Tiefgreifend
Der Sommer der PuppenPia bekommt einen Anruf ihrer Mutter. Diese hatte einen Schlaganfall und bittet sie nun, sich um ihre Frühstückspension an der Nordsee zu kümmern. Pia lebt in Frankfurt, ist Drehbuchautorin und möchte ...
Pia bekommt einen Anruf ihrer Mutter. Diese hatte einen Schlaganfall und bittet sie nun, sich um ihre Frühstückspension an der Nordsee zu kümmern. Pia lebt in Frankfurt, ist Drehbuchautorin und möchte diese Aufgabe nicht übernehmen - hat sie doch kein besonders gutes Verhältnis zu ihrer Mutter. Zudem muss sie ein Drehbuch abliefern, für das sie ihre Ruhe braucht. Schließlich fährt sie trotzdem.
In der Pension angekommen trifft sie auf die unterschiedlichsten Gäste und Puppen - Puppen in jedem Zimmer, Puppen, die alle irgendwie kaputt und alles andere als perfekt sind, Puppen, die sie so schon aus ihrer Kindheit kennt. Nun beginnt sie, nachzuforschen, was es mit ihnen auf sich hat.
Typisch für die damalige Zeit - sie hat als junge Mutter den Feuersturm in Hamburg erlebt - ist Pias Mutter sehr verschlossen. Aber Pia lässt nicht locker und kommt ihr dabei näher. Der tiefere Einblick ins Leben der Mutter gibt Pia die Möglichkeit, sie besser zu verstehen. Dabei lernt sie Aspekte ihrer Mutter kennen, die sie so nie für möglich gehalten hätte. Ganz langsam beginnt sich die Beziehung der beiden zu verändern.
Im Laufe der Zeit lernt Pia auch die Gäste besser kennen, zu manchem entspinnt sich eine tiefergehende Beziehung. Sie bringt neuen Wind in die Pension, die selbst für das Jahr 1984, in dem der Roman handelt, altmodisch ist, auch wenn ihre Mutter am liebsten alles beim Alten wüsste.
Monika Held hat mit "Der Sommer der Puppen" einen leicht zu lesenden, aber tiefgründigen Roman geschrieben, der mit mancher Überraschung gespickt ist und einfach Spaß macht, obwohl das Thema an mancher Stelle schwere Kost ist und manchen sicher auch an die eigene Beziehung zur Mutter oder allgemein zu den Eltern erinnert.