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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.07.2024

Was ist Traum, was Wirklichkeit?

Das Haus hinter Midnight - Eine merkwürdige Begebenheit
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„...Alles, was wir sehen oder scheinen, ist nichts als ein Traum in einem Traum...“

Dieses Zitat aus dem Buch bringt das Geschehen auf den Punkt. Der Roman bewegt sich zwischen Traum und Realität.
Die ...

„...Alles, was wir sehen oder scheinen, ist nichts als ein Traum in einem Traum...“

Dieses Zitat aus dem Buch bringt das Geschehen auf den Punkt. Der Roman bewegt sich zwischen Traum und Realität.
Die Autorin hat eine spannende Handlung verfasst. Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Dazu gehört auch, dass er an vielen Stellen mehr verschweigt als zu erkennen gibt.
Die Personen werden sehr gut charakterisiert. Das geschieht weniger durch Worte, mehr durch ihr Handeln.
Hope steht gerade vor ihre Abschlussprüfung an der Universität. Dass zum Prüfungsteam genau die Professorin gehört, mit der sie nicht zu Rande kommt, macht die Sache nicht einfacher. Da kann sie die nächtlichen Alpträume nicht gebrauchen. Sie würde gern wieder einmal eine Nacht durchschlafen. Außerdem gehen ihr die letzten Worte ihrer Großmutter nicht aus dem Kopf.

„...Jeder Mensch hat irgendwann in seinem Leben eine Aufgabe zu erfüllen. Eine Aufgabe, die nur er allein erfüllen kann, die ihn zu etwas Besonderen macht...“

In ihrem Traum sieht sie immer ein besonderes Haus, weiß aber weder, wo es sich befindet, noch, was es damit auf sich hat. Sie hat nur den Eindruck, dass sie dort erwartet wird, um eine Tragödie zu verhindern.
Normalerweise ist Hope Realistin. Deshalb versucht sie auch für alles, was ihr ungewöhnlich vorkommt, eine logische Erklärung zu finden.
Die Autorin hat im Buch geschickt einige Genre vermischt. Die Handlung in der Gegenwart ist mit einer Prise Magie versetzt. Gleichzeitig schicken Hopes Träume sie auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Hier hat die Autorin gekonnt Anregung aus der Märchenwelt mit eingeflochten.
Für mich als Leser bleibt lange verborgen, was die Phänomene der Gegenwart zu bedeuten haben. Dadurch entsteht ein extrem hoher Spannungsbogen und es gibt immer wieder neue Überraschungen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 18.07.2024

Berührende Geschichte

Highland Happiness - Die Schmiede von Kirkby
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„...Es war ein kalter, aber trockene Märznachmittag, als Charly am Westufer des Loch Ness entlang in Richtung Norden zuckelte...“

Charly hat eine Anstellung als Hufschmiedin in Kirkby. Dummerweise hat ...

„...Es war ein kalter, aber trockene Märznachmittag, als Charly am Westufer des Loch Ness entlang in Richtung Norden zuckelte...“

Charly hat eine Anstellung als Hufschmiedin in Kirkby. Dummerweise hat Marlin aber bisher nicht mitbekommen, dass seine Nachfolgerin eine Frau ist.
Die Autorin hat erneut eine abwechslungsreiche Geschichte im kleinen schottischen Ort Kirkby angesiedelt. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Das zeigt sich schon in dem gekonnten ersten Schlagabtausch zwischen Charly und Marlin.

„...Bei allem Respekt, Sir, Sie machen mir nicht den Eindruck, als würden Sie so viel mehr Körpergewicht als ich auf die Wage bringen...“

Charly hat ein heftiges Päckchen mit an ihre neue Arbeitsstelle gebracht. Bisher war sie als Hufschmiedin in verschiedenen Ländern tätig, obwohl ihr großer Clan sich der Seefahrt verschrieben hat. Doch das Meer ist Charly suspekt. Es dauert seine Zeit, bis ich die Ursache erfahre.
Sehr ausführlich wird an passenden Stellen Charlys Arbeit als Hufschmiedin beschrieben, die von Marlin kritisch beäugt wird. Charly kann und will sich nicht unterbuttern lassen.

„...Ich verstehe Ihr Problem nicht, Mr. Fraser. Ich will Ihnen weder Ihr Förmchen wegnehmen noch Ihnen eins mit dem Rechen über den Schädel ziehen...“

Na gut, nach letzterem wäre ihr gerade! Als Charly einen Spaziergang mit ihrer Eselin Penny unternimmt, rettet sie zwei Hunde aus einem Fuchsbau. Die gehören dem Zahnarzt Brodie. Der schätzt die Situation völlig falsch ein. Er hält sie für eine Landstreicherin.
Natürlich macht das im Ort sofort die Runde. Es dauert, bis Brodie erkennt, in welch Fettnäpfchen er getreten ist. Dafür hat er übrigens ein Talent. Es sollte nicht das letzte sein.
Nach außen hin wirkt Brodie wie geleckt. Seine Anzüge sind maßgeschneidert. Aber auch er versteckt dahinter ein bitteres Erleben.
Wie immer ist in dem kleinen Ort eine Menge los. Das sorgt für den ausgezeichneten Unterhaltungswert des Buches. Fast alle Bewohner spielen im Laufe der Handlung eine Rolle. Dazu gehört dann auch der eine oder andere Blick in die Vergangenheit. Aber auch an der Zukunft wird gearbeitet. Isla und Ainslee sind hochschwanger. Dass gerade eine dramatische Geburt Charly und Brodie erkennen lässt, dass ihre Vorurteile auf keinen Fall zutreffen, war so nicht zu erwarten.
Ein ausführliches Personenverzeichnis, ein original schottisches Rezept, eine Karte von Kirkby und einige Hintergrundinformationen vervollständigen das Buch.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin geht behutsam mit ihren Protagonisten um. Sie lässt ihnen Zeit, Vertrauen aufzubauen und sich zu finden.

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Veröffentlicht am 17.07.2024

Der Preis der Freiheit

Verstoßen für die Freiheit
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„...Deinen eigenen Weg? Du bist eine arabische Muslima! Du darfst nicht deinen eigenen Weg gehen!…

Diese Aussage der Mutter zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte, einer Geschichte, die zeigt, ...

„...Deinen eigenen Weg? Du bist eine arabische Muslima! Du darfst nicht deinen eigenen Weg gehen!…

Diese Aussage der Mutter zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte, einer Geschichte, die zeigt, wie stark die kulturelle Identität selbst in Deutschland wirkt.
Die Autorin erzählt offen und ungeschönt ihr bisheriges Leben. Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen.
Zada stammt aus einer palästinensischen Familie. Ihre Wurzeln liegen in Jordanien. Doch schon ihr Großvater kam nach Deutschland und baute sich hier eine Existenz auf. Er heiratete eine Deutsche. Drei seiner Kinder aus erster Ehe folgten ihm nach Deutschland, darunter auch Zadas Vater.

„...Man würde meinen, dass mein Opa, der ohne Zweifel das autoritäre Familienoberhaupt meiner Familie war, seine Toleranz und Weltoffenheit an sein Kinder weitergeben konnte. Er hat es immer wieder versucht...“

Zadas Vater lernt in Jordanien seine zukünftige Frau kennen. Er nimmt sie mit nach Deutschland. Vier Jahre nach Zadas Geburt kommt es zur Scheidung. Zada lebt bei der Mutter. Die hält die arabischen Werte hoch. Zada aber möchte so leben wie ihre Schulkameradinnen. Damit sind Konflikte vorprogrammiert.
Durch das Buch erhalte ich einen tiefen Einblick in die traditionellen Werte und Verhaltensweisen. Es ist erschütternd, wie umfassend die Rechte der Mutter gegenüber ihren Kindern sind.
Mit 18 Jahren lernt Zada ihren zukünftigen Mann kennen. Sie hat mittlerweile eines erkannt: Eine gute Ausbildung ist das Wichtigste, um ein eigenständiges Leben führen zu können. Christian hat dafür volles Verständnis.
Das Buch zeigt die tiefe Zerrissenheit von Zada zwischen ihrem starken Freiheitswillen und den Forderungen der Mutter. Deren psychische Beeinflussung ist heftig und nicht sehr subtil. Doch Zada geht ihren eigenen Weg. Sie weiß sich von ihrem Freund und dessen Familie unterstützt.
Eine Stelle des Buches hat mich besonders betroffen gemacht. Zada erfährt von den Problemen ihrer jüngeren Geschwister und möchte ihnen helfen. Da das Gespräch mit der Mutter nichts fruchtet, wendet sie sich ans Jugendamt. Die Vertreter erscheinen einmal bei der Mutter und sehen keinen Grund, einzugreifen. Ab dem Zeitpunkt wird von der Mutter jeglicher Kontakt der Geschwister zu Zada unterbunden. Sie überträgt ihren Hass auf die Tochter auf die anderen Kinder.

„...Zada, wir hassen dich! Wir wollen dich nie wiedersehen! Ruf uns nie wieder an!...“

Eines wird allerdings auch deutlich. Es gibt arabische Familien, in denen es wesentlich toleranter zugeht. Gleichzeitig erlebt Zada in ihrer großen Verwandtschaft, dass Väter zunehmend an einer umfassende Bildung für ihre Kinder interessiert sind. Wie man so schön sagt: Mann kann nicht alle über einen Kamm scheren.
Nachdem bei Zada sich alles positiv entwickelt hat und sie nach außen hin stark und selbstbewusst wirkt, zeigt sich, dass ihre Psyche die Vergangenheit nicht verarbeitet hat. Doch selbst aus diesem Teil wird sie mit Hilfe von guten Freunden herausfinden.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es gibt einen Einblick in eine Parallelwelt in Deutschland, die man so kaum wahrnimmt. Zada ist ein Beispiel dafür, wie schwer es Mädchen haben, sich daraus zu lösen.

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Veröffentlicht am 16.07.2024

Wo bleibt hier die Würde des Lebens?

Ganz unten im System
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„...Wer sind die Menschen, die ihre Heimat verlassen, um hier genug Geld für ein besseres Leben für sich und ihre Familien anzusparen? Die dafür in Baracken hausen, in ihren Autos schlafen. Die um ihren ...

„...Wer sind die Menschen, die ihre Heimat verlassen, um hier genug Geld für ein besseres Leben für sich und ihre Familien anzusparen? Die dafür in Baracken hausen, in ihren Autos schlafen. Die um ihren Lohn betrogen, teils auch bedroht und geschlagen werden...“

Diese Frage stellt der Autor im Vorwort seines Buches. Danach veröffentlicht er ein paar Zahlen, bevor er sich drei Branchen konkret zuwenden. Es sind Menschen, mit denen er ins Gespräch kommt und die ihm erzählen., wie sie in Deutschland arbeiten und leben.
Als erstes begibt sich der Autor auf Baustellen. Es ist erschütternd, was er dort erfährt. Gerechte Bezahlung und menschenwürdige Wohnungen sind die Ausnahme. Einer der Arbeiter hat für sich die folgende Schlussfolgerung gezogen:

„...Er hat in Deutschland so viele Arten gesehen, andere abzuzocken. Wenn er in der Heimat ist, probiert er es auch...“

In der Fleischindustrie gibt es seit der Pandemie neue Gesetze. Was ab er nutzen Gesetze, wenn niemand ihre Einhaltung kontrolliert? Trotzdem wird man vielleicht schon in naher Zukunft umdenken müssen. Die Fluktuation ist hoch, neue Arbeiter werden meist mit falschen Versprechen angelockt.
In der Transportbranche arbeiten zunehmend Fahrer aus Usbekistan. Sie sehen ihre Familien kaum. Bei Verstoß gegen die Fahrzeiten ist der Fahrer dran, nicht der Transportunternehmer. Hier gab es schon Streiks der Fahrer.

„...Ihr Firmenchef wird versuchen, die Männer zur Weiterarbeit zu bewegen. Als das nicht fruchtet, wird er eine paramilitärische Einheit schicken...“

Und das mitten in Deutschland?
Spannend fand ich den folgenden Abschnitt, wo der Autor einen Tag lang Mitarbeiter des Zolls begleitet hat.
Die letzten drei Kapitel versuchen, hinter die Ursachen zu kommen und Zusammenhänge darzulegen. Es gibt konkrete Vorschläge, was geändert werden könnte.
Der Schriftstil des Buches ist weitgehend sachlich und lässt sich flott lesen. Trotzdem bleiben manche Situationen auch für den Leser unerträglich. Wie ist es dann erst für die Betroffenen?
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es legt gekonnt die Finger in die Wunden unseres Wirtschaftssystems und zeigt, dass die Würde des Menschen keine Rolle spielt, wenn es um Profit geht.

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Veröffentlicht am 16.07.2024

Eine besondere Tasche

Leos Super-Tasche - lesen lernen mit dem Leserabe - Erstlesebuch - Kinderbuch ab 7 Jahre - lesen lernen 2. Klasse (Leserabe 2. Klasse)
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„...Leo ist stolz auf seine Schultasche. Er hat sie am ersten Schultag bekommen. Das war vor einem Jahr...“

Mit diesen Zeilen beginnt ein abwechslungsreiches Kinderbuch. Es stammt aus der Reihe Leserabe ...

„...Leo ist stolz auf seine Schultasche. Er hat sie am ersten Schultag bekommen. Das war vor einem Jahr...“

Mit diesen Zeilen beginnt ein abwechslungsreiches Kinderbuch. Es stammt aus der Reihe Leserabe und wird ab der 2. Klasse empfohlen. Dafür sprechen die große Schrift und die kurzen Sätze.
Als Leo mit dem Rad zur Schule fährt, fällt die Tasche vom Gepäckträger. Mehre Fahrzeuge fahren darüber. Nun ist sie nicht mehr zu gebrauchen.
Glücklicherweise kommt sein Onkel Jakob zu Besuch und bringt ihm eine neue Tasche mit. Da sind zwar keine Dinos drauf, aber die Tasche hat unerwartete Fähigkeiten. Leo kann ja nicht ahnen, dass er versehentlich von Jakob die falsche Tasche bekommen hat.
Eingebunden im Text sind ab und an Fragen zum Leseverständnis in blauer Farbe. Die Antwort steht auf dem Kopf verkleinert darunter.
Viele farbige Illustrationen zeichnen das Buch aus. Sie sind kindgerecht und liebevoll gestaltet.
Am Ende gibt es ein Leserätsel, das aus drei unterschiedlichen Aufgaben besteht.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist spannend und phantasievoll..

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