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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2023

Ein dünnes Buch, aber ein großes Lesevergnügen

Eigentum
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Eigentlich ist es ja eher befremdlich, wenn jemand über den Tod der eigenen Mutter schreibt. Aber genau das macht Wolf Haas - er beschreibt ihre letzten Tage und nimmt ihr bevorstehendes Ende zum Anlass, ...

Eigentlich ist es ja eher befremdlich, wenn jemand über den Tod der eigenen Mutter schreibt. Aber genau das macht Wolf Haas - er beschreibt ihre letzten Tage und nimmt ihr bevorstehendes Ende zum Anlass, von ihrem Leben zu erzählen und auch sie selbst zu Wort kommen zu lassen. Dabei lässt er auch seine Probleme mit ihr nicht aus.

Wolf Haas' Schreibstil ist sehr eigenwillig und unnachahmlich - ich mag ihn sehr. Besonders wenn er seine Mutter sprechen lässt, höre ich den Dialekt und sehe sie förmlich vor mir. Wie sie ein Leben lang hart gearbeitet und gespart hat, um Eigentum zu erwerben. "Arbeiten, arbeiten, arbeiten" und "sparen, sparen, sparen" und trotzdem hat es nie geklappt.

Haas schreibt sich seine Beziehung zur Mutter und wie sie ihn geprägt hat von der Seele. Es ist aber keine Abrechnung, sondern ein sehr persönliches Buch über seinen Umgang mit seiner Kindheit und Jugend und auch dem Erwachsenensein.

Es wäre nicht Wolf Haas, wenn er nicht auch dieser teilweise schweren Kost mit Humor, aber trotzdem großer Ernsthaftigkeit begegnen würde. "Eigentum" ist mit 157 Seiten ein dünnes Buch, aber großes Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 07.11.2023

Etwas zu bemüht

Vom Himmel die Sterne
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Sallie Kincaid ist die Tochter von Duke, dem mächtigsten Mann einer Kleinstadt in Virginia, und wird von ihm liebevoll Frechdachs genannt. Als ihr kleiner Halbbruder ihr nacheifert und dabei einen Unfall ...

Sallie Kincaid ist die Tochter von Duke, dem mächtigsten Mann einer Kleinstadt in Virginia, und wird von ihm liebevoll Frechdachs genannt. Als ihr kleiner Halbbruder ihr nacheifert und dabei einen Unfall erleidet, muss sie die Familie verlassen. Sie kehrt erst nach dem Tod ihrer Stiefmutter zurück und versucht, ihren Vater davon zu überzeugen, dass auch sie einen Platz in der Familie verdient hat. Doch dann stirbt er und Sallie muss erneut um ihren Status kämpfen.

Nachdem es mir auf den ersten Seiten etwas schwerfiel, in die Geschichte reinzukommen, fühlte ich mich dann aber doch sehr schnell mitten ins Virginia des frühen 20. Jahrhunderts und Sallies Leben versetzt. Einerseits gelingt es Jeannette Walls, die Lebensumstände der damaligen Zeit grundsätzlich überzeugend darzustellen. Andererseits fehlt mir aber trotzdem die Glaubwürdigkeit der Familiengeschichte der Kincaids und die Authentizität der Figuren.

"Vom Himmel die Sterne" ist mein erster Roman der Autorin. Er reiht sich - etwas zu bemüht - in eine Vielzahl von Romanen über starke Frauen ein und bleibt dabei eher unauffällig.

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Veröffentlicht am 07.11.2023

Biografie einer starken Frau

Die Formel der Hoffnung
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Dorothy Horstmann ist Ärztin mit Leib und Seele und hat sich der Suche nach einem Impfstoff gegen Kinderlähmung verschrieben. In den 1940er Jahren tut sie sich schwer, in einer Männerwelt Fuß zu fassen, ...

Dorothy Horstmann ist Ärztin mit Leib und Seele und hat sich der Suche nach einem Impfstoff gegen Kinderlähmung verschrieben. In den 1940er Jahren tut sie sich schwer, in einer Männerwelt Fuß zu fassen, aber sie gibt nicht auf und arbeitet mit Forschern wie Sabin zusammen.

"Die Formel der Hoffnung" ist die Biografie einer starken Frau, die dem Frauenbild der damaligen Zeit so gar nicht entspricht - eine Kämpferin an zwei Fronten, im Beruf und im Privaten. Lynn Cullen beschreibt sie als sehr sympathisch und kompetent, aber auch als eigenwillig und ehrgeizig.

Die Autorin hat Biografisches mit Fiktivem vermischt, so ist ihr eine lesenswerte Romanbiografie gelungen, in der sie den Zeitgeist der 1940er Jahre überzeugend beschreibt. Sie hat eine fiktive Geschichte um reale Personen ersonnen, die sich genau so zugetragen haben könnte, eine Geschichte, die sich trotz der tragischen Umstände leicht liest und im Gegensatz zu einer oft holprigen reinen Biografie großen Spaß macht.

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Veröffentlicht am 07.11.2023

Viel mehr als ein Krimi

Die Erfindung des Lächelns
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Im August 1911 ereignete sich ein dreistes Verbrechen - Diebe marschierten in den Louvre und stahlen La Jaconde, das Gemälde, das heute als Mona Lisa bekannt ist. Commissaire Lenoir soll den Fall aufklären.

Tom ...

Im August 1911 ereignete sich ein dreistes Verbrechen - Diebe marschierten in den Louvre und stahlen La Jaconde, das Gemälde, das heute als Mona Lisa bekannt ist. Commissaire Lenoir soll den Fall aufklären.

Tom Hillenbrandt hat mit "Die Erfindung des Lächelns" einen sehr gut recherchierten, atmosphärischen Roman vorgelegt, der auch ein Kriminalroman ist. Er entführt darin seine Leserinnen und Leser ins Paris des beginnenden 20. Jahrhunderts und macht sie mit berühmten Persönlichkeiten wie Pablo Picasso oder Guillaume Apollinaire bekannt.

Die Aufklärungsarbeit der Polizei ist eingewoben in das Porträt einer geheimnisvollen Zeit und ungewöhnlicher Menschen. Der Roman ist auf eine ganz besondere Art fesselnd. Das mag an der überzeugenden Darstellung der Belle Epoque liegen, aber auch an der detaillierten Beschreibung der Charaktere.

"Die Erfindung des Lächelns" ist ein vielschichtiger Roman, der auf ruhige und dezente Weise spannend ist und viel mehr als ein Krimi.

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Wenig gelungen

Das Musikhaus an der Alster - Lied der Sterne
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"Das Musikhaus an der Alster - Lied der Sterne" ist der erste Teil einer Familiensaga und handelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Theresa von Eibens Verlobter Jakob plante ein Musikhaus in Hamburg zu eröffnen, ...

"Das Musikhaus an der Alster - Lied der Sterne" ist der erste Teil einer Familiensaga und handelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Theresa von Eibens Verlobter Jakob plante ein Musikhaus in Hamburg zu eröffnen, kommt aber kurz vor der Hochzeit nicht von einer Geschäftsreise nach Berlin zurück. Kurze Zeit später nötig ihr Bruder sie, sich mit dem aufstrebenden Banker Franz Mayer zu verloben, um die in Schieflage geratene Firma zu retten. Kurz vor der Hochzeit erhält Theresa ein Paket mit einer Geige, das von Jakob stammen muss und macht sich auf den Weg nach Berlin zur Spurensuche.

Das Buch beginnt wie ein historischer Roman, zeigt im Verlauf der Geschichte - durch künstlich und krampfhaft erzeugte Spannung - immer mehr Züge eines Krimis. Letztlich ist es ganz nett und leicht zu lesen, aber mein Interesse, mir den nächsten Teil auch noch zu Gemüte zu führen, hält sich in überschaubaren Grenzen. Schade, ich mag Familiensagas und fand die Beschreibung vielversprechend. Leider finde ich die Umsetzung wenig gelungen und sehr seicht.

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