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Veröffentlicht am 08.05.2025

Auf vorgegebenen Routen durchs Land

KUNTH Mit dem Wohnmobil durch Deutschland und zu unseren Nachbarn
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Das Inhaltsverzeichnis ist übersichtlich gestaltet. In 18 Abschnitten geht es durch Deutschland. Unter dem Titel „Von Dünen und Deichen“ geht es auf der Grünen Küstenstraße mit der Kennnummer 01 los und ...

Das Inhaltsverzeichnis ist übersichtlich gestaltet. In 18 Abschnitten geht es durch Deutschland. Unter dem Titel „Von Dünen und Deichen“ geht es auf der Grünen Küstenstraße mit der Kennnummer 01 los und endet mit der 18 „Im Bann der Berge“ auf der Deutschen Alpenstraße. Dieser Teil nimmt etwa zwei Drittel des Buches ein.
Mit den Abschnitten 19 bis 27 geht es danach weiter in die angrenzenden Nachbarländer. Hier führen die Wege in die Niederlande und nach Belgien, nach Dänemark, Polen, Tschechien und Österreich sowie in die Schweiz und nach Frankreich.
Das kleinste Nachbarland, Luxemburg, finde ich zwar nicht im Inhaltsverzeichnis, aber ich entdecke es auf den Seiten 16 und 17. Diese Doppelseite macht mit nur ein paar Fotos und wenig Text trotzdem Lust, auch dieses Land näher zu erkunden.
Auf der ersten Seite einer jeden Route ist die Strecke mit einigen Positionen bildlich dargestellt und mit wenigen Worten beschrieben: Auf einen Blick gibt es Infos über Routenlänge, den Zeitbedarf, den Start und das Ziel, die Charakteristik, einen Hot Spot, den Hinweis auf den schönsten Campingplatz und den „Best place on tour“. Außerdem findet man GPS-Tracks und weiterführende Internet-Adressen.
Auf den folgenden Seiten werden einzelne Punkte der Strecke beschrieben und durch Fotos bereichert. In Kästen mit farbigem Hintergrund findet man Zwischenstopps und Hinweise auf Campingplätze. Den Abschluss einer Tour bildet eine Karte mit allen wichtigen Punkten.
Mit einem flexiblen Einband und festem Papier ist das Buch hochwertig gearbeitet und lädt ein zum häufigen Gebrauch.
Mir gefällt es als Ratgeber und Wegweiser und ich gebe gern meine Empfehlung!

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Traum von Irland

MARCO POLO Reiseführer Irland
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Ich möchte zum ersten Mal nach Irland reisen. Schon seit vielen Jahren kenne und nutze ich die Reiseführer von Marco Polo und freue mich, dass es für Irland eine Neuauflage gibt.
Mit dem Urlaubsplaner ...

Ich möchte zum ersten Mal nach Irland reisen. Schon seit vielen Jahren kenne und nutze ich die Reiseführer von Marco Polo und freue mich, dass es für Irland eine Neuauflage gibt.
Mit dem Urlaubsplaner gelingt mir ein guter Einstieg. Durch ihn bekomme ich Einblicke und reichlich Informationen zu den so unterschiedlichen Regionen.
Gern werfe ich einen Blick in die Bucket List, und auch die Top-Highlights halten interessante Informationen bereit.
Immer noch liebe ich es, mich anhand der beigefügten Faltkarte zu orientieren.
Und die Erlebnistouren machen Lust, sofort loszulegen, zum Beispiel mit dem Hausboot von Rathangán nach St Mullins und zurück.
Wofür ich mich am Ende entscheiden werde, weiß ich noch nicht. Aber auf jeden Fall wird der Reiseführer Irland einer meiner Begleiter.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Wunderbare Jane Austen

Von einem Mädchen, das das Schreiben liebte. Jane Austen
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Diese Bilderbuchbiografie ist erschienen im E. A Seemann Verlag und gehört zum Programm E. A. SEEMANNs BILDERBANDE.
Erzählt wird die Geschichte eines Mädchens, das vor 250 Jahren geboren wurde, ...

Diese Bilderbuchbiografie ist erschienen im E. A Seemann Verlag und gehört zum Programm E. A. SEEMANNs BILDERBANDE.
Erzählt wird die Geschichte eines Mädchens, das vor 250 Jahren geboren wurde, ein einfaches Leben führte und weder reich noch berühmt war: Jane Austen.
Ich bin von Beginn an total begeistert, denn ich spüre die Liebe, mit der Deborah Hopkinson mit wenigen Worten ganz viel zu berichten weiß über das Leben von Jane Austen, davon, wie neugierig Jane alles Leben um sich herum genau beobachtete.
Meine Begeisterung gilt allerdings auch Qin Leng, die die Erzählung von Deborah Hopkinson so wunderschön illustriert hat, dass man in der Geschichte versinken möchte.
Auch die Übersetzerin, Nora Schröder, hat sicherlich dazu beigetragen, dass diese Geschichte bereits für Kinder im Vorschulalter eine wunderbare Möglichkeit bietet, Freude an Büchern zu entwickeln.
Am Ende des Buches gibt es auf zwei Seiten eine Zeittafel zum Leben von Jane Austen, die mit Jahreszahlen und nur wenigen Worten eine großartige Übersicht bietet.
Ganz zum Schluss sind neben Janes Bücherregal weiterführende Hinweise zu finden.
Das Bücherregal gefällt mir sehr. Auf drei Seiten sehe ich jeweils auf einen Blick den Buchtitel mit dem Datum der Veröffentlichung, zum Buch berühmte Zitate und eine kurze Buchbeschreibung. Auch diese drei Seiten sind liebevoll illustriert.
Sehr gern empfehle ich dieses Buch, für mich das erste aus dem Verlag Seemann, weiter.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Den Himmel verdient

Um jeden Preis
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„Hartes unmenschliches Schuften, stumpfe Plackerei und körperliche Arbeit, immer und immer wieder, bis zum letzten Atemzug, und das ohne Sinn. Nur aus Rache eines Volkes an einem anderen Volk. Zur Strafe ...

„Hartes unmenschliches Schuften, stumpfe Plackerei und körperliche Arbeit, immer und immer wieder, bis zum letzten Atemzug, und das ohne Sinn. Nur aus Rache eines Volkes an einem anderen Volk. Zur Strafe für etwas, was wir nie getan hatten. Als Wiedergutmachung für unvorstellbares Leid, das größenwahnsinnige Politiker angerichtet hatten. Und das wir ausbaden mussten.“
Dieses Buch hat Hera Lind nach einer wahren Geschichte geschrieben. Lydia erzählt darin von ihrer Familie, die viele, viele Jahre unvorstellbares Leid ertragen mussten und sich dennoch niemals haben unterkriegen lassen.
Geboren wurde Lydia 1927 und sie war erst 16, als sie 1944 mit ihrer Mutter und vier Geschwistern nach Sibirien verschleppt wurde, nachdem sie aus der Ukraine geflohen waren, es bis nach Deutschland geschafft hatten, aber dann zurückgeholt wurden.
Es ist nahezu ungeheuerlich, was die Menschen durchgemacht haben, nachdem man ihnen ihre Heimat genommen hatte. So detailliert wie diese Geschichte von Lydia habe ich nichts ähnliches gelesen. Allein der Gedanke daran, dass sie und ihre Familie in Sibirien bei minus 50 Grad und nur spärlich bekleidet zwölf Jahre lang schwer geschuftet und trotzdem durchgehalten haben, zeigt ihren unfassbar starken Willen. Ihr tiefer christlicher Glaube und ihr Motto „Unbedingt zusammenbleiben! Einer für alle, alle für einen!“ haben Kräfte vor allem in Lydia freigesetzt, die fast unglaublich klingen.
Das Leben war Zwangsarbeit, fehlende Hygiene, Krankheiten, große Armut und meistens nur eine Handvoll Essen für die ganze Familie. Die einzigen Lichtblicke waren die wenigen Menschen, die sich ihnen gegenüber menschlich benommen haben und dabei für sich selbst manchmal einiges riskiert haben.
Man muss die Geschichte gelesen haben, und selbst dann ist es kaum zu glauben, was die Menschen in der damaligen Zeit durchmachen mussten. Lydia und ihre Familie sind da nur ein Beispiel von vielen.
Das Zitat am Anfang meiner Rezension habe ich herausgeschrieben, weil es auch heute wieder (oder immer noch) so aktuell ist. Ich kann nur hoffen, dass die Machthaber dieser Welt sich Gedanken machen darüber, was angerichtet wird bei den Versuchen, sich selbst groß und größer zu machen – und ob dieser Aufwand nicht vollkommen unnötig ist.
Vielen Dank Hera Lind und vor allem der Familie Judt und ihren Nachkommen dafür, dass diese Geschichte erzählt und gehört wird - und unvergessen bleibt.
Ihr alle habt den Himmel verdient!

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Zerrissenes Band

Die Summe unserer Teile
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Drei Frauen aus drei Generationen stehen in „Die Summe unserer Teile“ im Mittelpunkt einer Geschichte, in der wenig Liebe spürbar ist. „Ein feinfühliger Roman über die komplizierte Liebe zwischen Müttern ...

Drei Frauen aus drei Generationen stehen in „Die Summe unserer Teile“ im Mittelpunkt einer Geschichte, in der wenig Liebe spürbar ist. „Ein feinfühliger Roman über die komplizierte Liebe zwischen Müttern und Töchtern und die Flucht in die Welt.“, wie es in der Buchbeschreibung steht.

Kompliziert, das Wort passt sehr gut. Häufig scheint es, als gebe es gar keine Liebe zwischen Lucy und ihrer Mutter Daria und ebenso zwischen Daria und deren Mutter Lyudmilla. Und viele Fragen habe ich. Merkwürdig ist zum Beispiel, dass Lucy als Studierende ganz selbstverständlich vom Geld ihrer Mutter lebt, obwohl sie den Kontakt zu ihr abgebrochen hat.

Was die Frauen gemeinsam haben: Alle drei sind Wissenschaftlerinnen, wenn auch auf unterschiedlichen Gebieten. Selbstständig und stark kommen sie mir vor – zumindest am Anfang des Romans.

Die Autorin Paola Lopez lässt ganz langsam einiges klarer werden, aber vieles bleibt verborgen. Mir gefällt der ständige Wechsel zwischen Zeit und Ort recht gut. Auch den Schreibstil mag ich, es gibt wunderbare Umschreibungen und Zitate, und Lucys Idee, ihr Leben als Spiel darzustellen, finde ich ganz originell. Trotzdem dauert es, bis ich wirklich in der Geschichte ankomme. Es gibt so viele Fragen, so viel Unausgesprochenes, so viele Geheimnisse zwischen den Müttern und ihren Töchtern.

Am Ende angekommen, bin ich zufrieden, auch wenn „Die Summe unserer Teile“ für mich noch nicht wirklich die Endsumme, sondern eher eine „Zwischensumme“ ist. Aber ich habe aus der Geschichte gelernt. Nach dem, was erst nach und nach klarer und deutlicher wurde, merke ich, dass es nicht gut ist, jemanden zu verurteilen für das, was er denkt und tut. Wichtig ist, auch über die Hintergründe etwas zu wissen. Das hat die Autorin für mein Empfinden richtig gut gemacht, denn dadurch hat sich mein Verständnis deutlich verändert. Natürlich ist nicht alles entschuldbar, aber die Sichtweise ist eine andere geworden.

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