Profilbild von lielo99

lielo99

Lesejury Star
offline

lielo99 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit lielo99 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2024

Weihnachtlicher Wohlfühlroman

24 Wege nach Hause
0

Kurz vor ihrem Tod sprach Petras Schwester Alice immer wieder von einem Haus in Schweden. Es liegt in Nyponviken und sei das Erbe ihrer Eltern. Da Petra ohnehin nicht weiß, wo sie künftig mit ihrer Nichte ...

Kurz vor ihrem Tod sprach Petras Schwester Alice immer wieder von einem Haus in Schweden. Es liegt in Nyponviken und sei das Erbe ihrer Eltern. Da Petra ohnehin nicht weiß, wo sie künftig mit ihrer Nichte Charly leben kann, macht sie sich kurzentschlossen auf den Weg nach Schweden. In eine ungewisse Zukunft? Das gefällt Charly überhaupt nicht und dementsprechend ist ihr Verhalten gegenüber ihrer Tante. 24 Wege nach Hause beschreibt auch, wie sich Einstellungen ändern können.

Die Geschichte beginnt mit dem Umzug nach Schweden. Sowohl Tante als auch Nichte werden zwar nicht mit offenen Armen empfangen, fühlen sich aber wohl in dem kleinen Ort. Hier kennt jeder jeden und man hilft sich. Als dann ein Adventskalender vor der Türe von Petras Zuhause liegt, beginnt die Geschichte fesselnd zu werden.

Es ist ein richtiger Weihnachtsroman. Mit viel Gefühl und Spötter würden vielleicht anmerken, er sei eine Schnulze. Mir gefiel er und was sich immer mehr herauskristallisierte, will sagen, welche Geheimnisse ans Licht kommen, überraschte mich. Die Sprache ist locker und bildhaft. Ich habe das Lesen wirklich genossen und denke, dass das Buch auch nach Weihnachten noch für ansprechende Unterhaltung sorgen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.01.2024

Nur in der Maße waren sie stark

Im Gleichschritt stark
0

Endlich, Franz Reinicke ist wieder Teil der Mordkommission. Das war immer sein Wunsch und er freut sich auf die kommenden Ermittlungen. Der erste Fall ist rasch gelöst. Aber dann wird Franz nach Nürnberg ...

Endlich, Franz Reinicke ist wieder Teil der Mordkommission. Das war immer sein Wunsch und er freut sich auf die kommenden Ermittlungen. Der erste Fall ist rasch gelöst. Aber dann wird Franz nach Nürnberg gerufen. Zum Reichsparteitag. Wie es ihm dabei geht wird jeder verstehen, der seine Einstellung zum Führer kennt.

-Im Gleichschritt stark- ist der dritte Band einer Reihe um den Ermittler Reinicke. Der Mann lebt für seinen Beruf und kann mit den Umtrieben der Nationalsozialisten gar nichts anfangen. Aber er muss aufpassen, was er sagt. Denn Spitzel lauern überall und allzu schnell landen Gegner des Führers im Gefängnis.

Der Kriminalroman schildert einige Ereignisse um den Herrn Bachmann, der als brutaler Rowdy bekannt ist. Daneben gibt er Einblick in die Gedanken und Tätigkeiten Reineckes. Die damalige Situation wird gut vermittelt. So etwa die Verfolgung der jüdischen Mitbürger durch Anhänger der SA oder Denunziationen durch Nachbarn.

So richtig spannend fand ich das Buch nicht. Aber diese Beschreibung des Reichsparteitages in Nürnberg, das ist gelungen. Und die unvorhersehbaren Wendungen gefielen mir auch sehr gut. Aus dem Grund empfehle ich den Krimi und danke dem Autor für seine Recherchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.12.2023

Lappland zum Träumen

Die Eisfischerin vom Helgasjön
0

Rieke ist zufrieden. Sie lebt mit ihrem Partner Marco in einer schicken Wohnung. Geldsorgen gibt es nicht. Mit einem befreundeten Ehepaar verstehen beide sich besonders gut und planen, dass sie bald gemeinsam ...

Rieke ist zufrieden. Sie lebt mit ihrem Partner Marco in einer schicken Wohnung. Geldsorgen gibt es nicht. Mit einem befreundeten Ehepaar verstehen beide sich besonders gut und planen, dass sie bald gemeinsam zum Wintersport aufbrechen. Nur wenige Wochen vorher hat Rieke einen Unfall und muss zuhause bleiben. Das gefällt der Mutter überhaupt nicht. Sie schenkt ihr eine Reise nach Lappland, ein Traum Riekes seit Kindertagen.

Dass nicht alles Gold ist, was glänzt, und eine Gewohnheit nichts mit Liebe zu tun hat, kennt wohl jeder. Gut, wenn vor einer Hochzeit die Dinge geklärt werden. Es spart viel Geld. Nicht nur der Urlaub ohne ihren Freund bringt Rieke zum Grübeln. Auch die Begegnung mit Theo, ihrer alten Liebe, lässt sie an den Gefühlen für Marco zweifeln. In „Die Eisfischerin von Helgasjön“ wird gut beschrieben, welche Kämpfe vor einer Trennung stattfinden.

Aber nicht nur die Liebesgeschichte ist Thema des Buches. Auch das Land im hohen Norden findet Beachtung. Die Autorin beschreibt es so bildhaft, dass ich als Leserin überlege, ob ich dort nicht mal meinen Urlaub verbringen sollte. Es gibt einige Wendungen und bis dann die endgültige Lösung der Probleme stattfindet, dauert es. Erst zum Schluss kommt die Klärung vieler Fragen. Ein schönes Buch für kalte Winterabende.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.12.2023

Sebastian Bergman in Aktion

Die Schuld, die man trägt
0

Vanja sitzt vor ihrer Chefin Rosemarie und fühlt sich, wie eine Schülerin. Die Chefin macht ihr immer noch zum Vorwurf, dass sie Billy so lange nicht durchschaute. Wobei mehr als fraglich ist, ob die Vorgesetzte ...

Vanja sitzt vor ihrer Chefin Rosemarie und fühlt sich, wie eine Schülerin. Die Chefin macht ihr immer noch zum Vorwurf, dass sie Billy so lange nicht durchschaute. Wobei mehr als fraglich ist, ob die Vorgesetzte früher erkannt hätte, dass sich ein Serienmörder in den Reihen der Polizei aufhält. Schon bald kann Vanja der Dame entkommen und sie eilt zum Fundort einer Leiche. Das ist eigentlich nichts Außergewöhnliches. Das, was dort aber an eine Wand geschrieben wurde, schon. Da steht: „Lös´ das hier, Sebastian Bergman“. Der einzig richtige Schluss ist also, dass Vanja ihren Vater in die Ermittlungen einbezieht.

Es bleibt nicht bei einer Leiche und Sebastian hat sich kaum geändert. Er tritt den Ermittlern mit seiner Art immer wieder auf die Füße. Aber gerade das mach die Bücher von Hjorth und Rosenfeldt aus. „Die Schuld die man trägt“ ist der von vielen Fans ersehnte 8. Band der Reihe. Alle Beteiligten haben noch unter der Entdeckung ihres Kollegen als Mörder zu knabbern. Besonders Vanja, da sie ihn als guten Freund ansah. Und dann gibt es noch das Gerücht, dass diese Abteilung aufgelöst werden soll. Keine guten Gedanken also, die Vanja und ihr Team bewegen.

Spannend bis zum Schluss und die unvorhersehbare Auflösung, das gefiel mir auch an diesem Buch. Wobei ich mich freue, dass Sebastian sich doch änderte. Seine Sexgeschichten hörten (fast) auf und das kommt auch dem Buch zugute. Der Stil ist kurzweilig und die Sprache lebendig. Viele Bilder entstehen im Kopf. Die Charaktere sind so beschrieben, dass sie dem Leser immer näher kommen. Toller Krimi, der mich bestens unterhalten hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2023

Kai Meyer ist ein außergewöhnlicher Erzähler

Die Bibliothek im Nebel
0

Artur wird brutal aus seinen Gedanken gerissen. Es hämmert an der Haustüre und sein bester Freund Spiridon steht davor. Er drängt ihn zur Flucht. Die Ochrana ist auf dem Weg und will Artur mitnehmen. Den ...

Artur wird brutal aus seinen Gedanken gerissen. Es hämmert an der Haustüre und sein bester Freund Spiridon steht davor. Er drängt ihn zur Flucht. Die Ochrana ist auf dem Weg und will Artur mitnehmen. Den Rest der Familie haben sie bereits entführt und getötet. Vor der Flucht bekommt Artur noch ein Buch in die Hand, welches er nach Leipzig bringen soll.

Das letzte Buch von Kai Meyer las ich mit großem Vergnügen und freute mich aus dem Grund auf dieses neue Werk „Die Bibliothek im Nebel“. Die Story wechselt zwischen dem Jahr 1917 und den Ereignissen in Russland sowie um Artur. Also Revolution, Verfolgung und Flucht nach Leipzig. Dann folgt 1928, wo ein junges Mädchen ein Manuskript findet. In einem Luxushotel, das vor Jahren von reichen Russen als Domizil für Urlaube genutzt wurde.

Es folgt das Jahr 1958, das Hotel hat eine neue Besitzerin und die wiederum will sich auf die Suche nach der Eigentümerin des Buches begeben. Dabei bekommt sie Hilfe von einem jungen Mann. Die Kapitel wechseln zwischen den Ereignissen und es braucht hohe Konzentration, um den jeweiligen Berichten folgen zu können.

Die Sprache des Herrn Meyer ist außergewöhnlich. Was mir dieses Mal nicht so gut gefiel, das war die Story. Für meine Begriffe nicht jederzeit schlüssig und zuweilen sogar unnötig lang gezogen. Wen das nicht stört, der wird sich über hochwertige Literatur freuen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere