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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2021

Einzigartig und voller Gefühle!

In all seinen Farben
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Inhalt:

Dass man das Leben nicht vorausplanen kann, merkt Robin Cooper, als sein Traum von der Schauspielschule zerplatzt. Außerdem bekennt sich sein Freund nicht öffentlich zu ihm, was die Lage nicht ...

Inhalt:

Dass man das Leben nicht vorausplanen kann, merkt Robin Cooper, als sein Traum von der Schauspielschule zerplatzt. Außerdem bekennt sich sein Freund nicht öffentlich zu ihm, was die Lage nicht besser macht. Als seine Freunde ihn am Tag seines 18. Geburtstags in eine Drag Show mitnehmen, beginnt ein ganz neues Kapitel in seinem Leben. Ganz ohne Plan...


Meine Meinung:

„In all seinen Farben“ ist George Lesters Debütroman beim One-Verlag. Der Autor ist, neben seinem Beruf als freier Lektor und Autor, eine Drag Queen und seine Kenntnisse lässt er auch ins Buch einfließen.

Der Schreibstil ist sehr jugendlich/ umgangssprachlich, weshalb ich auch eine Weile brauchte, um richtig ins Buch reinzukommen. Doch als ich ein mal drin war, konnte ich nur mit immenser Mühe raus!

Der Klappentext verrät nur einen sehr kleinen Bruchteil der Handlung. Im Großen und Ganzen werden diese Zustände auch thematisiert, aber das Buch an sich hat unglaublich viele kleine und große Situationen, die der Storyline Leben geben und sie interessanter und bedeutender machen.

Der Protagonist heißt Robin Cooper und entdeckt an seinem Geburtstag Drag. Die ganze Drag Geschichte fängt nicht sofort an, denn es baut sich auf, um Hintergründe und die vorher erwähnten Zustände zu zeigen. Dadurch versteht man den Rest auch sehr gut. Robins Charakter ist sanft, ab und zu zum Teil etwas dramatisch, aber auch schüchtern, was jedoch nichts an dem Plot ändert. Oftmals hatte ich das Gefühl, dass Robin sehr gefangen darin war über sich und seine Zukunft nachzudenken, sodass es sogar nach möglichen Wendepunkten nicht aufhörte. Dazu aber gleich mehr.

Im späteren Teil des Buchs versteht man auch seine Handlungen aus der Perspektive der anderen Charaktere. Zwar bleibt das Erzählen aus der Sicht Robins, aber es gibt einen Punkt, der Robin zum Nachdenken gibt.

Die Nebencharaktere bekommen hier recht wenig Aufmerksamkeit, wenn man zwei/drei rausnimmt. Sie kommen durchaus vor, doch strenggenommen werden sie an sich gar nicht richtig thematisiert, weshalb ihre Ausarbeitung mir hier persönlich fehlte. Es kann selbstverständlich sein, dass der Autor sich hierbei die Möglichkeit offen ließ, ihre eigenen Storys in neuen Büchern zu thematisieren. Die Erwähnung der Nebencharaktere kommt verhältnismäßig oft vor, denn die ganze Story ist ja genau um diese Charaktere aufgebaut, weil es aber aus Robins Sicht geschrieben worden ist, merkt man, dass dieser sehr Ich-bezogen ist, weshalb dann die anderen Charaktere „verloren“ gehen. Lustigerweise ist das genau der Punkt, der die ganze Geschichte wirklich realistisch macht; Wir handeln oft genauso, wenn auch von uns unbemerkt. Das zeigt, wie schief das gehen kann, aber auch, dass es manchmal wichtig ist, um die Person zu sein, die man schon immer sein wollte.

Die Handlung steigert sich und erlebt im Laufe der Story mehrere Höhepunkte, die das ganze Geschehen verändern. Mit anderen Worten ausgedrückt; Es bleibt durchgehend spannend! Das Thema des Buches ist ganz generell Drag, doch beim Lesen fallen neue, sehr bedeutende Themen auf, die ich in dieser Kombination nie zuvor gelesen habe. Auch wenn die Umsetzung und vor allem Ausarbeitung dieser Themen auf den ersten Blick kurz erscheinen mag, hat der Autor es tatsächlich geschafft, alles so zusammen zu bauen, dass alles erklärt wird. Die schwere der Bedeutung und das Realistische bleibt damit bestehen.


Fazit:

Das Buch ist scheinbar leicht, doch mit großer Bedeutsamkeit und Realität, die man selten in solchen Büchern findet! Perfekt für „Einsteiger“ in die LGBTQIA+ Literatur und die, die schon lange im Thema drin sind, sich aber den Nachmittag versüßen wollen. Der Nachmittag würde dann ziemlich sicher (ich spreche aus Erfahrung) in einigen Stunden voller Gedanken und Grübeleien enden, die man aber willkommen heißen würde.

Von mir 4 Sterne!

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Gefühl
Veröffentlicht am 25.05.2021

Mehr als ich erwartete, doch alles, was ich wollte!

Beyond the Sea
5

„Er war ein Kunstwerk, dessen Schönheit durch die erlittenen Schäden und Risse nur umso mehr betont wurde.“

Worum geht´s?
Die 18-jährige Estella hat in ihrem Leben schon beide Eltern verloren und lebt ...

„Er war ein Kunstwerk, dessen Schönheit durch die erlittenen Schäden und Risse nur umso mehr betont wurde.“

Worum geht´s?
Die 18-jährige Estella hat in ihrem Leben schon beide Eltern verloren und lebt seit dem Tod ihres Vaters bei ihrer Stiefmutter Vee an der irländischen Küste. Nichts wünscht sie sich sehnlicher, als endlich aus dem kleinen Dorf rauszukommen und ihrer Stiefmutter den Rücken zu kehren. Ihre Pläne werden von Vees geheimnisvollen Bruder Noah durchkreuzt, der von einem Tag auf den anderen vor ihrer Haustür steht. In seiner Nähe verliert sie zum ersten Mal seit langer Zeit das Gefühl der Einsamkeit. Ihre Verbindung wächst von Tag zu Tag, doch schon bald muss sie sich zwischen ihren Plänen und Noah entscheiden, der nicht ohne Grund im Ort erschienen ist. Er hütet ein Geheimnis, das alles zwischen ihnen zerstören könnte...

Meine Meinung:
Jane Eyre, ein Roman, der 1847 erschienen ist, gemischt mit New Adult? Eine unerwartet explosive Mischung!
Die Autorin ist im NA-Kreise bekannt, allerdings hatte ich noch nicht die Gelegenheit eines ihrer Bücher zu lesen, was mich skeptisch und gleichzeitig auch umso interessierter machte.

Bei Jane Eyre bekommt man Gänsehaut, verliebt sich in den Mann mit Geheimnissen, spürt die Dunkelheit, die sich in dem Buch befindet, und bleibt neugierig bis zum Ende. Das gleiche gilt auch hier, denn die Gefühle konnte die Autorin unglaublich geschickt hervorheben. Egal welcher Art sie auch waren, sie vermittelte sie, als ob man jedes Mal ein Teil des Buches wäre.

Interessanterweise wählte L.H. Cosway hier den Weg nur aus einer Sicht zu schreiben, nämlich der von Estella. Wer aber jetzt denkt, dass das Buch dadurch weniger Inhalt hat, der irrt sich. Es ist mittlerweile üblich in New Adult (und auch anderen Genres) aus zwei oder mehr Sichten zu schreiben, wodurch man einen sehr guten Einblick in den Aufbau der Storyline bekommt, jedoch besteht öfters die Gefahr, dass dadurch die Spannung verloren geht. Durch diese Entscheidung bleibt es bis zum Ende spannend und man fiebert umso mehr mit.

Das Buch aus der Hand zu legen fiel mir unglaublich schwer und ich wollte so schnell, wie nur möglich zum Ende kommen, doch gleichzeitig habe ich den Schreibstil sehr genossen; er ist fließend, gefühlvoll, durchdacht und lädt dich dazu ein noch ein bisschen weiter zu lesen und noch weiter.

Die Geschichte besteht aus zwei Protagonisten: Estella und Noah. Estella wird hier als das klassische „brave Mädchen“ dargestellt, das sich allerdings im Laufe der Story mit Einfluss von Noah und anderen Umständen ändert, bzw. endlich ihre echten Gefühle rauslässt. Diese Entwicklung konnte man durch den Schreibstil der Autorin unglaublich gut mitverfolgen. Noahs Emotionen muss man durch die Interpretation von Estella verstehen und obwohl seine Sicht der Dinge nicht dargestellt wurde, konnte man auch hier alles sehr gut mitfühlen und sich eine eigene Meinung darüber bilden. Noah ist hier der geheimnisvolle Junge, der ganz und gar nicht brav ist, doch die kleinen Details und der Fakt, dass auch er anders ist, als man es sich am Anfang Vorstellen würde, machten ihn so menschlich.
Auch die Nebencharaktere waren alles andere, als blass! Sie waren vielseitig und so viel mehr, als die "klassischen" Nebencharaktere. Sie hatten Einfluss, spielten gravierende Rollen in den Leben der Protagonisten und dem Verlauf der Geschichte. Gerade sie machen dieses Buch so spannend!

Die Idee der Story klingt vielleicht so, als würde man es schon kennen, nämlich mit einer modernen Cinderella, dem Badboy, der sie vor der bösen Stiefmutter rettet, und ihrem Willen ihre Träume zu verwirklichen. Auf den zweiten Blick ist es aber um einiges komplexer und auf gar keinen Fall eine Nachahmung.

Besonders gefiel mir auch die Offenheit, mit der geschrieben wurde, denn die Autorin sprach Themen an, die vielleicht schon veraltet sind, oder auch welche, die immer noch „tabu“ sind. Sie blieb also nicht nur in einer Richtung, was die Thematik angeht, sondern weitete sie aus, sodass sich keine offensichtlichen „Randgruppen“ bildeten.

Eine Sache, die wohl jeder leidenschaftlicher Leser/ jede leidenschaftliche Leserin hasst, ist, wenn das Buch Fragen offen lässt und es noch dazu ein Einzelband ist. Hier ist es meiner Meinung nach nicht der Fall, wobei man sich bei einer Sache deutlich streiten könnte (SPOILER, nämlich Estellas Träumen und Noahs „Wunder“ SPOILER ENDE) , doch das Ausweichen beim Beantworten der Frage wurde sehr unauffällig eingefädelt, sodass selbst der neugierigste Leser/ die neugierigste Leserin beruhigt und zufriedengestellt wurde.

Fazit:
„Beyond the Sea“ ist ein unglaublich gefühlvolles, von Dunkelheit und doch Licht geprägtes, leidenschaftliches, intelligentes und fesselndes Buch, das Jeder, der genau das sucht, voll und ganz überwältigt sein wird! Bemerkenswert hierbei ist auf jeden Fall der Schreibstil, der Verlauf der Story und die Ausarbeitung der Charaktere.
Es ist jetzt schon mein Jahreshighlight 2021 und es wird sehr schwer sein es zu toppen!
5 von 5 Sternen von mir.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 06.04.2021

Wichtige Thematik und Kicheranfälle!

The Story of a Love Song
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"Letzendlich wird es auf eine Frage hinauslaufen: Reicht die Liebe aus?"

Worum geht´s?
Luca und Griffin lernten sich in der Grundschule als Brieffreunde kennen und vertrauten sich alles an, wurden zum ...

"Letzendlich wird es auf eine Frage hinauslaufen: Reicht die Liebe aus?"

Worum geht´s?
Luca und Griffin lernten sich in der Grundschule als Brieffreunde kennen und vertrauten sich alles an, wurden zum festen Bestandteil des Lebens des jeweils anderen, bis Luca im letzten Jahr der Highschool den Kontakt abrupt abbrach. Lucas beste Freundin starb nämlich bei einem Konzert, bei dem beide zusammen waren, woraufhin sie sich seitdem in ihrer eigenen Welt verliert und Menschenansammlungen meidet, was sich mit 25 Jahren zu einer langen Liste an Phobien entwickelt. Durch Zufall entdeckt sie einen neuen Brief von Griffin und plötzlich von den gemeinsamen Zeiten und Schuldgefühlen eingeholt, antwortet sie ihm. Beide fangen wieder an zu schreiben und schon bald will Luca mehr als nur das, nur weiß sie nicht, dass Griffin ein Mitglied der bekanntesten Band der Welt ist und das genau dem Gegenteil ihrer Phobien entspricht...


Meine Meinung:
Das Autorinnenduo war für mich bis zur Entdeckung der Leserunde unbekannt und das machte mich unglaublich neugierig auf das Endprodukt. Das Cover war das Erste, was mich wirklich ansprach, aufgrund der Tattoos und der Gitarre. Ich muss erwähnen, dass ich ein unglaublich großer Fan von diesen Rockstargeschichten und den Ideen dahinter bin, weshalb mein Finger wie von selbst sofort auf die Leserunde klickte. Der Schreibstil hat mich anfangs wirklich in den Bann gezogen, auch wenn er an manchen Stellen etwas langatmig gewesen ist, was aber durch die Handlung größtenteils unterging. Die Spannung war auf jeden Fall vorhanden und die Autorinnen haben auf das erste Treffen, bzw. den erneuten Briefwechsel nicht lange warten lassen. Wie ich schon erwähnt habe, hat mich die Idee der Story an sich total geflasht, weil Angststörungen an sich nicht in sehr vielen NA-Büchern thematisiert werden. Durch meine eigene Erfahrung damit, konnte ich die Darstellung dieser Angststörung aus einem neuen Blickwinkel sehen und ich muss sagen, dass sie wirklich realistisch dargestellt worden ist. Das brachte die Storyline auf ein ganz neues Level und veränderte sie auch oft, weil mit den ersten Briefen und generell den Handlungen neue Hürden kamen, die oftmals sehr schwer zu überwinden waren. Die Protagonistin Luca hat sehr viele Gefühle in sich, die man meiner Meinung nach manchmal nicht sehr gut mitverfolgen und nachvollziehen konnte, aufgrund des Schreibstils und des Aufbaus der Storyline. Oftmals hatte ich auch das Gefühl, dass die Angst Luca zu sehr beherrschte für viele Handlungen, die etwas mit Griffin zu tun hatten, was sein Job nicht einfacher machte. Sie kam mir öfters einsam vor und diese Einsamkeit veranlasste sie dazu, in der Agoraphobie noch mehr unter zu gehen. Der zweite Protagonist ist Griffin, der Rockstar in dieser Geschichte. Er hatte mich zu oft zum Lachen und Dahinschmelzen gebracht, um es überhaupt zählen zu können. Sein Charakter an sich zählt in meinen Augen zu einem der am besten aufgebauten Charaktere dieser Geschichte. Er bot Vielfalt, unglaublich viele Gefühle und neue, mutige Facetten. Man muss aber bedenken, dass er nicht die „Einschränkung“ hat, wie Luca, was ihm erlaubte so zu sein. Jedoch konnte man fühlen, wenn er etwas sagte und dachte. In diesem Buch wurden die Sichtweisen von beiden Protas gezeigt, was öfters mal frustrierend und herzzerreißend war, aber um ehrlich zu sein, hätte ich es nicht anders gewollt.

Ich hatte noch nie zuvor ein NA-Buch mit dem Fokus auf eine Angststörung gelesen und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde, weshalb das Thema in diesem Punkt wirklich gut umgesetzt wurde, allerdings wurde das Thema „Musik“, was in meinen Augen eines der beiden Hauptthemen darstellen sollte, fast komplett übersprungen. Die Autorinnen fokussierten sich hier (fast) ausschließlich auf die innere Handlung von Luca und ihr Wohlergehen, während all das, was Griffin tat, in meinen Augen teilweise unbemerkt blieb. Das störte mich immens, denn Musik und Griffins Gefühlslage wurde zum Nebenthema.

Fazit:
Nichtsdestotrotz hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen und obwohl ich mir an manchen Stellen etwas Anderes vorstellte und mir mehr Gefühle wünschte, ist das gewählte Hauptthema wirklich gelungen. Das Buch ist ein Buch zum Kichern, an manchen Stellen vielleicht zu erröten und auf jeden Fall ein süßer Start in die wärmeren Monate. Für alle New-Adult-Liebhaber, doch stellt euch lieber nicht auf eine Musikstory ein.


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 15.02.2021

Wichtige Themen und Realität mit einem Touch von Süße

The Music of What Happens
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Worum geht´s?:

Als Jordan den Foodtruck seines Vaters wiedereröffnet, hat er absolut keine Ahnung, was er damit anstellen soll. Durch Zufall trifft er auf Max, oder auch der Grinsetyp, wie Jordan ihn ...

Worum geht´s?:

Als Jordan den Foodtruck seines Vaters wiedereröffnet, hat er absolut keine Ahnung, was er damit anstellen soll. Durch Zufall trifft er auf Max, oder auch der Grinsetyp, wie Jordan ihn nennt, der sich bereiterklärt während des Sommers bei ihm zu jobben. Von Anfang an, ist den Beiden klar, dass sie nicht unterschiedlicher hätten sein können. Während Max der typische sportliche, immer-lächelnde Typ ist, ist Jordan poetisch und introvertiert. Doch beide merken schnell die Anziehung zwischen ihnen und ihnen wird klar, dass sie trotz der Unterschiede nicht besser hätten sein können. Doch hinter der Sunnyboy Fassade steckt mehr und Beide müssen herausfinden, dass alles öfters nicht so ist, wie es scheint..

Meine Meinung:

Fangen wir mal mit dem Cover an: Es ist mit wunderschönen Vintage Farben gestaltet, weshalb es unter den meisten Covern heraussticht. Der Schreibstil ist eine der großen Besonderheiten in diesem Buch, da es sehr jugendlich geschrieben worden ist, was wirklich passend zu den Protagonisten ist. Anfangs störte es zugegebenermaßen etwas, doch man gewöhnt sich schnell dran. Ich finde, dass dieser Schreibstil auch so viele Situationen im Buch nachvollziehbar macht. Die Charaktergestaltung finde ich besonders bemerkenswert und vor allem vollkommen realistisch! Das ist auch der Grund, warum ich dieses Buch so sehr liebe, und warum es unter den anderen heraussticht. Die Gedanken der Protagonisten waren nicht immer perfekt, oder poetisch, wie man es aus den meisten Young/New Adult Büchern kennt. Sie gaben Preis, dass wir meistens nicht das aussprechen, was wir denken, sie zeigten, wie wir unsere und die Fehler der Anderen bemerken, sie zeigen, was wir denken und niemals zugeben würden. Dieses Buch wurde so geschrieben, als ob man tatsächlich in die Köpfe der beiden Jungs hineinsehen würde. Wie in der Beschreibung schon erwähnt, sind Jordan und Max einfach zwei vollkommen ungleiche Menschen, und das hat die Charaktergestaltung auch gezeigt. Max will, dass jeder denkt, er wäre fröhlich, immer lächelnd. So lautet auch sein Motto: Probleme weglächeln. Jordan ist das genaue Gegenteil: ab und zu mürrisch und zickig, allerdings auch schüchtern. Beide haben Geheimnisse und Probleme, wie jeder von uns, die sie nicht allen erzählen. Ich liebe es, wie die Beiden trotz der Probleme und der Differenz miteinander umgehen. Die Spannungskurve ist vielleicht nicht immer ausgeprägt, doch sie schlägt in genau den richtigen Momenten zu, weshalb ich schon viele überraschte, als auch komplett verzückte Momente beim Lesen hatte. Die schon eben erwähnten Probleme der Beiden wurden sehr realistisch dargestellt. Man merkt, dass der Autor sich über alles genaustens informiert hatte. Auch die Lösung der Probleme kam nicht plötzlich, sie wurde langsam angestrebt und die Gedanken von Jordan und Max über diese stellten die Lage genaustens dar. Das Thema kann man an sich nicht ganz bestimmen, da einfach sehr viele Themen behandelt wurden, doch ich würde dieses Buch in die Kategorien „Selbstliebe und Selbstfindung“ einstufen. Es zeigt einfach den äußerst schwierigen Weg, bis man an einem Punkt ankommt, in dem man sagt: „Ich mag, was ich im Spiegel sehe und ich weiß, dass ich nicht alles beeinflussen kann.“.
Und zu guter Letzt, ein Thema, was einer DER Highlights in diesem Buch war: Toxische Männlichkeit.

Fazit:

Ein Buch für jeden, der den Weg von Selbstzweifeln, nicht märchenähnlicher, aber realistischer und deshalb umso traumhafter Liebe und Selbstfindung verfolgen möchte. Mit vielen leckeren Ideen als Bonus und Quitsch-Momenten. Es ist ein besonderes Buch, durch die realistische Sicht auf die Welt, oder kurz gesagt: einfach alles.



Danke der Lesejury für die wunderbare Leserunde!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Thema
Veröffentlicht am 13.10.2020

Nett, doch mit einer wichtigen Message!

What I Like About You
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“Ich bin immer so besessen davon, das Richtige zu sagen, den perfekten Satz zusammenzubauen. Aber vielleicht ist es in Ordnung, wenn meine Worte manchmal chaotisch und verkehrt herauskommen, solange sie ...

“Ich bin immer so besessen davon, das Richtige zu sagen, den perfekten Satz zusammenzubauen. Aber vielleicht ist es in Ordnung, wenn meine Worte manchmal chaotisch und verkehrt herauskommen, solange sie wahr sind.”

Worum geht´s?

Halle Lewitt, im Internet auch besser bekannt als die Buch-Bloggerin Kels von @OneTruePastry, muss einige Überraschungen bei ihrem Umzug nach Conneticut erleben. Dort trifft sie nämlich auf ihren langjährigen besten Freund Nash, nur dass dieser keine Ahnung hat wer sie ist! Im Internet sind sie die besten Freunde und teilen alles, wie es scheint, doch Nash weiß nicht, wie Kels aussieht. Halle verwickelt sich in einem Netz aus Lügen und ihre neu entwickelten Gefühle für Nash machen es nicht gerade einfacher. Auch Nash ist verwirrt, wo er doch noch Gefühle für Kels hat. In Halle entsteht ein Kampf, zwischen ihren Identitäten.

Meine Meinung:

Das Jugendbuch „What I like about you“ ist der Debütroman von der Autorin Marisa Kanter. Da es wie schon erwähnt ihr erstes Buch ist, kann man schlecht mit ihren anderen Büchern vergleichen, doch das was ich gelesen habe, braucht ehrlich gesagt kein Vergleich. Ich vergleiche Bücher gerne mit anderen, wenn mir bei dem von mir rezensiertem Buch etwas unklar ist. Bei diesem Buch sind meine Gefühle ganz klar und ich kann ehrlich sagen, dass ich es ganz nett finde. „Ganz nett“ hört sich vielleicht schlecht an, doch es ist auf gar keinen Fall schlecht.
Die Geschichte an sich war nicht wirklich etwas Neues, doch mit all ihren Details dann wieder doch. Es wurden sehr viele Aspekte in der Geschichte untergebracht, wie bspw. die Religion, Verlust einer geliebten Person, die Sexualität, wie auch das Selbstbild, was man von sich erschafft. Durch all die verschiedenen Aspekte (und ich habe bei weitem nicht alle aufgezählt!) finde ich, dass diese Themen nur „angebissen“ worden sind. Natürlich wurden sie besprochen, es wurden Gefühle reingebracht, vor allem bei dem Thema „Selbstbild“, und die dazugehörigen Gedanken, doch es fehlte die Tiefe. Wenn man sich auf zum Beispiel zwei Themen konzentriert hätte, könnte man auch die Tiefe und die Wichtigkeit der Situationen erstellen. Der Schreibstil war sehr flüssig. Anfangs fiel es mir schwer, in die Geschichte einzudringen, doch wenn man erst mal drin ist, kann man sich nur schwer losreißen. Immer wieder nagen den Leser die Fragen „Wie geht es weiter?“, oder „Wann kommt die Wahrheit ans Licht?“. Die Protagonistin Halle und die Ausarbeitung ihrer Gefühlswelt ist für mich besonders bemerkenswert. Ich persönlich konnte ihr anfängliches Zögern, ihre Gedankengänge und ihr Tun vollkommen nachvollziehen, was, wie ich aber bei der Leserunde gemerkt habe, nicht bei allen so war. Für mich hat die Autorin hier etwas sehr Tiefes geschaffen (wenn ich ehrlich sein soll, war es das Interessanteste). Die anderen Charaktere, mit Ausnahme des Großvaters, waren mir zu flach. Man ist auch auf ihre Gefühlswelt eingegangen, doch nur ganz kurz, dass sie eigentlich wichtigen Themen ihre Bedeutung verloren, was sehr sehr schade ist.
Das Haupt-Thema kann jeder für sich anders definieren. Für mich ist das die Suche nach dem ich, das stellen der Frage: „Ist die Person, die ich erschaffen habe, immer noch ich, oder soll sie die Person darstellen, die ich sein möchte?“. Es ist die Selbstfindung, die Suche nach sich in dem Chaos aus Gefühlen und die Akzeptanz gegenüber den eigenen Fehlern. Das macht dieses Buch so besonders und genau das liebe ich hier.

Fazit:

Es ist ein sehr gutes Jugendbuch, das vielen Jugendlichen einen Einblick in sich selber schaffen könnte. Es regt zum Nachdenken an, wer man eigentlich ist und wer man sein möchte. Ich habe es genossen dieses Buch zu lesen, weshalb ich mit leichtem Herzen sagen kann, dass ich dieses Buch jedem Menschen (in jedem Alter) empfehlen kann, denn es ist nie zu spät, um herauszufinden, wer man eigentlich ist.
4,5 Sterne von mir!




Vielen Dank an die Lesejury für das Rezensionsexemplar! Die Leserunde war wundervoll 😁



  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre