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Veröffentlicht am 17.04.2023

Solider Thriller

Erinnere dich!
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"Erinnere dich", diese Aufforderung lässt den Dozenten Arno Seitz nicht mehr los. Dabei hatte er dieses schreckliche Ereignis von vor 20 Jahren erfolgreich verdrängt. Damals waren sie zu viert auf einer ...

"Erinnere dich", diese Aufforderung lässt den Dozenten Arno Seitz nicht mehr los. Dabei hatte er dieses schreckliche Ereignis von vor 20 Jahren erfolgreich verdrängt. Damals waren sie zu viert auf einer Bergtour unterwegs und Arnos Freundin verschwand spurlos. Es wurde weder ihre Leiche noch ein Zeichen dafür gefunden, dass sie noch lebt. Bis, ja bis ein Unbekannter ihm ein Handy schickt und er so wieder viele Begebenheiten von damals vor sich sieht. Arno ist Single, hat aber eine Fernbeziehung mit Kaithlan, die in den USA lebt. Und dann ist da noch die Einladung seiner Abiturklasse. Eigentlich will er gar nicht teilnehmen, aber Kaithlan überredet ihn und er fährt in den Ort seiner Kindheit.

Der Roman wird einmal in der Ich-Form von Arno und zum anderen in der dritten Person und in der Vergangenheit erzählt. Maja, so hieß die Freundin war wohl sehr attraktiv und Arno eifersüchtig. Er wird durch Handyanrufe getriggert und weiß bald selbst nicht mehr, was er tatsächlich erlebte. Spannend zu lesen, wie die Psyche uns häufig einen Streich spielt, wenn es um Emotionen geht. Irgendwann erinnert man sich an Dinge, die so nie geschahen. Und das nur, weil es raffinierte Zeitgenossen gibt, die perfekt manipulieren können.

Ja, spannend war der Thriller schon. Allerdings phasenweise zu lang. So ausführlich hätte der Autor gar nicht dozieren brauchen. Was mir ebenfalls nicht gefiel, dass die Anekdoten nicht immer schlüssig waren und am Schluss etliche Fragen offen bleiben. Aus dem Grund gebe ich auch keine Volle Anzahl Sterne.

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Veröffentlicht am 10.04.2023

Ein herrlich dicker und spannender Schmöker

Der Waisenjunge und der Kardinal
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Es ist im Jahr 1640, als Pierre und Armand in einer Klosterschule bei Reims eng befreundet sind. Pierre hat eine traurige Zukunft vor sich. Seine Mutter starb und sein Vater ist unbekannt. So wird er wohl ...

Es ist im Jahr 1640, als Pierre und Armand in einer Klosterschule bei Reims eng befreundet sind. Pierre hat eine traurige Zukunft vor sich. Seine Mutter starb und sein Vater ist unbekannt. So wird er wohl bis zum Lebensende im Kloster bleiben müssen. Dabei hat er es jetzt schon nicht leicht, wenn er sich von den Annäherungsversuchen des Priesters und Lehrers „Bruder Jeronimus“ wehrt. Dieser hat nämlich Gefallen an ihm gefunden und lädt ihn kurzerhand zu „Privatstunden“ in seiner Klause ein. Tja, was macht der gewitzte Pierre? Er täuscht Durchfall vor und rettet sich auf diese Weise vor den Annäherungsversuchen. Erst mal. Und kurz danach macht Armand ihm einen Vorschlag, der zwar gefährlich ist, den er aber nicht abschlagen kann.

Sein Dasein in einem „christlichen“ Jungeninternat zu fristen, das ist wahrlich kein einfaches Unterfangen. Wie mag es im Jahr 1640 den Jugendlichen in einer dieser Einrichtungen wohl ergangen sein? Pierre ist hier als Waise untergekommen und Armand widersetzte sich häufig den Anordnungen seines Vaters, der in der Klosterschule den Willen des Jungen brechen möchte. Die Abenteuer der beiden jungen Männer sind gefährlich. Immer wieder geraten sie an falsche Freunde, die ihnen nicht ohne Grund nach dem Leben trachten. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Dass dabei auf detaillierte Beschreibungen des Aktes verzichtet wurde, war für mich wohltuend.

Ein dicker Wälzer, der mir zu keiner Zeit langweilig wurde. Die abwechslungsreiche Sprache ließ mich eintauchen in eine Vergangenheit, die interessanter nicht sein konnte. Fäden, die gesponnen wurden, klar, alles zum Wohle der „Einzig wahren Kirche“, das war schon unglaublich. Politik war zu der Zeit ein Privileg des Adels und des Klerus. Nicht immer sind es Fakten, die der Autor dokumentierte. Aber das ist seiner künstlerischen Freiheit geschuldet und störte mich keineswegs.

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Veröffentlicht am 08.04.2023

Mama, ich will leben

Geliebte Kinder
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Die Autorin des Buches „Geliebte Kinder“ ist die Mutter von Olaf. Einem liebenswerten Jungen, der mit Trisomie 21 geboren wurde. Was sie damals, 1975 erlebte, das schildert sie in dieser Biographie. Sie ...

Die Autorin des Buches „Geliebte Kinder“ ist die Mutter von Olaf. Einem liebenswerten Jungen, der mit Trisomie 21 geboren wurde. Was sie damals, 1975 erlebte, das schildert sie in dieser Biographie. Sie beschreibt, wie ihre Umwelt auf die Geburt reagierte und mit welchen herabwürdigenden Kommentaren sie konfrontiert wurde.

Das wunderschöne Cover zeigt zwei fröhliche Kinder. Sie wollen leben und bereichern nicht nur das Leben ihrer Familie. Wie kann eine Gesellschaft es zulassen, dass 98% der Kinder mit DS (dem Down-Syndrom) abgetrieben, also im Mülleimer entsorgt werden? Selbst die sogenannte „Spätabtreibung“ ist gestattet. Aber zurück zum Buch. Frau Maren Müller-Erichsen erzählt vom Leben mit Olaf und auch ihren eigenen Lebensweg erwähnt sie. Nach dem ersten Schock wächst Olaf gemeinsam mit seinem größeren Bruder gut behütet, und vor allen Dingen gefördert auf.

Olaf hat das große Glück, dass sein Bruder ihn mit unter seine Fittiche nimmt. Er lehrt ihn sprechen und sie unternehmen sehr viel miteinander. Olaf kann ein selbständiges Leben führen, welches dann leider viel zu früh beendet wurde. Er starb am 08.04.2021 auf der Intensivstation im Uniklinikum Gießen. Das zu der Zeit grassierende tödliche Virus, war Schuld an seinem Tod.

Neben dem Leben Olafs erfährt der Leser auch einiges über die Anfänge der „Aktion Sorgenkind“ und seiner Einrichtungen. Heute heißt es „Aktion Mensch“ und die Initiative wächst zum Glück weiter. Zum Schluss schenkt die Autorin den Lesern auch einige Bilder von Olaf. Das Buch hat mich sehr berührt und zuweilen erbost. Es wäre so schön, wenn wir auch oder gerade Menschen annehmen könnten, die anders sind als die sogenannte „Norm“.

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Veröffentlicht am 06.04.2023

Wer Krankenkassen betrügt, schadet der Allgemeinheit

Sylter Gier
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Kari ist frustriert. Dieses Herumsitzen im Büro mag sie gar nicht. Viel lieber wäre sie wieder im Außendienst auf Sylt unterwegs. Schwangerschaft hin, Schwangerschaft her. Ihrem Krümelchen täte ein wenig ...

Kari ist frustriert. Dieses Herumsitzen im Büro mag sie gar nicht. Viel lieber wäre sie wieder im Außendienst auf Sylt unterwegs. Schwangerschaft hin, Schwangerschaft her. Ihrem Krümelchen täte ein wenig Abwechslung auch gut. Da kommt der Auftrag ihres Chefs wie gerufen. Er vermutet, dass unter anderem in einem Schwangerschaftszentrum in Westerland Abrechnungsbetrügereien mit Krankenkassen stattfinden. Kari freut sich und Jonas Voss ist besorgt. Wer kann es ihm verdenken.
"Sylter Gier" ist ein weiteres Abenteuer der undercover Ermittlerin Kari.

Die vier Häkeldamen freuen sich sehr, dass Kari endlich wieder in ihre Mitte tritt. Alle sind davon überzeugt, dass die Recherche bald erledigt ist und sie sich schönen Dingen zuwenden können. Aber leider gibt es dann doch Komplikationen und es bleibt auch nicht bei einem Toten. Kari und ihre „Häkelmafia“ sollten aber aus vergangenen Abenteuern wissen, dass die Gefahr ihr ständiger Begleiter ist.

Das Buch lässt sich gut ohne Vorkenntnis lesen. Zwar nimmt die private Situation von Kari und Jonas viel Raum ein, die Autorin macht es aber leicht, der Story zu folgen. Wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit erwähnt sie und stört dabei keineswegs den Lesefluss. Mit viel Humor, der mir zuweilen dann doch zu plump daherkam, und gut dosierter Spannung, machte das Lesen Freude. Ein Schmöker zum Ablenken. Sehr gut gefiel mir mal wieder die Beschreibung der Insel. Obwohl ich noch nie dort war, kenne ich mich fast schon gut aus.

Kari und die Häkeldamen ergänzen sich auf ihre Art perfekt. Der Arme Jonas tut mir bei den vielen Damen dann doch leid. Er hat es nicht leicht. Vier Sterne und eine Leseempfehlung gebe ich gerne.

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Veröffentlicht am 02.04.2023

Rasante Spannung bis zum Schluss

Der Privatdetektiv
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Romain Tendre ist Wirt der Taverne Provencale, die in einem kleinen Bergdorf namens Gourdon steht. Er ist bekannt für seine Spezialitäten und Kunden aus allen Regionen verweilen gerne bei ihm. Am letzten ...

Romain Tendre ist Wirt der Taverne Provencale, die in einem kleinen Bergdorf namens Gourdon steht. Er ist bekannt für seine Spezialitäten und Kunden aus allen Regionen verweilen gerne bei ihm. Am letzten Tag eines jeden Jahres bietet er zudem auch noch perfekte Unterhaltung an. Der schweizer Privatdetektiv Florian Räber unterhält dann die Gäste. Er erzählt von seinen spannendsten Fällen. Nach Mitternacht Räber er dann zur kleinen Holzhütte mitten im Wald, wo er für einen Monat Auszeit vom Alltag nimmt. Alles ist ruhig und nie verläuft sich jemand in diese Einöde. Bis in dieser Neujahrsnacht ein lautes Klopfen die Ruhe stört. Florian öffnet und vor ihm steht eine junge Frau. Sie bittet um seine Hilfe und er lässt sie eintreten.

Auch wenn Florian zunächst skeptisch ist, das, was die junge Frau erzählt, scheint ihm dann doch zu abenteuerlich, um wahr zu sein. Schon am nächsten Tag hat er Fakten und diese sprechen für den Wahrheitsgehalt ihres Berichtes. Sie weckte nicht nur seinen Beschützerinstinkt. Der Sinn für Gerechtigkeit lässt ihn handeln, zumal auch sein Leben schon bald in Gefahr gerät.

Lebendige Sprache mit vielen Dialogen und rasante Spannung, so schätze ich Krimis. Der Autor Patrick Salm hat mal wieder ein Buch so ganz nach meinem Geschmack veröffentlicht. Die Story ist realistisch und die unvorhersehbaren Wendungen sorgten bei mir bis zum Schluss für aufgeregten Lesegenuss.

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