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Veröffentlicht am 26.02.2024

Die Autorin erweckt Legenden zum Leben

Elyssa, Königin von Karthago
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„Elyssa, Königin von Karthago“ erzählt die Legende um Elyssa und Aeneas. Der Roman beginnt mit dem Stranden der Unterlegenen des Kampfes um Troja. Die Krieger landen an der Küste vor Karthago und werden ...

„Elyssa, Königin von Karthago“ erzählt die Legende um Elyssa und Aeneas. Der Roman beginnt mit dem Stranden der Unterlegenen des Kampfes um Troja. Die Krieger landen an der Küste vor Karthago und werden von Elyssa mit offenen Armen aufgenommen. Ihr Volk ist aber so gar nicht mit der Gastfreundschaft ihrer Herrscherin einverstanden. Sie bringen den Ankömmlingen sogar Hass entgegen.

Neben Elyssa und Aeneas darf der Dichter Vergil in dem Roman ebenfalls zu Wort kommen. Bis auf ihn berichten alle Beteiligten in der Ich-Form. Zu den Akteuren gehören auch Eros, Iulus und Anna. Nach „Papyrus“ ist „Elyssa“ das zweite Buch, das ich von Irene Vallejo las. Sie versteht es, mich gefangen zu nehmen und lässt mich weit in die Vergangenheit reisen. Spannend und illustrativ wurde ich über den verlorenen Kampf um Troja in Kenntnis gesetzt. Dazu stellte sich mir die Frage, was wäre, wenn Elyssa und Aeneas tatsächlich dauerhaft ein Paar geworden wären und Kinder in die Welt gesetzt hätten? Wie hätten sich die die Geschicke der Welt entwickelt?

Das Buch gefiel mir gut. Es brachte mir den Stammvater der Römer nah und das in einer Sprache, die nie langweilig wurde. Das liegt auch an der hervorragenden Übersetzung von Kristin Lohmann und Luis Ruby.

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Veröffentlicht am 26.02.2024

"Wir stolze Menschenkinder, sind eitel arme Sünder"

Die Welt so stille
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Line ist erst 10 Jahre alt und hat bereits viel Leid durchlebt. Ihre Mutter verachtet sie und den Vater kennt sie nicht. Als sie von ihrem Zuhause flieht, lernt sie den dänischen Soldaten Mads kennen. ...

Line ist erst 10 Jahre alt und hat bereits viel Leid durchlebt. Ihre Mutter verachtet sie und den Vater kennt sie nicht. Als sie von ihrem Zuhause flieht, lernt sie den dänischen Soldaten Mads kennen. Beide geraten in die Wirren des Deutsch-Dänischen Krieges, der vom 01. Februar 1864 bis Ende Oktober 1864 tobte. Neben Leid und Tod entwickeln sie eine Freundschaft, die für beide mehr Wert hatte, als alles Andere auf der Welt.

"Die Welt so stille" ist ein Buch, das mein Herz erwärmte. Zwei Menschen, denen in ihrer Kindheit nur Hass und Verachtung entgegengebracht wurde, finden zueinander. Beide profitieren von ihrer Freundschaft und beide zeichnen sich durch große Tapferkeit aus. Aufschlussreich empfand ich die Fakten über den Deutsch-Dänischen Krieg um 1864. Ein Kapitel unserer Historie, die von mir bisher kaum Beachtung fand.

Die Düppeler Schanzen sind Standort eines Geschichtszentrums. Interessierte können hier nachlesen, wie es zum Krieg mit den vielen Toten und verletzten kam. Es liegt in Südjütland und wird nicht nur von Geschichtsinteressierten gerne besucht. Dieser historische Roman hat viele Sterne und noch mehr Leser verdient.

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Veröffentlicht am 22.02.2024

Die eindringliche Stimme einer jungen Frau, die leider zu früh starb

Nachbarn
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60 Jahre schlummerte das Manuskript in einer Schublade. Aber jetzt wurden diese Kurzgeschichten gedruckt und erfreuen Leser, die gute Literatur zu schätzen wissen. Dabei geht es nicht nur um Unterhaltung. ...

60 Jahre schlummerte das Manuskript in einer Schublade. Aber jetzt wurden diese Kurzgeschichten gedruckt und erfreuen Leser, die gute Literatur zu schätzen wissen. Dabei geht es nicht nur um Unterhaltung. Die Erzählungen berichten über das Leben der Schwarzen in den 1960er Jahren. „Nachbarn“ von Diane Oliver kann aber nicht aktueller sein.

Was hat sich seit der Aufzeichnung geändert? Wie werden Schwarze heute behandelt? Diese Gedanken kamen mir beim Lesen der Kurzgeschichten. Selbst wenn es mittlerweile diese strikte Rassentrennung in USA nicht mehr gibt. Wie sieht es in den Köpfen der Menschen aus? Die Storys beleuchten ganz unterschiedliche Lebensumstände. Von einem Kind, das in eine Schule der „Weißen“ gehen darf und sich nicht wohlfühlt. Von Vorurteilen gegenüber Hausangestellten, die von „Weißen“ verachtet werden. Und einige mehr.

Mich hat das Buch berührt. Denn, dieser Rassismus ist kein Relikt aus der Vergangenheit. Er ist täglich präsent und das nicht nur in USA. Im Nachwort von Tyari Jones erklärt diese ausführlich, wie die Geschichten zu verstehen sind und welchen Weitblick die junge Autorin damals schon hatte. Die einprägsame und bildhafte Sprache sowie der Inhalt der Aufzeichnungen machen dieses Werk für mich zum Highlight des Lesejahres 2024.

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Veröffentlicht am 20.02.2024

Ein guter, spannender Thriller

Der Sturm: Vergraben
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Wer sind die beiden Leichen, die viele Jahre versteckt in den Dünen lagen? Waren sie Opfer des „Darß-Rippers“? Was wurde damals von den Mitarbeitern der Stasi vertuscht? Oder waren die selbst an den Morden ...


Wer sind die beiden Leichen, die viele Jahre versteckt in den Dünen lagen? Waren sie Opfer des „Darß-Rippers“? Was wurde damals von den Mitarbeitern der Stasi vertuscht? Oder waren die selbst an den Morden beteiligt? Viele Fragen und ein bekanntes Team, dass mal wieder gemeinsam einen Fall lösen soll.

Und erneut treffen sich Mascha und Tom bei einem Cold-Case. Auch im zweiten Fall der spannenden Serie gibt es viele Verdächtige. Eine ältere Frau, die sich an Mascha wendet, da sie den Ruf ihres toten Sohnes reinwaschen möchte. Der Vater Maschas, der damals eine Größe in der Hierarchie der Stasi war. Und auch Holger ist dabei. Er schafft es erneut, dass er bald von den Ermittlungen ausgeschlossen wird.

„Der Sturm Vergraben“ beginnt mysteriös und die Spannungskurve schnellt sofort nach oben. Das bleibt bis zum Schluss. Die abwechslungsreiche und plastische Sprache lässt diese oft zitierten Bilder im Kopf entstehen. Nicht nur der Thrill macht dieses Buch aus. Auch die Verhältnisse bei der Staatssicherheit und während der „Wende“ sind gut beschrieben. Klare Empfehlung gibt es dafür von mir.

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Veröffentlicht am 19.02.2024

Ein Buch, das mich zu Tränen rührte

Himmelwärts
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Heute ist ein ganz besonderer Tag. Die beiden Freundinnen Toni und Yum Yum dürfen im Zelt schlafen und haben etwas Außergewöhnliches vor. Eigens zu diesem Zweck konstruierten sie ein kosmisches Radio und ...

Heute ist ein ganz besonderer Tag. Die beiden Freundinnen Toni und Yum Yum dürfen im Zelt schlafen und haben etwas Außergewöhnliches vor. Eigens zu diesem Zweck konstruierten sie ein kosmisches Radio und hoffen, dass es tatsächlich funktioniert. Es sieht schon mal sehr fachmännisch aus und das Gerüst des Regenschirms verspricht Großartiges.

Es geschieht sehr selten, dass ein Buch mich zu Tränen rührt. Und bei einem Kinderbuch eigentlich gar nicht. „Himmelwärts“ ist so ein Buch. Die Autorin hat die Gedanken des Mädchens, welches seiner Mutter am Sterbebett zur Seite stand, einfühlsam und glaubhaft geschildert. Ganz ohne Pathos oder „Tränendrüse“. Völlig natürlich.

Neben dem Aufzeigen des schmerzlichen Verlustes, gibt Frau Köhler spannende Einblicke ins Leben von Astronauten. Alles so, dass es nicht nur für Kinder interessant ist. Die Geschichte wechselt zwischen den Ereignissen der Nacht und einem Tagebuch der Hauptperson Toni. Klare Leseempfehlung von mir und einen ganzen Sternenregen. Und übrigens, die schönen Bilder von Bea Davies sind großartig gestaltet.

Wem der Name der Autorin Karen Köhler bekannt vorkommt. Ja, sie schrieb unter anderem das Buch Miroloi, das auf der Longlist des „Deutschen Buchpreises“ 2019 stand.

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