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Veröffentlicht am 13.05.2025

Ein Sachbuch, das gewissenhaft recherchiert wurde

Der Partisan und der SS-Mann
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Als Mussolini von der Bildfläche verschwand, waren nicht nur die Gegner des Faschismus froh. Sie dachten tatsächlich, dass sie diese schwierige Zeit überwunden hatten. Dabei kam es für sie noch schlimmer. ...

Als Mussolini von der Bildfläche verschwand, waren nicht nur die Gegner des Faschismus froh. Sie dachten tatsächlich, dass sie diese schwierige Zeit überwunden hatten. Dabei kam es für sie noch schlimmer. Hitler besetzte Italien und das Unheil nahm seinen Lauf. Der Autor von
„Der Partisan und der SS-Mann“ beleuchtet den Lebenslauf zweier Männer, die zwar das Land Italien liebten, diese ihre Zuneigung allerdings nicht jederzeit erkennbar war. Während der deutsche Student Heinz Riedt überzeugter Antifaschist und später dann auch als Partisan für die Italiener kämpfte, konnte sich der Historiker Eugen Dollmann nicht den Überzeugungen Hitlers entgegenstellen.

Andreas Wassermann wollte wissen, wie sich der Lebenslauf der beiden Männer zeigte. Zu diesem Zweck sprach er mit Zeitzeugen und wälzte Bücher in den unterschiedlichsten Archiven. Das Resultat seiner Recherchen kann sich durchaus sehen lassen. Zwei Namen fielen mir beim Lesen auf: Helmut Schmidt und Willy Brandt. Beide waren später Kanzler in Deutschland. Was sie mit Heinz Riedt und Dollmann zu tun hatten, das erfahren Sie, wenn sie das Buch lesen.

Es ist ein Sachbuch und lässt sich nicht mal eben nebenbei lesen. Es verdient vom Leser volle Konzentration und nur dann wird es eine abwechslungsreiche Reise in die Vergangenheit. Mir gefiel das Buch und meine Leseempfehlung gilt für alle Geschichtsinteressierten. Was mir aber äußerst negativ im Gedächtnis bleiben wird, das ist der Umgang mit den aktiven Nationalsozialisten im Nachkriegsdeutschland. Für mich waren es zu viele, die nach dem Krieg ihre Hände in Unschuld wuschen. Leider bekamen selbst die schlimmsten Verbrecher Unterstützung von Staat und Kirchen. Nein, das verstehe ich nicht.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Die Zeit heilt nicht alle Wunden

Mit dir steht die Welt nicht still
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Ist es Zufall oder tatsächlich eine Vorsehung? Dass zwei junge Menschen sich treffen und der Mann sofort bekennt, dass er sich verliebt hat? Dass er die junge Frau auf jeden Fall heiraten möchte? Schon ...

Ist es Zufall oder tatsächlich eine Vorsehung? Dass zwei junge Menschen sich treffen und der Mann sofort bekennt, dass er sich verliebt hat? Dass er die junge Frau auf jeden Fall heiraten möchte? Schon bei ihrer ersten Begegnung fühlen John und Nanne eine Verbindung, die kaum zu erklären ist. Wenige Tage danach reist John von London nach Brasilien und die beiden können nur noch schriftlich miteinander korrespondieren.

Beide Hauptpersonen haben Schreckliches erlebt und das Schicksal Nannes berührt sehr. Sie wurde nach Bergen-Belsen verschleppt. Verlor beide Eltern und wurde fast verhungert schlussendlich von den Amerikanern gerettet. Was sie im KZ erlebte, das kann kein Mensch nachempfinden. Die Traumata wird sie nie vergessen und auch ihre Kinder leiden unter dem Verhalten ihrer Mutter. Wie gut, dass John die Probleme kennt und seine liebe Nanne jederzeit verteidigt.

"Mit dir steht die Welt nicht still" ist ein weiteres Buch, das über die Zeit der Judenverfolgung berichtet. Hier geht es um die Niederlande. Nein, es gab kaum Menschen, die bereit waren, den Verfolgten Unterschlupf zu bieten. Und wenn, dann nur unter Bedingungen, die diese kaum erfüllen konnten. Neben den Briefen zwischen John und Nanne wird der Leser immer wieder in die Vergangenheit geführt. Dabei geht es vornehmlich um das Leben der Juden in Holland und deren Transport in die verschiedenen Konzentrationslager.

Auch wenn mich dieses Buch durchaus mitnehmen konnte. Ich konnte dem Geschehen nur mühsam folgen. Mir fehlte die zeitliche Reihenfolge diese Zeitsprünge waren für mich anstrengend. Aber trotz meiner Kritik gebe ich eine Leseempfehlung. Immer mehr Zeitzeugen sterben und die Erinnerungen in schriftlicher Form sind umso wertvoller.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Spannende Ermittlungen im sommerlichen Turin

Der Tote am Fluss
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Ganze drei Wochen Urlaub. Und das mitten im Turiner Sommer. Kann es etwas Schöneres geben? Für Camilla nicht. Dass allerdings am ersten Urlaubstag das Handy klingelt und sie zu einem Toten gerufen wird, ...

Ganze drei Wochen Urlaub. Und das mitten im Turiner Sommer. Kann es etwas Schöneres geben? Für Camilla nicht. Dass allerdings am ersten Urlaubstag das Handy klingelt und sie zu einem Toten gerufen wird, das wirft ihre Pläne völlig durcheinander. Sie soll sich um die Freundin des Opfers kümmern. Dabei handelt es sich um Samira und die junge Frau ist aggressiv und will mit niemandem reden. Camilla mag sie direkt und möchte ihr auf jeden Fall helfen, dass sie von jeglichem Verdacht des Totschlags befreit wird.

Die Ich-Erzählerin Camilla lebt mit ihrem Freund, einem Polizisten zusammen. Sie selbst ist Psychologin und steht den Ermittlern hin und wieder als Profilerin zur Seite. Bei diesem Fall gibt es aber leider zu viele Indizien, die den einzigen Schluss zulassen, dass Samira ihren Freund ermordete.

Viele Wendungen und immer wieder neue Verdachtsmomente machen den Krimi spannend. Was mir ebenfalls gefiel, das ist die Schilderung über das Leben der Menschen in Turin und Umgebung. Klar zu erkennen, dass die Autorin sich hier bestens auskennt und weiß, wovon sie schreibt. "Der Tote am Fluss" hat mich mitgenommen und meine Empfehlung gilt daher ohne Einschränkung.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Ein Buch mit Gruselfaktor

Jennas Fluch
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Sam ist frustriert. Von ihrer Arbeit, ihrem Leben und überhaupt. Sie möchte etwas ganz Anderes machen. Ihrem Dasein einen neuen Sinn geben, nein, viel mehr überhaupt erst einen Sinn geben. Wie gut, dass ...

Sam ist frustriert. Von ihrer Arbeit, ihrem Leben und überhaupt. Sie möchte etwas ganz Anderes machen. Ihrem Dasein einen neuen Sinn geben, nein, viel mehr überhaupt erst einen Sinn geben. Wie gut, dass sie einer Maklerin begegnet, die ihr ein wunderschönes Haus zeigt. Es war vor langer Zeit eine Einrichtung für psychisch Kranke. Etwas Unheimlich kam ihr das Anwesen bei der ersten Besichtigung dann schon vor. Zumal es im Dorf hieß, dass es in den Räumen spukt und die ehemaligen Insassen immer wieder hierhin zurückkehren. Samantha interessierte das Denken der Dörfler nicht. Sie hatte große Pläne und wollte dieses Haus unbedingt haben.

Nicht nur Sam ist von dem Haus beeindruckt. Auch eine junge Frau, die sie als erste Mieterin gewinnen kann. Die möchte hier ihre Kunst zeigen und dieses Fach auch unterrichten. Schon auf den ersten Seiten dachte ich mir, dass die Begeisterung wohl bald nachlässt. Zu düster werden die Zimmer beschrieben. Vergittert und recht dunkel, ja, so sahen damals die Einrichtungen für psychisch Kranke aus.

Etwas gruselig aber sehr gut zu hören. So bewerte ich "Jennas Fluch". Die Autorin versteht es, beim Leser Gänsehaut zu erzeugen. Das liegt auch daran, dass der Wechsel zwischen dem Jetzt und dem Damals sehr gut gelungen ist. Der Sprecher gefiel mir ebenfalls recht gut. Keine Frage, ich empfehle das Buch ausdrücklich.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Spannendes Buch über Freundschaft und Zusammenhalt

Rosenlund – Ein Sommer der Geheimnisse
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Seit 9 Jahren ist Anna Witwe und lebt mit ihrer Tochter alleine. Bis vor wenigen Wochen konnte sie sich nicht vorstellen, dass sie sich verlieben und eine Beziehung eingehen könnte. Bis ein junger Polizist ...

Seit 9 Jahren ist Anna Witwe und lebt mit ihrer Tochter alleine. Bis vor wenigen Wochen konnte sie sich nicht vorstellen, dass sie sich verlieben und eine Beziehung eingehen könnte. Bis ein junger Polizist ihren Weg kreuzte und ihr Herz gewann. Dass sie ihn zum traditionellen Sommerfest ins Rosenlund, einem Hotel ihrer Freundin einlud, erforderte ihren ganzen Mut. Dabei war er noch nicht einmal eine Stunde hier beim Fest des ersten Haus im Dorf, als er schon wieder zum Dienst gerufen wurde. Was danach geschah, versetzte alle Beteiligten in Aufruhr.

Der Roman „Rosenlund – Ein Sommer der Geheimnisse“ beschreibt das Leben von vier Frauen, die sich regelmäßig treffen. Dabei plaudern sie über Literatur und unterhalten sich ebenfalls über ihre Probleme und Sorgen des Alltags. Als sich nach dem alljährlich stattfindenden Fest herausstellte, dass ein Gast tot aufgefunden wurde, waren die vier Freundinnen nicht nur entsetzt. Sie wussten sehr gut, was sie am Abend des Festes taten und warum ihre Handlungen eigentlich nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollten.

Nicht nur die stimmigen Wendungen konnten mich beim Lesen des Buches restlos überzeugen. Die Charaktere der vier Freundinnen Kim, Helene, Anna und Nadja wurden so lebendig beschrieben, dass ich sie tatsächlich vor mir sah. Auch wenn es immer mal wieder Meinungsverschiedenheiten gibt, bei Problemen finden sie immer zusammen. Schon jetzt freue ich mich auf den zweiten Teil der Geschichte rund um das Hotel Rosenlund.

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