to go
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Um sich selbst besser kennenzulernen, kommt man nicht daran vorbei sich für Geschichte zu interessieren. Doch mit der Geschichte ist es so in Problem. Wer erinnert sich nicht an tödlich langweilige Geschichtsstunden? ...

Um sich selbst besser kennenzulernen, kommt man nicht daran vorbei sich für Geschichte zu interessieren. Doch mit der Geschichte ist es so in Problem. Wer erinnert sich nicht an tödlich langweilige Geschichtsstunden? Geschichte kann aber durchaus spannend und unterhaltsam sein. In lockerem Plauderton durchleuchtet Alexander von Schönberg die Weltgeschichte und schlägt verblüffende Brücken direkt in die heutige Zeit.
Beispielweise Facebook & Co., alles schon dagewesen, weniger ausgereift und vor allem nicht weltweit, aber immerhin. Man lernt auch, dass die Menschheit früher nicht besser oder schlechter war als heutzutage. Lediglich die Methoden sich gegenseitig zu schaden, haben sich durch die ausgereiftere Technik enorm verbessert.
Viel interessanter als die Frage nach dem was und wann, ist aber eigentlich die Frage nach wer, warum und wo? So gab es gewissermassen unterschiedliche Nester, in denen sich schwerpunktmäßig wichtige Entwicklungsprozesse vollzogen haben. Diese werden, auf humorvolle Art und Weise durchleuchtet und erklärt, so dass man sich fragt wie man Geschichte jemals langweilig finden konnte.

Fazit
Im Grunde genommen wiederholt sich ständig alles aufs Neue. Und das ist der Knackpunkt. Wer das Zeitgeschehen bisher noch nicht verstanden hat, sollte sich schleunigst ein Exemplar „Weltgeschichte to go“ besorgen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine falsche Schlange

Herzgift
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Eve kennt das Geheimnis das Sean und Natty zusammenschweißt. Das ist ihr Kapital und so fühlt sie sich unheimlich stark, als sie Nattys Abwesenheit nutzend, Sean verführt. Als Natty nach Hause zurückkehrt, ...

Eve kennt das Geheimnis das Sean und Natty zusammenschweißt. Das ist ihr Kapital und so fühlt sie sich unheimlich stark, als sie Nattys Abwesenheit nutzend, Sean verführt. Als Natty nach Hause zurückkehrt, ist es längst zu spät ihre Ehe zu retten. Die Erkenntnis, dass ihre älteste und beste Freundin sich, nach so vielen Jahren, als dermaßen falsch und hinterhältig entpuppt, trifft sie schwer. In ihrem Kopf herrscht Chaos, doch erst nach einer absoluten Kurzschlusshandlung, die sie beinahe in den Knast bringt, besinnt sie sich und versucht herauszufinden wer Eve wirklich ist. Als Eve, die in der Zwischenzeit mit allen Mitteln versucht die Familie restlos zu zerstören, mitbekommt dass sie droht aufzufliegen, gibt es für sie kein Halten mehr und sie setzt alles daran möglichst schnell an ihr Ziel zu kommen.
Spannend, wenn auch ohne großen psychologischen Tiefgang, wird beschrieben wie sich Natty langsam an die wahre Eve und ihren krankhaften Charakter herantastet. Parallel dazu treibt Eve ihr perverses Spiel immer weiter auf die Spitze, doch während Sean sich nach wie vor um den Finger wickeln lässt, fangen die beiden Töchtern langsam an zu zweifeln. Instinktiv spüren sie, dass etwas nicht stimmen kann und sie beginnen sich immer heftiger gegen Eve aufzulehnen.
Ein strategisch geschickt aufgebauter Plot, bei dem es den Protagonisten teilweise an überzeugender Authentizität mangelt, so dass viele ihrer Handlungen wenig durchdacht und unangemessen wirken.

Fazit
Sehr flüssig zu lesen, ist „Herzgift“, trotz einiger Schwächen, auf alle Fälle eine unterhaltsame und empfehlenswerte Lektüre.

Veröffentlicht am 15.09.2016

...abgedreht und irreal

Neuntöter
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Drei Leichen, gut verpackt und als Kokon in einem imaginären Gebäude aufgehängt. Klingt spannend und ist nicht nur ein Fall für die zuständigen Ermittler, sondern viel mehr ein Fall für die Abteilung der ...

Drei Leichen, gut verpackt und als Kokon in einem imaginären Gebäude aufgehängt. Klingt spannend und ist nicht nur ein Fall für die zuständigen Ermittler, sondern viel mehr ein Fall für die Abteilung der Profiler. Die Story klingt zunächst vielversprechend, entwickelt sich aber immer mehr zu einer schlecht konstruierten Geschichte mit unglaubwürdig Charakteren, die in keinster Weise überzeugen können.
Eine problembeladene Fallanalystin, die ihr Leben absolut nicht im Griff hat und ein eiscremesüchtiger Chef, wirken als totale Fehlbesetzung. Mit einem ständigen Zurechtbiegen der gerade erst erstellten Theorien, die sich ein ums andere Mal als falsch herausstellen, schleppt sich der Thriller mühsam dahin. Und auch das Ende kann, trotz des Versuchs noch einmal Spannung aufzubauen, nicht überzeugen.

Fazit
Eine traumatisierte Profilerin, die sich ständig in ihren verschraubten Theorien verrennt und damit nicht nur ihre Kollegen, sondern auch dem Leser entschieden zu viel Langmut abverlangt – leider keine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Tante Poldi undercover - gewissermaßen

Tante Poldi und die Früchte des Herrn
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Man muss sie mögen. Tante Poldi ist ein Original, durch und durch, konsequent bis in die Haarwurzeln ihrer Perücke, zieht sie unbeirrbar ihr Ding durch. So kann nichts und niemand sie davon abhalten, den ...

Man muss sie mögen. Tante Poldi ist ein Original, durch und durch, konsequent bis in die Haarwurzeln ihrer Perücke, zieht sie unbeirrbar ihr Ding durch. So kann nichts und niemand sie davon abhalten, den Dingen auf den Grund zu gehen und wenn nötig kriminaltechnisch tätig zu werden. Dafür nimmt sie auch schon mal Abstand davon, dass sie eigentlich nur ihren wohlverdienten Lebensabend mit 'Totsaufen mit Meerblick in Sizilien' genießen wollte.
Natürlich läuft es alles andere als rund. Doch so leicht gräbt man ihr nicht das Wasser ab. Und so setzt sie alles daran, diejenigen zur Strecke zur bringen, die 'Madame Sahara' um die Ecke gebracht haben, den Mord an Läddi und der Staatsanwältin nicht zu vergessen. Klar hat sie einen Verdacht. Um diesen zu belegen riskiert sie alles und geht aufs Ganze. Wenig später – voll ins Auge gegangen und das Herz gebrochen, bleibt ihr eigentlich nur noch, sich jetzt voll die Kante zu geben. Aber Poldi wäre nicht Poldi, wenn sie nicht doch noch einen kleinen Hoffnungsschimmer hätte und so läuft sie schlussendlich zu Hochform auf.

Fazit
Mit wunderbaren Vergleichen und noch nie erkannten Zusammenhängen, die das Weltbild aufs Logischste verschieben, erklärt Tante Poldi das wahre Leben. Absolut lesenswert – sicherheitshalber wohl dosiert und auf keinen Fall in in einem Stück.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Geraubte Leben

Rabenfrauen
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Christa und Ruth, zwei junge Mädchen, beide kurz vor dem Abitur, verdienen sich in den Sommerferien ein bisschen Taschengeld auf den Kartoffeläckern. Als in unmittelbarer Nähe ein Zeltlager aufgeschlagen ...

Christa und Ruth, zwei junge Mädchen, beide kurz vor dem Abitur, verdienen sich in den Sommerferien ein bisschen Taschengeld auf den Kartoffeläckern. Als in unmittelbarer Nähe ein Zeltlager aufgeschlagen wird bei dem sie einen attraktiven jungen Mann kennenlernen, sind sie mächtig stolz als er sie zu einer abendlichen Feier einlädt. An diesem Abend begegnen sie dem Leiter der Gruppe, der sie mit seiner charismatischen Art sofort in den Bann zieht. Dieser versucht mit allen Mitteln, die beiden ebenfalls zu seinen Jüngern zu machen und Christa, die sich unsterblich in Erich verliebt hat, schließt sich der Gruppe an. Ruth die spürt dass mit der Gruppe etwas nicht stimmt, zieht sich zurück und läßt die Freundin schweren Herzens ziehen.
Abwechselnd, aus der Sicht von Ruth und Christa, wird in Rückblenden geschildert, was sich damals und in den Jahren danach wirklich zugetragen hat. Dazwischen kommt Anne, Ruths mittlerweile erwachsene Tochter zu Wort, nachdem sie bei einem Besuch in ihrem Elternhaus auf sonderbare Art und Weise in die Vergangenheit hineingezogen worden ist.

Fazit
Eine faszinierende Geschichte über eine Sekte, die man sich schrecklicher nicht vorstellen kann. Die Antwort auf die Frage wie so etwas möglich ist, wird wahrscheinlich nie zu beantworten sein. Wer diese unglaubliche Geschichte kennt, ist wenigstens gewarnt.