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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2026

Eine gnadenlose Zeit

TINTE und SCHWERT
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Tinte und Schwert entführt mitten in den Dreißigjährigen Krieg – in eine Zeit voller Glauben, Gewalt, Angst und Willkür. Anna und Jacob geraten zwischen religiösen Wahn, Machtinteressen und militärische ...

Tinte und Schwert entführt mitten in den Dreißigjährigen Krieg – in eine Zeit voller Glauben, Gewalt, Angst und Willkür. Anna und Jacob geraten zwischen religiösen Wahn, Machtinteressen und militärische Grausamkeit. Schnell geht es nicht mehr nur ums Überleben, sondern um Schuld, Moral und die Frage, ob man das Böse bekämpfen darf, indem man selbst schuldig wird. Worte werden gefährlich, Entscheidungen haben Folgen, und nichts bleibt ohne Preis.

Der Schreibstil ist richtig gut und sehr angenehm zu lesen. Er ist direkt, flüssig und trotzdem detailliert genug, um sich alles gut vorstellen zu können. Die Spannung baut sich stetig auf – mal schleichend, mal sehr brutal – und lässt kaum Pausen zum Durchatmen. Gerade das Wechselspiel zwischen ruhigen Momenten und harter Gewalt hat mich ganz schön gepackt.

Besonders stark fand ich die Figurenzeichnung. Anna und Jacob wirken nicht perfekt. Sie sind menschlich, widersprüchlich und dadurch total greifbar. Ihre innere Zerrissenheit, ihre Zweifel und auch ihre Fehlentscheidungen machen die Geschichte sehr glaubwürdig. Gleichzeitig regt das Buch immer wieder zum Nachdenken an, vor allem über Macht, Religion und Verantwortung.

Alles in allem ein richtig starkes historisches Buch, das spannend ist, unter die Haut geht. Ich bin definitiv neugierig auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Wer wir sind und woher wir kommen

Real Americans
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Real Americans von Rachel Khong hat mich schon durch sein ruhiges, eher schlichtes Cover angesprochen, weil es sofort den Eindruck eines nachdenklichen, literarischen Romans vermittelt. Nach dem Lesen ...

Real Americans von Rachel Khong hat mich schon durch sein ruhiges, eher schlichtes Cover angesprochen, weil es sofort den Eindruck eines nachdenklichen, literarischen Romans vermittelt. Nach dem Lesen kann ich sagen, dass dieser Eindruck sehr gut zum Inhalt passt. Die Geschichte beschäftigt sich mit Themen wie Herkunft, Identität, Familie und der Frage, wie sehr unser Leben von äußeren Umständen geprägt wird. Besonders gefallen hat mir, dass die Handlung nicht dramatisch erzählt wird, sondern sich langsam entfaltet und nah am Leben spielt. Gerade dadurch wirkt sie sehr realistisch.

Der Schreibstil ist ruhig, klar und bildhaft. Viele Gefühle und Gedanken werden nicht direkt ausgesprochen, sondern ergeben sich zwischen den Zeilen. Dadurch entsteht eine besondere Tiefe, die mich beim Lesen sehr angesprochen hat. Die Figuren, vor allem die Protagonistin Lily, wirken authentisch in ihren Unsicherheiten und inneren Konflikten. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen, weil ihre Gedanken und Zweifel sehr menschlich wirken.

Insgesamt ist Real Americans für mich ein Roman, der zum Nachdenken anregt und noch lange im Kopf bleibt. Er erzählt keine spektakuläre Geschichte, sondern eine ehrliche und berührende.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Zwischen Realität und Fantasie

Lola im Spiegel
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Lola im Spiegel von Trent Dalton ist ein sehr intensiver und irgendwie richtig besonderer Roman über Identität, Trauma und darüber, wie sehr Kunst beim Überleben helfen kann. Erzählt wird die Geschichte ...

Lola im Spiegel von Trent Dalton ist ein sehr intensiver und irgendwie richtig besonderer Roman über Identität, Trauma und darüber, wie sehr Kunst beim Überleben helfen kann. Erzählt wird die Geschichte eines siebzehnjährigen Mädchens, das mit seiner Mutter ohne festes Zuhause lebt und sich mit Zeichnungen, Fantasie und Gedanken so eine eigene kleine Welt schafft, um klarzukommen.

Der Roman verbindet ziemlich harte Themen wie Gewalt, Armut und Angst mit einer sehr poetischen, fast märchenhaften Sprache. Der Spiegel steht dabei nicht nur für Selbstfindung und Zukunft, sondern auch für die Risse aus der Vergangenheit. Besonders berührend ist die Beziehung zwischen Mutter und Tochter, die gleichzeitig total stark, aber auch kompliziert und schmerzhaft ist.

Richtig cool fand ich, dass im Buch immer wieder Illustrationen auftauchen. Die sind nicht nur Deko, sondern passen total gut zur Geschichte und machen die Gefühle der Protagonistin noch greifbarer. Dadurch fühlt sich das Ganze irgendwie wie ein Mix aus Roman und Kunstbuch an, was das Lesen nochmal intensiver macht.

Die Sprache ist sehr direkt, emotional und trotzdem immer wieder überraschend warm und humorvoll. Lola im Spiegel ist kein Buch, das man mal eben so nebenbei liest, aber genau deshalb bleibt es richtig lange im Kopf und geht einem ziemlich nahe.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Wenn Liebe kippt und Wut bleibt

Gelbe Monster
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Gelbe Monster erzählt die Geschichte von Charlie, die mit einem blauen Auge in der U-Bahn sitzt und plötzlich an einem Punkt ist, an dem einfach nichts mehr so funktioniert wie vorher. Es geht um eine ...

Gelbe Monster erzählt die Geschichte von Charlie, die mit einem blauen Auge in der U-Bahn sitzt und plötzlich an einem Punkt ist, an dem einfach nichts mehr so funktioniert wie vorher. Es geht um eine Beziehung, die am Anfang perfekt scheint und dann langsam kippt – um Wut, Abhängigkeit und darum, wie schwer es ist, sich selbst ehrlich zu betrachten.

Der Schreibstil ist sehr klar, direkt und gleichzeitig richtig angenehm zu lesen. Trotz der ernsten Themen wirkt der Roman nicht schwer, sondern eher leicht, stellenweise sogar ziemlich witzig. Man kommt gut voran, bleibt dran und ist schnell mitten in Charlies Gedankenwelt. Vor allem diese Mischung aus Humor und Ernst fand ich richtig gelungen.

Viele Stellen regen doch ziemlich zum Nachdenken an – über Liebesbilder, Verantwortung, emotionale Gewalt und darüber, wie viel man sich selbst auflädt. Trotzdem wird das alles nicht überanalysiert. Genau das passt, denn es ist eben ein Roman und kein Sachbuch.

Insgesamt ein richtig gutes Debüt, das wichtige Themen anspricht, ohne sie zu zerreden, ich kann das Buch auf jeden Fall guten Gewissens weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Mehr als eine Liebesgeschichte

Mo & Moritz
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Der Einstieg in Mo & Moritz gelingt sehr gut und macht schnell neugierig auf die beiden Hauptfiguren. Erzählt wird die Geschichte von Mo und Moritz, zwei Jugendlichen, die sich ineinander verlieben und ...

Der Einstieg in Mo & Moritz gelingt sehr gut und macht schnell neugierig auf die beiden Hauptfiguren. Erzählt wird die Geschichte von Mo und Moritz, zwei Jugendlichen, die sich ineinander verlieben und dabei nicht nur ihre Gefühle füreinander, sondern auch ihre Herkunft, ihr Umfeld und ihre eigene Identität neu hinterfragen müssen.

Besonders mutig finde ich, wie viele gesellschaftlich relevante Themen Julya Rabinowich in dieses Jugendbuch packt. Es geht hier bei weitem nicht nur um die Liebe zwischen zwei Jungen, sondern auch um Religion, kulturelle Prägung, familiäre Erwartungen, Vorurteile, Ausgrenzung und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. Diese Themen sind wichtig und aktuell, gleichzeitig waren es für mich persönlich stellenweise sehr viele auf einmal. Gerade weil alles sehr nah an der Lebensrealität erzählt wird, hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass man kaum Zeit bekommt, einzelne Aspekte mal wirken zu lassen.

Trotzdem bleibt das Buch gut lesbar. Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und altersgerecht. Die Perspektivwechsel sorgen dafür, dass man beide Jungen gut versteht und ihre inneren Konflikte nachvollziehen kann.

Ein weiterer Pluspunkt ist für mich das Cover. Die zarten Farben sprechen mich persönlich sehr an und passen gut zur nachdenklichen Stimmung des Buches. Insgesamt ist Mo & Moritz ein wichtiges und mutiges Jugendbuch, das viele Denkanstöße liefert. Für mich war es thematisch etwas überladen, aber dennoch absolut lesenswert – deshalb solide vier Sterne.

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