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Veröffentlicht am 08.03.2021

Tolles Buch mit schönen Zeichnungen

Akademie Fortuna - Wenn Wahrsagen so einfach wäre
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In der „Akademie Fortuna“ geht es hoch her. Ein neues Schuljahr beginnt und die Chefin ist stolz auf ihren Nachwuchs. Ihre jüngste Tochter Anniversary „Sorry“ Fortune beginnt ihre Ausbildung und die Merry, ...

In der „Akademie Fortuna“ geht es hoch her. Ein neues Schuljahr beginnt und die Chefin ist stolz auf ihren Nachwuchs. Ihre jüngste Tochter Anniversary „Sorry“ Fortune beginnt ihre Ausbildung und die Merry, die ältere der Töchter, war zum dritten Mal Schulbeste. Am Einschulungstag kommen nicht nur die Neuen, auch deren Eltern und andere Mitglieder der Familie sind dabei. Das fröhliche Fest wird endlich auch vom Reste der Bevölkerung wahrgenommen und diese Tatsache erfüllt Mutter Euphorie Fortune mit Stolz.

Dass Großmutter und der 12jährige Enkel gemeinsam ein Buch lesen, kommt hin und wieder mal vor. „Akademie Fortuna“ begeisterte uns dann auch beide. Mir gefällt die angenehme Sprache, die ohne Modewörter und/oder sonst übliche Abkürzungen auskommt, recht gut. Der Enkel war von den Zeichnungen in schwarz-weiß beeindruckt. Auffallend ist auch, dass hier keineswegs nur Wahrsagerei eine Rolle spielt. Es werden die verschiedenen Disziplinen genau erklärt und klar dargestellt, wie wichtig Ehrlichkeit für ein Miteinander an Schulen ist. Oft trügt der Schein, wenn neue Mitschüler kommen und sofort in eine „Schublade“ gesteckt werden. Und das vielleicht wegen ihrem Erscheinungsbild oder unpassenden Sätzen, die sie vor Aufregung los ließen.

Das Cover ist sehr gut gewählt und aus dem Grund bekam das Buch auch im Regal des Enkels einen besonderen Platz. Ein sehr gutes Buch, welches für Leser von 10 bis 99 empfehlenswert ist.

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Veröffentlicht am 04.03.2021

Eine kurze Auszeit in und mit der Natur

Ein Stadtmensch im Wald
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Das Virus Covid 19 und seine Mutanten setzten seit Anfang 2020 den Menschen in Deutschland sehr zu. Jeder versucht auf andere Weise, den Alltag trotz Pandemie lebenswerter zu gestalten. Der Autor H.D. ...

Das Virus Covid 19 und seine Mutanten setzten seit Anfang 2020 den Menschen in Deutschland sehr zu. Jeder versucht auf andere Weise, den Alltag trotz Pandemie lebenswerter zu gestalten. Der Autor H.D. Walden hat eine Freundin, welche eine „Wochenendhütte“ besitzt. Das besondere daran ist, dass die mitten im Wald steht. Herr Walden begibt sich während des ersten „lockdowns“ also in den Wald und seine Beobachtungen schrieb er in dem Büchlein „Ein Stadtmensch im Wald“ nieder.

Es ist ein dünnes Buch, das rasch gelesen ist. Dafür sind die Aussagen über seine Beobachtungen mitten in der Natur sehr deutlich fühlbar. Herr Walden schreibt über seine Erlebnisse mit Mäusen, Schupp und Mücke. Er erfährt, wie verschieden sich die Gesänge der Vögel anhören um sich dann später in einem harmonischen Chor zu verbinden. Seine Erlebnisse im Wald lässt sich in einem Satz schildern: Er verweilt im Hier und Jetzt und lebt nicht in sondern mit der Natur.

Ein wirklich tolles Buch, welches auch durch die schöne Sprache auffällt. Ich denke, dass jeder, der das Werk liest, mit mehr Aufmerksamkeit durch einen Wald geht. Einen Satz daraus gebe ich als Zitat wieder, damit Sie sich einen Begriff von den Ansichten des Autors machen können:

„In welche der vom Tierschutz aufgestellten Kategorien gehört eigentlich der Mensch?“ Gekrönt wird dieses Werk von eindrucksvollen Zeichnungen in schwarz-weiß. Sie stammen von der Künstlerin Elisa Rodruguez Scasso.

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Veröffentlicht am 03.03.2021

"Persönliche Freiheit hört da auf, wo sie andere betrifft"

Die Frau von Montparnasse
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Simone de Beauvoir ist „Die Frau von Montparnasse“. Sie lebt in Paris und lässt sich ihr Leben nicht von geltenden Moralvorstellungen diktieren. Sie studiert und an der Uni begegnet sie Sartre. Die beiden ...

Simone de Beauvoir ist „Die Frau von Montparnasse“. Sie lebt in Paris und lässt sich ihr Leben nicht von geltenden Moralvorstellungen diktieren. Sie studiert und an der Uni begegnet sie Sartre. Die beiden werden ein Liebespaar und schließen einen Pakt. Sie lassen dem anderen jede Freiheit und werden nie heiraten. Sexuelle Freiheit war für Simone und Sartre wichtig und das zu einer Zeit, die noch von verbohrten Grundsätzen gefangen war.

Die Autorin Caroline Bernard kannte ich bereits durch ihren Roman über Frida Kahlo, der mir sehr gut gefiel. „Die Frau von Montparnasse“ unterscheidet sich aber sehr davon. Hier schreibt sie über ihr großes Vorbild Beauvoir und dabei wird ihr Blick meiner Meinung nach zu sehr eingeschränkt. Das Buch berichtet vom Leben der Philosophin in großer Ausführlichkeit, wobei hier weniger wohl mehr gewesen wäre. Es fehlt mir die Ausgeglichenheit. Nicht auf der einen Seite viele Kapitel zum Befinden von Simone und auf der anderen dann ein Hinweghuschen über die wichtigen Ereignisse der Jahre. Diese prägten doch auch die Philosophen, Dichter und Denker, die sich in Paris trafen.

Frau Bernard recherchierte gründlich und ich empfand es als Hommage an ihr Idol. Es war eine schwierige Zeit und das ist in dem Buch gut dargestellt. Davon hätte ich aber gerne mehr gelesen als über die Amouren der Hauptperson. Vier Sterne und eine Leseempfehlung gebe ich aber gerne.

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Veröffentlicht am 01.03.2021

Ein grandioses Werk von Herrn Hardinghaus

Ferdinand Sauerbruch und die Charité
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Ferdinand Sauerbruchs Bild in der Öffentlichkeit, hat in den letzten Jahren sehr gelitten. Er soll angeblich Sympathisant, ja sogar Verbündeter der Nationalsozialisten gewesen sein. Für sein Buch „Ferdinand ...

Ferdinand Sauerbruchs Bild in der Öffentlichkeit, hat in den letzten Jahren sehr gelitten. Er soll angeblich Sympathisant, ja sogar Verbündeter der Nationalsozialisten gewesen sein. Für sein Buch „Ferdinand Sauerbruch und die Charité“ recherchierte der Autor Hardinghaus und fand Quellen, die noch in keinem Buch erwähnt wurden. Dazu gehört auch das Tagebuch von Adolphe Jung, dessen Aufzeichnungen erst vor kurzem veröffentlicht wurden. Hier gibt es etliche Fakten über Herrn Sauerbruch, die unbekannt waren. Was dabei herauskam, steht in diesem Buch geschrieben. Unter anderem, dass er Mitglied einer Widerstandsgruppe war und vielen Juden half. Auch über das Attentat Stauffenbergs und seiner Mitstreiter war er umfassend informiert. Es ist also zwingend erforderlich, dass die öffentliche Meinung über Sauerbruch und seinen angeblichen Sympathien zu den Nazis, neu bewertet und er selbst rehabilitiert wird.

Was ich an Christian Hardinghaus so schätze ist, dass er sich nicht verbiegen lässt. Er recherchiert sehr intensiv und schreibt das, was er an Fakten vorzeigen kann. Dabei wagt er sich an Themen heran, die oft nicht der Meinung einer breiten Öffentlichkeit entsprechen. Das nahmen auch die Macher der zweiten Staffel der „Charité“ als Grundlage für ihre Veröffentlichung. Hier wird klar gezeigt, was auch in „Ferdinand Sauerbruch und die Charité“ zum Ausdruck kommt.

Der Autor Hardinghaus schreibt abwechslungsreich und lebendig. Klar zu erkennen ist auf jeden Fall, dass Herr Sauerbruch kein „Naziversteher“ oder Mitläufer war. Das Gegenteil ist richtig und im Nachwort schreibt der Autor noch einmal ausdrücklich, wie falsch etliche Veröffentlichungen in den Medien sind. Im Nachwort schreibt Herr Hardinghaus unter anderem über sein Treffen mit Sohn und Schwiegertochter des Arztes Adolphe Jung. Sein Tagebuch war eine Hauptquelle dieses Buches. Weitere Angaben von Quellen finden Sie am Schluss des Buches. Auch Anmerkungen zu den Fußnoten sowie ein Namensregister gibt es hier. Und dann folgt eine Leseprobe zum Buch „Die Spionin der Charité“, welches ebenfalls im Europaverlag erschien. Auch dieses Werk von Herrn Hardinghaus empfehle ich ausdrücklich. Es ist ebenfalls ein Buch wider das Vergessen.

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Veröffentlicht am 26.02.2021

Das Buch sollte jeder lesen

Wie ich überlebte
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Dawit „diktiert“ in „Wie ich überlebte“ seine Geschichte in die Feder von Karin Petran. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder verlässt er die Heimat Äthiopien und beide möchten sich in Eritrea eine Existenz ...

Dawit „diktiert“ in „Wie ich überlebte“ seine Geschichte in die Feder von Karin Petran. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder verlässt er die Heimat Äthiopien und beide möchten sich in Eritrea eine Existenz aufbauen. Die Flucht Dawits ist keineswegs ein „Spaziergang“ und bis heute kann er seine Traumata nicht vergessen.

Karin Petran unterrichtete Flüchtlinge in Deutscher Sprache und war von den Berichten Dawits so ergriffen, dass sie gemeinsam mit ihm dieses Buch erarbeitete. Es dauerte drei Jahre, bis es veröffentlicht werden konnte. Zu diesem Zweck trafen sich Frau Petran und Dawit an jedem Freitag und das Ergebnis ihrer Gespräche kann sich durchaus sehen lassen.

Als Frau Merkel im Jahr 2015 beschloss, die Grenzen zu öffnen und den Satz sprach: „Wir schaffen das, gab es viele negative Meinungen in der Öffentlichkeit.“ Das machte aber überhaupt nichts, da die Ansichten und Hilfen der „Gutmenschen“ überwogen. In diesem Buch „Wie ich überlebte“ erfährt der Leser nun hautnah, warum Menschen flüchten. Nein, sie sind keineswegs auf der Suche nach einem Land, wo ihnen die gebratenen Tauben in den Mund fliegen. Sie nehmen sogar Todesgefahren auf sich, damit sie zum Beispiel einem Regime entkommen, welches von grauenhaften Diktatoren beherrscht wird.

Dawit erzählt von den Gefahren in Libyen, auf schwankenden Schlauchbooten und der Raffgier von Schleppern. Aber das Buch ist keineswegs voll von negativen Erlebnissen. Für Dawit gab es viele Menschen, die ihm bei seiner Flucht halfen und auch sein Ankommen in Deutschland unterstützten. Wie gut, dass es immer wieder Menschen gibt, die empathisch sind und sich nicht vor einer anderen Hautfarbe fürchten. Das Buch ist eine Bereicherung für jeden, der sich nicht scheut, auch mal über den Tellerrand zu schauen. Wer Todesgefahren auf sich nimmt, der ist weder faul noch erpicht auf die „Vorzüge“ unseres Sozialstaates.

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