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magische_farbwelt

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.07.2021

Zwischen Romantik und Realität

Wohin mein Herz dich trägt
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Auf in eine romantische Reise nach Italien. Wo immer die Sonne scheint, die Liebe nur so aus allen Ecken sprüht. Das ist doch das Idealbild schlechthin, oder? Doch dass es nicht ganz so einfach ist, zeigt ...

Auf in eine romantische Reise nach Italien. Wo immer die Sonne scheint, die Liebe nur so aus allen Ecken sprüht. Das ist doch das Idealbild schlechthin, oder? Doch dass es nicht ganz so einfach ist, zeigt uns die Autorin Jani Friese in ihrem Roman „Wohin mein Herz dich trägt“. Natürlich geht es um schöne Fleckchen auf der Erde, es geht um prickelnde Liebe mit einem Hauch Erotik. Aber wer schon ein paar Bücher der Autorin kennt, weiß auch, das kann nicht alles sein. Denn auch in diesem Roman greift sie ein gesellschaftliches Thema aus, was brandaktuell ist und leider auch noch eine unbestimmte Zeit sein wird. Es geht um Flüchtlingsschicksale, die mir beim Lesen teilweise durch und durch gingen. Und das fasziniert mich einfach so. Die Autorin kann den schmalen Grat zwischen einer romantischen Liebesgeschichte geschickt mit einzelnen gesellschaftspolitischen Problemen verweben, ohne, dass es zu gekünstelt, zu aufgezwungen wirkt. Mein Herz habe ich in diesem Buch im Übrigen auch verloren. Du, liebe Jani, kannst es Dir sicherlich denken, an wen? Na klar, es ist Pino, der liebenswürdige und treue Streuner, den ich sofort ins Herz geschlossen habe. Meine Statistikprofessorin an der Uni meinte mal zu mir: Wenn Du mit einem Thema keinen Zugang zu den Leuten findest, mach es über Tiere. Ja, dieser Trick funktioniert immer, zumindest bei mir.

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Veröffentlicht am 01.06.2021

Der Künstler in all seinen Facetten

Bowies Bücher
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Als größten Fan schlechthin von David Bowie würde ich mich nun nicht bezeichnen. Da gibt es sicherlich andere Liebhaber, die diesen Titel mehr als verdient hätten. Aber das Leben dieses doch extravaganten ...

Als größten Fan schlechthin von David Bowie würde ich mich nun nicht bezeichnen. Da gibt es sicherlich andere Liebhaber, die diesen Titel mehr als verdient hätten. Aber das Leben dieses doch extravaganten Künstlers kennenzulernen – ja, das hat mir sehr imponiert. David Bowie hat ja schon allein bei mir ein Stein im Brett, weil er mit Queen diesen unheimlich tollen Song „Under Pressure“ interpretiert hat. Und so habe ich auch automatisch David Bowie mit auf meiner Lieblingsliederliste. Eine Autobiografie über einen Künstler zu lesen ist dann noch mal etwas ganz Besonderes. Schon allein, dass ich jetzt weiß, dass David „Bowie“ gar nicht sein bürgerliche Name war – irgendwie verbindet mich so etwas indirekt mit den Stars. Doch nun ist „Bowies Bücher: Literatur, die sein Leben veränderte“ von John O'Connell ganz anders als eine abhandelnde Biografie über einen Menschen. Der Autor John O'Connell hat die für David Bowie einhundert wichtigsten Bücher analysiert, interpretiert und entsprechend für uns Leser aufbereitet, warum sie denn für David Bowie so wichtig gewesen sein könnten. Natürlich lernen wir so unheimlich viel über den Künstler an sich. Über seine Freunde. Über seine Familie. Über seine Vorlieben, seine Ängste, seine Exzesse. Und ganz nebenbei lernen wir auch etwas über Literatur. Altertümliche Literatur, die sogar bis vor die Zeit vor unserer Zeitrechnung reicht bis hin zu modernen Büchern. Ich bin jedenfalls total beeindruckt über diese Menge an Recherchen, die der Autor betrieben haben muss. Leicht wissenschaftlich haucht „Bowies Bücher: Literatur, die sein Leben veränderte“ an, an manchen Stellen wird auch etwas Vorwissen zu den analysierten Büchern erwartet, welches ich im Prinzip nicht hatte. Und dennoch kann ich so unheimlich viel mitnehmen und sehe den Künstler David Bowie dann noch einmal in einem anderen Licht. Ich höre seine Songs ganz anders und erinnre mich dabei an die Textpassagen im Buch.

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Veröffentlicht am 05.05.2021

Ich liebe diese Sprachgewandtheit

Die Angst der Schweigenden
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Ich glaube, dieser Thriller hat das Potenzial, dass er von mir ein zweites Mal gelesen werden könnte. Denn ich bin mir im Nachhinein nicht ganz sicher, ob ich stets aufmerksam genug war, um einige Begebenheiten ...

Ich glaube, dieser Thriller hat das Potenzial, dass er von mir ein zweites Mal gelesen werden könnte. Denn ich bin mir im Nachhinein nicht ganz sicher, ob ich stets aufmerksam genug war, um einige Begebenheiten im Buch als wichtig genug zu erfassen. Auch jetzt, nachdem ich das Buch ausgelesen habe, beschäftigt mich sein Inhalt, die Geschichte im Inna, Jenke und Marga. Die Autorin Nienke Jos beschreibt in „Die Angst der Schweigenden“ verschiedene Charaktere, die dem Leser sympathisch sind. Zumindest dem ersten Eindruck zufolge. Und dann entwickelt sich die dramatische Geschichte. Und auch wenn einzelne Handelnde grausam agieren – nennt mich verrückt – ich habe einige von ihnen in mein Herz geschlossen. Denn es stellt sich mir die Frage nach dem Warum, nach den Hindergründen. Besonders liebreizend ist mir Marga zu Tage getreten, die ich als Einzige als unschuldig in der Geschichte des Thrillers freisprechen möchte. Ich liebe ihre Art zu artikulieren, ihre Neugierde, ihre Hilfsbereitschaft. Die Autorin Nienke Jos schreibt kurzatmig, prägnant und auf eine mir bisher unbekannte Art ausdrucksstark. Der Schreibstil ist einfach fesselnd. „Die Angst der Schweigenden“ wühlt mich auf, prägt mich ein Stückweit und hilft aber auch, mich und meine Mitmenschen zu hinterfragen. Und genau das braucht ein gutes Buch für mich. Und wenn es dann noch so nervenaufreibend ist wie dieses Exemplar, hat die Autorin alles richtig gemacht.

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Veröffentlicht am 22.04.2021

Wunderbare Schauplätze in einer fast anderen Welt

Träume von Freiheit - Ferner Horizont
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Schon lange hatte ich kein Buch mehr in der Hand, wo ich irgendwie nicht wollte, dass es jemals aufhört. Sei die Geschichte der Handelnden auch noch so tragisch in manchen Teilen – ich habe es dennoch ...

Schon lange hatte ich kein Buch mehr in der Hand, wo ich irgendwie nicht wollte, dass es jemals aufhört. Sei die Geschichte der Handelnden auch noch so tragisch in manchen Teilen – ich habe es dennoch irgendwie genossen, durch die Schauplätze zum Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Jahrhundertwende hinein zu wandeln. „Träume von Freiheit – Ferner Horizont“ von Silke Böschen spielt so ziemlich genau einhundert Jahre vor meiner Geburt. Und ich muss sagen, was sich in den einhundert Jahren alles geändert hat, ist enorm. Es ist nicht alles besser geworden, aber dennoch kann ich für mich behaupten, ich bin froh, dass ich genau jetzt lebe und eben nicht damals. Auch wenn manche Dinge doch schillernd nach außen hin erscheinen. Im Verbogenen lauern die misslichen Umstände. Und genau diese greift die Autorin bis ins kleinste Detail perfekt recherchiert auf. Ich möchte gar nicht so sehr auf die einzelnen Protagonisten eingehen, denn diese haben alle ihre guten und auch ihre schlechten Seiten. Atemberaubend schön und manchmal auch abscheulich sind die beschrieben Schauplätze im Roman „Träume von Freiheit – Ferner Horizont“ dargestellt. Und da ich Dresden als Haupthandlungsort kenne, fühle ich mich mit der Familie de Meli irgendwie verbunden, so, als ob man das Schicksal intensiver spüren könnte. Und auch die Szenerien in den Sanatorien – genauso stelle ich mir diese Heilmethoden von damals vor. Grausam für den Patienten, aber damals auf dem aktuellsten Stand der Forschung. Liebe Silke Böschen, danke, dass Du mich als Leserin in diese Welt geführt hast, in der nicht immer alles Sonnenschein war. Aber ich durfte eine tapfere Frau mit Florence kennenlernen, die damals für das kämpfen musste, was uns heute als schlicht und einfach normal erscheint. Auf jeden Fall möchte ich natürlich nun noch den ersten Band „Träume von Freiheit – Flammen am Meer“ von Silke Böschen lesen, damit ich wieder in diese Welt abtauchen kann.

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Veröffentlicht am 24.03.2021

Genieße Dein Leben mit allen Unwägbarkeiten

Unsere allerbeste Zeit
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Eigentlich ein Tabuthema. Oder eigentlich gleich mehrere, verpackt in einem mitfühlenden Roman. Und doch greift die Autorin jedes Thema so charmant auf. Es geht ums Altern, es geht ums Weglaufen, es geht ...

Eigentlich ein Tabuthema. Oder eigentlich gleich mehrere, verpackt in einem mitfühlenden Roman. Und doch greift die Autorin jedes Thema so charmant auf. Es geht ums Altern, es geht ums Weglaufen, es geht ums Mobbing, es geht um die Mitmenschen, es geht um Demenz. Vor allen Dingen geht es aber ums Leben. Und genau das habe ich aus dem Buch „Unsere allerbeste Zeit“ von der Autorin Gaby Hauptmann mitgenommen. Genieße Dein Leben, wo Du nur kannst. Ich habe geweint, ich habe mich mit den Hauptfiguren gefreut. Und gerade mit der Demenz der Mama der Protagonistin Katja habe ich auch viel für mich herausziehen können, denn es betrifft mich irgendwo auch familiär. „Unsere allerbeste Zeit“ macht Hoffnung, denn es wird am Ende alles gut. Im Buch, und höchstwahrscheinlich auch im Leben. Der Roman liest sich leicht, etwas dahinplätschernd, aber das mag ich ja ganz gern. Und ich mag es auch, dass so viele Themen ineinander übergreifen. Klar, ab und an sind manche Passagen etwas schwerer auf dem Gemüt lastend. Aber der Leser findet gemeinsam mit der Protagonistin aus dem Tief wieder heraus. Und wenn ich wieder etwas fürs Leben lernen darf, hat sich jede einzelne Zeile im Buch gelohnt.

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