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Veröffentlicht am 02.04.2019

Pompeji vor dem großen Vulkanausbruch

Blut der Ahnen
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Es war im Jahr 79 n. Chr., als der Ausbruch des Vesuv die römische Stadt Pompeji unter Schutt und Asche begrub. Und kaum zu begreifen, dass erst im 18. Jahrhundert mit gezielten Grabungen begonnen wurde. ...

Es war im Jahr 79 n. Chr., als der Ausbruch des Vesuv die römische Stadt Pompeji unter Schutt und Asche begrub. Und kaum zu begreifen, dass erst im 18. Jahrhundert mit gezielten Grabungen begonnen wurde. Am 20. 08. 1763 war es dann klar, dass es sich bei den Funden um die Stadt Pompeji handelt.

Vor dem Ausbruch des Vesuv war die Stadt Pompeji voller Leben und der Roman Das Blut der Ahnen berichtet sehr ausführlich davon. Einer der Hauptpersonen ist Alessandro, ein junger Sklave, der als Gladiator für seinen Herrn kämpfen möchte. Zudem hat er sich vorgenommen, den Tod seines Vaters zu rächen und dessen Mörder kampfunfähig zu machen. Die Tochter seines Herrn, ihr Name ist Laetitia, lernt er kennen und verliebt sich in sie. Für ihn ist sie unerreichbar und er staunt nicht schlecht als er erfährt, dass sie seine Gefühle erwidert.

Das junge Paar träumt von einer gemeinsamen Zukunft, dieser Traum scheint aber aussichtslos zu sein. Der Vater Laetitias erfährt, welche die beiden Liebenden füreinander haben und versucht mit allen Mitteln, sie auseinanderzubringen. Silvana, eine Hexe, ist ebenfalls gegen die Verbindung, hilft Alessandro aber dabei, mehr Kraft zu bekommen und in der Arena erfolgreich zu sein.

Die Mischung aus gut recherchierter Historie und Fantasy ist der Autorin gut gelungen. Sie beschreibt ausführlich, wie das Leben in Pompeji vor dem Ausbruch des Vesuv war. Auch das Wiedergeben der Momente vor dem Unglück, sowie die Tage danach, sind ihr in meinen Augen perfekt gelungen. Das Blut der Ahnen endet mit offenen Fragen und ich freue mich auf das Lesen des Folgebands.

Veröffentlicht am 30.03.2019

Sollte Pflichtlektüre sein

Als der Wagen nicht kam
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In diesem Jahr gedenken wieder viele Menschen dem Beginn des 2. Weltkriegs. Der Angriff auf Polen geschah vor 80 Jahren und es werden Romane und Sachbücher zum Thema veröffentlicht. Nicht alle sind gut ...

In diesem Jahr gedenken wieder viele Menschen dem Beginn des 2. Weltkriegs. Der Angriff auf Polen geschah vor 80 Jahren und es werden Romane und Sachbücher zum Thema veröffentlicht. Nicht alle sind gut und etliche entsprechen nicht der Realität. Ganz anders bei dem Buch

AlsDerWagenNichtKam. Das ist mehr als ein Sachbuch. Es schildert das Leben von zur Zeit nach dem 1. Weltkrieg, während er Weimarer Republik sowie während und nach der Zeit mit dem Diktator Hitler und seiner Anhänger. Dass das Buch überhaupt veröffentlicht werden konnte, verdanken wir Manfred Lütz, der ein Großneffe von Husen war.

Vor 1914 brauchte niemand ein Visum oder den Pass, wenn er innerhalb Europas Reisen wollte. Die einzige Ausnahme war Russland. Herr bekam den Zusammenbruch des deutschen Reiches nach dem 1. Weltkrieg mit. Er musste ebenfalls erleben, wie die Inflation das Vermögen seiner Eltern auffraß. 14 Jahre lebte er in Oberschlesien, genau in Oppeln und sah viele Juden, die hohe Ämter innehatten. Sie beteiligten sich als Soldat an der Verteidigung ihrer Heimat und fühlten sich kulturell zu den Deutschen hingezogen. Polen war bereits damals für seine Progrome bekannt. Paulus van Husen setzte sich für den Schutz von Minderheiten ein. Er war bis zu seinem Lebensende der Meinung, dass ohne diesen Schutz kein Weltfrieden möglich sei.

Ein kurzer Abriss zum Spektakel bei den Olympischen Spielen in Berlin zeigt, wessen Geistes Kind auch die Nachbarländer Deutschlands waren. Sie fielen vor dem Despoten auf die Knie und hätten dort schon erkennen müssen, was der Welt bevorstand. Herr Husen schreibt von ….dem Tier aus dem Meere. Er berichtet von den heimlichen Zusammenkünften des Kreisauer Kreises, deren Beteiligte maßgeblich das Attentat vom 20.07. 1944 planten. Seine Abscheu gegen Hitler durfte Husen nicht zeigen und sein Bericht bezeugt den Wahrheitsgehalt vieler Aussagen der damals Lebenden. Die Angst war überall präsent und das Denunzieren von Gegnern Hitlers war an der Tagesordnung.

Fragen wie: „Warum sind nicht mehr Juden geflüchtet als sie noch konnten?“ und „Warum stellten sich nicht mehr Menschen gegen Hitler?“ werden in diesem Werk

AlsDerWagenNichtKam beantwortet. Die Zeit nach dem Krieg, die Angst vor Erschießungen und das Leben in Trümmern ist entsetzlich und bildhaft geschildert. Lebensmittel waren knapp und wenn überhaupt gab es Kohlsuppe ohne Fleisch oder sonstigen Nährwert.

Beim Lesen des Buches

AlsDerWagenNichtKam ist viel Ruhe und Konzentration erforderlich. Etliche Namen und auch die Aneinanderreihung von Ereignissen machen das Studium schwierig. Hinzu kommt, dass Herr Husen ein sehr gläubiger Mensch war und vieles aus der Sicht eines Christen sah. Im Jahr 1952 wurde er zum 1. Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes in NRW benannt. In dem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass viele Anhänger Hitlers sehr bald als Richter und Rechtsanwälte tätig waren.

Jeder, der die böse Zeit nicht miterlebte und sich ein Urteil erlaubt, so nach dem Motto: „Ich hätte, ich wäre, nichts gewusst, das kann nicht stimmen“ sollte dieses Buch lesen. Immerhin war Paul van Husen selbst in einem KZ, und zwar in Ravensbrück, inhaftiert. Er weiß also, wovon er schreibt. Wahrlich ein wertvolles Buch, das für mich das schwierige Leben damals noch klarer werden ließ.

NetGalleyDE

Veröffentlicht am 29.03.2019

Spannend und sehr gut recherchiert

Vespasian: Der gefallene Adler (1 MP3-CD)
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#Vespasian Der gefallene Adler

Am Tod Caligulas ist Sabinus nicht unbeteiligt und er befindet sich in Lebensgefahr. Nichts ist jetzt für die Brüder wichtiger als Rom schnell zu verlassen und so ein eventuelles ...

#Vespasian Der gefallene Adler

Am Tod Caligulas ist Sabinus nicht unbeteiligt und er befindet sich in Lebensgefahr. Nichts ist jetzt für die Brüder wichtiger als Rom schnell zu verlassen und so ein eventuelles Todesurteil abzuwenden. Sie bekommen den Auftrag, den verlorenen Adler der Legio XVII dem Kaiser zurückzubringen. Wie damals üblich, werden sie dabei in etliche Kämpfe verstrickt und nicht alle ihre Freunde und Bekannten überleben diese.

Auch der vierte Band der Reihe rund um Caligula ist interessant und bestens recherchiert. Die Schlacht im Teutoburger Wald und die Ernennung des Claudius zum Kaiser werden ausführlich erläutert. Das Aufeinandertreffen von Germanen und Römern sowie deren Eigenarten und Gemeinsamkeiten sind interessant. Für mich waren in diesem Hörbuch allerdings ein wenig zu viele Heldentaten und mir kam das Zwischenmenschliche ein wenig zu kurz.

Vespasian und Sabinus müssen ihrem neuen Kaiser gehorchen und sollen in seinem Auftrag Teile Britanniens erobern. Es ist erstaunlich, wie sich die damalige Politik mit der heutigen vergleichen lässt. Gemauschel und Ränke standen und stehen an der Tagesordnung und es sind keineswegs die fähigsten Leute, welche Macht bekommen.

Für mich nach wie vor einmalig ist der Sprecher Erich Wittenberg. Egal, ob er eine säuselnde Jungfrau, einen britischen Kaiser oder einen wütenden Krieger nachmacht, er macht es perfekt. Das Hören ist stets spannend und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band.

Veröffentlicht am 27.03.2019

Meredith und die Honigbienen

Der Honigbus
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DerHonigbus ist ein Memoir von Meredith May. Sie beschreibt darin ihre traurige Kindheit, die nur durch die Honigbienen ihres Großvaters erträglich werden konnte. Frau May übernahm nach dem Tod des Großvaters ...

DerHonigbus ist ein Memoir von Meredith May. Sie beschreibt darin ihre traurige Kindheit, die nur durch die Honigbienen ihres Großvaters erträglich werden konnte. Frau May übernahm nach dem Tod des Großvaters die Versorgung seiner Bienen und gehört bereits zur fünften Generation der Imker in ihrer Familie. Sie lebt und arbeitet in San Francisco und ist Journalistin und Autorin.

DerHonigbus ist ein Buch, welches ab dem 14. Lebensjahr empfohlen wird und nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Es ist das Jahr 1975, als die 5jährige Meredith mitten in der Nacht geweckt und aus ihrem Zuhause gerissen wird. Gemeinsam mit Mutter und Bruder fliegt sie von Rhode Island nach Kalifornien. Im Buch

DerHonigbus beschreibt sie den Schmerz und das Gefühl des Verlassenseins sehr eindrücklich. Die Mutter versteckt sich hinter dem Schmerz und fällt in eine tiefe Depression. Sie überlässt ihre Kinder der strengen Hand ihrer eigenen Mutter. Zum Glück ist der Großvater das genaue Gegenteil und Meredith findet in ihm einen verlässlichen Freund.

Merediths Großvater ist nicht nur ein Imker im üblichen Sinn. Er beobachtet seine Honigbienen sehr genau und erklärt Meredith, wie wertvoll die kleinen Geschöpfe für die Menschheit sind. Er weiß, dass sie sprechen, tanzen und untereinander kommunizieren können. Jedes Tier eines Stockes kennt seine Aufgaben und Meredith sieht nach wenigen Tagen die Honigbienen mit anderen Augen. Selbst das unterschiedliche Summen hört sie und weiß daher, ob die Tiere sich wohlfühlen oder traurig sind.

Einen alten Bus hat der Großvater so umgestaltet, dass er dort drinnen den Honig schleudert und ihn in passende Gefäße umfüllen kann. Meredith darf erst dort hinein, als sie 6 Jahre alt ist. Vorher befand der Großvater, dass ihr Aufenthalt in dem Bus zu gefährlich sei. In der Schule bleibt Meredith eine Außenseiterin, bis, ja bis ihr Großvater sie zu einem besonderen Abend begleitet. Er trägt den versammelten Eltern und Schülern vor, was seine Honigbienen können und wie der Honig gewonnen wird. Das beeindruckt sowohl Lehrer als auch Klassenkameraden und Meredith hat danach einen ganz anderen Stand in der Klasse. Endlich wird sie akzeptiert. Viele Kinder möchten den Honigbus sehen und bestaunen.

Für alle, die sich für Bienen und deren Lebensweise interessiert, sollte

DerHonigbus eine Pflichtlektüre sein. Gleichzeitig zeigt das Buch aber auch, wie sehr Kinder unter der Scheidung ihrer Eltern leiden. Sehr negativ ist für mich das Verhalten von Großmutter und Mutter. Niemand darf das andere Elternteil gegenüber den Kindern schlecht machen. Das Memoir lässt sich gut lesen und die Sprache ist blumig. Für meinen Geschmack war es bei der Beschreibung der Bienen ein wenig zu viel der Worte. Das ist aber wirklich nur mein eigenes Empfinden.

Ein für mich bezeichnendes Zitat aus dem Buch: „Je mehr ich über Bienen lernte, umso mehr staunte ich über ihre soziale Kompetenz.“

Die sehr gute Arbeit der Übersetzerin Anette Gruber darf nicht unerwähnt bleiben. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass ein Buch so akkurat in die eigene Muttersprache transkribiert wird. #NetGalleyDE

Veröffentlicht am 25.03.2019

Hier wird Geschichte zum Erlebnis

Raureifzeit
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BriendRaureifzeit ist die Fortsetzung des Romans Brombeerblut. Den las ich noch nicht, werde es aber bald nachholen. Trotzdem kam ich gut in die Geschichte, da die Autorin wichtige Hinweise aus der Vergangenheit ...

BriendRaureifzeit ist die Fortsetzung des Romans Brombeerblut. Den las ich noch nicht, werde es aber bald nachholen. Trotzdem kam ich gut in die Geschichte, da die Autorin wichtige Hinweise aus der Vergangenheit gab.

Vor zwei Jahren starb Finn, der Ehemann von Ceara im Kampf. Die junge Witwe lebt wieder im Clan ihres Vaters in Irland und kommt über den Tod nicht hinweg. Vor allen Dingen in der Nacht findet sie keine Ruhe und denkt immer wieder an Finn. Seine Tochter Crón hilft ihr ein wenig über den Verlust hinweg. Sie soll allerdings in ein Kloster gehen, um dort zur Buchmalerin ausgebildet zu werden. Das bedeutet, dass Ceara sich erneut von einem lieben Menschen verabschieden muss.

In der Normandie besucht Ivar, Cearas Freund aus Kindertagen, gemeinsam mit seinen Gefährten Gunnar und Magnus seine Eltern. Er hat einen Auftrag erhalten und Ivar hofft, dass sein Vater ihm behilflich ist. Der muss bald nach Irland segeln um dort einige Pferde zu verkaufen. Ivar beschließt, dass er und seine Gefährten mit aufs Schiff gehen und die drei gemeinsam den Auftrag erfüllen. Gunnar und Markus sollten keineswegs von Anfang an dabei sein. Sie haben allerdings gute Gründe die Heimat zu verlassen und sich deshalb Ivar angeschlossen.

Die ersten Seiten von

BriendRaureifzeit waren für mich ungewohnt zu lesen. Etliche unbekannte Namen und Ausdrücke verlangten volle Konzentration von mir. Dann war ich vertraut mit den Wörtern damaliger Zeit und konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Ich lernte unter anderem, welche Bedeutung das Fest zu Ehren der Heiligen Brighid hatte, was es bedeutet, die Runen zu befragen und welche Speisen damals üblich waren. Ja, auch Gemetzel und kriegerische Auseinandersetzungen gehören dazu und auch das hat Frau Briend perfekt geschildert.

Spannend bis zum Schluss und dabei sehr genau recherchiert, so beurteile ich das Buch

BriendRaureifzeit . Die Autorin bedient sich einer visuell imponierenden Sprache, die mich absolut in den Bann zog. Wer historische Romane mag, die dieses Adjektiv auch tatsächlich verdienen, wird

BriendRaureifzeit mögen.