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Veröffentlicht am 05.03.2017

Erschütternde Wahrheiten

Der letzte Überlebende
1

Sam Pivnik war gerade erst 13 Jahre alt, als seine bis dahin gekannte Welt, durch den Einmarsch der Deutschen in das kleine oberschlesische Städtchen Bedzin, in Trümmern zerfiel. Das bisherige Leben der ...

Sam Pivnik war gerade erst 13 Jahre alt, als seine bis dahin gekannte Welt, durch den Einmarsch der Deutschen in das kleine oberschlesische Städtchen Bedzin, in Trümmern zerfiel. Das bisherige Leben der dort lebenden Juden änderte sich von Grund auf, als sie zusammengetrieben wurden, um in der zum Ghetto umfunktionierten Stadt ihrem Dasein zu fristen. Doch immer öfter kamen die Todeszüge, um die verängstigten Menschen nach Auschwitz zu bringen. So stand auch bald die Familie Pivnik auf der Liste um in den Tod zu fahren. Mengele schickt Sam`s gesamte Familie nach links und somit in die Gaskammer, er selbst muss unter unmenschlichen Bedingungen täglich um sein Leben fürchten, aber das Glück scheint auf seiner Seite zu sein, ganze 14 mal kann er dem Tod von der Schippe springen.
Sam Pivnik hat es erst jetzt, nach so langer Zeit, geschafft die schrecklichen Erlebnisse in einem Buch zu verarbeiten. Dazu schreibt er auf dem Cover " Die Leute fragen mich oft, warum ich so lange gewartet habe meine Geschichte zu erzählen. Das ist eine einfache Frage, aber die Antwort ist es nicht". Die unvorstellbaren Grausamkeiten die er erleben musste, lassen einen stellenweise das Blut in den Adern gefrieren und man stellt sich immer wieder die Frage, wie viel ein Mensch aushalten und damit einigermaßen unbeschadet weiterleben kann. Niemals sollte dieses dunkle Kapitel unseres Landes vergessen werden und man kann nur hoffen, dass sich solche Greueltaten niemals mehr wiederholen, leider wird dies aber ein Wunschdenken bleiben. So bleibt nur die schreckliche Erkenntnis, dass das grausamste Tier, dass jemals einen Fuß auf unsere schöne Erde gesetzt hat, wohl immer der Mensch bleiben wird.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Dunkle Vergangenheit

Das Haus der verlorenen Kinder
1

Norwegen 1941.


Der zweite Weltkrieg hält die Menschen in Atem. Lisbeth und ihre samische Freundin Oda verleben trotz allem eine unbeschwerte Jugend. Doch schon bald marschieren die Soldaten auch in ...

Norwegen 1941.


Der zweite Weltkrieg hält die Menschen in Atem. Lisbeth und ihre samische Freundin Oda verleben trotz allem eine unbeschwerte Jugend. Doch schon bald marschieren die Soldaten auch in ihr beschauliches Dörfchen Loshavn ein und werden in die Häuser einquartiert. Die Deutschen Günther und Erich kommen den beiden Mädchen bald näher, doch von dieser Liebe darf niemand etwas wissen, da die Frauen schnell als Deutschenmädchen, Huren und Verräterinnen beschimpft werden und sie somit ihre Heimat verlieren. Es kommt wie es kommen muss, beide werden schwanger und kommen in ein Lebensbornhaus, eine Zuchtanstalt für reinrassige Kinder die nach Deutschland adoptiert werden. Das Schicksal von Oda und Lisbeth nimmt seinen Lauf und beide können am Ende nur verlieren.


Wiesbaden 2005

Marie hat ein mysteriöses Päckchen erhalten in dem sich ein Tagebuch befindet. Da es in norwegischer Sprache verfasst ist kann sie es leider nicht lesen. Aber ein Foto führt sie zu einem Altersheim, dass früher ein Lebensbornhaus der Nazis war. Hier lernt sie die 84 jährige Betty kennen, auch sie hat den Krieg miterlebt und kann bis heute nur mühsam über diese Zeit sprechen.

Mit Das Haus der verlorenen Kinder hat Linda Winterberg ein Stück grausame deutsche Geschichte angepackt von dem mir so bisher nichts bekannt war. Durch sehr gute Recherchearbeit durfte ich, auch wenn die Geschichte fiktiv ist, einiges über die Frauen von damals, die ihre Kinder hergeben mussten, erfahren. Bis zum heutigen Tag suchen immer noch Angehörige ihre Verwandten. Der einfühlsame und fesselnde Schreibstil macht es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Hier kann ich guten Gewissens eine Leseempfehlung aussprechen und vergebe gerne 5 Sterne

Veröffentlicht am 31.05.2020

Unheimliche Nonnen

Der Knochengarten
0

Für die Chiefinspektorin Carol Jordan und den Profiler Tony Hill hat sich das Leben von Grund auf geändert. Carol hat gekündigt und Tony sitzt wegen Totschlags im Gefängnis. Für das Regional Major Incident ...

Für die Chiefinspektorin Carol Jordan und den Profiler Tony Hill hat sich das Leben von Grund auf geändert. Carol hat gekündigt und Tony sitzt wegen Totschlags im Gefängnis. Für das Regional Major Incident Team aus Yorkshire eine Katastrophe. Denn gerade jetzt könnten sie ihr bestes Ermittlerduo sehr gut gebrauchen. Auf dem ehemaligen Gelände eines Klosters mit angeschlossenem Waisenhaus wurden die Überreste von über 40 jungen Mädchen gefunden, die in dem Waisenhaus gelebt hatten. Die Nonnen blockieren und schweigen sich beharrlich aus. Nur wenige Zeugenaussagen lassen den Schluss zu, dass die Nonnen lange Jahre ein grausames Regime führten. Doch schon bald ist klar, dass das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist. Ein Leichenspürhund bringt immer mehr Tote ans Tageslicht, dieses Mal sind die Opfer junge Männer. Könnte der Gärtner etwas damit zu tun haben? Immerhin hat er freimütig zugegeben die Gräber auf Anweisung geschaufelt zu haben. Seinen Behauptungen ist wirklich nur schwer zu glauben.



Ich bin ein sehr großer Fan von dem Ermittlerduo Jordan und Hill, doch dieses Mal war alles etwas anders. Man darf zwar am Leben der Beiden teilnehmen, aber so richtig ins Geschehen greifen sie dann doch nicht ein. Eigentlich sehr schade, da Tony und Carol doch das Herz dieser Serie ausmachen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sich die Autorin Val Mc Dermid damit einen Gefallen getan hat. Aber dennoch ist das Buch durchaus spannend und gut zu lesen. Als Fan werde ich auf jeden Fall erhalten bleiben, aber dann doch bitte wieder mit Carol und Tony im Mittelpunkt. Ein Leben am Rande haben die Beiden wirklich nicht verdient. Von mir leider einen Stern Abzug, aber dennoch gute 4 Sterne und somit eine Leseempfehlung für alle Thrillerfreunde

Veröffentlicht am 29.03.2020

Gut Greifenau zum 4.

Gut Greifenau - Goldsturm
0

Die Zeiten in Deutschland sind, kurz nach dem 1. Weltkrieg, nicht gerade einfach. Auch Gut Greifenau hat schwer mit den Folgen zu kämpfen. Konstantin und Rebecca versuchen sich mit allen Mitteln gegen ...

Die Zeiten in Deutschland sind, kurz nach dem 1. Weltkrieg, nicht gerade einfach. Auch Gut Greifenau hat schwer mit den Folgen zu kämpfen. Konstantin und Rebecca versuchen sich mit allen Mitteln gegen den Ruin zu stemmen. Nur durch Geldspritzen von Julius Urban, Konstantins Schwager, kann überhaupt einiges bewegt werden. Auch die Dienstboten, allen voran Diener Caspar, sehen sich plötzlich Arbeiten gegenüber, die eigentlich unter ihrer Würde sind. Das Volk hungert und die Weimarer Republik lässt kaum noch Hoffnung auf bessere Zeiten zu. Fedora von Auwitz-Aarhayn, Konstantins Mutter macht dazu auch noch Rebeccas Leben zur Hölle. Eine Bürgerliche an der Seite ihres Sohnes findet sie einfach nur empörend und das lässt sie Rebecca auch täglich spüren. Die Erleichterung ist groß, als Fedora endlich zu ihrer ältesten Tochter Anastasia abreist. Einzig Katharina, eine weitere Schwester von Konstantin, scheint es gut getroffen zu haben, mit Julius an ihrer Seite kann sie ein Leben in Saus und Braus führen. Geldsorgen sind ihr ein Fremdwort, aber auch das passt Fedora nicht. Schließlich kann dieser Neureiche und Emporkömmling niemals ihren gesellschaftlichen Stand erreichen.



Als ich damals die Trilogie rund um Gut Greifenau gelesen hatte, war ich doch etwas enttäuscht das ich mich von den liebenswerten, aber auch manchem unverschämten Protagonisten, verabschieden musste. Umso größer war meine Freude, dass es nun doch noch einen 4. Band geben sollte. Die Autorin Hanna Caspian hat wieder ihr ganzes Können in das Buch Goldsturm gesteckt. Auch hier hat sie super recherchiert und Fiktion und Wahrheit gut miteinander verknüpft. Es hat Spaß gemacht wieder in das Leben der verschiedenen Charaktere einzutauchen. Sollte es doch noch einen 5. Band geben würde ich mich darüber sehr freuen. Diese Buchreihe kann ich jedem Freund dieses Genre absolut empfehlen. Allerdings wäre es empfehlenswert, sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Band 1: "Gut Greifenau. Abendglanz"

Band 2: "Gut Greifenau . Nachfeuer"

Band 3. "Gut Greifenau. Morgenröte"

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2020

Ich darf das

Blutgott
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Endlich sitzt Mia im Zug der sie nach Gießen bringen soll. Sie sitzt alleine im Abteil des IC`s und stellt sich auf eine längere Fahrzeit ein. Eine Gruppe Jugendlicher, die an ihrem Abteil vorbeilaufen, ...

Endlich sitzt Mia im Zug der sie nach Gießen bringen soll. Sie sitzt alleine im Abteil des IC`s und stellt sich auf eine längere Fahrzeit ein. Eine Gruppe Jugendlicher, die an ihrem Abteil vorbeilaufen, machen ihr etwas Angst. Doch die Gefahr scheint schnell gebannt zu sein, da sich die Stimmen entfernen. Was dann später von einem Schaffner entdeckt wird lässt selbst den erfahrenen Ermittlern des LKA Berlin das Blut in den Adern gefrieren. Clara Vidalis, Kriminalkommissarin und Expertin für Pathopsychologie und ihr Mann Mac Death hatten es bisher noch nie mit so einem abartigen Fall zu tun. Auf Videos sind die Täter sehr schnell identifiziert, ja es scheint fast so als wollten die Täter geschnappt werden. Doch wirklich etwas dagegen tun kann Clara Vidalis nicht, denn die Täter sind allesamt unter 14 Jahren und somit rechtlich nicht zu belangen. Leider bleibt es nicht bei diesem einen Fall. Sehr schnell gibt es weitere brutale Morde, die an Abscheulichkeit nicht zu überbieten sind. Es scheint fast so, als wollten sich die Kinder gegenseitig übertrumpfen wer denn nun den grausamsten Mord zustande bringt.



Mittlerweile kenne ich fast alle der 7 Clara-Vidalis Thriller von Veit Etzold, und gelangweilt hat er mich noch nie. Doch mit Blutgott hat sich der Autor an Brutalität selbst übertroffen. Das es blutig wird ist man gewöhnt, aber in Blut stehen ist doch schon heftig. Alle Taten werden detailgetreu beschrieben und man meint schon fast den Geruch des Blutes auf der Zunge zu haben. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und die Spannung wird stets sehr hoch gehalten. Hier kann ich nur sagen wer einen Veit Etzold Thriller will bekommt ihn auch. Allerdings ist das Buch definitiv nichts für schwache Nerven.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere